DE601500C - Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin

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DE601500C DEB146230D DEB0146230D DE601500C DE 601500 C DE601500 C DE 601500C DE B146230 D DEB146230 D DE B146230D DE B0146230 D DEB0146230 D DE B0146230D DE 601500 C DE601500 C DE 601500C
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B33/00Clay-wares
    • C04B33/02Preparing or treating the raw materials individually or as batches
    • C04B33/13Compounding ingredients
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin Die für die Herstellung von Porzellanwaren gebräuchliche - Masse besteht im wesentlichen aus einem Gemisch von geschlämmten Kaolin, gemahlenem Quarz und gemahlenem . Feldspat. Im allgemeinen schwankt das Mischungsverhältnis zwischen 45 bis 55 °/a Kaolin, ao bis 3o-°jo Quarz und ebensovielen Prozenten Feldspat. Selbstverständlich schwankt dieses Mischungsverhältnis nach Art und Qualität, und außerdem wird noch eine ganze Reihe von anderen Zusätzen gemacht, die die Qualität des Porzellans in der einen oder anderen Richtung beeinflussen. So werden Zusätze von sogenannten Glühscherben, von Pegmatiten, anorganischen Farbstoff-en--üsw. gemacht, um Qualitätsdifferenzen zu erzielen. Selbstverständlich hängt die Qualität des herzustellenden Porzellans auch von der U_ualität der drei Grundstoffe, nämlich Kaolin, Feldspat und Quarz ab, und es ist nicht gleichgültig, ob etwa an Stelle von beispielsweise Zettlitzer Kaolin dasselbe Mengenverhältnis deutschen Kaolins, etwa Hallescher Provenienz, verwendet wird. Ebenso unterscheiden sich die Feldspate und Quarze verschiedener Provenienz und geben bei gleichen Anteilen in dem oben angegebenen ganz generellen Mischungsverhältnis ganz verschiedene Qualitäten in bezug auf Gießfähigkeit, Transparenz, Weiße des Scherbens u. dgl. Aus allen diesen Gründen war man in der Porzellanindustrie bestrebt, für die Mischung der eigentlichen Porzellanmasse möglichst einheitliche, d. h. reine bzw. höchst gereinigte Substanzen als Grundlage zu haben.
  • Es bestehen eine große Anzahl von Verfahren zur Reinigung z. B. des Rohkaolins zwecks Herstellung eines möglichst hochwertigen geschlämmten Kaolins, d. h. eines Kaolins mit möglichst hohem Gehalt an Tonsubstanz und geringstem Gehalt an Quarz, Feldspat, Eisenverbindungen ü. dgl., und im allgemeinen werden nur die reinsten Naturvorkommen von Feldspat und Quarz zur Herstellung der Pozellanmassen verwendet. Durch diese Verwendung reinster Naturalien ist die Porzellanindustrie imstande, immer gleichmäßige Produkte ihren Mischungen zuzuführen und deshalb auch diese Mischungen immer gleichmäßig auf eine bestimmte Qualität eingestellt zu erhalten.
  • Es sind aber wiederholt Vorschläge gemacht worden, den Rohkaolin, so wie er in der Natur vorkommt, direkt und ohne vorhergehenden Reinigungsprozeß in die Porzellanmasse einzuführen. Der Grund zu diesen Vorschlägen liegt sehr nahe. Rohkaolin ist von Natur aus und gemäß seiner geologischen Entstehungsgeschichte schon ein Gemisch von Quarz, Feldspat und Kaolin, allerdings meist in einem anderen Zusammensetzungsverhältnis als das obengenannte einer Porzellanmasse, und es liegt nichts näher, als diese von Natur gegebene Mischung schon als Grundlage für die Porzellanmasse zu verwenden.
