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Verfahren zur Herstellung von Schuhen, insbesondere von Rahmenschuhen
Die Erfindung betrifft ein besonderes Arbeitsverfahren bei der Herstellung - von
Schuhen, insbesondere Rahmenschuhen, und der Zweck desselben besteht darin, einen
Schuh zu ergeben, bei dem nach der Herstellung und beim Gebrauch desselben der Sohlenrand
im Gelenkteil des Schuhs dicht an dem Schaft desselben anliegt. Bekanntlich ist
es schwierig, einen Schuh herzustellen, bei dem der Rand der Sohle im Gelenkteil
;licht an dem Schaft anliegt. Dies ist durch die Herstellungsweise der Schuhe bedingt.
Besonders schwierig ist dies bei Rahmenschuhen, bei denen auch im Gelenkteil die
Sohle mit dem Rahmen vernäht werden muß. Zurückzuführen ist dieses Abbiegen des
Sohlenrandes von dem Schaft im Gelenkteil des Schuhs auf Spannungen in der Sohle,
die sich in der Querrichtung zur Längsachse derselben erstrecken. Diese Spannungen
führen zu einem Klaffen des Sohlenrandes von (lern Schaft im Gelenkteil und zur
Bildung einer Fuge an dieser Stelle des Schuhs. Diese Fugenbildung wird noch vergrößert
durch die Doppelnaht bei Rahmenschuhen.
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Dieser Nachteil wurde schon seit langem erkannt, und es wurden auch
verschiedene Arbeitsweisen vorgeschlagen, diesen Nachteil zu vermeiden. Es wurde
beispielsweise nach dem Fertigstellen des Schuhs der Randteil fest an den Schaft
durch Rollen o. dgl. angedrückt, wodurch vorübergehend wohl die Fuge geschlossen
wird, jedoch beim Gebrauch des Schuhs die erwähnten Spannungen wieder wirksam werden
und das Klaffen der Fuge herbeiführen. Der Schuh verliert also beim Tragen leicht
seine gute Form. Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Sohle vor dem Befestigen
an dein Schuh in entsprechender Weise vorzuformen, und zwar indem dieser eine Dehnung
in der Längsrichtung und dabei dem Randteil der Sohle die gewünschte Form gegeben
wird.
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Die Erfindung schlägt nunmehr ein Arbeitsverfahren vor, durch das
ein sicherer Schluß der Fuge zwischen Sohlenrand und Schaft im Gelenkteil des Schuhs
ni§#ht nur nach Fertigstellung des Schuhs gewährleistet ist, sondern auch beim Tragen
desselben sicher beibehalten wird. Zu diesem Zweck wird die Sohle vor dem Andrücken
ihres Randteils gegen den Schaft derart vorbehandelt, z. B. verformt (ausgebaucht)
oder geschwächt, daß bei dem Andrücken des Randteils des Sohlengelenks gegen den
Schaft sich die Sohle in der Breitenrichtung ausdehnt. Durch diese Ausdehnung in
der Breitenrichtung werden die obenerwähnten
Spannungen aufgehoben
und die Möglichkeit gegeben,--daß die@Sohle,-im Gelenkteil die ihr einmal erteilte
Formgebung beibehält.
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Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
Es
sind: Fig. i ein Grundriß einer durch Zusammendrücken verformbaren Gelenkeinlage,
Fig. z eine Ansicht der Gelenkeinlage nach Fig. i von unten, Fig.3 eine Seitenansicht
der Gelenkeinlage nach Fig. i und 2, Fig. q. ein Querschnitt nach Linie IV-IV der
Fig. 2, Fig. 5 eine Seitenansicht der zusammengedrückten Einlage, Fig. 6 ein Querschnitt
nach Linie VI-VI der Fig. 5, Fig.7 ein Querschnitt durch einen Rahmenschuh mit Gelenkeinlage
nach Fig. i bis 6 während des Auflegens der Laufsohle, Fig. 8 ein Querschnitt durch
diesen Schuh nach dem Annähen der Laufsohle an den Rahmen, Fig.9 ein Querschnitt
durch denselben Schuh während des Planierens, also mit zusammengedrückter Gelenkeinlage,
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Fig. io ein Grundriß einer abweichenden Ausführungsform der zusammendrückbaren
Gelenkeinlage, Fig. ii eine Seitenansicht der Gelenkeinlage nach Fig. io, Fig. 12
ein Längsschnitt durch die Einlage nach Fig. io, Fig. 13 eine Ansicht der Einlage
nach Fig. io von unten, Fig. 1q. ein Querschnitt nach Linie XIV-XIV der Fig. i i,
Fig. 15 ein Längsschnitt der Gelenkeinlage in zusammengedrücktem Zustande,
Fig. 16 eine Darstellung einer weiteren abgeänderten Form derEinlage, teils inAnsicht
und teils im Schnitt, Fig. 17 ein Querschnitt nach Linie XVII-XVII der Fig. 16,
Fig. 18 eine schaubildliche Darstellung einer Laufsohle mit durch Anschneiden einer
Zunge o. dgl. geschwächtem Gelenkteil, Fig. i9 ein Querschnitt nach Linie XIX-XJ;X
der Fig. 18, - .
