DE623442C - - Google Patents
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
Die Erfindung betrifft eine Mehrfadenwechselstich-Sticknähmaschine,
die außer dem üblichen Kettenstich andere geeignete Stiche, insbesondere z>ur Erzeugung von Handarbeiten
nachahmenden Stickereien (Plattstich, Ungarischer Stich, Vorderstich, Steppstich
usw.), sowie neue Stiche mit Licht- und Färb- sowie Fleckwirkungen ausführen kann.
Diese Maschine besitzt Universalvorschub,
ίο d. h. die dem Haken oder der Nadel bei Änderung des Vorschubes mittels der üblichen
Kurbel mitgeteilte Drehung wird begleitet von einer gleichen Drehung des Verteilers
um die Achse des Haltens, damit der Verteiler mit dem Haken in Phase bleibt.
Außerdem hat die Maschine mehrere Fadenverteiler, die auf einer beweglichen Stütze
angebracht sind, welche sich mit Bezug zur Nadel oder zum Haken bewegen kann, um den
einen oder den anderen der Verteiler mit der Nadel oder dem Haken zum Zusammenarbeiten
zu bringen.
Es sind bereits Maschinen mit geradem Vorschub bekannt, bei denen die Auswechslung
der Verteiler erhalten wird durch eine Drehung ihrer Stütze um die Achse der Nadel
oder des Hakens. Bei diesen Maschinen ist es erforderlich, daß ein Spulenträger benutzt
wird, der um eine in der Verlängerung der Nadel oder des Hakens gelegene Achse drehbar
ist.
Gemäß der Erfindung wird diese Verwicklung vermieden, und außerdem sind in bequemer
und einfacher Weise die bekannten Vorteile des Universalvorschubes mit denen
der Auswechselbarkeit der Fäden kombiniert, was dadurch erreicht wird, daß die Fadenverteiler,
von denen jeder eine hin und her gehende Drehbewegung um den Haken mittels der bei Maschinen mit Universalvorschub bekannten
Steuerung ausführen kann, auf einer Stütze angeordnet sind, die um eine mit Bezug
zum Haken oder zur Nadel exzentrisch gelegene Achse beweglich ist und vorzugsweise
von der Nadel in einer verhältnismäßig großen Entfernung gelegea ist, so daß durch
geringe Winkelverschiebungen der Stütze um die Achse der eine oder der andere der Verteiler
mit dem Haken oder der Nadel zum Zusammenarbeiten durch eine Verschiebung dieses Verteilers gebracht werden kann, die
praktisch geradlinig verläuft.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform sind die von einfachen Rohren gebildeten
Fadenführungen am Ende einer Kurbel angeordnet, die eine hin und her gehende Be-
wegung durch ein Exzenter, erhält, das durch die bei Maschinen mit Universalvörschub
übliche Schnecke bewegt wird und auf der Drehachse einer Stütze gelagert ist, die mit
einer gelenkig gelagerten Führung versehen ist, welche die Kurbel hält und sie bei ihrer
Bewegung führt.
Zweckmäßig wird das selbsttätige Auswechseln der einzelnen Verteiler mittels
ίο Nockenscheibe über ein Geschwindigkeitswechselgetriebe
von der Hauptwelle aus bewerkstelligt.
Auf diese Weise können alle Arten Stiche erhalten werden, sowohl eine Nachahmung
der üblichen von Hand ausgeführten Stiche, als auch neue Sticharten, und zwar einfach'
durch Auswechseln 'der die Fadenverteiler steuernden Nockenscheibe und durch. Benutzung
von Fäden verschiedener Stärke und Färbung.
