DE62243C - Verfahren zur Herstellung von Kreppstoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KreppstoffInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D04—BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D03D—WOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 86: Weberei.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein kreppartiges Gewebe, welches in erster Linie als
Verbandstoff dienen soll. Die kreppartige Kräuselung wird im Gegensatz zu den bisherigen
Kreppstoffen durch die Kettenfäden hergestellt, während früher dasselbe durch die
Schufsfäden erstrebt wurde. Demgemäfs bildet das vorliegende Verfahren eine Umkehrung
des bisherigen. Es gelingt auf diese Weise die Herstellung elastischer Streifen oder Binden
von beliebiger Länge, indem die Kreppfalten senkrecht zur Längenrichtung des Stoffes liegen,
während die aus den älteren Kreppstoffen hergestellten Binden der Breite des Webstuhles
entsprachen.
Um die Kettenfäden zur Hervorbringung der Kräuselung benutzen zu können, sind dieselben
in besonderer Weise vor dem Durchgang durch die Kämme straff zu spannen und von Knoten zu befreien. Der in dieser Weise
erzeugte Stoff weist als neue Eigenschaften auf: i. dafs er in der Richtung der Kette elastisch
oder streckbar ist, und 2. dafs er sich ungleich viel stärker zusammenkräuselt, als nach dem
üblichen Herstellungsverfahren. Letzteres hat seinen Grund darin, dafs die Kettenfäden viel
stärker gedreht werden dürfen als die Schufsfäden. Der Erfinder wendet für die Kettenfäden
2400 bis 3000 Umdrehungen für das Meter an. Würde man den Schufsfäden eine
so starke Zwirnung gegeben haben, so würde der Faden, da er beim Verweben nicht so
straff gehalten wird wie in der Kette, unbedingt sich schon vor dem Einschlagen zusammenkräuseln
und dadurch die gewünschte Wirkung fast ganz vereiteln. Vorzugsweise eignet sich Baumwolle für eine sehr starke
Drehung, wie sie der Erfinder anwendet; Baumwolle läfst sich dabei sogar in einfachen
Fäden verwenden, während bisher für die Schufsfäden immer zwei- oder vierfache Fäden
erforderlich waren.
Es wird ferner nach dem vorliegenden Verfahren meist nur ein Theil der Kettenfäden
gezwirnt und besteht dann die Kette zweckmäfsig aus Wollfäden und aus den stark gezwirnten
Baumwollfäden. Zur Ausführung des Verfahrens benutzt der Erfinder Webstühle beliebiger Art. Es wird dabei aber für die
stark gedrehten Baumwollfäden ein besonderer Kettenbaum benutzt. Bei Herstellung eines
einfachen Stoffes kommen also zwei Kettenbäume zur Anwendung, welche man am besten
über einander anordnet. Der unlere dient dann für die Wollfäden gewöhnlicher Drehung.
Würde man die stark gedrehten Kettenfäden unmittelbar nach den Kämmen führen, so
würden sie nicht straff genug bleiben und sich bereits auf diesem Wege kräuseln. Die Entstehung
kleiner Knoten wäre ,dabei unvermeidlich und diese würden jedesmal beim
Durchgang durch das enggestellte Riet ein Reifsen des betreffenden Kettenfadens veranlassen.
Um diese Schwierigkeit zu überwinden, wird folgende Einrichtung angewendet, welche
bezweckt, dafs die Kreppfäden in der Kette stärker gespannt werden als die übrigen Fäden.
Oberhalb des Kettenbaumes für die stark gezwirnten Fäden befindet sich eine Querleiste
aus Holz, in welche ebenso viele Glasperlen eingesetzt sind, als Kettenfäden zu führen sind.
Die Oeffnung'en der Glasperlen sind etwa von
doppeltem Durchmesser wie die Fäden, so dafs geringe Kräuselungen, welche sich auf dem
Wege vom Kettenbaum bis zu dieser Querleiste noch nicht glatt' gezogen haben, noch
•durch die Perlen gleiten können. Die Kettenfäden
werden dann noch durch eine oder mehrere solcher Leisten mit Perlen geleitet, von denen die letzte unten etwa in der Höhe
der Kette liegt. Die Perlen in dieser letzten Leiste haben Oeffnungen, welche genau der
Dicke des Fadens entsprechen. Durch diese Art der Führung werden die Kreppfäden gespannt
gehalten und nach und nach sicher von allen Knoten und Kräuselungen befreit, so dafs
sie glatt durch die Kämme und das Riet gehen, hinter welchem das Weben in der üblichen
Weise stattfindet.
Da der Erfinder für die Kreppfäden 2400 bis 3000 Umdrehungen anwendet, so ergiebt
sich ein Zusammenziehen des Stoffes um 70 bis 75 Hunderttheile.
Auf dem Webstuhl bleibt der Stoff infolge der starken Spannung der Kreppfäden glatt.
Da auch ein Wasserbad die Kräuselung noch nicht genügend hervorruft, so wendet der Erfinder
ein Bad von Seifenwasser oder von einem doppeltkohlensauren Salz an. Das Bad kann heifs oder kalt sein. Bei dem in dieser
Weise behandelten Stoff bleiben die kreppartigen Kräuselungen und damit die elastischen
Eigenschaften dauernd erhalten und selbst beliebig langer Gebrauch oder Waschen in
heifsem Wasser vermögen die Zusammenzugsfähigkeit des Stoffes nicht zu beeinträchtigen.
Deshalb ist der Stoff namentlich als Verbandmittel trefflich geeignet.
Es ist nicht nothwendig, dafs in der Kette Fäden verschiedener Art verwendet werden.
Versuche haben ergeben, dafs sich nach dem beschriebenen Verfahren, namentlich als Folge
der hohen Zwirnung der Kreppfäden, derartige Stoffe ganz aus Baumwolle, Leinen oder Wolle
herstellen lassen. Man könnte ferner auch Seide und Baumwolle, Seide und Wolle, Leinen
und Baumwolle u. s. w. benutzen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Herstellung eines Kreppstoffes in der Weise, dafs die Kette aus stark gedrehten Fäden und aus solchen gewöhnlicher Zwirnung besteht, wobei für die ersteren eine Spannvorrichtung vor dem Durchgang durch die Kämme angewendet wird, zu dem Zwecke, die Entstehung von Knoten zu verhüten und zu ermöglichen, dafs die stark gedrehten Fäden gleichzeitig mit denen gewöhnlicher Zwirnung glatt verwebt werden, worauf durch Baden des Gewebes in Seifenwasser oder in Auflösungen von doppeltkohlensauren Salzen die Spannung der stark gedrehten Fäden gelöst wird und dadurch Kreppfalten sich bilden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE62243C true DE62243C (de) |
Family
ID=336246
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT62243D Expired - Lifetime DE62243C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kreppstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE62243C (de) |
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