DE600218C - Vorrichtung zur Sterilisierung von organischen Fluessigkeiten, insbesondere von Obstsaeften - Google Patents
Vorrichtung zur Sterilisierung von organischen Fluessigkeiten, insbesondere von ObstsaeftenInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
10. AUGUST 1'934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 53 k GRUPPE loi
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Oktober 1931 ab
Es ist bekannt, leicht verderbliche organische Flüssigkeiten, wie z. B. Obstsaft oder
Milch, dadurch haltbar zu machen, daß man sie der Wirkung des elektrischen Stromes
aussetzt. In die Flüssigkeit werden unter Spannung stehende Elektroden eingetaucht,
so daß der zwischen den Elektroden fließende elektrische Strom die Flüssigkeit durchflutet
und sie erhitzt. Durch diesen Prozeß werden alle organischen Substanzen, die beispielsweise
beim Obstsaft den Gärungsprozeß herbeiführen, vernichtet, und der Saft bleibt
dauernd im frischen Zustand haltbar. Das gleiche Verfahren kann auch noch für andere
Zwecke angewendet werden, z. B. kann Exportflaschenbier auf elektrischem Wege pasteurisiert
oder gegorener Süßwein durch elektrische Erhitzung haltbar gemacht werden. Ferner kann bei Essig die Bildung von Bssigaalen
verhindert werden. Auch zur Sterilisierung von Wasser läßt sich das Verfahren
verwenden. Als Elektroden dienen dann Silberelektroden, von denen ein Silberionenstrom
in die Flüssigkeit gesandt wird.
Bei den bisher bekanntgewordenen Apparaten waren teils zwei, teils auch mehrere
Elektroden vorgesehen. Bei den Apparaten, die nur zwei Elektroden aufweisen, waren
die Elektroden stets symmetrisch im Gefäßraum angeordnet. Die beiden Elektroden
hingen in gleicher Höhenlage in dem Gefäß, in dem sich die zu behandelnde Flüssigkeit
befindet. Diese Anordnung ist unvorteilhaft, da die Wirkung der beiden Elektroden auf
den gesamten Gefäßraum sehr ungleichmäßig und somit nur unvollkommen! ist.
Besser ist die Flüssigkeitsbehandlung bei Apparaten mit drei oder mehreren Elektroden,
da diese den Gefäßraum gleichmäßiger bearbeiten können als nur zwei Elektroden.
Die Elektroden sind bei solchen Mehrelektrodenapparaten meist in einer waagerechten
Ebene kreis- oder sternförmig angeordnet. Es ist auch schon eine Anordnung bekanntgeworden,
bei der drei Elektroden nicht, wie üblich, in einem waagerechten, sondern in
einem senkrechten Dreieck angeordnet sind. Die Apparate mit drei und mehr Elektroden
erfordern aber Drehstromanschluß, der in Haushaltungen nicht zur Verfügung steht.
Außerdem lassen sie sich infolge ihrer Sperrigkeit sohlecht durch den engen Gefäßhals
einbringen.
Um auch mit Zweielektrodenapparaten eine einwandfreie Flüssigkeitbehandlung des
ganzen Gefäßinhaltes zu erzielen, besteht erfindungsgemäß der Elektrodentragkörper, an
dem die Elektroden gemeinsam angeordnet sind, aus einem winklig abgebogenen Träger,
an dessen Winklungsecke die obere (erste) Elektrode und an dessen unterem Ende die
untere (zweite) Elektrode befestigt ist. Da-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Erich Capelle in Breslau.
