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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Glaszusammensetzung, die durch Erhitzen erweicht und in diesem
Zustand gepreßt
werden kann und die chemisch durch Alkaliionenaustausch verstärkt ist.
Solch eine Glaszusammensetzung ist geeignet zum Erhalt von Glasgegenständen, wie
optisches Glas von Linsen und kompaktes Substratglas. Die vorliegende
Erfindung betrifft insbesondere ein Substratglas für Aufzeichnungsmedien
von Information, das geeignet zur Verwendung als magnetisches Aufzeichnungsmedium
und so weiter ist. Tatsächlich
wird dieses Substratglas durch Pressen und dann durch chemische
Verstärkung
hergestellt.
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Von Substratglas für Aufzeichnungsmedien
von Information wird zum Beispiel gefordert, daß es leicht bei einer Temperatur
geschmolzen werden kann, die vergleichbar oder niedriger als die
von Natron-Kalk-Silica-Glas ist, daß es eine Erweichungstemperatur
hat, die niedriger als die von Natron-Kalk-Silica-Glas ist, daß es leicht gepreßt werden
kann und die Bildung von feinen Oberflächen erlaubt, die der Preßform folgen,
daß es
bruchfest ist als Folge eines thermischen Ausdehnungskoeffizienten,
der ähnlich
wie derjenige der Preßform
ist und daß es
einen hohen Grad an so genannter chemischer Verstärkung durch
Alkaliionenaustausch hat.
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Obwohl es in der Vergangenheit üblich war,
nach einem Verfahren zum Schleifen von durch Pressen geformtem Glas
zu suchen, um Oberflächenglätte zu erreichen,
ist Schleifen darüber
hinaus nicht bevorzugt, da es beträchtliche Zeit erfordert und
Schwierigkeiten und hohe Kosten verursacht. Obwohl es auch Beispiele gab,
die die Bildung einer glatten Oberfläche durch das Floatverfahren
empfahlen, obwohl das Floatverfahren für die großvolumige Herstellung von relativ
großem
Glas, wie Fensterglas, geeignet ist, ist es nicht zur Herstellung
kleiner, genauer Substrate geeignet, wie Substraten für Aufzeichnungsmedien
von Information.
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Obwohl die Beschreibung des US-Patents
Nr. 4 156 755 ein SiO2-Al2O3-Li2O-Na2O Glas offenbart, das zusätzlich ZrO2 enthält
und durch Ionenaustausch verstärkt
ist, hat dieses Glas einen extrem hohen Gehalt an Al2O3 und ZrO2, hat hohe
Schmelzund Formtemperaturen und weist Probleme auf, was die Leichtigkeit
des Schmelzens und die Formbarkeit betrifft (insbesondere beim Preßformen).
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Die japanische offengelegte Patentveröffentlichung
Nr. 10-1329 offenbart eine Glaszusammensetzung für die chemische Verstärkung und
einen chemisch verstärkten
Glasgegenstand, die SiO2-Al2O3-Li2O-Na2O-CaO enthält, kein ZrO2 enthält und für das Floatverfahren
geeignet ist. In dieser Veröffentlichung
wird kein Preßformen
erwähnt,
und sowohl die Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 102 Poise aufweist, als auch die Temperatur,
bei der das Glas eine Viskosität
von 104 Poise aufweist, sind hoch. Infolge
der Abwesenheit von ZrO2, das als eine Komponente
bekannt ist, um dem Glas ausgezeichnete Wasserfestigkeit und Wetterbeständigkeit
zu verleihen, wird zusätzlich
angenommen, daß es
schwierig ist, Wasserfestigkeit und Wetterbeständigkeit zu genügen.
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Die japanische offengelegte Patentveröffentlichung
Nr. 5-32431 offenbart ein Glas, das einer chemischen Verstärkung zu
unterwerfen ist und SiO2, Al2O3, Li2O, Na2O und ZrO2 enthält, sowie
ein daraus hergestelltes chemisch verstärktes Glas. In dieser Veröffentlichung
sind die Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 102 Poise aufweist, die Temperatur, bei der
das Glas eine Viskosität
von 104 Poise aufweist, der Erweichungspunkt
und ähnliches
dieses Glases nicht beschrieben, das der chemischen Verstärkung zu
unterwerfen ist. Da die ZrO2 Komponente
in einem relativ hohen Bereich enthalten ist, besteht zusätzlich eine
Tendenz, die Schmelztemperatur des Glases zu erhöhen und das Formen, insbesondere
das Preßformen,
zu erschweren.
