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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Agglomeraten aus feinkörnigen
Rohstoffen, insbesondere aus Eisenerzen Die Erzeugung von Eisen und anderen Metallen
aus feinkörnigen Rohstoffen, z. B. von Eisenerzen od. dgl., bereitet bekanntlich
Schwierigkeiten, die man durch Agglomerieren beseitigen kann. Nun mÜssen solche
Agglomerate eine Reihe von Bedingungen erfüllen, die mit .den bisher bekanntgewordenen
Verfahren nicht oder nur unvollkommen zu erreichen sind.
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Zunächst isst für Agglomerate eine hohe Porosität erforderlich, die,
wenn bei ihrer Herstellung nennenswerter Druck angewendet wird, ausbleibt. Die Erfindung
befaßt sich daher zunächst mit der Aufgabe,dier Herstellung von Agglomeraten großer
Porosität ohne Anwendung äußeren Drucks. Agglomerate müssen ferner eine gute Druckfestigkeit
besitzen, damit sie bei der Verhüttung sowie bei der Lagerung und beim Transport
ihre Stückform behalten. Die meisten, ohne Anwendung äußeren Drucks arbeitenden
Agglomerierumgsverfahren ergeben ein solches Erzeugnis nicht.
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Weiterhin sollen die Agglomerate, eine möglichst gleichmäßige Stückgröße
besitzen. Wie gerade neuere Erkenntnisse zeigen, kommt es bei den meisten Verhüttungsverfahren
viel mehr auf die Gleichmäßigkeit der Stückgröße als auf deren absolutes Ausmaß
an.
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Endlich ist auch.dieäußereFormderAggflomerate von Wichtigkeit. Unregelmäßige
Formen verurs.
achen bei der weiteren Aufarbeitung, insbesondere
in Schachtöfen, das Auftreten von Hohlräumen wechselnder Größe und Lage im Ofen.
Die sich hieraus für den Betrieb ergebenden Nachteile sind bekannt. Die äußere Form
der Agglomerate muß so sein, .daß eine lockere Schüttung erreicht wird. Dieser Forderung
wird die Kugelform eines Agglomerats am besten gerecht.
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Die Verhüttungsvorgänge werden aber nicht allein durch die erwähnten
physikalischen Eigenschaften der verwendeten Rohstoffe bzw. der daraus hergestellten
Agglomerate beeinflußt. Sie hängen noch mehr von der chemischen Beschaffenheit dieser
Stoffe ab. Es sollte deshalb Aufgabe eines Agglomerierverfahrens sein, die für das
jeweilige Verhüttungsverfahren günstigste chemische Beschafienheit des Produktes
herzustellen. Zu diesem Zweck muß der Agglomierprozeß anpassungsfähig gestaltet
werden.
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Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zum Herstellen von
Agglomeraten, insbesondere aus Eisenerzen od. dgl., die :die vorstehend geforderten
Eigenschaften :durch nachstehende Maßnahmen erhalten: a) Die feinkörnigen Stoffe
werden mit einer Flüssigkeit, vornehmlich mit Wasser, zu einer plastischen -Klasse
angemacht; b) :diese Masse wird auf eine Vibrations- oder Schwingplatte aufgegeben,
die Öffnungen oder Maschen vom Querschnitt zunächst aus ihr zu bildender kleiner
und unterhalb der Vibrations- oder Siebplatte abbrechender Stränge aufweist; c)
die die Vibrations- oder Siebplatte verlassenden kurzen und strangähnlichen Formlinge
werden z. B. in einer Drehrahrtrommel in Kugeln umgewandelt, die d) in einem mit
heißen Gasen von etwa io5o bis 135a° C betriebenen Schachtofen zu Agglomeraten gefrittet
werden.
