DE6274C - Fensterkonstruktionen, durch welche in Verbindung mit Heizvorrichtungen Ventilationen erzielt wird - Google Patents
Fensterkonstruktionen, durch welche in Verbindung mit Heizvorrichtungen Ventilationen erzielt wirdInfo
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Classifications
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- E06B3/34—Arrangements of wings characterised by the manner of movement; Arrangements of movable wings in openings; Features of wings or frames relating solely to the manner of movement of the wing with only one kind of movement
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-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F24F—AIR-CONDITIONING; AIR-HUMIDIFICATION; VENTILATION; USE OF AIR CURRENTS FOR SCREENING
- F24F7/00—Ventilation
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E06B7/16—Sealing arrangements on wings or parts co-operating with the wings
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Description
1878.
Klasse 37.
B. ROEBER in DRESDEN.
Fensterconstructionen, durch welche, in Verbindung mit Heizvorrichtungen, Ventilation
erzielt wird.
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. September 1878 ab.
Der Zweck vorliegender Constructionen ist, ein Fenster herzustellen, welches in Verbindung mit
den entsprechenden Heiz- und Ventilationsvorrichtungen sowohl die Luft in brauchbarem Zustande
(nach Bedarf gekühlt oder erwärmt und staubfrei) liefert, als auch die Mittel an die
Hand giebt, die Ventilation beliebig zu reguliren. ■
Der Erfinder läfst ein Fenster, welches entweder einfach, wie in Fig. 1, meist aber doppelt
ist, wie in den übrigen Figuren, um eine gemeinschaftliche horizontale oder verticale Axe
schwingen. Der eine Theil der Axe ist durch ein Gasrohr, der andere Theil durch ein
Wasserrohr gebildet, wie aus Fig. 4 ersichtlich. Ein solches Fenster kann folgendermafsen
fungiren: Es schafft eine Oeffhung, welche mit der Windrichtung in einer Ebene liegt, wodurch
ein directer Eintritt des Windes ausgeschlossen ist, und man hat es damit in der Hand, die
frische Luft je nach der Stellung des Fensters beliebig unten oder oben ins Zimme/ zu führen,
direct hineinzuleiten oder erst durch die Fensterplatten hindurchstreichen zu lassen.
Soll in einem Zimmer in kürzester Zeit ein sehr bedeutender Luftwechsel herbeigeführt werden,
so steckt man die in Fig. 4 angegebenen _Gaslampen bbb an. Soll die eintretende Luft
vom Staube befreit werden, so sparint man über die Eintrittsöffnung ein Stück Gaze. Auf ähnliche Weise ist man im Stande, durch einfaches
Oeffnen des Fensters eine Marquise zu bilden, Fig. IB, indem man am oberen Theile des
Fensterrahmens ein Stück Zeug befestigt, dieses über die Leitrollen / und /' führt und durch
das Gegengewicht g straff zieht. Bringt man noch in der aus den Zeichnungen, ersichtlichen
Weise dreieckige Stücke Gaze an, so ist man im Stande, das Fenster weit zu öffnen, ohne
der Sonne, dem Staube oder Windstöfsen ausgesetzt zu sein. Soll die Luft vor ihrem Eintritt
ins Zimmer gekühlt werden, so stellt man das Fenster oben nach aufsen und unten nach
innen anliegend, öffnet den Wasserhahn, Fig. 4, wodurch sich ein feiner Strahl zwischen die
Fenster ergiefst, die Luft kühler, schwerer und infolge dessen geeignet macht, von unten in
das Zimmer zu treten. Für genügende Entwässerung des unteren Theils und Herstellung
kühler Flächen, an denen sich die der Luft mitgetheilte Feuchtigkeit condensirt, ist gesorgt.