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Die japanische offengelegte Patentveröffentlichung
Nr. 10-158028 offenbart ein Glassubstrat für Magnetplatten, das SiO2, Al2O3,
Na2O, K2O, RO und
ZrO2 enthält, wobei RO MgO, CaO, SrO
oder BaO ist, und kratzfest sowie für das Floatverfahren geeignet
ist. Ein Preßformen
dieses Glases wird in dieser Veröffentlichung
nicht erwähnt,
und die Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 102 Poise aufweist, sowie die Temperatur, bei
der das Glas eine Viskosität
von 104 aufweist, sind beide hoch. Da der
K2O Gehalt relativ hoch im Vergleich zum
Na2O Gehalt ist, wird angesichts der Tatsache,
daß die
Natriumkomponente in dem Glas durch das geschmolzene Kaliumsalz
dem Ionenaustausch unterliegt, zusätzlich angenommen, daß ein effizienter
Ionenaustausch schwierig ist.
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Die japanische offengelegte Patentveröffentlichung
Nr. 11-199267 offenbart ein Glassubstrat für Magnetplatten, das im wesentlichen
aus SiO2, Al2O3, Li2O, Na2O, K2O, MgO, CaO,
ZrO2 und TiO2 besteht.
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Es gab insbesondere Fälle im Stand
der Technik, bei denen Probleme bezüglich der Formbarkeit einschließlich der
Leichtigkeit des Schmelzens und des Preßformens, ungenügender Wetterbeständigkeit, Feuchtigkeitsfestigkeit
und Wasserfestigkeit bestanden oder die nicht in der Lage waren,
chemisch durch Ionenaustausch verstärkt zu werden.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Lithium-Natrium-Aluminosilicat-Glaszusammensetzung
zur Verfügung
zu stellen, die fähig
ist, einen durch Ionenaustausch verstärkten Glasgegenstand durch
Pressen und anschließenden Alkaliionenaustausch
zu schaffen.
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Es ist eine andere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, einen solchen durch Ionenaustausch verstärkten Glasgegenstand
zur Verfügung
zu stellen.
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Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen durch Ionenaustausch
verstärkten
Glasgegenstands zur Verfügung
zu stellen.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird eine Lithium-Natrium-Aluminosilicat-Glaszusammensetzung geschaffen
mit, ausgedrückt
ein Gewichtsprozenten, 58–66%
SiO2, 7–15%
Al2O3, 4–7% Li2O, 10–15%
Na2O, 0–3%
K2O, 0–4%
MgO, 0–4%
CaO, 0–2%
SrO, 1–10%
BaO, 0–5%
TiO2 und 1–6% ZrO2;
einem Erweichungspunkt von 700°C
oder darunter; einer ersten Temperatur, bei der die Glaszusammensetzung
eine Viskosität von
102 Poise aufweist, wobei die erste Temperatur
1450°C oder
weniger beträgt;
einer zweiten Temperatur, bei der die Glaszusammensetzung eine Viskosität von 104 Poise aufweist, wobei die zweite Temperatur 1000°C oder weniger
beträgt;
und einem mittleren thermischen Ausdehnungskoeffizienten zwischen
30°C und einer
Glasübergangstemperatur
der Glaszusammensetzung, der in einem Bereich von 90 × 10–7/°C bis 130 × 10–7/°C liegt.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird ein durch Ionenaustausch verstärkter Glasgegenstand geschaffen,
der aus der Glaszusammensetzung durch ein Verfahren hergestellt
wird. Dieses Verfahren umfaßt (a)
Bereitstellung der Glaszusammensetzung; (b) Pressen der Glaszusammensetzung
bei dem Erweichungspunkt, um dadurch einen Vorläufer des Glasgegenstands zu
erhalten; und (c) Kontaktieren des Vorläufers mit einem geschmolzenen
Salz, das ein Kaliumsalz enthält,
um dadurch eine Verstärkung
durch einen Alkaliionenaustausch durchzuführen.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die Glaszusammensetzung der Erfindung
kann leicht geschmolzen werden, kann leicht durch Pressen geformt
werden, erlaubt die Bildung von feinen Oberflächen, die genau der Preßform folgen,
ist bruchfest durch genaue Annäherung
an den thermischen Ausdehnungskoeffizienten der Preßform und
kann zu einem hohen Grad durch Alkaliionenaustausch verstärkt werden
und schafft insbesondere ein Substratglas für Aufzeichnungsmedien von Information,
das vorzugsweise als ein magnetisches Aufzeichnungsmedium und so
weiter verwendet werden kann.