  • Die französischen Massen bestehen meist aus einer erfahrungsgemäßen Mischung verschiedener Rohkaoline, deren nicht ausschlämmbare, magernde Bestandteile ein Gemisch von Feldspat und Quarzsand (mitunter auch Glimmer) in größerer oder geringerer Menge darstellen. Beim Zusammenmahlen der Kaoline (ohne oder mit Zusatz von geschlämmtem Kaolin) erhält man ohne weiteres die Porzellanmasse. Da die auf diese Weise hergestellte Masse infolge der wechselnden Beschaffenheit der Rohstoffe in ihrer Zusammenstellung starken Schwankungen unterworfen ist, so setzt man, um diesen wenigstens einigermaßen zu begegnen, an manchen Stellen die Masse aus geschlämmtem Kaolin und den gemeinsam gemahlenen Schlämmrückständen (Feldspat und Quarzsand) zusammen und gibt hierzu, wenn nötig, noch einen Zusatz von Feldspat und Quarzsand, mitunter auch von Kreide und gebrannten Porzellanscherben (Glattscherben).
  • Aber auch durch dieses Verfahren ist eine einheitliche und gleichmäßig zusammengesetzte Masse nicht zu erzielen.
  • Es sind weitere Verfahren bekannt, die verschiedenartige Zusammensetzung der Rohkaoline dadurch auszugleichen und sie der Porzellanmasse anzugleichen, daß man neben Rohkaolin auch noch, allerdings in geringeren Mengen, verschiedene Qualitäten an Quarz und Feldspat zusetzt. Alle diese Bestrebungen haben aber niemals zu einem einwandfreien Ergebnis führen können, weil der Rohkaolin niemals ausschließlich Kaolin, Feldspat und Quarz enthält, sondern daneben immer mehr oder weniger große Mengen von schädlichen anderen Verunreinigungen, die gemäß der geologischen Entstehung in dem Rohkaolin enthalten sind. Das sind insbesondere Eisenverbindungen verschiedener Art in Form von Oxyden, Sulfiden, ferner Titanverbindungen, Glimmer in allen möglichen Varietäten, tonige Zersetzungsprodukte, Kalk u. dgl. Diese Verunreinigungen spielen in der Porzellanmasse eine verhängnisvolle Rolle. Insbesondere die Eisenverbindungen sind die Feinde jedes einwandfreien Porzellanscherbens. Ebenso beeinflussen Glimmer und die tonigen Verunreinigungen die Qualität eines Scherbens auf das empfindlichste.
  • Ferner ist es beinahe unmöglich, aus einem Naturlager von Rohkaolin gleichmäßige Rohkaoline zu liefern, da ihre Zusammensetzung sich im Lager selbst unaufhörlich ändert. Aus diesem Grunde konnten sich die sehr häufig vorgeschlagenen Verfahren, Rohkaolin in die Porzellanmasse einzuführen, niemals durchsetzen, im Gegenteil, man hat -die Verfahren zur Reinigung der Grundsubstanzen für die Porzellanmasse immer mehr und mehr vervollkommnet.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es, nun möglich, Rohkaolin in die Porzellanmasse einzuführen, ohne die oben beschriebenen Nachteile mit in Kauf nehmen zu müssen. Der wesentliche Nachteil des Vorhandenseins von störenden Eisenverbindurgen, Glimmer usw. einerseits und andererseits das wechselnde Verhältnis von Kaolin, Feldspat und Quarz im Rohkaolin kann dadurch vermieden werden, daß nach der folgenden Vorschrift gearbeitet wird: Rohkaolin, wie er in der Natur vorkommt, wird in Kugelmühlen oder anderen beliebigen geeigneten Zerkleinerungsvorrichtungen (wie sie in der Porzellanindustrie zum Mahlen ihrer Ausgangsprodukte und zur Herstellung ihrer Massen verwendet werden) trocken oder unter Zusatz von Wasser gemahlen, und die so erhaltene Suspension, die noch alle Substanzen, die im Rohkaolin vorhanden waren, in denselben Verhältnissen enthält, wird nunmehr mit alkalischen Elektrolyten versetzt, so daß eine Trennung jener Substanzen, die elektropositiven Charakter haben, von den Substanzen, die elektronegativen Charakter besitzen, eintritt, d. h. alle jene Substanzen, die in feiner Verteilung (kolloide Suspension) unter dem Einfluß eines elektrischen Gleichstromes nach der Anode wandern würden, werden durch den Zusatz von alkalischen Eelektrolyten in den Solzustand gebracht und bleiben in Suspension. Hingegen fallen diejenigen Substanzen, die in kolloider Verteilung nach der Kathode wandern würden, aus.