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Fig. 2o ein Querschnitt durch einen Schuh mit Laufsohle gemäß Fig.
18 vor dem Planieren, Fig.2T ein Querschnitt durch denselben Schuh während des Planierens,
Fig. 22 ein Schaubild einer Laufsohle mit durch Einschnitte geschwächtem Gelenkteil,
Fig. 23 ein Schnitt nachLinieX_XIII-ZXIII der Fig. 22, Gemäß Fig. 7 und $
sind die hier in Betracht kommenden einzelnenTeile des Schuhes folgende: der Schaft
A eines rahmengenähten Schuhes, die Brandsohle B, der Rahmen C, die Laufsohle D,
die Gelenkeinlage E und der den Schuh tragende Leisten F.
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Nach dem oben zuerst beschriebenen neuen Verfahren wird im Gelenkteil
der Laufsohle D zunächst eine aufwärts gerichtete Ausbauchung X (Fig. 7) hergestellt,
die mittels der Gelenkeinlage E gegen den Schuhboden gestützt ist. Die Einlage E
wird für die Zwecke der Erfindung mit einer außergewöhnlichen Dicke -und in genügender
Festigkeit hergestellt, um die Ausbauchung rX der Außensohle gegen jeden während
der Herstellung des Schuhes auf die Sohle ausgeübten Druck zu stützen, und zwar
bis zu dem Zeitpunkt, wo das Planieren erfolgt. Insbesondere soll die Gelenkeinlage
E die Ausbauchung X bei dem Druck aufrechterhalten, der während des üblichen Auflegens
der Sohle ausgeübt wird. Auf der anderen Seite ist sie jedoch nicht widerstandsfähig
genug, um auch den Druck unverändert auszuhalten, der während des Planierens der
Laufsohle aufgewendet -wird, nachdem das Annähen an: den Rahmen stattgefunden hat.
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Unter der Einwirkung der Planierungsvorrichtung wird die Gelenkeinlage
E zusammengedrückt und die Ausbauchung der Sohle durch Abflachen derselben beseitigt.
Infolge des Einebnens der Ausbauchung breitet sich der Gelenkteil der Sohle aus,
und ihre Ränder können durch die Planierungsvorrichtung dicht an den Schafteinschlag
herangepreßt werden, ohne daß dadurch eine wesentliche Querbeanspruchung in der
Sohle erzeugt wird. Da hiernach die Sohle keine bemerkenswerte Spannung aufweist,
entsteht nach dem Aufheben der Planierungspressung auch nur eine sehr geringe Neigung.
der Sohlenränder, sich vom Schaft -wieder abzuziehen. Es wird also der Vorteil erzielt,
daß sich die Rahmenfuge nicht öffnet.
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Als weiterer Erfolg des Breitpressens und Querbiegens oder Formens
des Gelenkteiles der Sohle während des Planierens ergibt sich der, daß die Teile
der Außennahtstiche, die in die Sohle hineingehen, mehr oder weniger aufgerichtet
werden, so daß sie ebenfalls keine wesentliche Spannung ausüben, infolge deren der
Sohlenrand vom Schaft abgezogen werden könnte.
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Eine verformbare oder zusammendrückbare Gelenkeinlage, wie sie gemäß
Fig. 7, 8 und 9 Verwendung findet, ist beispielsweise in Fig. i bis 6 dargestellt.
