DE615709C - Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons - Google Patents
Verfahren zum Abhaspeln von SeidenkokonsInfo
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- DE615709C DE615709C DEL85347D DEL0085347D DE615709C DE 615709 C DE615709 C DE 615709C DE L85347 D DEL85347 D DE L85347D DE L0085347 D DEL0085347 D DE L0085347D DE 615709 C DE615709 C DE 615709C
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- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
- D01C3/00—Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool
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Description
- Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons Bei den bekannten Kaltspinnverfahren von Seidenkokons, bei welchen diese, gegebenenfalls nach einer vorhergegangenen Behandlung mit alkalischen, neutralen oder sauren Salzen bzw. mit ganz schwachen basischen ,oder Ammoniaklösungen, in einer Lösung von Alkalien oder Erdalkalien behandelt und sodann in kaltem Wasser bei einer Temperatur von etwa 30° C oder. darunter abgehaspelt werden, zeigen sich insofern Schwierigkeiten und ergeben sich Nachteile dadurch, daß der Kokonfaden bzw. der aus zwei oder mehreren K okonfäden zusammengesetzte Grege- oder der gezwirnte Seidenfaden infolge des Zuges, welcher auf ihn zwischen Spinnbecken und Aufwickelvorrichtung (Spule, Haspel u. dgl.) einwirkt, an Elastizität verliert, und daß ferner der Bast der Fäden, der durch die vorhergegangenen Behandlungen der Kokons weich wurde, so klebrig und hygroskopisch ist, daß die Fäden trotz angewandter Wärme zu ihrem Trocknen Neigung zum Kleben an der Aufwickelvorrichtung haben. Es ist klar, daß infolge dieser unerwünschten Nebenerscheinungen die Qualität der gewonnenen Seide leidet.
- Durch die vorliegende Erfindung werden diese Nachteile behoben. Es hat sich nämlich gezeigt, daß, wenn man den aus dem Spinnbecken austretenden und alkalisch reagierenden-Faden, bevor er aufgewickelt wird, derart behandelt, daß ein Koagulieren des durch die vorhergegangenen Behandlungen klebrig gewordenen Bastes und ein Neutralisieren der Alkalität des Fadens eintritt, der Faden weder Neigung zum Anhaften an der Aufwickelvorrichtung hat, noch an jener Elastizität und Festigkeit verliert, die man ihm durch das Abwickeln in kaltem Wasser zu verleihen vermag. Diese Behandlung vor dem Aufwickeln kann dadurch erfolgen, daß man den Faden vom Spinnbecken unmittelbar in ein Koagulations- und Neutralisationsbad übertreten läßt toder ein solches Bad in einiger Entfernung von der Fadenaustrittsstelle aus dem Spinnbecken anordnet und den Faden hindurchführt. Das Durchziehen des Fadens durch das Bad wird aus wirtschaftlichen Gründen einem Besprengen desselben mit den K oagulations- und Neutralisationsmitteln oder der Einwirkung dieser Mittel in Gas- oder Dampfform vorgezogen, doch sind auch diese Arten der Behandlung des Fadens nach dem Spinnen zulässig.
- Als Koagulations- und Neutralisationsbad können sehr verdünnte Lösungen von anorganischen und organischen Säuren, wie z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Citroniensäure usw., oder auch Lösungen von anorganischen, oder organischen sauren Salzen, wie z. B. Magnesiumsulfat, NatriumcMorid, Alaun, Ammoniumsulfat usw., allein oder in Verbindung mit Säuren, verwendet werden. Die Konzentration der Bäder richtet sich nach der Alkalität der vorher behandelten Kokons und des Spinnwassers. Dient Salzsäure als Koagulationsmittel, so beträgt die Konzentration des Bades in der Regel. wesentlich unter i %. Den Neutralisations- und Koagulationsbädern können emulgierte Öle, z. B. sulfoniertes Rizinusöl, in äußerst geringen Mengen zugesetzt werden.