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Die große Porosität der Agglomerate kommt dadurch zustande, daß die
kugelige Endform ohne jede äußere Druckanwendung aus der feuchten Masse hergestellt
und @ aus dieser durch Trocknen und Erhitzen die gesamte vorher aufgenommene Flüssigkeit
drucklos wieder ausgetrieben wird. Dabei bilden sich in den Agglomeratkugeln unzählige
feinste Kanälchen, die :den ganzen Kugelinhalt gleichmäßig durchsetzen. Durch das
Sintern bei Temperaturen von io5o bis 1350`C werden die Messeteilchen zumindest
in den Außenschichten der Kugeln so hart, daß diese allen beim Transport, der Lagerung
und Verhüttung auftretenden Belastungen gewachsen sind. Die Kugelform der fertigen
Agglomerate und die genaue Bestimmung des Kugeldurchmessers durch die Öffnungen
der Schwingplatte verbürgen eine gleiche und gleichbleibende Stückgröße.
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Zur Beeinflussung der chemischen Beschaffenheit der Agglomerate kann
je nach den Anforderungen des Einzelfalles das Erhitzen der Agglomeratkugeln im
Schachtofen in oxydierender, neutraler oder reduzierender Atmosphäre vorgenommen
werden. So ist bei der Agglomerierung von schwefelhaltigen Eisenerzen eine oxydierende
Atmosphäre vorteilhaft, um das ursprüngliche Fei 04 im das im Hochofen leichter
zu verhüttende Fee 03 umzuwandeln. Wenn umgekehrt eine reduzierende Erhitzung wünschenswert
erscheint, beispielsweise bei der "ggglomerierung von zink- oder arsenhaltigen Erzen,
dann kann der Rohmasse eine entsprechende Menge feinverteilten Kohlenstoffs zugesetzt
werden. In diesem Fall wird in den Heizgasen des Schachtofens nur mit einem Luftüberschuß
gearbeitet, wie er zur Verbrennung des Kohlenstoffs zu Kohlenoxyd notwendig ist.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung seien an Hand eines Ausführungsbeispiels
für die erfindung'sgemäßeAgglomieranlage erläutert.InderZeichnun-g veranschaulicht
Fig. i eine Draufsicht, Fig. 2 eine Vorderansicht nach Linie 2-2 der Fig. i und
Fig. 3 eine Seitenansicht nachLinie 3-3 der Fig. i des zur Herstellung von Agglomeratkugeln
dienenden Anlageteiles, Fig. 4. in vergrößertem Maßstäbe Einzelheiten der Fig. 3,
Fig. 5 bis 7 in gleicher Darstellung wie Fig. i bis 3 eine abgeänderte Ausführungsform,
Fig. 8 bis 9 Einzelheiten einer weiteren Abänderung, Fig. io die Seitenansicht einer
Trockentrommel, Fig. i i den senkrechten Schnitt nach Linie i i-i i durch den Schachtofen
der Fig.12 und Fig. i2 den senkrechten Schnitt nach Linie 12-12 durch den Schachtofen
der Fig. i i, Fig. 13 den waagerechten Schnitt nach Linie 13-13 der Fig. i i, Fig.
14 einen Querschnitt nach Linie i4-14 der Fig. i i, Fig. 15 in vergrößertem Maß,stabe
Einzelheiten der Fig. i i und Fig. 16 den senkrechten Schnitt nach Linie 15-15 der
Eig. 15.
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Zur Herstellung des Agglomerats wird beispielsweise ein feinIkörniges
Eisenoxyd verwendet, von dem etwa 75 % durch ein S ieb mit etwa 16 Maschen je Quadratzentimeter
gehen. Hinter einem Magnetscheiden zur Absonderung von Verunreinigungen wird die
Rohmasse zu einer etwa 3o bis 4o,% Wasser enthaltenden Paste angemacht. Der von
anderen Verfahren bekannte Zusatz besonderer Bindemittel ist weder notwendig noch
erwünscht.
