DE609149C - Explosionssicherung - Google Patents
ExplosionssicherungInfo
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Description
Es ist bekannt und üblich, an allen Behältern bzw. Betriebsrohrleitungen u. dgl., welche
brennbare Gase oder Gasgemische, wie Hochofen- oder Koksofengas, Generatorgas o. dgl.,
enthalten oder führen, sogenannte Explosions klappen ο. dgl. Explosionssicherungen anzuordnen,
durch welche bei Eintritt der öfter vorkommenden Explosionen der plötzlich entstehende,
mit einem sehr großen Temperatur-
to anstieg· verbundene, ein Vielfaches des Betriebsdruckes
ausmachende Überdruck durch einen großen Austrittsquerschnitt rasch abgeleitet
wird, um Beschädigungen der betreffenden Behälter oder Rohrleitungen o. dgl.
zu verhüten.
Durch diese Funktion unterscheiden sich die Explosionssicherungen von den bekannten
Sicherheitsventilen für Druckleitungen und Druckgefäße u.dgl., deren Aufgabe darin
besteht, einen bestimmten, an sich gewöhnlich hohen Druck zu begrenzen, so daß er nicht
über einen bestimmten, an sich niedrigen Betrag über seinen Nennwert steigen kann,
wobei nur ein stetiger, langsamei; und nie ein stoßweiser Druckanstieg bei praktisch
gleichbleibender Temperatur und Beschaffenheit des betreffenden Stoffes in Frage kommt.
Entsprechend dem hohen Betriebsdruck kommen verhältnismäßig kleine Durchgangsquerschnitte
der Leitungen und des Sicherheitsventils in Frage, und die den weiteren Druckanstieg
verhütende Stoffableitung geschieht ebenso stetig, allmählich und in verhältnismäßig
geringer Menge.
Explosionsklappen sind bisher nach zwei verschiedenen ■ Systemen gebaut worden, nämlich
entweder mit einer auf dem Dichtrand eines entsprechenden Stutzens ruhenden, um eine Achse drehbaren Klappe aus geeignetem
Metall, die durch, den Explosionsdruck gehoben werden und durch ihr Eigengewicht
beim Nachlassen des Druckes wieder zurückfallen und die Stutzenöffnung wieder schließen
soll, oder mit einer die Öffnung des Auspuffstutzens verschließenden, gewöhnlich durch
einen Druckring angepreßten Sprengmembran aus dünnem Blech, die durch den Explosionsdruck
aufgerissen wird und dadurch den Druckausgleich ermöglicht.
Beide Vorrichtungen haben wesentliche Nachteile.
Bei den üblichen Klappen kommt es vor, daß die Scharnierbolzen festrosten oder wenigstens
zu schwer gehen, so daß beim Explosionsstoß die Klappe gar nicht oder zu wenig
geöffnet und der Druck gar nicht oder zu langsam abgeleitet wird. Auch, wird in einem
solchen Fall die Klappe, wenn sie noch etwas aufgegangen ist, nicht wieder schließen
und dauernd Gas entweichen lassen, so daß
der betreffende Anlageteil außer Betrieb gesetzt werden muß. Auch Scharnierbrüche
kommen vor.
Bei der Sprengmembran besteht der Nachteil, daß nach dem Platzen derselben der
betreffende Anlageteil erst außer Betrieb gesetzt werden muß zwecks Ersatz der Membran.
Man hat deshalb schon über derselben einen Scharnierdeckel angeordnet, der mittels
ίο einer Stütze auf der Membran ruht und sich schließen soll, wenn die Membran geplatzt
ist. Auch hier ist Festrosten des Scharniers möglich, und die Erneuerung der Membran
und die dafür erforderliche Betriebsabstellung läßt sich durch die Anordnung dieses
Deckels doch nicht umgehen.
AUe diese Vorrichtungen sind also mit der Gefahr behaftet, daß sie bei der Explosion
nicht richtig funktionieren bzw. nach der Explosion Gas entweichen lassen und dadurch
die Vorbedingungen für schwere Explosionen bzw. auch für Gasvergiftungen in ihrer Umgebung
schaffen.