durch, daß die Elektroden in waagerechter und senkrechter Richtung zueinander versetzt
angeordnet sind, wird auf die elektrisch behandelte Flüssigkeit eine überraschend
S günstige Einwirkung erzielt. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, daß durch die sich
schräg durch den Flüssigkeitsraum erstrekkende Erwärmungszone eine besonders starke
Umwälzung der Flüssigkeitsteilchen eintritt ίο und somit der gesamte Flüssigkeitsinhalt
schnell und völlig gleichmäßig durchwärmt wird. Es ist also nicht nur die bei Apparaten
symmetrischer Elektrodenanordnung zu befürchtende Gefahr, daß einzelne Teile der
Flüssigkeit infolge ungenügender Durchwärmung nicht völlig entkeimt werden und somit
den ganzen Gefäßinhalt verderben, vollkommen beseitigt, sondern auch, die Gefahr einer
örtlichen Überhitzung, wodurch die Flüssig-
ao keit leicht Kochgeschmack annehmen kann,
ist gänzlich behoben. Außerdem können mit einem gemäß der Erfindung ausgebildeten
Zweielektrodengerät große Flüssigkeitsmengen behandelt werden, was für die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens sehr wertvoll ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die beiden
Elektroden ι und 2 sind mechanisch in geeigneter Weise mit einem als Tragkörper dieneraden
Rohr 3 verbunden. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist die Elektrode 1 vermittels
eines Gelenkes 4 unter Zwischenschaltung eines Verbindungsstückes 5 mit dem Rohr 3
verbunden, während die Elektrode 2 fest an dem Ende des Tragkörpers angebracht ist.
Der Tragkörper 3 hat an der Ansatzstelle der Elektrode 1 eine Winkkingsecke 6. Die Elektrode
ι liegt um ein beträchtliches Stück höher als die Elektrode 2 und auch in waagerechter
Richtung gegen die Elektrode 2 versetzt. Das Verbindungsstück 5 zwischen dem Rohr 3 und der Elektrode 1 ist derart geformt,
daß das Gerät unbehindert in enge Gefäßöffnungen eingebracht werden kann. Während des Einbringens wird die Elektrode
1 um das Gelenk 4 gedreht und liegt dann in paralleler Lage zu dem unteren Stück
des Rohres 3. In dem gezeichneten- Beispiel liegt die Elektrode 1 so hoch über der Elektrode
2, daß sieb die beiden. Elektroden gegenseitig nicht berühren können. Es hat dieses
den Vorteil, daß das Gerät, selbst wenn es einmal in eingeschaltetem Zustand in<
das Gefäß eingeführt oder verdreht wird, keinen Kurzschluß1 durch Berührung der beiden
Elektroden erleiden kann.
Claims (1)
- Patentanspruch:Vorrichtung zur Sterilisierung von organischea Flüssigkeiten, insbesondere von Obstsäften, bestehend aus Elektroden, die an einem· Tragkörper angebracht und in waagerechter und senkrechter Richtung versetzt angeordnet sind, gekennzeichnet durch einen winklig abgebogenen Träger (3), an dessen Winklungsecke (6) die obere (erste) Elektrode (1) und dessen unterem Ende die untere (zweite) Elektrode (2) befestigt ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES101403D DE600218C (de) | 1931-10-11 | 1931-10-11 | Vorrichtung zur Sterilisierung von organischen Fluessigkeiten, insbesondere von Obstsaeften |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES101403D DE600218C (de) | 1931-10-11 | 1931-10-11 | Vorrichtung zur Sterilisierung von organischen Fluessigkeiten, insbesondere von Obstsaeften |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE600218C true DE600218C (de) | 1934-08-10 |
Family
ID=7523732
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES101403D Expired DE600218C (de) | 1931-10-11 | 1931-10-11 | Vorrichtung zur Sterilisierung von organischen Fluessigkeiten, insbesondere von Obstsaeften |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE600218C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2626571A1 (de) * | 1976-06-14 | 1977-12-29 | Sachs Systemtechnik Gmbh | Wasserversorgungssystem |
-
1931
- 1931-10-11 DE DES101403D patent/DE600218C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2626571A1 (de) * | 1976-06-14 | 1977-12-29 | Sachs Systemtechnik Gmbh | Wasserversorgungssystem |
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