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Bei der Einrichtung nach der Fi.g. i biis 7 wird die Rohmasse vom
Magnetscheiden durch ein Druckrohr i einem Trog 2 zugeführt, in dem der erforderliche
Wasserzusatz erfolgen kann. In dem Trog ist eine um eine waagerechte Achse 3 drehbare
Trommel 4 angeordnet, die als Vakuumfilter ausgebildet ist. Bei der Drehung der
Trommel 4 bildet sich auf ihrem Außenmantel eine dünne Schicht C feuchter Masse,
die von einem Kratzer 5 von der Trommel abgehoben wird. Unter Einwirkung des im
Trommelinnern vorhandenen Unterdrucks wird dabei der Rohmasse so viel Feuchtigkeit
entzogen, daß eine leicht formbare feuchte Masse entsteht, die genügend Fließvermögen
besitzt, um noch durch Öffnungen von etwa 25 mm Weite nur unter ihrem Eigengewicht
durchtreten zu können. Andererseits
muß die Masse eine solche Viskosität
besitzen, daß die aus solchen Öffnungen austretenden Stränge erst abbrechen, nachdem
sie etwa doppelt so lang geworden sind wie die Weite der Öffnungen. Es hat sich
herausgestellt, daß das mit einem Wassergehalt von mehr als io0!o, vorzugsweise
2o bis 300/0, erreicht wird.
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Die durch Kratzer 5 von der Trommel .4 in großen flachen Stücken abgelöste
feuchte Masse C fällt auf eine geeignete Zerkleinerungseinrichtung, die in der Ausführung
nach Fig. i bis q. aus einem Paar von mit Längsrippen 6 ausgerüsteten Walzen 7 besteht.
Zum Antrieb dieser Walzen dient ein Motor 8 mit Riementrieb g. Bei der Ausführung
nach Fig. 5 bis 7 sind die Rippenwalzen 7 durch eine Anzahl von Schneckenförderern
io ersetzt, die im Gehäuse i i untergebracht und über Vorgelege- 12 an den Riementrieb
9 angeschlossen sind.
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Von der jeweiligen Zerkleinerungsvorrichtung fallen die Teilchen der
feuchten -Masse C auf ein Vibrationssieb 13, das einen langgestreckten, schmalen
Siebboden mit abgerundeten Ecken enthält. Dieser Siebboden ist mit einer Vielzahl
von Öffnungen 15 verseben, durch die die in Schichthöhe die auf ihm aufgehäufte
feuchte Masse in Form von zylindrischen Strängen drucklos nach unten durchtreten
kann (vgl. insbesondere Fig. q.). Der Siebrahmen 13 ist mit angeschweißten Armen
16 versehen, die durch Schrauben 17 an Winkelschienen i8 des Rahmengestells ig starr
befestigt sind. Der Siebboden 1.4 lagert auf den unteren Flanschen 18a der Winkelschienen
18. Er enthält eine Anzahl angeschweißter Winkel 2o, die durch Schrauben 21 an dem
Druckluftkolben 22 starr angeordnet sind. Durch die Kolben 22 kann der Siebboden
1.4 in sehr schnelle lotrechte Schwingungen versetzt werden, deren Amplitude durch
die Flansche i8a und den Unterrand 13a des Siebrahmens 13 begrenzt ist (Fig. 4).
Der Abstand zwischen dem unteren Rand 13a und der Oberfläche des Siebbodens 1,4
ist so gering, daß durch diesen schmalen Spalt keine nennenswerten Mengen feuchterMasse
seitlich austreten können.DerDurchmesser derÖffnungen 15 beträgt beispielsweise
etwa 25 mm und entspricht im wesentlichen dem Durchmesser der fertigen Agglomeratkugeln.
Die auf der Unterseite des Siebbodens 1.4 austretenden und an dieser zunächst anhaftenden
Stränge werden durch die von oben nachdrückenden Teile der feuchten Masse weiter
nach unten verschoben, wobei sich der Strangdurchmesser etwas verringert. Die Stränge
brechen infolge ihres Eigengewichtes ab, wenn sie etwa die doppelte Länge ihres
Durchmessers erreicht haben, und bilden kleine zylindrische oder richtiger gesagt
kegelstumpfförmige Körperchen F_ (Fig. 2).