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Eine gepreßte Glaszusammensetzung (d.
h. ein Vorläufer
eines durch Ionenaustausch verstärkten Glasgegenstands)
der vorliegenden Erfindung wird in zwei Stufen hergestellt, zuerst
durch Schmelzen, Läuterung
und Homogenisierung der Glasrohmaterialien, Herstellen eines vorgeformten
Glases mit einer Form, die der Zielform angenähert ist, zum Beispiel indem
das resultierende geschmolzene Glas in Formen gegossen wird, und
dann Wiedererhitzen dieses vorgeformten Glases und Zuführen zum
Preßformen.
Alternativ kann die erfindungsgemäße gepreßte Glaszusammensetzung in
einer kontinuierlichen Arbeitsweise hergestellt werden zuerst durch
Herstellen des oben genannten vorgeformten Glases und, während es
noch heiß ist,
Zuführen zum
Preßformen
nach geringer Anpassung der Temperatur.
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Wenn das Glas eine Viskosität von 102 Poise während
seines Schmelzens aufweist, erreicht das Glas eine extrem hohe Fluidität. Dies
ist für
das Schmelzen und Homogenisieren des Glases vorteilhaft. Daher wird die
Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 102 Poise
aufweist, auch als Schmelztemperatur bezeichnet. Übliche Natron-Kalk-Silica-Gläser werden
als leicht schmelzend angesehen, und die Temperatur, bei der diese
Gläser
eine Viskosität
von 102 Poise aufweisen, liegt im Bereich
von 1400–1450°C. Ähnlich beträgt die Temperatur,
bei der die erfindungsgemäße Glaszusammensetzung
eine Viskosität
von 102 Poise aufweist, 1450°C oder weniger.
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Bezüglich der Temperatur für das oben
genannte Vorformen, nämlich
der Arbeitstemperatur, ist eine Glasviskosität von 104 Poise
die Viskosität,
die als Index dient, was das Warmformen der Glaszusammensetzung
zu einer Platten- oder Behälterform
und so weiter betrifft, und dies gilt auch für das Vorformen in der vorliegenden
Erfindung. Die oben genannte Temperatur, bei der übliche Natron-Kalk-Silica-Gläser eine
Viskosität von
104 Poise aufweisen, beträgt ungefähr 1000°C. Ähnlich beträgt die Temperatur,
bei der die erfindungsgemäße Glaszusammensetzung
eine Viskosität
von 104 Poise aufweist, 1000°C oder weniger.
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In der Erfindung ist das Grundmaterial
einer Preßform
für das
Preßformen
vorzugsweise ein Material mit ausgezeichneter Hitzebeständigkeit
und Verschleißfestigkeit.
Beispiele für
ein solches Material umfassen legierten Stahl (z. B. Austenitstahl),
Cermet (z. B. auf TiC-Mo-Ni basierendes Cermet), Keramiken (z. B.
Aluminiumoxid und Zirkondioxid) und hitzebeständiges Glas (z. B. Aluminosilicatglas,
wie Calcium-Aluminosilicat-Glas). Das Grundmaterial einer Preßform wird
in die gewünschte
Form und optische Fläche
gebracht und poliert. Dann wird die Oberfläche der Preßform mit einem thermisch und
chemisch beständigen
dünnen
Film beschichtet, der die durch Hitze erweichte Glaszusammensetzung
an dem Film haften läßt. Der
dünne Film
ist vorzugsweise gegen Korrosion beständig, die durch die durch Hitze
erweichte Glaszusammensetzung verursacht wird. Der Film kann ein
Edelmetallfilm, ein Wolframfilm, ein Tantalfilm, ein Film aus einer
Legierung dieser Metalle sein und kann zum Beispiel durch Sputtering
gebildet werden. Üblicherweise
wird die Oberfläche des
gepreßten
Glases poliert, nachdem es seine optische Fläche erhalten hat. Im Gegensatz
dazu kann die gewünschte
optische Fläche
durch Ausführen
des oben genannten Verfahrens erhalten werden ohne einen Polierschritt.