Sie ist aus mehreren Stücken zusammengesetzt, und zwar aus einem Füllstück 2o, dessen
Umriß dem des Gelenkteils der Sohle gleicht, jedoch schmaler ist, ferner aus einem
nachgiebigen Versteifungsstreifen 22 aus.Metall und aus einem
anfangs
aufgerichteten zusammendrückbaren Teil 24. Alle Stücke sind in der Längsrichtung
passend zur Längskrümmung des Bodens eines Leistens für einen Schuh gekrümmt, in
welchem die Gelenkeinlage angebracht werden soll. Das Füllstück 2o kann aus Leder,
Lederpappe oder einem anderen geeigneten Werkstoff bestehen. Es ist gemäß Fig.3
und 5 geformt, d. h. in der Längsrichtung gekrümmt und in der Querrichtung konvex
geformt, so daß es im Gelenkteil des Schuhbodens gut anliegt. Am vorderen Ende des
Füllstückes 20 ist ferner eine ebeneFläche26 (Fig. 2) angebracht, die mit der Laufsohle
in Eingriff kommt. Die Fläche 26 ist durch eine deutlich ausgeprägte Kante 28 von
dem gekrümmten Teil des Füllstückes 2o abgegrenzt. Der Umriß des letzteren ist so
gewählt, daß er sich dicht an die Nähränder der Brandsohle im Gelenkteil des Schubbodens
anschließt. Der Versteifungsstreifen 22 kann aus gehärtetem Stahl bestehen, um eine
genügend nachgiebige Stütze für den Längsboden des Gelenkteiles des Schuhes zu bilden.
Der Streifen 22 ist an der der Brandsohle zugekehrten Seite des Füllstückes 2o mit
diesem durch Täckse 30 verbunden (Fig. i). -Der zum Zusammendrücken oder
Verformen bestimmte Teil 24 besteht aus einem Streifen von ungehärtetem Metall,
dessen eines Ende mittels eines Nietes oder einer Befestigungsöse- 32 mit dem Vorderteil
des Füllstückes 2o verbunden ist, während sein anderes Ende durch ein Niet oder
eine Öse 34 an dem hinteren Ende des Füllstückes 2o befestigt ist. Die Öse 34 geht
durch einen Schlitz 36 (Fig.2) im Verformungsstreifen 24, so daß dieser sich am
rückwärtigen Ende längs gegen das Füllstück 2o verschieben kann. Beide Enden des
Verformungsstreifens 24 sind bei 38 so abgesetzt, wie Fig. 3 es angibt, um einen
bemerkenswerten Abstand zwischen dem Teil 24 und dem Füllstück 2o herzustellen.
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Während des üblichen Auflegens, Rundens und Annähens der Sohle wird
der Verformungsstreifen 24 ferner noch durch eine größere Anzahl von Fingern 40
in Abstand von dem Füllstück 20 gehalten. Die Finger 4o sitzen in zwei Reihen, je
eine an jedem Rande des Streifens 24. Gemäß Fig.4 ist letzterer zwischen seinen
abgesetzten Enden 38 rinnenförmig ausgebildet, und die Finger 4o sind so gekrümmt,
daß sie sich an die Krümmung des Füllstückes 2o anschmiegen. Die Spitzen der Finger
4o berühren das Füllstück und sind außerhalb der Berührungsstelle noch etwas zurückgekrümmt.
Sie liegen also mit einer gut abgerundeten Fläche am Füllstück 2o an und können
daher beim Zusammendrücken des ganzen Verformungsstreifens 24 sehr leicht an der
Fläche des Füllstückes entlang gleiten. Die Finger 4o sind verschieden lang und
so angeordnet, daß ihre Spitzen das Füllstück 2o überall im gleichen Abstande von
dessen Rand oder Umriß berühren. Dadurch wird erreicht, daß nach dem Zusammendrücken
des Verformungsstreifens jeder Finger gleich weit über den Rand des Füllstückes
hinausragt, um die Innennaht des Schuhbodens gut zu überdecken.
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Die nicht zusammengedrückte Gelenkeinlage E wird auf die Brandsohle
B so aufgelegt, daß sie zwischen den Innennähten an beiden Seiten des Schuhes liegt.