Ein den Lancierstich nachahmender Stich kann durch Verflechten zweier Fäden erreicht
werden, von denen der eine beispielsweise aus Seide und der andere aus feiner Baumwolle
besteht. Der Seidenfaden bleibt in Ruhe, während der Baumwollfaden drei Normalstiche
ausführt, und erstreckt sich unterhalb des Stoffes auf eine Länge entsprechend vier
normalen Stichen. Durch das Verflechten von drei Fäden, von denen zwei lange Stiche bilden
und untereinander abwechseln, und der ander^ kurze Stiche bildet, die unter den vorhergenannten
verborgen bleiben und eine Unterlage bilden, erhält man einen weichen und erhabenen Stich, den man bei der Handarbeit
durch Wiederholung erzielt, ohne mit der von der Maschine ausführbaren Genauigkeit
arbeiten zu können.
Durch Verflechtung von drei Baumwollfäden verschiedener Tönungen erhält man
Stickereien, die sehr schöne Färb- und Lichtwirkungen besitzen, und die die Illusion von
Farbwechsel der Fäden geben.
Die selbsttätige Steuerungsvorrichtung der Vorschublänge des Gewebes kann schließlich
mitwirken zur Erhöhung des Reliefeindruckes der auf diese Weise erreichten Wirkungen.
In den Zeichnungen sind mehrere Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes, angebracht
an einer an sich bekannten Maschinenart, beispielsweise dargestellt. Es zeigen:
Fig. ι eine Vorderansicht der Maschine mit teilweise gebrochenen Teilen,
Fig. 2 eine Teilrückansicht dazu,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Nockensteuerung,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Vorrichtung zur Unterbrechung' des Stoffvorschubes,
Fig. 5 die Steuerkurve des Fadenverteilers in größerem Maßstabe,
Fig. 6 eine Ansicht der Maschine von unten,
Fig. 7 und 8 entsprechend eine Seiten- und Längsansicht der Kurbelsteuerung des Faden-Verteilers,
Fig. 9 und 10 eine Vorder- und Seitenansicht einer vom Knie des Bedienenden gesteuerten
Vorrichtung, die während des Arbeitens Stiche jeder gewünschten Länge zu
erreichen gestattet,
Fig. 11 eine andere Ausführung, bei der die
bei Maschinen mit Hakennadeln üblichen Fadenverteiler benutzt sind,
Fig. 12 eine weitere andere Ausführung, die in schematischer Ansicht die Anwendung
des Systems an Maschinen mit normalen Nadeln und Schiffchen wiedergibt,
Fig. 13 eine andere Ausführung des Fadenverteilers,
Fig. 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20 und 21 in
schematischer Ansicht einen Schnitt und eine . Grundrißansicht von vier Sticharten, die mit
der neuen Maschine erzielt werden können, __ Fig. 22 und 23 entsprechend End- und Vorderansichten
der Maschine, ausgerüstet mit einer Geschwindigkeitswechselvorrichtung für die Nockenscheibe und einer Einrichtung zur
selbsttätigen Änderung der Stichlänge,
Fig. 22 a eine Teilansicht entsprechend go
Fig. 22, wobei die vorderen Teile dieser Figur fortgelassen sind, um die Einzelheiten
der selbsttätigen Steuerung der Stichlänge besser erkennen zu lassen.
In Fig. i, 2 und 6 trägt der Tisch 1 der
Maschine an seiner Unterfläche die Teile zur Übertragung der Bewegung auf den Fadenverteiler.
