DE618924C - Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschukmischungen - Google Patents

Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschukmischungen

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DE618924C
DE618924C DED64995D DED0064995D DE618924C DE 618924 C DE618924 C DE 618924C DE D64995 D DED64995 D DE D64995D DE D0064995 D DED0064995 D DE D0064995D DE 618924 C DE618924 C DE 618924C
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thiourea
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/16Nitrogen-containing compounds
    • C08K5/21Urea; Derivatives thereof, e.g. biuret
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
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Description

  • Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschukmischungen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschuku. dgl. Massen.
  • Zweck der Erfindung ist die Verwendung eines wirksamen und regelbaren Verfahrens zur Verhinderung der Vulkanisation bei niedrigen Temperaturen, während eine glatte Vulkanisation vor sich geht, sobald der gewünschte Temperaturbereich erreicht worden ist, und zwar für Kautschukmassen, welche Vulkanisationsmittel, wie Schwefel, und einen Beschleuniger oder eine Mischung-von Vulkanisationsbeschleunigern enthalten.
  • Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung werden die Kautschukmischungen in Gegenwart geringer Mengen saurer Salze des Alkylammoniums, Polymethylenammoniums, Harnstoffs oder Thioharnstoffs mit aliphatischen oder anorganischen Säuren bei einer Temperatur (über zoo°) vulkanisiert, bei der eine Zersetzung der sauren Salze unter Bildung von Ammoniak oder Amin erfolgt. Die Zumischung kann in Form der schon hergestellten Salze oder als Mischung der entsprechenden Basen und Säuren geschehen.
  • Beispiele von sauren Salzen, die eine Zersetzung mit Ammoniakentwicklung bei Temperaturen in der Nähe derjenigen erfahren, bei welcher die Vulkanisation gewünscht wird, sind die sauren Harnstoff- oder Thioharnstoffsalzevon Citronensäure, Oxalsäure, Weinsäure, Sebacinsäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure, z. B. saures Harnstoffmalonat.
  • Die sauren Harnstoff- und Thioharnstoffsalze schließen die Alkylharnstoff- und Alkylthioharnstoffsalze ein.
  • Diese Salze können zweckmäßig gleichzeitig mit organischen Beschleunigern, wie Diarylguanidinen (z. B. Diphenylguanidin) und Mercaptoarylenthiäzolen (z. B. Mercaptobenzothiazol), verwendet werden.
  • Die Erfindung schließt die Verwendung von sauren Salzen der Malonsäure und substituierten Malonsäuren oder 'Carbonsäuren ein, die die Gruppen-CO-CH,-COOH oder - C O - C O O H enthalten, die eine Zersetzung mit teilweisem oder vollständigem Verlust der Acidität bei Temperaturen in der Nähe derjenigen erfahren, bei der die Vulkanisation gewünscht wird.
  • Die in den sauren Salzen, z. B. saurem Harnstoffmalonat, vorhandene Säure verzögert die Vulkanisationsreaktion. Beim Erhitzen erfährt die Malonsäure eine Zersetzung durch Ausscheid ng von Kohlendioxyd unter Bildung einer schwächeren Säure; deren Menge der Hälfte derjenigen der ursprünglichen Malonsäure chemisch äquivalent ist.
  • Bei dieser Temperatur verliert daher die anwesende Säure viel oder alles ihres verzögernden Einflusses auf die Vulkanisationsreaktion. Zu gleicher Zeit zersetzt sich der an-,vesende Harnstoff, der eine schwache Base ist und so selbst nicht wesentlich die Vulkanisationsreaktion beschleunigt, bei ungefähr der Vulkanisationstemperatur unter Bildung von Ammoniak. Das Anmoniak durchdringt den Kautschuk - und unterstützt selbst die Beschleunigung der Vulkanisation. Nachstehend sind einige Ausführungsbeispiele des Verfahrens gemäß der Erfindung gegeben.
