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Schutzkappe für Schuhe, insbesondere Arbeitsschuhe Die Erfindung betrifft
eine Schutzkappe für Schuhe, insbesondere für solche, die von Arbeitern getragen
werden, die in Bergwerken, Steinbrüchen od. dgl. beschäftigt sind, wo Verletzungen
der vorderen Fußpartie durch herabfallende Kohlen-, Gesteins- od. dgl. Massen einen
hohen Prozentsatz der vorkommenden Unglücksfälle darstellen. Der Zweck der Erfindung
ist es diese Art von Verletzungen auf ein Mindestmaß zu beschränken: Es ist bereits
bekannt, die Schuhspitze mit einer die Zehen ganz überdeckenden Metallkappe auszurüsten.
Diese Kappe ist aus einem Stück gepreßt und durch Vernageln ihres unteren, auf die
Schuhsohle umgebogenen Randes an dem Schuh befestigt. Die Erfahrung hat gezeigt,
daß auf diese Weise der angestrebte Schutz nicht oder doch nur unvollkommen zu erreichen
ist. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, daß die aus einem Stück hergestellte
Kappe die Verwendung einer einheitlichen Blechstärke erfordert und daß diese in
Anbetracht der komplizierten Form der Kappe nur verhältnismäßig schwach gewählt
werden kann. Beim Gebrauch kommt es dann oft vor, daß die Kappe unter dem Einfluß
sehr schwerer oder sehr hoch herabfallender Massen sich deformiert und die Zehen
einquetscht. Dabei tritt dann noch der weitere Nachteil ein, daß die Freilegung
des verletzten Fußes nur nach vorheriger Zerstörung der Schutzkappe durch Zerschneiden
od. dgl. und unter großen Schmerzen
für den Verletzten möglich ist.
Aus diesen Gründen wird die Verwendung der bekannten Schutzkappen eher als ein Nachteil
empfunden.
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Demgegenüber unterscheidet sich die erfindungsgemäße Schutzkappe dadurch,
daß sie aus mindestens zwei Teilen besteht, von denen der untere die Form eines
die Sohle von außen teilweise umfassenden Rahmens besitzt, der an der Sohle dauernd
befestigt ist, während der obere Teil die Form einer der abzudeckenden Schuhspitze
entsprechenden Kappe aufweist, die mit Hilfe geeigneter Mittel abnehmbar mit dem
unteren Teil verbunden wird.
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Auf diese Weise ist es möglich, die beiden Teile in verschiedenen
Blechstärken herzustellen und dabei für die Kappe selbst eine solche Blechstärke
zu wählen, daß sie gegenüber der aus nur einem Stück hergestellten Schutzkappe eine
bedeutend erhöhte Festigkeit gegen Deformation besitzt. Dazu kommt der weitere und
unter Umständen noch erheblichere Vorteil, daß, im Falle eine solche Deformation
dennoch stattfindet, die Kappe augenblicklich von dem Schuh entfernt und der verletzte
Fuß zur Behandlung freigelegt werden kann. Die Möglichkeit, die Kappe jederzeit
von dem Schuh zu entfernen, ist auch noch insofern vorteilhaft, weil sie es dem
Benutzer erlaubt, außerhalb der Arbeitszeit die Schuhe ohne Schutzkappe, d. h. wie
gewöhnliche Schuhe zu tragen, wobei der an der Sohle verbleibende Rahmen kaum sichtbar
ist, und schließlich wird durch die Herstellung der Schutzkappe in. zwei Teilen
auch die Herstellungsarbeit vereinfacht und verbilligt, indem hierfür bedeutend
einfacher gestaltete Preßwerkzeuge benutzt werden können.
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Die Verbindung der Kappe mit dem Rahmen kann z. B. mittels Haken,
Stiften, Schrauben, Federbügeln, Lederriemen, Stahlbändern od. dgl. geschehen.
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In der Zeichnung sind mehrere beispielsweise Ausführungsformen einer
erfindungsgemäß hergestellten Schutzkappe dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Ausführungsform im Seitenaufriß mit teilweise herausgebrochener
Stelle, bei welcher die Verbindung der Kappe mit dem Rahmen durch Eindringen von
Preßwarzen- an dem einen Teil in Preßaugen an dem anderen Teil hergestellt wird;
Abb. 2 zeigt eine andere - Ausführungsform in der gleichen Darstellung, bei welcher
für die Verbindung der beiden Teile ein Hakenverschluß zur Anwendung kommt; Abb.