Das Auflegen geschieht, nachdem der Schaft A und der Rahmen C am Rande der Brandsohle
B festgenäht sind. Dann wird die Laufsohle D aufgelegt oder ohne übermäßigen Druck
gegen den Schuhboden gepreßt. Das geschieht mittels eines nachgiebigen Sohlenauflegekissens
G (Fig. 7), worauf die Außensohle D durch Stiche H mit dem Rahmen C vernäht wird
(Fig.8). Bis zu diesem Herstellungsvorgange dient die Gelenkeinlage E dazu, den
Gelenkteil der Laufsohle ausgehaucht, d. h. quer gekrümmt zu halten, wie Fig. 7
es zeiht, wobei die Laufsohlenmitte außergewöhnlich weit von der Brandsohle abgedrückt
ist. Der Verformungsstreifen 24 der Gelenkeinlage E ist steif genug, um dem Druck-
des Sohlenauflegekissens G ohne Formänderung -zu widerstehen. Wenn aber nachher
die Plaüierungsrolle J (Fig. 9) auf die Schuhsohle einwirkt, so preßt diese genügend
stark, um die Einlage zusammenzudrücken und die Querausbauchung der Sohle zu beseitigen.
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Vor dem Planieren der Sohle liegen die zur Verbindung der Laufsohle
mit dem Rahmen dienenden SticheH im Bereich des Gelenkes schräg, und zwar vom Schaft
A oder Rah-men C aus zum Riß I hin nach innen (siehe Fig.8). Man bezeichnet
das als diagonale Lage der Stiche, die unter einem spitzen Winkel zur Außenfläche
des Sohlenrandes liegen, und man findet diese Lage der Stiche für gewöhnlich an
den Gelenkteilen von Rahmenschuhen. Ferner haben, wie gleichfalls in Fig. 8 gezeigt
ist, der Rahmen und die Laufsohle am äußeren Rande zunächst einen beträchtlichen
Abstand von dem anliegenden Teile des Schaftes, und die Spannung der Außensohlenstiche
H ist bestrebt, vor dem Planieren des Schuhes jedem Versuch, die Fuge zwischen dem
Rahmen und dem Schaft zu schließen, zu widerstehen. Wenn jedoch dann die Laufsohle
planiert wird, so bewirkt die Pressung der Rolle J nicht nur das Abflachen und Ausbreiten
der Sohle in der bereits angegebenen Weise, sondern zugleich werden die Sohlenränder
dicht gegen den
Schaft gepreßt. Dabei vergrößert sich außerdem der
Abstand- zwischen den Teilen der Stiche H, die im Riß der Laufsohle liegen, und
hierdurch. wird erreicht, daß diese Stiche nach dem Planieren nahezu rechtwinklig
zur Rahmen-«und Sohlenfläche stehen. Wenn die Stiche in dieser Weise aufgerichtet
sind, üben sie keine bemerkenswerte Spannung mehr aus, die den Sohlen- und Rahmenrand
vom Schaft abziehen könnte.
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Wie Fig. 9 erkennen läßt, wird beim Planieren der Verformungsstreifen
24. der Gelenkeinlage E so breit gedrückt, daß die Finger q.o nicht mehr innerhalb
der -Innennaht liegen, sondern über die- Nahtränder hinweggreifen. Sie pressen den
Nahtrand gegen den noch im Schuh bleibenden Leisten und bilden, wenn letzterer entfernt
ist, eine feste und dauernde Stütze für die Innennaht des Schuhbodens am Gelenkteil.
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Die abweichende Ausführungsform einer zusammendrückbaren Gelenkeinlage
nach Fig. io bis 15 besteht nur aus zwei Teilen 5o und 52. Der schmale glatte Metallstreifen
5o besitzt die übliche Längskrümmung, die das Gelenk des herzustellenden Schuhes
haben soll. Der Verfornungsstreifen 52 besteht aus einem stark zusammendrückbaren
Metallstreifen, dessen Längskrümmung der des glatten Streifens 5o entspricht. Er
besitzt eine Mehrzahl von Fingern 5q., die aus seiner Mitte heraus vorstehen und
den gewünschten Abstand zwischen den Streifen 5o und 52 sichern. Die Enden des Streifens
52 sind bei 56 gekröpft und ,bei 58 durch Niete oder Befestigungsösen mit dem Streifen
5o verbunden. Die eine der Ösen geht durch einen Schlitz 6o .im Streifen 52, um
eine Längsbewegung der beiden Teile gegeneinander beim Zusammendrücken zu ermöglichen.