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Von erheblicherBe@deutung ist die Schichthöhe d der auf den Siebboden
14 aufgebrachten feuchten Masse. Wenn deren Höhe zu gering ist, fällt die Masse
bei der Vibration des Siebes in kleineren Stückchen durch die Öffnungen 15, oder
aber etwa sich bildende Stränge haben ungenügenden inneren Zusammenhalt, so daß
sie sich schon beim Transport zerkrümeln. Als 'Mindestmaß für die Schichthöhe d
wurde das Doppelte des Durchmessers der Öffnungen 15 ermittelt. Bei zu großer Schichthöhe
andererseits «-erden die unteren Schichten des aufgebrachten Siebgutes durch das
Gewicht der darüberliegenden Schichten so belastet, daß ein Teil des vorher aufgenommenen
Wassers aus ihnen herausgedrückt wird. Dadurch wird das Gefüge der unteren Schichten
zu dicht, so daß die fertigen Agglomerate nur ungenügende Porosität aufweisen. Ferner
verliert durch den Wasserentzug die Masse selbst ihre ursprünglicheViskosität und
neigt zum Zerkrümeln. Diese Erscheinungen treten in steigendem Maße auf, wenn die
Schichthöhe d größer als das Zwölffache deo Durchmessers der Öffnungen gemacht wird.
Als Bestmaß für die Schichthöhe d hat sich je nach Art und Feinheitsgrad der Rohmasse
das Sechs- und Achtfache der Lochweite herausgestellt. Bei der geschilderten Siebvibration
führen die Druckluftkolben etwa i5oo bis 3ooo Hübe in der -Minute aus. An Stelle
dieser Druckluftkolben können selbstverständlich auch elektromagnetische oder andere
geeignete Vibratoren verwendet werden.
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Eine abgeänderte Form des Vibrationssiebes ist in Fig. 8 und 9 dargestellt.
Hier trägt der Siebrahmen 13 einen Maschenboden 23, wobei die Weite der Maschenöffnungen
24. in etwa dem Durchmesser der Kreisöffnungen 15 entspricht. Am Siebrahmen 13 sind
ferner mit Langlöchern 25 versehene Winkelstücke 26 starr angeordnet, die auf den
Schienen 18 des Rahmengestells ig verschiebbar gelagert sind. Durch die Langlöcher
25 sind Bolzen 27 in die Schienen 18 eingeschraubt, so daß sich die Winkelstücke
26 und mit ihnen der Siebrahmen 13 um die Lochweite der Löcher 25 auf den Schienen
i8 hin und her bewegen kann. Diese Bewegung des Siebes erfolgt in waagerechter Richtung,
also normal zur Bewegungsrichtung der durch die Öffnungen 24 durchtretenden Teile
des Siebgutes. An einer oder beiden Schmalseiten des Siebrahmens 13 sind an diesem
Arme 28 starr angeordnet, die von den Kolben 22 bewegt werden können. Die sich von
der Unterseite des Maschenbodens 23 infolge ihres Eigengewichtes ablösenden Teile
E fallen auf eine Rutsche 29.
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Bei der Ausführung nach Fig. i bis 7 ist an Stelle der Rutsche 29
unterhalb des Siebbodens 14 ein Bandförderer 3o vorgesehen, der von dem Motor 8
aus über ein Vorgelege 31 angetrieben werden kann.
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Durch die Fördereinrichtung werden die Teile E der feuchten Masse
einer Drehtrommel 3.2 zugeführt (Fig. io), die auf Rollen 33 gelagert ist, die durch
eine Antriebswelle 34 in Umdrehung versetzt werden können. Die Rollen ihrerseits
sind auf einem Rahmengestell 35 gelagert. Im Innern der Trommel 32 sind Brenner
36 und 37 vorgesehen, um die Innenfläche der Trommel 32 trocken zu halten, damit
nicht an dieser einzelne Körperchen E festkleben können. Am oberen Ende der etwas
geneigt gelagerten Drehtrommel 32 befindet sich eine Eintragsrutsche 38, auf die
die Körper E von dem Bandförderer 3o oder der Rutsche 29 aufgeben werden können.
Die beiden Rutschen 29 und 38
können auch vereinigt werden, wobei
in diesem Fall der Siebrahmen 13 etwas in die obere Öffnung der Drehtrommel 3z hineinragen
kann, wie in Fig. #o gestrichelt angedeutet ist.