  • Beispiel i Die sauren Harnstoff- und Thioharnstoffsalze können durch Lösen von molekularen Mengen der Base und Säure in der Mindestmenge Wasser und durch Eindampfen zur Trockne zuerst bei 7o0 in Luft und schließlich unter vermindertem Druck bei Zimmercemperatur über einem Trocknungsmittel hergestellt werden. Die Salze sind im allgemeinen weiße kristallinische Stoffe, die kein Kristallwasser enthalten.
  • Die annähernden Schmelz- und Zersetzungspunkte der ungereinigten Stoffe sind. die fol-genden:
    Zer
    Schmelz- -
    o setzungs-
    punkt Punkt °
    Saures Harnstoffoxalat ...................... 165 165
    Saures Harnstofftartrat ...................... go 125
    Zweifach saures Harnstoffcitrat ............... 133 133
    Saures Harnstoffsuccinat ..................... 135 135
    Saures Ilarnstoffadipinat ..................... 8o 138
    Saures Harnstoffsebacinat .................... 108 154
    Saures Harnstoffsulfat . . . . . . : . . . . . . -.-. . . . . . . . . 63 140
    Saures Thioharnstoffoxalat ............... . . 85 115
    Saures Thioha@rnstofftartrat ................... go 125.
    Zweifach saures Thioharnstoffcitrat . . . . . . . . . . . lio 16o
    Saures Thioharnstoffsuccinat . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 159
    Saures Thioharnstoffadipinat ................... 134 zgo
    Saures Thioharnstoffsebacinat -.......... ... 168 170
    Mengen von i ofo dieser verschiedenen Stoffe wurden einzeln einer Kautschukmischung von der folgenden Zusammensetzung einverleibt:
    Kautschuk . . . . . . . . . . . ioo Gewichtsteile
    Schwefel............. 5, -
    Zinkoxyd ...... 5 -
    Diphenylguanidin .. o,6 -
    Dinitrophenylbenzothi-
    azylsulfid .. ....... 0,4 -
    Die Mischungen wurden auf verschiedene Temperaturen erhitzt, und es wurde die für jede Mischung erforderliche Temperatur bestimmt, bei der 'sich die ersten Anzeichen der Vulkanisation zeigten (s. Tabelle S. 3, oben).
  • Es ist daher ersichtlich, daß die Einverleibung von i °f, des verbrennungsverhindernden Mittels in die Kautschukmischung einen bestimmten Schutz gegen Verbrennen bei Temperaturen gibt, deren Auftreten in der Praxis während solcher Maßnahmen, wie Mischen, Kalandrieren,. Spritzen usw., wahrscheinlich ist, ohne daß eine unzulässige Verzögerung der Vulkanisation bei den üblichen Vulkanisationstemperaturen eintritt. Beispiel 2 Die sauren Salze der Malonsäure von Harnstoff (F. go°, Zersetzungspunkt i34°) und Thioharnstoff (F. etwa 105', Zersetzungspunkt etwa i30°) werden, wie im: Beispiel i angegeben, hergestellt.
  • Die sauren Salze der Malonsäure von Thioharnstoff werden dadurch hergestellt, daß molekulare Mengen von Thioharnstoff und Malonsäure in einer geringen Menge Wasser bei ungefähr 8o ° gelöst und zuerst in Luft bei 7o° und schließlich bei gewöhnlicher Temperatur unter vermindertem Druck eingedampft werden. Die Salze sind weiße kristallinische Körper, die sehr leicht in Wasser löslich sind. Beim Erhitzen werden Kohlendioxyd, Ammoniak, Dämpfe von schwefliger Säure und zuletzt Essigsäure entwickelt.