Die Vorrichtung nach der Erfindung stellt hingegen eine Explosionssicherung von sehr
einfacher Bauart, aber vollkommen zuverlässiger und jede Gefahr ausschließender Funktion
dar. Das Wesentliche an der Erfindung besteht darin, daß das Abschlußorgan ein Rotationskörper ist, der vermöge seines entsprechend
bemessenen Gewichtes die Mündung eines an dem zu schützenden Anlagetei] angeordneten Stutzens abschließt und der
beim Hochfliegien infolge eines Explosionsstoßes und beim Niedergehen durch eine
entsprechende Führungsvorrichtung geleitet wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Fig. ι ist ein Aufrißschnitt,
Fig. 2 ein Grundrißschnitt nach Linie II-11 in Fig. i.
Ein Stutzen 1 aus Stahlguß o. dgl. ist an
einem! entsprechenden, die Öffnung 3 für die Überdruckableitung umgebenden Anschlußflansch
2 des zu schützenden Anlageteils ia in
üblicher Weise befestigt. In den Stutzen 1 ist ein Dichtungsrohr 4 aus Bronze oder einem
anderen nicht rostenden Material eingesetzt, in welchem der Abschlußkörper 5 sitzt. Der
obere Rand des Stutzens 1 ist mit angegossenen Lappenpaaren 6 versehen, deren Anzahl
sich nach dem Durchmesser der Öffnung 3 richtet.
Der Abschlußkörper 5 ist beispielsweise 'ein
länglicher Rotationshohlkörper aus Stahl o. dgl., dessen Mantel sich aus einem zylindrischen
Teil 5a, einem kugelförmigen, sauber
gedrehten und polierten Teil 5δ, der auch mit
einem weichen, stoßdämpfenden Belag aus Gummi, Leder, Blei o. dgl. zur Schonung der
Sitzfläche belegt sein kann, und einem spitzbogenförmigen Teil y zusammensetzt, vermöge
dessen der Druckausgleich bei sehr geringem Hub des Abschlußkörpers erfolgen
kann. Er sitzt mit dem kugelförmigen Teil 5&
in dem Dichtungsring 4 und schließt deshalb in jedem1 Fall die Auspufföffnung 3 dicht ab,
auch wenn er nicht genau senkrecht steht. Sein Gewicht wird zweckmäßig so berechnet,
daß er öffnet, sobald der' Überdruck im Innern eine bestimmte, den jeweiligen Betriebsverhältnissen entsprechend von vornherein vorzusehende
Höhe, die nicht überschritten werden soll, beispielsweise 500 mm. Wassersäule,
erreicht. Statt des Dämpfungsbelages auf der Kugelfläche des Abschlußköorpers kann auch
der Dichtungsring 4 aus solchem plastischen Stoff hergestellt oder mit einer Einlage aus
solchem versehen sein. ■
Ist ein höherer Öffnungsdruck, als oben erwähnt, erwünscht, so kann man im Hohlraum
des Abschlußkörpers ein entsprechendes Zusatzgewicht unterbringen. Für Anlagen mit
besonders niedrigem Betriebsdruck kann man den Mantel des Abschlußkörpers auch aus
Leichtmetall o. dgl. herstellen.
Die Führung des Abschlußkörpers geschieht etwa durch eine Art Käfig aus einer geeigneten
Anzahl Stäbe 7 aus Stahl o. dgl., welche unten mit den Ohren 6 des Stutzens 1 und
oben mit entsprechenden Ohren 8 eines zur Hubbegrenzung vorgesehenen Deckels 9 aus
Stahlguß o. dgl. durch Bolzen verbunden sind.
Der Abschlußkörper ist oben durch einen Holzdeckel 10 mit Gummibelag 11 abgeschlossen,
welcher im Fall einer sehr heftigein Explosion als Stoßpuffer wirkt.
Der Abschlußkörper hält den zu überwachenden Anlageteil geschlossen, .solange der
Druck in demselben die vorher bestimmte zulässige Höhe nicht überschreitet, und öffnet,
sobald diese Höhe überschritten wird. Er kann durch Unterbringung von Ballast in
seinem Innern jederzeit für jeden beliebigen Betriebsdruck abgestimmt werden. Seine
Funktion hängt nicht von der Zuverlässigkeit von Scharniergelenken u. dgl. ab. Er schließt
dicht ohne besonderes, auswechselungsbedürftiges Dichtungsmaterial. Es kommt nicht vor, no
daß ein Anlageteil außer Betrieb gesetzt werden muß, um die Explosionsklappe wieder
dicht zu machen. Sie schließt nach jeder Explosion ohne jede Nachhilfe genau so sicher und dicht wie vorher und bringt ihrer
Umgebung keinerlei Explosions- oder Vergiftungsgefahr.