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Natürlich ist es bevorzugt, daß die Glaszusammensetzung
zum Preßformen
geeignete thermische Eigenschaften und andere charakteristische
Merkmale aufweist, um die oben genannte optische Fläche zu erhalten,
und darüber
hinaus ist es auch bevorzugt, für
die Durchführung
der chemischen Verstärkung
mittels Ionenaustausch geeignete charakteristische Merkmale zu haben.
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Die Viskosität der Glaszusammensetzung beim
Preßformen
wird vorzugsweise auf einen Bereich von 107,6–1012 Poise und bevorzugter in die Nähe von 1010 Poise eingestellt. Tatsächlich entsprechen
107,6 Poise dem Erweichungspunkt der Glaszusammensetzung.
Mit anderen Worten, die Glaszusammensetzung weist eine Viskosität von 107,6 Poise bei ihrem Erweichungspunkt auf.
Falls die Viskosität
niedriger als 107,6 Poise beträgt, kann
das Glas leicht an der Oberfläche
der Preßform
hängenbleiben
und kann nicht leicht getrennt werden. Dies kann zu einer größeren Anfälligkeit
für ein
Zerbrechen des Glases während
seiner Trennung von der Preßform
führen.
Zusätzlich
kann die Presse schnell verschleißen. Bei einer Viskosität von über 1012 Poise kann es für die Glaszusammensetzung schwierig
werden, an der Oberfläche
der Preßform
zu haften. Dadurch kann es schwierig werden, eine optische Fläche zu erhalten,
die genau der Oberfläche
der Preßform
folgt.
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Was die Temperatur während des
oben genannten Preßformens
angeht, kann die optische Fläche
anfällig
gegen Beschädigung
durch Verschleiß sein,
wenn das Pressen wiederholt bei hohen Temperaturen durchgeführt wird,
obwohl das oben genannte Preßgrundmaterial
und der dünne
Film ansgezeichnete Hitzebeständigkeit,
Verschleißfestigkeit
und Korrosionsbeständigkeit
aufweisen mögen.
Die Temperatur, bei der ein übliches
Natron-Kalk-Silica-Glas eine Viskosität von 107,6 Poise
(Erweichungspunkt) aufweist, ist in der Größenordnung von 720– 740°C. Im Gegensatz
dazu, sind 700°C
oder weniger für
die erfindungsgemäße Glaszusammensetzung
bevorzugt. Außerdem
ist sie bevorzugt 600°C
oder niedriger in der Erfindung bei einer bevorzugteren Viskosität von nämlich 1010 Poise.
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Der Preßdruck liegt vorzugsweise im
Bereich von 98 N/cm2 bis 490 N/cm2 (10 kgf/cm2 bis
50 kgf/cm2, annähernd 1–5 MPa). Wenn der Preßdruck auf
einen hohen Druck über
490 N/cm2 (50 kgf/cm2)
erhöht
wird, kann die Glaszusammensetzung anfällig für Rißbildung und Brechen werden
oder die Presse selbst kann brechen. Wenn der Preßdruck auf
einen niedrigen Druck unter 98 N/cm2 (10
kgf/cm2) erniedrigt wird, kann es schwierig
werden, eine optische Fläche
zu erhalten, die der Oberfläche
der Preßform
entspricht.
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Innerhalb der oben genannten Bereiche
der Glasviskosität
(Temperatur) und des Preßdrucks
haftet das geformte Glas gut an der Preßform (dem dünnen Film).
Daher kann eine optische Fläche
erhalten werden, die genau der optischen Fläche des oben genannten Grundmaterials
der Preßform
entspricht.
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Es ist bevorzugt, daß der thermische
Ausdehnungskoeffizient der Glaszusammensetzung sich derjenigen der
Preßform
annähert.