Mit 2 ist die übliche Welle bezeichnet, die an einem ihrer Enden eine geradlinige, hin und her gehende Bewegung von
einem Winkelhebel erhält, der von der Stütze 3 getragen wird. Die Welle trägt an
dem anderen Ende eine Schnecke 4, die als Zahnstange für das entsprechende Zahnrad 5
wirkt. Die Welle 2 kann auch eine Drehbewegung um ihre Achse mittels der geschlitzten
Hülse 6, der konischen Radkupplungen 7, 7' und der Richtungskurbel 8 (die
auch die Kupplung steuert) erhalten, die von der Stütze 9 getragen wird. no
Die Welle 2 ist aus der Stellung, die sie gewöhnlich bei den üblichen Maschinen einnimmt,
verschoben, da das Getriebe 4, 5 den Verteiler unter der Stichplatte nicht unmittelbar
steuert, sondern, einen Exzenter 10 (Fig. S) dreht, auf den die Hülse der Kurbel
aufgeschoben ist. Die Kurbel 11 besitzt
einen Längsschlitz· 12; in dem die um einen Zapfen 14 schwenkbare Führung 13 gleiten
kann.·
Das Zahnrad 5, die Kurbel 11 und die
Führung 13 sowie der Zapfen 14 werden ge-
tragen und geführt durch die Stütze 15, die die aus den Fig. 5, 7 und 8 erkennbare Form
besitzt. Die Stütze 15 ist mit ihrem unteren Ende in dem Querbalken 16 gelenkig angebracht,
der an dem Tisch 1 befestigt ist. Das freie Ende der Kurbel 11 besitzt ebenfalls die
Form eines Ringes. An der Kurbel ist das Querstück 17 befestigt, das die drei kleinen
Rohre 18, i8°, 186 des Verteilers trägt. Die
Stütze 15 hat zwei Ohren 19 und 19', an
denen die Federn 20, 20' befestigt sind, die die Stütze um ihre Achse zu drehen suchen
derart, daß das Rohr i86 unter die Stichplatte
gelangt. An einem weiteren Ohr 21, das an einer Verlängerung der Stütze 15 sitzt, ist
der Kopf der Kurbel 22 von regelbarer Länge befestigt, deren Fuß an der Kurbel 23 angelenkt
ist. Die Kurbel 23 ist auf ein Ende der in den Stützen 25 und 26 sich drehenden Welle 24 aufgekeilt; die Stütze 25 befindet
sich an dem Querbalken 16, und die Stütze 26 ist an dem Tisch 1 befestigt. Am anderen
Ende der Welle 24 ist der Arm 27 befestigt, der die Rolle 28 trägt, die dauernd mit der
Außenfläche der Nockenscheibe 29 unter dem Einfluß der Federn 20 und 20' in Berührung
gehalten wird.
Die Nockenscheibe 29 ist durch die Nabe des gerändelten Rades 30 auf der Welle 31
befestigt, die das mit dem Zahnrad 33 der Welle 34 kämmende Zahnrad 32 trägt. Das
Zahnrad 33 steht mit dem Zahnrad 35 in Eingriff, das von der Welle 36 getragen wird,
mit der durch die Kupplung 37 ein anderes Zahnrad 38 fest verbunden werden kann, das
mit dem auf der Hauptwelle 40 der Maschine sitzenden Zahnrad 39 kämmt.
Die Zahnräder 32, 33, 35 sind in dem Schutzgehäuse 41 eingeschlossen, in dessen
Wänden die Lager der Wellen 31, 34 und 36
sich befinden.
Die Nockenscheibe 29 hat ein solches Profil, daß sie im gewünschten Augenblick eines
der drei Rohre 18, i8a, 186 unter die Stichplatte
trägt.
Die Fig. 22 und 23 zeigen eine Maschine, die mit einer mit Geschwindigkeitswechsel
ausgerüsteten Steuerung für die Nockenscheibe 29 versehen ist. Der Zweck dieser
Vorrichtung ist, das Auswechseln einer bestimmten Nockenscheibe 29 durch eine
andere, eine unterschiedliche Drehgeschwindigkeit mit Bezug auf die Hauptwelle der
Maschine erfordernden Nockenscheibe zu ermöglichen. Die Praxis hat tatsächlich gezeigt, daß es wichtig sein kann, daß
die Welle 31 der Nockenscheibe 29 vier- oder fünfmal langsamer sich drehen kann als
die Hauptwelle der Maschine, wobei die Nockenscheibe in einer mit Bezug auf den allgemeinen Arbeitsgang der Maschine bestimmten
Phase gesteuert wird. Für diesen beispielsweise benutzten Geschwindigkeitswechsel ist eine Welle 100 vorgesehen, die
von dem Zahnrad 101 gesteuert wird, das
unter Vermittlung des Zahnrades 102 den Antrieb von der Hauptwelle der Maschine empfängt.