Die Finger 54 sind in gleicher Richtung gegen den schmalen Streifen 5o geneigt,
so daß unter dem Einfluß der Planierungsrolle das Zusammendrücken unschwer erfolgen
kann. .Die Finger berühren den schmalen Streifen 5o, so daß das Zusammensinken bei
Beginn der Planierung des Gelenkteiles der Sohle sofort einsetzt.
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' Eine dritte Ausführungsform ist in Fig. 16 und 17: gezeigt. Sie
besteht aus einem längs gekrümmten Versteifungsstreifen 70 und einem Verformungsstreifen
72, der mit den Enden des Streifens 70 in der oben beschriebenen Weise durch
Niete verbunden ist. Bei dieser Gestaltung besitzt der Verformungsstreifen 72 jedoch
keine gekrümmten Finger zur Aufrechterhaltung des Abstandes vom Versteifungsstreifen,
sondern er ist ungefähr in der Mitte seiner Länge, z. B. bei 74. in Fig. 16p, in
der Querrichtung gekrümmt, um mittels dieser Wölbung (Fig. i7) den gewünschten-
Abstand zwischen den Teilen 70 und 72 und damit die Ausbauchung in der Lautsohle
aufrechtzuerhalten. Auch diese Einlage widersteht nur dem Druck beim Auflegen der
Sohle, dagegen nicht dem Druck der Planierungsrolle. Unter der Einwirkung der letzteren
wird die Einlage ebenfalls zusammengedrückt, so daß die Laufsohle sich dicht an
die Brandsohle legt und erstere sich im Gelenkteil des Schuhes entsprechend verbreitert.
Der Erfolg des dichten Anliegens .der Laufsohle und des Rahmens am Schaft wird auch
hierbei erzielt.
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Bei dem zweiten der eingangs beschriebenen Arbeitsverfahren wird das
Ausbreiten der Innensohle eines Rahmenschuhes im Gelenkteil (während des Planierens)
nicht durch eine zusammendrückbare Einlage erleichtert, sondern dadurch, daß man
an der Sohle selbst eine Veränderung vornimmt, um ihren Widerstand gegen Querbeanspruchungen
vor dem Planieren zu vermindern. Dieser Erfolg wird gemäß dem zweiten Verfahren
durch Ausführung von bestimmten Schnitten im Gelenkteil der Laufsohle herbeigeführt,
welche die Sohle an dieser Stelle in geeigneter Weise schwächen.
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Eine. Art einer solchen Schwächung des Sohlengelenkteiles ist in Fig.
i8 dargestellt. Man macht mittels eines geeigneten Werkzeuges in die Sohle D nahe
der Fersenlinie einen Einschnitt 76 unter einem solchen Winkel, daß die Tiefe des
Schnittes in einem Abstande von ungefähr 2 cm von der Fersenlinie etwa gleich der
halben Sohlendicke ist. Dann wird dieser Schnitt parallel mit der Sohlenfläche so
weit fortgeführt, bis er bei der Linie 78 in Fig. 18 nahe der Ballenlinie angelangt
ist,- so daß die Schneidklinge eine Zunge 8o aus der Sohle herausgetrennt hat, die
mit dieser in der Linie 78 zusammenhängt. Die Breite der Zunge ist.gemäß Fig. i8
etwa gleich der halben Sohlenbreite im Gelenkteil, in dessen Mitte die Zunge liegt.
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Die Zunge wird aus der Fleischseite der Sohle herausgeschnitten, so
daß sie im Schuhinneren gegenüber der Brandsohle liegt, während die Rißlippen für
die Außennaht der Sohle auf der Narbenseite etwa so liegen, wie es in Fig. i9 bei
82 gezeigt ist.