3 zeigt eine Kappe allein in ähnlicher Ausführung wie in Abb. 2 in Draufsicht; Abb.4
zeigt eine weitere Ausführungsform, Hälfte in Rückenansicht und Hälfte im Schnitt,
bei welcher die Kappe selbst zweiteilig hergestellt und mit dem Rahmen durch Splinte
verbunden-ist; Abb. 5 und 6 zeigen abermals eine Ausführungsform, in .Draufsicht
und in Seitenansicht, bei welcher die Kappe mit dem Rahmen durch einen federnden
Drahtbügel verbunden ist; Abb. 7 und 8 zeigen wiederum eine Ausführungsform in teilweise
geschnittener Rücken- und Seitenansicht, bei welchem die Kappe mit dem Rahmen durch
einen Lederriemen mit Schnallenverschluß verbunden ist.
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Nach Abb. i setzt sich die Schutzkappe aus dem Sohlenrahmen i und
der Kappe 2 zusammen, welche beiden Teile jeweils für sich aus einem Stück Blech
gepreßt sind, wobei für die Kappe ein stärkeres Blech verwendet werden kann als
für den Rahmen i. Dieser letztere hat die gleiche'Form wie die Sohlenspitze und
weist oben und unten einen nach innen umgebogenen Rand 3 bzw. 4 auf, so däß er einfach
von vorn auf die Sohlenspitze aufgeschoben werden kann. Dabei springt der untere
Rahmenrand 4 so weit nach innen vor, daß die .Befestigung des Rahmens auf der Sohle
durch Nägel erfolgen kann, die bis innerhalb der durch das Schaftleder begrenzten
Vorderkappe reichen, wo deren Spitzen durch einen in den Schuh eingeführten Leisten
abgeplattet werden. Die Sohle ist in der Abbildung mit s bezeichnet, während mit
i die Zwischensohle, mit c ein Rahmen und mit p die Brandsohle bezeichnet sind.
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Der obere Rand 3, des Sohlenrahmens i hingegen ist so geformt, daß
er eine Rille 5 enthält, die von zwei Rippen begrenzt wird, von denen die äußere
6 hohl und etwas höher ist als die innere 7. In der Innenwand der äußeren Rippe
6 sind vorn, ungefähr in der Mitte, noch ein kleiner Schlitz 8 und beiderseits hinten
noch je eine durch Einpressung erhaltene schlitzförmige Vertiefung g vorhanden,
deren iZ'weck nachstehend noch näher erläutert wird. Außerdem kann der Rahmen vorn
unten noch eine Verstärkung io aufweisen.
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Die Kappe .2 hat im allgemeinen die Form der Vorderkappe des Schuhes,
die sie mit einem gewissen Spiel umgibt. Sie erstreckt sich genügend weit über den
Bereich der Zehen hinaus, um diese wirksam zu schützen. Ihr hinterer Rand ii ist
zwecks Vermeidung einer Schnittkante leicht nach außen abgebogen. Die Kappe ;ist
außerdem durch eingepreßte Rippen i2 versteift und besitzt vorn in der Mitte eine
nasenförmige Verlängerung 13 sowie beiderseits hinten je eine Preßwarze 14, so daß
es zwecks Befestigung der Kappe an dem Rahmen genügt, dieselbe mit ihrer Nase 13
in den Schlitz 8 des Rahmens einzuführen und anschließend daran nach unten zu drücken,
bis ihr Rand auf dem Boden der Rille aufsteht. In dieser Stellung schnappen ihre
Preßaugen 14 in die Vertiefungen 9 des Rahmens i ein und sichern die so hergestellte
Verbindung.
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Die Ausführungsform nach Abb. 2 unterscheidet sich von der soeben
beschriebenen wie folgt: Der 'Sohlenrahmen i ist schmaler ausgeführt, damit dessen
unterer Schenkel 4 zwischen die Sohle s und die Zwischensohle i zu liegen kommt
und in der Folge die Sohle s ganz oder teilweise erneuert werden kann, ohne daß
es hierfür erforderlich wäre, den Rahmen i zu entfernen. Außerdem sind in der Außenrippe
6 des Rahmens auf beiden Seiten je zwei Querschlitze 15 und 16 für die an der Kappe
2 vorhandenen Befestigungsmittel, die
aus einem Haken 17 und -einer
Nase i8 bestehen, vorgesehen.
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Die Kappe 2 ist auf ihrer Innenseite durch eine aufgenietete oder
auf sonstige Weise mit ihr befestigte Blechlage 2' verstärkt, und ihre Versteifungsrippen
12 umfassen auch eine zentrale Längsrippe, wodurch die Festigkeit der Kappe noch
bedeutend erhöht wird.