  • Es ist ein Verfahren bekanntgeworden, alkalische Elektrolyte zur Trennung von Kaolin von den ihn begleitenden Verunreinigungen anzuwenden. Dieses Verfahren aber beschreibt eine Trennung des Kaolins von seinen sämtlichen übrigen Begleitern im Rohkaolin, also auch von Feldspat und Quarz. Dieses Verfahren kann diesen Effekt nur deshalb erzielen, weil der Rohkaölin vorher keinen Mahlprozeß durchmacht, der alle in dem Rohkaolin vorhandenen Substanzen auf praktische Kolloidfeinheit bringt. Ausschließlich die Kaolinsubstanz wird, weil sie schon von Natur aus sich in kolloider Verteilung befindet, nach dem erwähnten Verfahren in den kolloiden Zustand gebracht und kann deshalb üi dieser Form von den sie begleitenden Verunreinigungen abgetrennt werden.
  • Zur Herstellung von Hartsteingut ist es ferner bekannt, Rohkaolin mit Tonen, geschlämmtem Kaolin, Quarz und Feldspat zu vermahlen und mit Elektrolyt zu versetzen, wobei die Vermahlung in Trommelmühlen erfolgt und dann die Suspension von .den grob gebliebenen Anteilen durch Siebe getrennt wird, denen sie in Rinnen zugeleitet wird.
  • Mahlt man aber erfindungsgemäß den Rohkaolin zur praktischen Kolloidfeinheit, so gelingt es durch Zugabe geeigneter Elektrolyte -nicht nur die Kaolinsubstanz zu peptisieren, sondern auch die in dieser Verteilung gleichgeladenen Feldspat- und Quarzteilchen, die ebenso wie die Kaolinsubstanz negativ geladen sind, durch alkalische Elektrolyte bzw. durch die in den alkalischen Elektrolyten vorhandenen Hydroxylionen in den Solzustand zu bringen, während Eisenverbindungen, Glimmer usw. nicht in den Solzustand. gehen und abgetrennt werden können.
  • Es ist auch möglich, das eben beschriebene Verfahren so durchzuführen, daß der in dem Rohkaolin bereits in kolloider Verteilung befindliche Kaolin durch ein anderes Schlammverfahren von den ihn begleitenden sämtlichen anderen Bestandteilen ganz oder teilweise abgetrennt wird und nachträglich diese Rückstände gemäß dem vorliegenden Verfahren auf irgendwelchem Wege zur kolloiden Feinheit gebracht, peptisiert werden und in diesem Zustand die Trennung der elektronegativen Substanzen von den elektropositiven Substanzen durchgeführt wird. Arbeitet man nach dieser Vorschrift, so ist natürlich nachträglich eine Mischung .des bereits vorher abgeschlämmten bzw. abgeschiedenen Kaolins mit den übrigen nach diesem Verfahren gewonnenen elektropositiven Substanzen, das sind im wesentlichen Quarz und Feldspat, durchzuführen. Die folgenden beschriebenen Bedingungen für die Durchführung des Verfahrens gelten in gleicher Weise sowohl für die Verarbeitung des Rohkaolins als ganzen als auch für die getrennte Verarbeitung des nach Abschlämmung des Kaolins durch irgendein Verfahren gewonnenen Rückstandes.
  • Um ein gleichmäßiges Produkt bestimmter Zusammensetzung aus Rohkaolin zu erzielen, d. h. um das Verhältnis zwischen Kaolin, Feldspat und Quarz bei einer bestimmten Anforderung immer gleich zu halten, sind folgende Arbeitsbedingungen zu erfüllen: Die Mahlbedingungen des Rohkaolins, d. h. die Dauer, die Intensität und die Konzentration, unter welcher die Mahlung durchgeführt wird, müssen stets die-gleichen sein.