Der Abschlußkörper 5 kann statt der oben beschriebenen Form auch die einer geschlossenen
oder teilweise geschlossenen Kugel oder etwa eines durch Stift oder Bolzen oder Kreuzstiel o. dgl. geführten Ventils haben.
Claims (5)
- Patentansprüche:ι. Explosionssicherung für Behälter und Leitungen, welche brennbare Gase, Gasgemische, Dämpfe o. dgl. enthalten, bei der der Ausgleich des Explosionsdruckes mit Hilfe eines Organs erfolgt, das die Druckausgleichöffnung beim Auftreten des Druckstoßes freigibt und dieselbe nach dessen Ausgleich vermöge seines Eigengewichts wieder verschließt, dadurch gekennzeichnet, daß der von 'einer Führungsund Hvibbegrenzungsvorrichtung umgebene Abschlußkörper aus 'einem in seinem Gewicht dem vorhandenen Betriebsdruck angepaßten Rotationshohlkörper (5) aus Stahl o. dgl. besteht, dessen oberes Ende einen als Stoßdämpfer wirkenden, mit Gummi o. dgl. armierten Verschlußstopfen trägt und der mit seinem unteren Ende mit einer gedrehten und polierten, kugelförmig ausgebildeten Zone in der Öffnung eines Dichtungsringes (4), etwa aus Bronze •oder einem anderen nicht rostenden Material, im Ausblasestutzen (1) sitzt.
- 2. Explosionssicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oberhalb der kugeligen Sitzfläche liegende Teil (5ß) des Rotationshohlkörpers zylindrisch und der unterhalb derselben liegende Teil (5Ό spitzbogenartig· geformt ist oder daß der ganze Rotationshohlkörper aus einer Kugel oder einem Kugelteil besteht.
- 3. Explosionssicherung nach den Ansprüchen ι und 2, dadtirch gekennzeichnet, daß die Führungs- und Hubbegrenzungsvorrichtung aus einem Käfig aus einerseits am Flansch des Ausblasestutaens und andererseits an einem Deckel (9) anscharnierten Stäben (7) besteht.
- 4. Explosionssicherung nach den An-Sprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Anpassung des Gewichtes des Rotationshohlkörpers an den Betriebsdruck im Hohlraum des Rotationshohlkörpers Zusätzgewichte untergebracht sind.
- 5. Explosionssicherung nach den Ansprüchen ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entweder der Dichtungsring (4) oder die Kugelfläche (56) des Rotationshohlkörpers mit einer Armierung aus Gummi, Leder, Blei oder irgend sonst einer geeigneten plastischen Masse versehen sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR609149X | 1932-08-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE609149C true DE609149C (de) | 1935-02-08 |
Family
ID=8976518
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES108556D Expired DE609149C (de) | 1932-08-08 | 1933-03-07 | Explosionssicherung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE609149C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1021220B (de) * | 1956-04-06 | 1957-12-19 | Willi Staehler | Rueckschlagventil mit einem Verschlussteil aus elastischem Werkstoff |
| DE1233685B (de) * | 1962-07-18 | 1967-02-02 | Siemens Ag | UEberdruckventil fuer chemisch aggressive Medien |
| DE29621447U1 (de) * | 1996-12-10 | 1997-02-13 | Liebherr-Mischtechnik Gmbh, 88427 Bad Schussenried | Druckausgleichsvorrichtung, vorzugsweise für Bindemittelsilos |
-
1933
- 1933-03-07 DE DES108556D patent/DE609149C/de not_active Expired
Cited By (3)
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| DE1021220B (de) * | 1956-04-06 | 1957-12-19 | Willi Staehler | Rueckschlagventil mit einem Verschlussteil aus elastischem Werkstoff |
| DE1233685B (de) * | 1962-07-18 | 1967-02-02 | Siemens Ag | UEberdruckventil fuer chemisch aggressive Medien |
| DE29621447U1 (de) * | 1996-12-10 | 1997-02-13 | Liebherr-Mischtechnik Gmbh, 88427 Bad Schussenried | Druckausgleichsvorrichtung, vorzugsweise für Bindemittelsilos |
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