Um die__eintretende Luft zu erwärmen, bedient
sich der Erfinder eines Gemisches von Luft und, überhitztem JDanipfr_. das er .zwischen
die Fenster leitet, entweder wie in Fig. 4 durch Kanäle, oder wie in Fig. 7 vermittelst Röhren
durch die eine Axe in die,.in der.Fensterwand.
befindlichen Heizkörper TV. Das Condenswasser fliefsF^imten, Fig. 6, ab, oder wird vermittelst
eines Rohres durch die andere Axe, Fig. 7, abgesogen. Die Fenster werden, w.gnn sie
einen Heizapparat in sich tragen, aus Metall gebaut und meist nach aufsen hin mit, einer
dritten Scheibe, Fig. 8, versehen, um Wärmeverlust zu verhüten. Eine Modification der
Fenster ist die, dafs, falls sie in ihrer Wand festsitzen und daher selbst unbeweglich sind, was
für Fenster mit Heizapparat oft zweckmäfsig ist, sie mit den Schiebern SS, Fig. 7, oder
den Klappen a, Fig. 6, versehen werden, die jede beliebige Luftcirculation ermöglichen.
Um den schwingenden Rahmen gegen den Blindrahmen abzudichten, bedient sich Erfinder
einer Platte von Filz, Gummi, Haar, einer elastischen Feder oder eines Schlauches, der
mit einer unter Druck stehenden, schlecht leitenden Flüssigkeit gefüllt ist.
Diese Dichtungen liegen in einer Fuge zwischen dem schwingenden Rahmen und dem Blindrahmen.
Fig. ι ab c d efg hi k sind Detaillirungen
der Dichtung.
G, Fig. IB, ist ein Gefäfs, welches den Dichtungsschlauch speist und gespannt hält. Es
ist einerlei, ob diese Dichtung im Fenstergewände festliegt oder mit dem Fenster schwingt,
wie sie in Fig. 5A, B, c, D angegeben. Eine andere Art von Dichtungen ist in Fig. 4 mit
punktirten Linien gezeichnet und folgendermafsen eingerichtet: Rings um die beiden schwingenden
Rahmen werden aus Bandeisen gebildete Schlagleisten angebracht, welche den Blindrahmen
erfassen und durch Sprungfedern d' gehalten werden. Durch diese Art der Befestigung
der Bandeisen wird erzielt, dafs das Fenster in jeder Richtung durch den Blindrahmen schwingen
kann, ohne durch die Schlagleisten, welche
sich jeder Stellung des Fensters anpassen, zurückgehalten zu werden und dafs das Fenster
bei normaler Stellung stets seine Abdichtung wiederfindet.
Fig. IA, r, ist das Rouleau, welches dem Fenster in seiner Bewegung folgt. Der Rouleaustab
wird bei h in Haken gehängt, h' h' sind
zwei Haken, welche dazu dienen, vermittelst der über der Rolle / liegenden Schnur das
Fenster leicht aus der offenen Lage herausheben zu können, b ist ein kleiner transportabler
Bock, welcher zum Schütze des Fensters dient.
Fig. 2A zeigt ein Fenster, bei dem die Axe
sich nicht in der Mitte, sondern darüber befindet, und das, damit sich beim Oeffhen unten
nicht vorzeitig eine Oeffnung bilde, am unteren Theile die Verlängerungen s s besitzt, die gleichzeitig
als Tropfrinne dienen können. Fig. 4, c, zeigt eine Vorrichtung, Schutzstangen vor einem
Fenster so anzubringen, dafs sie das Fenster in seinen Bewegungen nicht aufhalten. Die
Stangen ruhen in offenen Lagern und sind die Fenster mit schrägen Ansätzen versehen, welche,
wenn sie unten nach aufsen bewegt werden, die Stangen ausheben und mitnehmen, und sobald
die Fenster zurückbewegt werden, die mitgenommenen Stangen in ihre alten Lagerplätze
zurückführen.