  • Die konstante und gewünschte Zusammensetzung des Endproduktes hängt von der Art und von der Konzentration der zugefügten alkalischen Elektrolyte ab. In manchen Fällen wird man beispielsweise Natrium-oder Kaliumlauge, in anderen Fällen Natron-oder Kaliwasserglas, Ammoniak, Pyridin oder sonstige anorganische oder organische Basen in geeigneten Mengenverhältnissen und Konzentrationen für sich allein oder in beliebigen Gemischen verwenden. Bestimmend für die Erzeugung einer bestimmten. Zusammensetzung der Masse ist auch die Einhaltung einer bestimmten und für jeden Fall innerhalb bestimmter Grenzen charakteristischen Wasserstoffionenkonzentration.
  • Es ist in manchen Fällen, um ganz bestimmte Mischungsverhältnisse der drei Komponenten Kaolin, Feldspat und Quarz zu erzielen, von Vorteil, dem alkalischen Elektrolyt gleichzeitig oder hintereinander sogenannte Schutzkolloide anorganischer oder organischer Art zuzuführen, wie beispielsweise lösliche Kieselsäure, Huminsäure, Leim; Gelatine usw.
  • Wesentlich für die Erzeugung einer bestimmten Zusammensetzung ist ferner die verschieden lange Absetzdauer der mit alkalischen Elektrolyten versetzten Suspension. Je nachdem die Absetzdauer länger oder kürzer ist, kann die Zusammensetzung der Masse bezüglich des Verhältnisses der drei Komponenten Kaolin, Feldspat und Quarz sehr wesentlich variiert werden. Auch die Einhaltung einer bestimmten Temperatur kann die gewünschte Zusammensetzung der Masse beeinflussen.
  • Die so erzeugte * Porzellanmasse kann in beliebiger Weise aus der Suspension ausgebracht werden, um ein handelsfähiges Produkt darzustellen: Ein bedeutender Vorteil dieses Verfahrens liegt nun auch darin, daß die auf diesem Wege hergestellte Porzellanmasse, die ja bereits infolge ihrer Darstellungsmethode kolloiden Charakter besitzt, direkt als Gießmasse verwendet wird. Es ist selbstverständlich, daß zu dieser Grundmasse je nach Art und Weise der Verwendung und Qualität des gewünschten Porzellans noch Zusätze irgendwelcher Art, seien es Magerungsmittel in Form von Glühscherben, anorganische Farbstoffe usw: :=gemacht werden können, wobei es natürlich auch möglich und in manchen Fällen erwünscht ist, daß zur Erzielung gewisser Qualitäten die Menge der Grundsubstanzen durch Zumischung von reinst geschlämmten Kaolin, reinstem Feldspat und reinstem Quarz eine Variation erfährt.

Claims (1)

  1. PATRNTANSPRÜCHR: i. Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin, gegebenenfalls unter Zusatz gebräuchlicher Mager-und Flußmittel o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß Rohkaolin durch Mahlen zur praktischen Kolloidfeinheit gebracht, in Wasser suspendiert und mit alkalischen Elektrolyten versetzt wird, worauf nach dem Absetzenlassen der Verunreinigungen, wie Eisenoxyd, Titanoxyd und Glimmer, die Suspension abgezogen und gegebenenfalls entwässert wird. a. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch i auf die beim bisher üblichen Schlämmen von Rohkaolin anfallenden quarz- und feldspathaltigen Rückstände.
DEB146230D 1929-10-17 1929-10-17 Verfahren zur Herstellung von Porzellanmassen aus Rohkaolin Expired DE601500C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2527390A (en) * 1945-09-20 1950-10-24 Selas Corp Of America Casting slip

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US2527390A (en) * 1945-09-20 1950-10-24 Selas Corp Of America Casting slip

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