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Wenn die Trommel 32 mit Hilfe der Rollen 33 von der Antriebswelle
34 aus in Drehung versetzt wird, rollen die eingebrachten Körperchen E dem unteren
Trommelende zu und werden: hierbei zu Kugeln geformt. Von dem unteren Austragsende
der Drehtrommel 32 können dann die Kugeln entweder einem Lagerraum oder auch unmittelbar
einem senkrechten Schachtofen zugeführt werden.
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Der in Fig. i i bis 16 dargestellte senkrechte Schachtofen enthält
ein Gerüst 39, das das feuerfeste Mauerwerk 4.o des Ofenschachtes 4i und der Verbrennungskammern
42 trägt. Der Querschnitt des oberen Teiles von Schacht 41 zeigt die Form eines
langgestreckten Rechtecks (Fig. 13), dessen Schmalseiten sich durch konische Schachtwände
46 nach unten hin bis etwa zur Schachtmitte vergrößern (Fig. ii und 14). Der Schachtunterteil
dagegen weist quadratischen Querschnitt auf. Am unteren Ende des stetig betriebenen
Schachtofens ist eine geeignete Austragsvorrichtung 43 für die fertigen Agglomeratkugeln
angeordnet. Die vorgetrockneten Kugeln G werden durch irgendeine geeignete Fördereinrichtung
der Eintragsöffnung 44 des SchachteS41 zugeführt und fallen auf einen sattelförmigen
Verteiler 45. Dadurch wird, wie Fig. ii erkennen läßt, eine konkave, nach den Längswandungen
46 hin ansteigende Lagerung der Kugeln G bewirkt. Im Mauerwerk 40 und unterhalb
des Verteilers 45, an diesem befestigt, sind elektrische Widerstandsheizungen 47
vorgesehen, durch welche die oberste Schicht der eingefüllten Kugeln G beheizt werden
kann.
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Von den Verbrennungskammern42 führen schräg nach unten gerichtete
Öffnungen 48 in das Innere des Schachtes 41, die in mehreren Reihen, gegebenenfalls
auch versetzt zueinander, angeordnet werden können. Durch diese Öffnungen 48 vermögen
die in den Kammern 42 erzeugten heißen Verbrennungsgase in den Schacht 41 einzuströmen,
durch die Hohlräume zwischen den einzelnen Kugeln G nach oben hin zu streichen und
aus der Öffnung 44 in einen Kamin oder ins Freie zu entweichen. Am Boden der Kammern
42 sind Brenner 49 vorgesehen, denen durch Leitungen So Heizgas aus den Hauptgasleitungen
51 zugeführt werden kann. Zur Zufuhr der Verbrennungsluft dienen Leitungen 52, in.
die in der nachstehend erläuterten Weise Druckluft eingeleitet werden kann.
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An geeigneter Stelle des 'Gerüstes 39 ist ein Druckluftgebläse 53
(Fig. 14) angeordnet, an das die Hauptdruckleitung 54 angeschlossen isst. Von dieser
Leitung zweigen an den Längsseiten des Ofenschachtes 41 befindliche, mit Düsen 55
versehene Leitungen 56 ab (Fig. i i). Bei der Ausführungsform nach Fig. i i und
12 sind die in entsprechenden Öffnungen des Mauerwerks 4o gelagerten Düsen 55 schräg
abwärts gerichtet und an beiden Längsseiten des Ofenschachtes 41 versetzt zueinander
angeordnet. Oberhalb der Düsenreihe befinden sich im Mauerwerk 40 versetzt zu Iden
Düsen 55 biegende Austrittsöffnungen 57 für die vom Gebläse 53 in den Ofenschacht
41 eingeleitete Druckluft. An die Öffnungen 57 sind die zu den Brennern 49 führenden
Luftleitungen 52 angeschlossen.
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Die durch Leitungen. 56 bzw. Düsen 55 dem Ofenschacht 41 zugeführte
Druckluft verteilt sich gleichmäßig über den ganzen Schachtquerschnitt. Siewirdvon
denherabsinkendenheißenAgglomeratkugeIn G unter deren gleichzeitiger Kühlung vorgewärmt.