Auf dieser Welle 100 ist ein Kulissenstein 104 befestigt, der auf dieser Welle verschoben
werden kann und eine willkürliche Steuerung der Welle 31 sowohl durch das Getriebe 105,
106, als auch durch das Getriebe 107, 108
gestattet, und zwar mit Hilfe der Mitnehmerstifte 109, 110, von denen der eine oder der
andere eingerückt werden kann und die Beibehaltung der Phasenstellung der Nockenscheibe
mit Bezug auf die anderen Bewegungen der Maschine ermöglicht.
Die Verstellung des Kulissensteines 104 erfolgt mittels des Hebels 14ο6, der einen
gerändelten Knopf 112 trägt. Der Hebel kann beispielsweise durch Einrücken des
Knopfes in Ausnehmungen eines Gehäuses entsprechend einer bestimmten Geschwindigkeit
oder der Auskupplung der Nockenscheibe festgestellt werden.
Die Fig. 1 und 4 zeigen die von Hand gesteuerte Einrichtung, die es ermöglicht,
während der Arbeit die Vorschubbewegung go des zu bestickenden Stoffes willkürlich zu
verringern oder sogar vollständig auszuschalten. Sie besteht im wesentlichen aus einer
Stütze 41, die am oberen Teil des Maschinenkopfes befestigt ist, und an der bei 42 der
Arm 43 angelenkt ist, der durch die Feder 44 ständig in Berührung mit dem oberen Ende
der Stange 45 gehalten wird, die durch ihre hin und her gehende Bewegung die Verschiebung
des Drückerfußes 46 steuert. An der Stütze 41 ist noch bei 47 der Kniehebel 48
angelenkt, der den Zapfen 49 trägt, auf dem die Nabe des Hebels 50 und an dem das Ende
der Rückziehfeder 51 befestigt ist. Wenn
der Hebel 50 nach vorn mit Bezug auf die tos
Stickerei gestoßen wird, so daß er die gestrichelt angegebene Stellung 50' einnimmt,
schwenkt der Hebel 48 um den Drehzapfen 47, bis er in die Stellung 48' gelangt, in der
er den Arm 43 und dadurch die Stange 45 hindert, sich anzuheben, so daß der Drückerfuß
46 keine Bewegung mehr ausführt und der Stoff sich nicht verschiebt.
Arbeitet die Maschine mit drei Fäden und mit einer Nockenscheibe 29, die ein
Profil entsprechend Fig. 3 besitzt, d. h. ein Profil entsprechend der Stickausführung nach
den Fig. 20, 21, so ist die Arbeitsweise folgende:
Man fädelt in die drei Rohre 18, i8a, i8*
die Enden der drei Fäden von gewünschter Beschaffenheit und Farbe ein, die von drei
in einer gemeinsamen, an -dem Maschinentisch befestigten Stütze eingeschobenen
Spulen kommen. Wenn die Maschine in Tätigkeit gesetzt wird, so ergibt sich außer
den bei den anderen Maschinen zur Ausführung eines Kettenstiches üblichen Bewegungen
eine hin und her gehende Drehbewegung des Rohres i86 um die Nadelachse,
wobei die Drehbewegung, wie oben angegeben, durch die Bewegung .der Kurbel ii
bestimmt wird, die von der Schnecke 4 betätigt wird, die ihrerseits in Eingriff steht mit
dem an dem Exzenter 10 festen senkrechten Zahnrad 5· Man erhält auf diese Weise einen
Kettenstich.