Fig. ι OA, B, c stellt ein Fenster dar, wie es für Schiffe projectirt ist und welches den Vortheil
vor den bisher bekannten Schiffsfenstern hat, nicht nur bei einer, sondern bei allen
Windrichtungen geöffnet werden zu können. Es ist folgendermafsen construirt: Ein rundes Doppelfenster
schwingt um eine diametrale Axe, welche in einem Cylinderring gelagert ist. Dieser
wird ringsumher von in der Schiffswand angebrachten Frictionsrollen getragen, so dafs es
gestattet ist, ihn mit dem Fenster beliebig um seine Axe zu drehen bezw. die Axe des Fensters
in beliebiger Neigung zur Horizontalen zu stellen. So hat man es in der Hand, das Fenster
stets derart, zu öffnen, dafs der Wind rechtwinklig auf den Scheiben steht. Durch eine
Schraube kann das Fenster in jeder Lage festgestellt werden.
Bei allem ist es selbstredend, dafs die beschriebenen Fenster so eingerichtet werden
können, dafs sie wie gewöhnliche zu öffnen sind, oder dafs, wie in Fig. 3 gezeigt, jeder
Fensterflügel für sich drehbar sein kann.
Nachdem so das Fenster an sich beschrieben ist, soll im folgenden seine. Anwendung gezeigt
werden. Fig. iia stellt ein Gebäude dar, das mit solchen Fenstern versehen ist. Fig. iib
! versinnlicht den Heizapparat im Detail. Die j Heizung ist so angelegt, dafs durch Röhren
; 'ein Gemisch von überhitztem Dampf und Luft in die eine Axe der Fenster geleitet wird,
während die andere Axe den Wasserdampf wieder absaugt. Zu dem Zwecke ist letztere
Axe mit einem Gefäfs α verbunden, das Repetitionsinjecteure enthält. In diese Injectoren
wird Dampf eingeführt, dadurch in dem Gefäfse α und den Condensröhren ein Vacuum
geschaffen und infolge dessen das Condenswasser angesogen. Aus dem Gefafse α tritt
das Gemisch von Dampf und Luft in den Ueberhitzer c, von dem es zu den verschiedenen
Transmissionskörpern, ζ. B. h, geleitet wird. Auf diese Weise kann der Dampf in den Zuleitungsröhren eine Temperatur von 200 bis 2500 C.
haben, ohne dafs sein Druck den Druck der Atmosphäre nennenswerth übersteigt. Es ist
klar, dafs statt der Injecteure auch Pumpen angewendet werden können.
Fig. I2A und B zeigt die Anwendung der
Fenster an einem ganzen Gebäude, das durch dieselben auf andere Weise, als eben beschrieben,
central geheizt und zugleich central ventilirt wird. Die einzelnen übereinander
liegenden Fenster werden zu dem Zwecke durch Kanäle von unten bis oben verbunden. Diese
Kanäle können entweder in der Wand oder auch, wie in Fig. 14A angegeben, an den Innen-
und Aufsenwänden liegen und aus Stein, Eisen etc. gebildet werden. Am_Fufse dieser Kanäle
befindet sich die Wärmequelle, welche die frische Luft anwärmt, ihr so gestattet, durch
die Kanäle nach oben zu steigen und bei sachgemäfser Oeffnung der Fenster . in die Zimmer
zü'treten.' Hat ehr 'Zimmer zwei Fenster, so
^benutzt man den mit dem zweiten Fenster verbundenen
Kanal zur Abführung der Luft und zwar am besten zur Leitung nach unten durch die "Wirkung einer Saugesse, Fig. 13A. Man
ist so im Stande, die verbrauchte Luft eines ganzen Gebäudes an einem Ort zusammenzufassen·
und sie zu desinficiren, ehe sie ins Freie tritt, was bei Krankenhäusern von grofser
Wichtigkeit ist. Es ist selbstverständlich, dafs man die Wirkung der Saugesse durch eine
Pulsionsvorrichtung ersetzen und die Luft auch vor dem Eintreten in den zu ventilirenden
Raum desinficiren kann. Zum Zwecke der Desinfection bringt man am Fufse der Saugesse
einen Behälter mit Desinfectionsflüssigkeit d an, -in der ein Flügelrad / sich bewegt. Die
Flüssigkeit wird gebildet aus Aetzkalk, Chlormagnesium und antiseptischen Oelen. Dieselbe
bindet alle Kohlensäure und tödtet alles Organische. Um die Wärme der abgehenden
Luft, welche im Winter gegen die frische 40 ° wärmer sein kann, zum Theil wieder zu benutzen,
bildet man den unteren Theil der absteigenden Kanäle aus dünnen Metallröhren (Regeneratoren), an denen die frische Luft vorbeistreichen
mufs, wie in Fig. 12g angegeben.