  • Die sauren Malonate wurden in einer Kautschukmischung von der folgenden Zusammensetzung geprüft:
    Kautschuk, smoked Sheet ioo Gewichtsteile
    Schwefel............. 5 -
    Zinkoxyd , ...... 5 -
    Diphenylguanidin o,6 -
    Dinitrobenzothiazylsulfid 0,4 -
    Zeit in Minuten für die ersten
    Verbrennungsverhindernde Mittel Vullianisationsanzeichen
    1 0/a Zusatz
    1 00 0 120° 140°
    Mischung allein .................................. 26 io 6
    Saures Harnstoffoxalat über............ ........ 6o 34 91/i
    Saures Harnstofftartrat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 =I 51/2
    Zweifach saures Hamstoffcitrat über . . . . . . . . . . . . . . . 6o 20 6
    Saures Harnstofisuccinat.......................... 45 15 6
    Saures Harnstoffadipinat.......................... 34 12 6
    Saures Harnstoffsebacinat......................... 37 14 - 6
    Saures Harnstoffsulfat .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 14 71/2
    Zweifach saures Harnstoffphosphat über............ 6o 22 io
    Einfach saures Harnstoffphosphat..........:....... 34 il 51/z
    Saures Thioharnstoffoxalat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 20 61/2
    Saures Thioharnstofftartrat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 12 6
    Zweifach saures Thioharnstoffcitrat ....... . ........ 43 17 6
    Saures Thioharnstoffsuccinat....................... 39 14 6
    Saures Thioharnstoffadipinat ...................... 35 12 6
    Saures Thioharnstoffsebacinat...................... 30 12 6
    Diese Mischung wurde allein und mit Zusatz von Mengen von 114 der sauren Malonate untersucht. Kügelchen der verschiedenen Mischungen wurden dabei erhitzt. Die für die Kügelchen erforderlichen Zeiten bis zu den ersten Anzeichen der Vulkanisation wurden bei verschiedenen Temperaturen bestimmt.
    Mischung Mischung
    Tempe- Mischung + i0/ saures +' 10/, saures
    ratur ° C allein Harnstoff- Thio-
    lonat harnstoff-
    ma malonar
    Foo 20 Min.. 35 Min, 49 Min-
    1210 g - 17 - 14 -
    140 6 -. 6 - 7 -
    Aus den Ergebnissen der vorstehenden Tabelle ist ersichtlich, daß, während die Anwesenheit der sauren Malonate die zum Beginn der Vulkanisation erforderliche Zeit bei niedrigen Temperaturen (zoo°) beträchtlich vergrößert, bei höheren Temperaturen keine wesentliche Verzögerung der Vulkanisation durch die Einverleibung dieser Stoffe erhalten wird.
  • In der Praxis ist es zuweilen erwünscht, die Salze der genannten Arten in feiner Mischung mit Ton oder anderen indifferenten Pulvern einzuführen, um so die Zerkleinerung, Verteilung und Einverleibung in den Kautschuk zu erleichtern.
  • Die Salze der genannten Arten können auch in Form von Lösungen in geeigneten Lösungsmitteln, z. B. in Wasser oder in Alkohol, eingeführt werden. Die sauren Salze brauchen nicht immer vorher fertiggebildet zu sein, sondern können auch in Form von entsprechenden Mischungen der in Betracht kommenden Base und Säure, z. B. von Harnstoff und Oxalsäure, angewendet werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschukmischungen, die Vulkanisiermittel, wie Schwefel, und Vulkanisationsbeschleuniger enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß die Kautschukmischungen in Gegenwart geringer Mengen saurer Salze aus Alkylammonium, Polyniethylenammonium, Harnstoff oder Thioharnstoff und aliphatischen oder anorganischen Säuren bei einer Temperatur (über zoo°) vulkanisiert werden, bei der eine Zersetzung der sauren Salze unter Bildung von Ammoniak oder Amin erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß statt der sauren Harnstoff- und Thioharnstoffsalze die sauren Alkylharnstöff- und Alkylthioharnstoffsalze verwendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch z oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß saure Salze von Säuren, wie Malonsäure, substituierten Malonsäuren oder Carbonsäuren, welche die Grüppen-C 0-C H2-C O O H oder - C O - C O O H enthalten, verwendet werden, die sich beim Erhitzen unter teilweisem oder vollständigem Verlust der Acidität in der Nähe der Vulkanisationstemperatur zersetzen.
DED64995D 1932-02-18 1932-12-31 Verfahren zum Vulkanisieren von Kautschukmischungen Expired DE618924C (de)

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