Während der Ausführung dieses ersten Stiches bei Annahme, daß das Rad 28 ,des
Armes 27 zunächst in Berührung mit dem oberen Profilteil A der Nockenscheibe 29
so steht, wird die Nockenscheibe 29 derart verstellt, daß die Rolle zu dem Nockenprofilteil
B gelangt. Daraus folgt eine Teildrehung der Welle 24 um ihre Achse; das Rohr i8a
dreht sich nun um die Nadelachse, und der von diesem Rohr getragene Faden tritt in
Tätigkeit und macht einen Stich,
Die Nockenscheibe hat sich in der Zwischenzeit weitergedreht, und das Rad 28
gelangt von nun an auf den Nockenprofnteil C, wodurch das Rohr 18 und der entsprechende
Faden zur Ausführung eines Stiches in Tätigkeit gesetzt werden. Der . mit B' bezeichnete Nockenprofilteil, der dem
Profil B entspricht, tritt in diesem Augenblick in Tätigkeit, und die Maschine führt
von neuem einen Stich mit dem von dem Rohr i8a getragenen Faden aus.
Von diesem Augenblick an tritt das Nokkenprofil A von neuem in Tätigkeit, und ein
neuer Arbeitsgang entsprechend dem oben beschriebenen beginnt. Während einer der
Fäden arbeitet, erstrecken sich die beiden anderen unterhalb des zu bestickenden Stoffes
derart, daß beispielsweise in dem oben beschriebenen Fall, während man zunächst den Stich mit dem Faden i8a, dann denjenigen
mit dem Faden 18 und darauffolgend denjenigen mit dem Faden i8° ausführt, der
das Rohr 186 verlassende Faden sich unterhalb
des Stoffes erstreckt und einen Stich bildet, dessen Länge gleich der Länge von vier Normalstichen
ist. Entsprechend verhält es sich für den von dem Faden des Rohres 1.8 ausgeführten
Stich, während der das Rohr 18 verlassende Faden nur eine Länge haben
wird, die gleich zwei Normalstichen ist.
Die Fig. 22, 22° und 23 zeigen eine selbsttätige Steuerungsvorrichtung für die Länge
des Vorschubes des Gewebes durch die Maschine, eine Vorrichtung, die für die gute
Stichbildung erforderlich ist, wenn man I gleichzeitig Zutaten verschiedener Beschaffen-'
aeit benutzt, da gewisse Zutaten einen größeren Vorschub erfordern als andere.
Diese Vorrichtung steuert unmittelbar die Mitnehmerkulisse 115 der Maschine, die in
' bekannter Weise auf die Zwinge oder auf ein anderes Mitnehmerorgan durch eine
Nockenscheibe 116 einwirkt, die auf der Welle 31 befestigt ist und ebensoviele wirksame
Steuerteile wie die Nockenscheibe 29 besitzt. Diese Nockenscheibe wirkt auf die Kulisse
115 unter Vermittlung des Rades n8ß und
des Hebels 117, der die Welle 118. steuert.
Auf der Welle 118 ist andererseits ein Hebel 119 befestigt, der auf ein Ende des um die
Achse 121 schwenkbaren Hebels 120 einwirkt,
dessen anderes Ende gegen den Daumen 115° der üblichen Kulisse 115 schlägt. Durch
einen Kulissenstein 122, der in von den Hebeln 119 und 120 getragenen Einschnitten
gleiten kann und durch einen gerändelten Knopf einstellbar ist, ist es möglich, die
Größe der Einwirkung der Nockenscheibe auf die Stichlänge zu regeln.
Diese Vorrichtung arbeitet wie folgt: Unter der Einwirkung der an sich bekannten
Feder 123 sucht die Kulisse 115 sich in
ihrer höchsten Stellung zu halten, wodurch die Rolle 118" gegen die Nockenscheibe 116
bei A angedrückt wird. Beim Ablauf von der Steuerfläche B wird die Rolle 118 nach rechts
(Fig. 22) bewegt, der Kulissenstein 122 wird angehoben, wodurch die Kulisse 115 um ein
Stück proportional der Differenz R-r gesenkt wird.