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Beim Befestigen der Kappe 2 an dem .Bügel i, für «-elches in ähnlicher
Weise vorgegangen wird wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel, dringen die Nasen
18 der Kappe in die Schlitze 16 des Rahmens ein und sichern so die Verbindung in
der Längsrichtung. Um die Verbindung auch in -der Höhenrichtung zu sichern, werden
die Haken 17 durch Herunterdrücken ihres Bedienungsschenkels mit ihrer Spitze in
die hohle Außenrippe 6 eingehakt.
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Die Abb. 3 zeigt eine solche Kappe mit Hakenverschluß in Draufsicht.
Diese Abbildung läßt außerdem erkennen, daß an Stelle eines Verstärkungsbleches
2' (4bb. 2), das sich auf die ganze Kappe erstreckt, auch ein solches 2" (Abb. 3)
verwendet werden kann, das sich nur auf die hintere Partie der Kappe erstreckt.
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!Gemäß der Ausführungsform nach Abb. q: kann auch die Kappe 2 aus
zwei Teilen hergestellt werden, die durch das Zusammenschweißen ihrer senkrecht
nach außen abgebogenen Stoßränder 2"'-fest miteinander vereinigt sind. Diese Ausführung
hat den Vorteil, daß die durch die Stoßränder ge= bildete Mittelrippe der Kappe
eine außerordentliche Festigkeit verleiht und für das Auffangen und Verteilen der
durch die herabfallenden Massen bewirkten Stöße sehr günstige Verhältnisse schafft.
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Ein weiteres Merkmal dieser Ausführungsform besteht darin, daß der
untere Rand der Kappe 2 nicht mehr gerade ausläuft, sondern kurz nach innen umgebogen
ist. Dementsprechend ist auch die Rille 5 des Rahmens i für die Aufnahme dieses
Randes erweitert. Der Rahmen selbst besitzt in diesem Falle an seinen beiden Enden
je ein aufrecht gerichtetes Ohr icy mit einem durchgehenden Loch ig' zum Hindurchstecken
eines Splintes 2o, dessen durchgestecktes Ende auf den umgebogenen Rand der Kappe
aufzuliegen kommt und dadurch die Verbindung von Kappe und Rahmen sichert.
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Die Verbindung von Kappe und Rahmen kann gemäß den Abb. 5 und 6 auch
durch einen federnden Drahtbügel 21 hergestellt werden. In diesem Falle besitzt
die Kappe 2 unten an ihrem hinteren Ende beiderseits je eine Öse 22 und desgleichen
auch der Rahmen i, dessen Ösen 23 jedoch in der Verlängerung der Kappenösen 22 gelegen
sind. Zwecks Herstellung der Verbindung genügt es, den Drahtbügel 21 von vorn her
durch die genannten Ösen hindurchzustecken, bis seine Enden etwas aus den Endösen
22 herausragen und der Bü-el selbst auf dem gesamten Umfang der Kappe eng anliegt.
Dabei können die durchgesteckten Enden. die sich nach dein Durchstecken etwas aufspreizen,
eine Einkerbung aufweisen, deren Schulter sich von hinten gegen die Ösen 22 -anlegt
und dadurch ein unbeabsichtigtes Lösen der Verbindung verhindert. Eine Preßwarze
2.4 an geeigneter Stelle der Kappe :2 verhindert gleichzeitig, daß der Federbüge12i
sich nach oben bewegen kann.
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Schließlich kann die Verbindung von Kappe und Bügel auch, wie in den
Abb. 7 und 8 gezeigt, mittels Lederriemen mit Schnallenverschluß verwirklicht werden.
Bei der dargestellten Ausführung sind an den hinteren Enden des Rahmens i je ein
Befestigungslappen 25 mit einem Schlitz 26 für die Befestigung der beiden Riemenstücke
27 bzw. 27', die in bekannter Weise durch einen Schnallenverschluß 28 miteinander
vereinigt werden können, vorgesehen.
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Der Lederriemen könnte selbstverständlich auch durch ein Stahlband,
einen Federzug oder jedes sonstige geeignete Zugmittel ersetzt sein, und an Stelle
des. Schnallenverschlusses könnte auch ohne weiteres jeder andere bekannte Verschluß,
insbesondere auch ein Schnellverschluß, verwendet werden. In manchen Fällen dürfte
es auch vorteilhaft sein, den Sohlenrahmen anstatt aus Blech, aus schmiedbarem Guß
herzustellen.