Der im Gebläse 53 erzeugte Druck wird dabei so gewählt, daß trotz des Druckverlustes
an den Austrittsöffnungen 57 noch so viel Überdruck vorhanden ist, daß die vorgewärmte
Luft aus diesen Öffnungen durch Leitungen 52 den B rennern 49 zuströmt. Bei der
Verbrennung der durch Leitungen 5i zugeführten Heizgase mit dieser Luft werden Verbrennungsgase
mit weit größerem Volumen als dem Tier zugeführten Verbrennungsmittel erzeugt. Dadurch
entsteht in den Verbrennungskammern 42 ein gewisser Überdruck gegenüber dem Schachtinnern,
so d.aß die heißen Verbrennungsgase aus den Kammern 42 durch Öffnungen 48 in den
Oberteil von Ofenschacht 41 einströmen. Diese Gase bilden gleichzeitig einen guten
Abschluß gegenüber einem weiteren Nachobenströmen der nicht durch Öffnungen 57 austretenden
Druckluft. Nach unten hin bildet die Säule der Kugeln G und auch die Austragvorrichtung
43 den Abschluß für die eingeleitete Druckluft, wofür natürlich dieLufteintritte
hoch genug über dem unteren Schachtende angeordnet werden müssen.
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Infolge der Luftvorwärmung kann in den Kammern 42 mit Leichtigkeit
eine so hohe Verbrennungstemperatur erzeugt werden, daß durch die entsprechend heißen
Verbrennungsgase die itrn der Heizzone des Schachtes 41 befindlichen Kugeln G innerhalb
kurzer Zeit auf die jeweils erforderliche Frittemperatur, vorzugsweise auf etwa
i i5o bis i2ool° C, aufgeheizt werden können. Auf Grund zahlreicher Versuche hat
sich dabei eine Erbitzungsgeschwindigkeüt von 4o bis 6o°'C in der Minute als die
zweckmäßigste erwiesen. Das Maß der Erhitzungsgeschwindigkeit ist für die Herstellung
poröser und gleichzeitig druckfester Agglomerate mindestens im gleichen Maße von
Bedeutung wie die Endtemperatur der Erhitzung.
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Die durch Öffnungen 48 an den Längsseiten des Schachtquerschnittes
eintretenden heißen Verbrennungsgase haben bis zur Schachtmitte nur einen kurzen
Weg zurückzulegen. Trotzdem besitzen sie die Neigung, unmittelbar an den Schachtwänden
46 nach oben zu steigen. Durch die geschildertekonkave Ausbildung der obersten Kugelschicht
wird aber der Widerstand an diesen Stellen so weit vergrößert, daß eine vollkommen
gleichmäßige Verteilung der heißen Gase über den ganzen Schachtquerschnitt gewährleistet
ist. Je nach dem Wassergehalt .der in -die Eintragsöffnungen 44 eingefüllten Kugeln
G kann es vorteilhaft sein, deren oberste Lagen noch besonders durch die elektrischen
Heizwiderstände 47 zu erhitzen. Bei höherem Wassergehalt
könnte
nämlich sonst infolge der hohen Verdampfungswärme des Wassers die anzustrebende
Temperatursteigerung von wenigstens 4ö° C in der Minute gefährdet sein.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 15 und 16 ist der Schacht 41 oberhalb
der Luftaustrittsöffnungen57 dumhZurücksetzen derLängswände46 erweitert und biss
unterhalb der Lufteintritte 56 mit parallelen Wänden versehen. Nach unter hin schließt
sich an diesen parallelwandigen Teil der Schachtunterteil mit quadratischem Querschnitt
an. Die Luftzuführungsleitungen 56 münden hierb-°i unterhalb einer dachförmigen,
sich über die ganz, Schachtbreite erstreckenden und nach unten offenen Haube 58.