R ist der Abstand B zur Mitte der Nockenscheibe und r der Abstand von A zur Mitte
dieser Nockenscheibe. *
Die Vorschublänge der Maschine ist proportional R-r. Wenn dann der Stich ausgeführt
worden ist, kehrt die Rolle nach A', dann nach B' zurück und ruft die Bildung
eines Stiches proportional der Länge R'-r1
hervor, so daß also der Proportionalitäts-Koeffizient durch die Stellung des Kulissensteines
122 geregelt wird.
In dem Fall, in dem man Stiche jeder beliebigen Länge zu erhalten wünscht, beispielsweise
um das Muster, einer Stickerei von einer Kante zur anderen auszufüllen, benutzt
man die Vorrichtung nach-den Fig. 9 und 10.
Auf der Welle 24 ist in einer geeigneten Stellung der Arm 52 befestigt, der in einer
Rolle 53 endet, auf die sich das Profil der Nockenscheibe 54 abstützt, die auf der Welle
befestigt ist. Die Welle 55 wird durch die Stützen 56 und 56' gehalten, die an dem
Tisch ι der Maschine befestigt sind. Auf die Welle 55 ist auch der Arm 57 festgekeilt,
der sich senkrecht nach unten verlängert und in die Stützplatte 58 endigt, gegen die der
Bedienende mit dem Knie drücken kann. Die Rückziehfeder 59 hält den Arm 57 in senkrechter
Stellung. An der Welle 31 ist an Stelle der Nockenscheibe 29 eine Scheibe
befestigt, die bei der Arbeit das Rohr 18* ständig festhält. Verschiebt man mit dem
Knie den Arm 57 und führt ihn in die gestrichelt wiedergegebene Stellung 57'
(Fig. 9), so bewegt sich der Vorsprung der Nockenscheibe 55 auf das Rad 53 des Armes
52 und stößt diesen nach unten, so daß er die Stellung 52' (Fig. 10) einnimmt. Man
zwingt- auf diese Weise die Welle 24, sich um den erforderlichen Winkel zu drehen,
damit die Stütze 15 eine solche Verschiebung erhält, daß sie das Rohr i8a und damit den
in dieses Rohr eingefädelten Faden zur Wirksamkeit kommen läßt.
Die Fig. 11 zeigt in schematischer Ansicht
ao eine andere Ausführung, bei der dasselbe erreicht wird durch Benutzung von'bei Stickmaschinen
üblichen Verteilern an Stelle eines Rohrverteilers, die mit den Ziffern 60, 6oa
und 606 bezeichnet sind und in der Stütze 61 as angeordnet sind, die in den Führungen 62
gleiten kann. Diese Verteiler erhalten eine hin und her gehende Drehbewegung mittels
der Schnecke 4. Die Feder 63 sticht den Verteiler 6ob ständig in Arbeitsstellung zu halten.
Die auf den Hebel 64 einwirkende Nokkenscheibe 29 und der Lenker 65 lassen den gewünschten Verteiler entsprechend der Form
ihres Profiles durch Verstellung der Stütze 61 zur Wirksamkeit kommen.
Die Fig. 12 zeigt in schematischer Ansicht eine andere Ausführung, bei der an Stelle
einer Hakennadel eine bei den gewöhnlichen Nähmaschinen benutzte Nadel verwendet wird.
In diesem Fall muß der Faden in Schiffchen enthalten sein, die unter der Nadel in einer
Anordnung entsprechend der auszuführenden Stichart sich einfinden müssen. Die Schiffchen
66, 66", 666 sind in einer Stütze 6y angeordnet,
die um einen Drehzapfen 68 schwenken kann. Ein ebenfalls bei 68 schwenkbar
angebrachter Zahnsektor 69, der von der Welle 2 eine hin und her gehende Bewegung
empfängt, hält die Schiffchen in Drehung, während die mit der einen Seite an der Stütze
6y und mit der anderen Seite an der Kurbel 23 (Fig. 6), der Welle, dem Arm 27 und
der Nockenscheibe 29 angreifende Kurbelstange 22 der Stütze 67 die erforderlichen
Verschiebungen mitteilt, durch die die Schiff chen in der gewünschten Reihenfolge in
Tätigkeit treten.