Claims (13)
- Patent-Ansprüche:
- i. Die Herstellung eines Fensters aus zwei voreinander stehenden Glasplatten, die um eine gemeinschaftliche horizontale oder verticale Axe derart drehbar sind, dafs dadurch Oeffhungen zwischen dem Zimmer und der. Aufsenluft entstehen, die nicht in
- der Ebene der Fensterwand liegen und zwischen den Fensterplatten fortlaufen.
2. Die Herstellung eines Fensters, wie beschrieben, mit einer Gaseinleitung durch eine Axe, um im Raum zwischen den Fenstern einen starken Luftzug zu erzeugen, der entweder je nach der Stellung des Fensters, von unten nach oben steigend, aus dem Zimmer ins Freie geht oder um- - Die Anbringung eines Wasserrohres an der anderen Axe für die Abkühlung der ankommenden Luft.
- Die Einrichtung, gleichzeitig mit dem Oeffnen der Fenster eine Marquise zu bilden und ein Sieb zur Abhaltung des Staubes.
Die Herstellung eines Fensters wie beschrieben, in Verbindung mit einem_ Heizkörper, in der angegebenen Weise. * "°" - 6. Die Anbringung von Luftzuführungs - und Ableitungskanälen, die sich von unten bis oben fortsetzen und zum Theil durch den Raum, der zwischen den Fenstern liegt, gebildet werden.
- 7. Die centrale Abführung der Luft unter Einwirkung der Desinfection vermittelst einer Saugesse oder Pulsion.
- 8. Die Verbindung von Regeneratoren mit den Luftableitungskanälen.
- 9. Die Herstellung eines runden Schiffsdoppelfensters, in einem Cylinderring gelagert, welcher sich mit- dem Fenster um seine Axe drehen läfst.
- 10. Die Art und Weise der Dichtung der Fenster durch einen mit einer unter Druck stehenden Flüssigkeit gefüllten Schlauch, eine elastische Feder oder durch Schlagleisten, die durch Federn gehalten werden und sich jeder Stellung des Fensters anpassen.
- 11. Die Art der Lagerung der Schutzstangen.
- 12. Die Anwendung von Schiebern bei feststehenden Doppelfenstern, die sich rechtwinklig zum Fenster bewegen lassen und dadurch jede beliebige Luftcirculation ermöglichen.
- 13. Die aus den vorher beschriebenen einzelnen Theilen sich ergebenden Combinationen. Im ganzen das im vorhergehenden beschriebene eigenthümliche Heiz- und Ventilationsverfahren.Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE6274T | 1878-09-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6274C true DE6274C (de) | 1879-09-25 |
Family
ID=284473
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE18786274D Expired DE6274C (de) | 1878-09-10 | 1878-09-10 | Fensterkonstruktionen, durch welche in Verbindung mit Heizvorrichtungen Ventilationen erzielt wird |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6274C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2778072A (en) * | 1953-02-26 | 1957-01-22 | Palisca Matthew | Compartment door and seal therefor |
| DE1008899B (de) * | 1952-12-03 | 1957-05-23 | Eberspaecher J | Wand- oder Dachverglasung |
| DE1026659B (de) * | 1955-04-26 | 1958-03-20 | Adolf Stulz | Fenster oder Tuer mit hochklappbarem Fluegel |
-
1878
- 1878-09-10 DE DE18786274D patent/DE6274C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1008899B (de) * | 1952-12-03 | 1957-05-23 | Eberspaecher J | Wand- oder Dachverglasung |
| US2778072A (en) * | 1953-02-26 | 1957-01-22 | Palisca Matthew | Compartment door and seal therefor |
| DE1026659B (de) * | 1955-04-26 | 1958-03-20 | Adolf Stulz | Fenster oder Tuer mit hochklappbarem Fluegel |
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