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Vordem Aufbringen einer derartigen Sohle auf den Schuhboden wird eine
Gelenkeinlage 84 der üblichen Art gemäß Fig. 2o und 21 auf der Innensohle B im Bereich
des Gelenkes befestigt. Die Laufsohle D wird dann so aufgelegt, daß die Zunge 8o
auf der Gelenkeinlage 84 ruht, worauf die Sohlenaufle;,Te-und Sohlennäharbeiten
in bekannter Wise ausgeführt werden. Wenn dann das Planieren erfolgt, so bewirkt
die Pressung der Planierungsrolle I auf die Sohlenränder im
Gelenkteil
ein dichtes Andrücken dieser Ränder und des Rahmens gegen den Schaft, wie es Fig.2i
zeigt. Da die Sohle im Gelenkteil erfindungsgemäß geschwächt wurde, so kann sie
sich leicht in der Querrichtung des Schuhes gemäß Fig.2i strecken, um den dichten
Abschluß zwischen den Sohlenrändern und dem Schaft zu erleichtern. Da ferner auch
die Dicke der Sohle im Gelenkteil durch das Herausschneiden der Zunge 8o wesentlich
vermindert worden ist, so ist das Zurückfederungsvermögen derselben gleichfalls
erheblich herabgesetzt. Infolgedessen tritt auch aus diesem Grunde kein bemerkenswertes
Bestreben zum Wiederabziehen des Sohlenrandes vom Schaft mehr auf.
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Anstatt die Sohle in der eben beschriebenen Weise durch eine Zunge
zu schwächen, kann man gewünschtenfalls dasselbe erreichen, wenn man in den Gelenkteil
der Sohle eine Vertiefung von im wesentlichen gleicher Breite und Tiefe anbringt,
wie sie sich bei der Zunge 18 ergeben, also die Zunge ganz herausschneidet. Dabei
legt man dann das herausgeschnittene Stück vor dem Aufbringen der Sohle auf den
Schuh wieder in die Vertiefung hinein, so daß wohl die Schwächung, aber keine Höhlung
im Gelenk vorhanden ist, während die verschiedenen Bearbeitungsvorgänge stattfinden.
Nach dem Wiedereinlegen des herausgeschnittenen Stiikkes in die Vertiefung wird
die Sohle so auf den Schuhboden gelegt, daß die Vertiefung und deren Füllstück der
Brandsohle zugekehrt sind, worauf die weitere Bearbeitang in der vorhin beschriebenen
Weise vor sich geht.
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Bei beiden Arten der Schwächungen der Laufsohle empfiehlt es sich,
die Zunge oder die Vertiefung so tief herauszuschneiden, wie es die Sohlendicke
gestattet. Zweckmäßig soll im Gelenk von der Sohle selbst nur so viel übrigbleiben,
daß der Rest fest genug ist, um z. B. bei der nachfolgenden Planierung nicht zu
brechen. Je dünner der Rest im Gelenk ist, um so leichter läßt sich die Sohle strecken
und um so mehr ist ihr Zurückfederungsvermögen vermindert, um so sicherer werden
also die von der Erfindung angestrebten Vorteile erreicht. Es ist ferner wünschenswert,
die Zunge oder Vertiefung im Gelenkteil möglichst breit zu machen. Lediglich darauf
ist Rücksicht zu nehmen, daß die den Rahmen und die Laufsohle verbindende Außennaht
im Bereich des ungeschwächt gebliebenen Sohlenteiles liegen soll.
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Die Schwächung des Gelenkteiles der Sohle kann ferner auch noch in
der durch Fig. 22 und 23 erläuterten Weise erfolgen. Hierbei werden in die Sohle
D mehrere (beispielsweise fünf) Einschnitte 86 gemacht, die nebeneinander in der
Längsrichtung im wesentlichen von der Fersenlinie bis, zur Ballenlinie laufen. Auch
diese Einschnitte liegen auf der Fleischseite und werden zweckmäßig mit einem Messer
gezogen, das z. B. ein rechtwinklig umgebogenes Klingenstück besitzt, um einen Winkelschnitt
der in Fig. 23 angedeuteten Art herzustellen. Die Schnitttiefe kann mehr als die
halbe Sohlendicke -betragen. Die Winkelschnitte können die ganze Sohlenbreite bis
auf den Teil für die Randnaht einnehmen.
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Der so behandelte Gelenkteil läßt sich durch das Planieren in der
Breite leicht strecken; seine Biegsamkeit ist erheblich erhöht und sein Zurückfederungsvermögen
vermindert. Wenn man eine solche Sohle auf den Schuh auflegt und diesen dann der
Planierung unterwirft, so können nicht nur die Sohlenränder mit Leichtigkeit dicht
an den Schaft gedrückt werden, sondern die durch dieses Herandrücken in der Sohle
hervorgerufenen Spannungen liefern eine Ausbreitung des Gelenkteiles, die nicht
wieder verlorengeht, so daß auch ein Wiederabziehen der Sohlenränder vom Schaft
nicht zu befürchten ist.