Die Fig. 13 stellt ebenfalls schematisch
eine andere, für Maschinen mit Hakennadeln anwendbare Konstruktionsform dar. Die
übliche Schnecke 4 wirkt auf das in der Stütze 74 senkrecht und unmittelbar unter der
Stichplatte angeordnete Zahnrad ein. An dem oberen Teil des Zahnrades 5 ■ ist exzentrisch
der Drehzapfen 73 befestigt, der in den Hohlzylinder 72 eingreift, der in seinem
oberen Teil die Verteilerrohre 18 trägt.
Der Zylinder 72 ist schwingbar in der Gabel 71 angeordnet, die ihrerseits mit dem
Ende des Hebels 70 drehbar verbunden ist. Der Zylinder 72 ist hierdurch mit dem Hebel
70 gewissermaßen durch ein Kardangelenk verbunden. Der Hebel 70 ist mit der sich
in den Lagern 25 und 26 drehenden Welle 24 fest verbunden und erhält seine Schwingbewegungen
wie zuvor über den Arm 27 der Rolle 28 und der Nockenscheibe 29. Es ist klar, daß -die hin und her gehende Drehbewegung
des Zahnrades S in dem Zylinder 73 und infolgedessen in den von diesem
getragenen Rohren eine hin und her gehende Drehbewegung 'um die Nadelachse erzeugt.
Die auf .den Zylinder von den anderen oben beschriebenen und am Arm 70 angreifenden
Teilen übertragenen Transversalverschiebungen veranlassen das Intätigkeitsetzen der
Rohre in einer vorbestimmten Anordnung entsprechend der zu erhaltenden Stichart.
Die Maschine gemäß der Erfindung ermöglicht es, eine große Anzahl von Sticharten
auszuführen. Als Beispiele sind in den Fig. 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20 und 21 der Zeichnung
vier verschiedene Stiche schematisch dargestellt. Der erste ist in Aufrißansicht
in Fig. 14 (der Stoff ist geschnitten gedacht) und in .der Fig. 15 im Grundriß dargestellt.
Er ahmt den Vorderstich nach und wird durch die Verflechtung von nur zwei Fäden
gebildet. Mit jy ist der zu bestickende Stoff
und mit 78, 79 sind die beiden Fäden bezeichnet. Der Faden 78 ist der, der sichtbar
bleibt, während der Faden 79 nur dazu dient,
den vorhergehenden zu befestigen und daher aus feiner Baumwolle bestehen wird und die
Farbe des Stoffes besitzen wird, damit er in diesem verschwindet und nur den Faden
78 erkennen läßt. Der Faden 78 bleibt in Ruhe während der Ausführung von drei
Stichen mit .dem Faden 79, wobei diese Stiche unter dem Faden 78 verborgen bleiben, so
daß der Faden 78 Stiche von einer Länge gleich vier Normalstichen ergibt.
Die Fig. 16 und 17 zeigen in Aufriß und
Grundriß einen Vorderstich, kombiniert mit einem Steppstich. In diesem Fall sind sowohl
der Faden 78 als auch der Faden 79 siehtbar. Dies wird erreicht durch abwechselnde
Ausführung von zwei Stichen mit jedem der beiden Fäden.