Die eingeleitete Druckluft strömt daher aus dem unterhalb dieser Haube befindlichen
Hohlraum zunächst nach unten,und wird dann durch den natürlichen Auftrieb nach oben
hin in Richtung auf ,die Austrittsöffnungen 57 abgelenkt. Auch bei dieser Ausführungsform
kann der im Gebläse 53 erzeugte Druck so hoch gewählt werden, d,aß an den Austrittsstellen
57 ein etwas höherer Druck herrscht als an den Brennstellen 49. Hierin liegt ein
erheblicher Vorteil gegenüber bekannt,°_n Schachtöfen ähnlicher Bauart, bei denen
zwischen den Austrittsstellen des Ofenschachtes und den Brennstellen der Verbrennungskammern
Gebläs:° od. dgl. vorgesehen werden mußten. Diese Einrichtungen konnten nur schwer
zugänglich angeordnet werden. und, unterlagen überdies einem ungewöhnlich starken
Verschleiß. Dieser wurde sowohl durch die hohe Temperatur der vorgewärmten Luft
als auch durch den von der Luft mitgeführten Abtrieb der Kugeln G hervorgerufen.
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Die beim Betriebe des Schachtofens anzuwendenden Drucke an den Lufteintrittsstellen
und: in den Verbrennungskammern hängen nirht nur von der gegenseitigen Lage der
Lufteintritte 55, 56 und -austritte 57 sowie der Überströmöfnungen 48 für
die Heizgase und, ferner von Größe und" Art d"s Schachtquerschnittes ab. Sie werden
auch durch die Größe der Agglomeratkugeln G bestimmt. Wie bereits erwähnt, hat es
sich als zweckmäßig erwiesen, den Durchmesser der Kugeln G nicht wesentlich größer
als etwa 25 mm zu wählen. Selbstverständlich hängt die günstigste Durchmessergröße
auch von der Beschaffenheit und dem Feinheitsgrad der jeweils zu agglomerierenden
Rohstoffe ab. Durch entsprechende Bemessung der Loch- oder Maschenöffnungen i 5
bzw. 24, Änderung des Wasserzusatzes in Trog 2 und des Vakuums in Trommel 4 sowie
die richtige Bemessung der Temperaturen im Schacht 41 können bei der Erfindung in
allen vorkommenden Fällen mit Leichtigkeit diejenigen Verhältnisse geschaffen werden,
die zur Erzeugung poröser, druckfester Agglomerate G gleicher und gleichbleibender
Stückgröße und gewünschter chemischer Beschaffenheit die bestgeeigneten sind. Trotz
dieser weitgehenden Anpassungsfähigkeit der Erfindung an die Bedingungen jedes Einzelfalles
ist stets eine kaum störungsanfällige, einfache Durchführung der Agglomerierung
gewährleistet. Wenngleich: ,die Abmessungen des Schachtes 41 innerhalb weiter Grenzen
dem ,gewünschten Durchsatz entsprechend gehalten werden :können, sollen vorteilhafterweise
die Schachtbreiten nicht wesentlich größer als etwa ioo cm betragen:. Für besondere
Fälle können kreisförmige oder auch ovale Schachtquerschnitte zweckmäßig sein, doch
ist im allgemeinen der rechteckige Querschnitt vorzuziehen.
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Die Erfindung ist nicht auf dne Herstellung von kugelförmigen Agglomeraten
oder auf ausschließlich für Verhüttungszwecke bestimmte Agglomerate beschränkt.
So können auch Agglomerate abweichender Form und andersartiger, beispielsweise keramischer
Grundnmasse hergestellt werden.. Endr lieh können auch, sofern für den Einzelfall
nicht erforderlich, einzelne Verfahrensstufen bzw. die zu ihrer Durchführung dienenden
Anlageteile fortfallen. Beispielsweise kann es genügen, die im Vibrationssieb erzeugten
Körperchen E unmittelbar zu dem senkrechten Schachtofen zu bringen. In diesem Fall
wird ihre Länge zweckmäßig so g°-wählt, daß sie den Durchmesser bzw. die Kant,nlänge
der Sieböffnungen, nicht wesentlich übersteigt. Bei allen Ausführungsmöglichkeiten
aber bleibt der Vorteil bestdhen, daß man den Anforderungen jedes Einzelfalles in
bisher unerreichtem Maße Rechnung tragen und stets Agglomerate der gewünschten Form
und Beschaffenheit herstellen kann.