- Das Trocknen ,eines durch den Durchgang etwa durch ein Säurebad neutralisierten Fadens kann nicht nur in strömender heißer Luft, sondern auch in strömender kalter Luft bei etwa 35° C und darunter oder auch in heißer und kalter Luft erfolgen.
- Während ein Waschen des Fadens nach dem letzten alkalischen oder erdalkalisch en Bad vor dem Abhaspeln oder ein Abhaspeln der vorbehandelten Kokons in sauer reagierendem Wasser sowohl hinsichtlich Leichtigkeit des Abhaspelvorganges als auch hinsichtlich der dabei gewonnenen Seide sehr abträglich ist, hat die Behandlung des alkalischen Fadens nach dem Abhaspeln und vor dem Aufwickeln mit Mitteln zur Koagulierung seines Bastes und zur Neutralisierung die Gei%,innung :einer wesentlich besseren Seide zur Folge.
- Wie erwähnt, reagiert ein Seidenfaden, welcher nach Behandlung in alkalischen Bädern in gewöhnlichem Wasser abgehaspelt wurde und welcher durch die v orhergegang ene Behandlung eine Entbastung nicht erfahren hat, alkalisch; ein. solcher Faden bzw. ein aus zwei oder mehreren solcher Fäden zusammengesetzter Gregefadei wird z. B. nach seinem Austritt aus dem Spinnbecken zwischen diesem und der Aufwiekelvorrichtung durch ein Bad aus o,5d/o Salzsäure gezogen, welchem gegebenenfalls sulfoniertes Rizinusöl oder andere emulgierte Öle, zweckmäßig, tropfenweise, zugesetzt werden können; sodann wird die an dem Faden anhaftende Badflüssigkeit, gegebenenfalls nach mechanischem Abstreifen, durch strömende heiße oder kalte Luft bei 35° C und darunter entfernt. Der aus dem Spinnbecken austretende und dabei alkalisch reagierende Faden wird also auf seinem Weg zur Aufwickelvorri:ehtung neutralisiert und getrocknet.
- Es ist klar, daß das gegenständliche Verfahren nicht auf Kaltspinnverfahren beschränkt ist, sondern überall dort Anwendung finden kann, wo der Faden nach dem Spinnen alkalisch reagiert.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCIIE: i. Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons nach Behandlung derselben in alkalischen Bädern, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Spinnbecken austretende, alkalisch reagierende Faden .auf seinem Weg zur Aufwickelvorrichtung neutralisiert wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch ,gekennzeichnet, daß der Faden zwischen Spinnbecken und Aufwickelvorrichtung durch ein Säurebad; ein Bad aus sauren Salzen oder ein Bad aus sauren Salzen im Verein mit Säuren gezogen und dabei küagullert und neutralisiert wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Koagulations-und Neutralisationsbad -emulgierte Öle zugesetzt werden. ¢. Verfahren nach Anspruch i, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden, gegebenenfalls nach Abstreifen der anhaftenden Neutralisier flüssigkeit, mittels strömender heißer oder kalter Luft var seinem Aufwickeln getrocknet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| IT2056611X | 1933-03-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE615709C true DE615709C (de) | 1935-07-10 |
Family
ID=11435052
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL85347D Expired DE615709C (de) | 1933-03-08 | 1934-02-13 | Verfahren zum Abhaspeln von Seidenkokons |
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|---|---|---|---|---|
| DE102021118652A1 (de) | 2021-07-20 | 2023-01-26 | Seidenkokon Krause & Collegen GmbH | Verfahren und Vorrichtung zur Entfernung einer einen Seidenfaden umgebenden Schicht aus Sericin sowie Seidenfaden |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1934
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| DE102021118652A1 (de) | 2021-07-20 | 2023-01-26 | Seidenkokon Krause & Collegen GmbH | Verfahren und Vorrichtung zur Entfernung einer einen Seidenfaden umgebenden Schicht aus Sericin sowie Seidenfaden |
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