Die Fig. 20 und 21 schließlich stellen eine Verflechtung von drei den ungarischen
Stich imitierenden Fäden dar. Die Fäden und 79 bilden lange Stiche und wechseln
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einander" abv während- der Fäden 8ö* kürze
Stiche bildet, die unter den beidenι vorhergenanhten
verborgen: bleiben''und ätif diese ."" Weise- eine Unterlage "bilden,''du'rfeh-die die
Weichheit und die Reliefform* der Stickarbeit
gegeben wird. Um diese' Wirkung zu·'erreichen,
arbeiten :die Fäden': iff -der" 'Reihenfofge-78;
80,-79,-80.::■■'. ?- ::-;.ν.: ■:;■:· ;-:.·:Γ
Claims (1)
- Patentansprüche: ,.,.,.","-' I. Mehffadenwechselstich - Sticknähmaschine* rmV 'Universalvorschub 'zum Sticken von die Handarbeit nachahmenden Plattstichen; bei "der die Fäden düf ch Verteiler geführt werden, die "^weeks' Fäden-Wechsels abwechselnd niit der· Nadel zusammenarbeiten, dadurch'gekennzeichnet) daß die Fadenverteilerj von* denen ein jeder durch eine bei Maschinen mit :Universalvorschüb bekannte Steuerung*' um den Haken' hin und her gedieht werden kann/ auf "einer Stütze: angeordnet sind, die um eine mit Bezug züffi Hafen b'zw. ' zur Nadel· exzentrische feststehende Achse drehbar und vorzugsweise in"'einer"verhältnismäßig großen Entfernung· iron der Nadel derart gelegen ist; 'daß durch geringe Winkelverschiebungen: der Stutze der' eine : oder der' aiidere der Verteiler zum Zusammenarbeiten mit'dem Haken "gebracht werden kann." : * " :
'- . 2. Maschine nach Anspruch i," dadurch ' gekennzeichnet, daß rohrförmige Fäden1 führungen (18,-' l8ß,: ΐ8δ) ; (Fig. $). ;^m Ende einer Kurbel (11) angeordnet sind, die von einem Exzenter (10)- bewegt wird; welches mit der bei Maschinen mit Universalvorschüb ' üblichen' Steuerung versehen und aufder'Gelenkächse der Stütze - (iS); angeordnet ist, die einen die Kurbel ?""■'- (11) bei ihrer bewegung führenden Dreh- -■■-" zapfen (14) hat. . . : -■ - :: 3.: Mäsctiine mach Anspruch I, dadurch '"gekennzeichnet/ daß: die .Stütze (61) der "'Verteiler*· (60, 6oa, '66b) (Fig. -ix) auf -"geradlinigen: Führungen (62) verschiebbar- ist'und die Verteiler mit Zahnrädern ver-- sehen sind, w-etehe"mit einer und derselben -' Schnecke "(4)*'in Eingriff stehen, die in' 'an sich bekannter Weise die Verteiler zur■ :· Bildung d'er Stiehe'und* zur Änderun'g der "■- - Vorschübrichtung-in'ihrer Stütz'e dreht.
"'"' 47 Maschine nach Anspruch r mit einer "'-' Nähmaichiriennadel- ""tlHd" sich drehenden ' -^ Schiffehenr dadurch' gekennzeichnet/daß : die Schiff dien- (66', 66«, 66») (Fig. 12) von einer *■ Stütze (67) *''getragen werden, die sich zwecks Auswechslung der "Schiff- ':=' chen um eih*e-*Achse'^68) drehen kann, die ' : -mit": Bezug 'zur Nadel· exzentrisch ist und -"'-" den Drehzapfen eines - Zahnsektors'(6$) : - bildet, der mit Zahnrädern von jedemder -*" Schiffchen^ in "Eingriff' steht und dazu -'"■ dienf, diesein drehen. "'" . '' *
:: "-i 5. Maschine nach Anspruch I,: dadurch **" gekennzeichnet, "daß*' die rohrförmigen '' Fadenführungen (r-8," l8s, i86) ' (Fig. 13)" ·"-~~ auf einer* Stutzt (72): angeordnet sind, die -' durch ein Kardangelenk mit dem ihm eine -'■ hin :und" her gehende kreisförmige Be- ■ wegung erteilenden Exzenter (73) verbunden ist j und die Auswechslung der Röhren : (18) durch Verschwenkung der Stütze (72) um das Kardangelenk geschieht.6. Maschine nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenscheibe (29) zum Auswechseln der einzelnen Verteiler über ein Geschwindigkeitswechselgetriebe (iöö bis 112) von ' r; der Hauptwelle (40) aus1 angetrieben wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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