Daher wird der thermische Ausdehnungskoeffizient der ersteren geeigneter
Weise zwischen 90 × 10–7/°C und 120 × 10–7/°C als mittlerer
Wert zwischen Raumtemperatur und der Glasübergangstemperatur eingestellt.
Falls zum Beispiel die Preßform
aus einem Material hergestellt ist, das aus hitzebeständigem Stahl
und einer Mehrzahl von hitzebeständigen
Keramiken ausgewählt
ist, kann der thermische Ausdehnungskoeffizient ungefähr von 100 × 10–7/°C bis 120 × 10–7/°C betragen
und im Fall von Calcium-Aluminosilicat-Glas ungefähr von 90 × 10–7/°C bis 100 × 10–7/°C.
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Die chemische Verstärkung durch
Alkaliionenaustausch für
die gepreßte
Glaszusammensetzung kann ausgeführt
werden durch Eintauchen des Glases in ein geschmolzenes Salz, das
ein Kaliumsalz enthält,
bei einer Temperatur, die gleich oder niedriger als die Glasübergangstemperatur
ist, bei der die thermische Verformung des Glases schwierig ist,
und die gleich oder höher
als der Schmelzpunkt des Natriumnitrats und/oder Kaliumnitrats ist,
und durch Ausführen
des Ionenaustausches während
mehrerer Stunden. Ein Substratglas für Aufzeichnungsmedien von Information
muß im
allgemeinen eine Dreipunkt-Biegefestigkeit nach der chemischen Verstärkung von
1500 kgf/cm2 oder mehr (ungefähr 147 MPa
oder mehr) haben. Im Gegensatz dazu ist in der vorliegenden Erfindung
ein Wert von 2000 kgf/cm2 oder mehr (ungefähr 196 MPa
oder mehr) bevorzugt in Hinblick auf eine weitere Verbesserung der
Festigkeit und der Leichtigkeit, das Glassubstrat zu handhaben.
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Wie oben angegeben, ist die erfindungsgemäße Glaszusammensetzung
ein Lithium-Natrium-Aluminosilicat-Glas und die Siliciumdioxidkomponente
ist wesentlich zur Bildung des Glases. Obwohl die Aluminiumoxidkomponente
auch zur Bildung des Glases zusammen mit der Siliciumdioxidkomponente
ist, ist sie notwendig zur Erhöhung
der Ionenaustauschrate während
der chemischen Verstärkung
und zur Verbesserung der Wasserfestigkeit des Glases nach der chemischen
Verstärkung.
Die Lithium- und Natriumkomponenten sind notwendig zur Erleichterung
des Schmelzens der Glasrohmaterialien, und sie sind wirksam bei
der Erniedrigung der Viskosität,
des Erweichungspunkts und der Glasübergangstemperatur der Glaszusammensetzung
bei hohen Temperaturen. Die Lithiumkomponente (Lithiumionen) insbesondere
ist wesentlich zur Bildung einer verdichteten Oberflächenschicht
in dem Glasgegenstand durch Ionenaustausch mit Natrium- und Kaliumionen
mit größerem Ionendurchmesser,
während
die Natriumkomponente (Natriumionen) wesentlich zur Verstärkung ist,
indem eine verdichtete Oberflächenschicht
in dem Glasgegenstand gebildet wird durch Ionenaustausch mit Kaliumionen
mit größerem Ionendurchmesser.
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Die Glaszusammensetzung enthält BaO und
ZrO2. BaO erleichtert das Schmelzen des
Glases, während
es auch die Viskosität,
den Erweichungspunkt und die Glasübergangstemperatur des Glases
bei hohen Temperaturen erniedrigt. Der thermische Ausdehnungskoeffizient
des Glases kann sich erhöhen,
was zu einer schlechten Wasserfestigkeit und Wetterbeständigkeit
führt,
wenn die oben erwähnten
Lithium-, Natrium- und anderen alkalischen Komponenten in dem Glas
in größeren Mengen
als erforderlich anwesend sind. Im Gegensatz dazu kann der thermische
Ausdehnungskoeffizient richtig eingestellt werden durch Erniedrigen
der Menge der alkalischen Komponenten und durch Einführen von
BaO stattdessen, wodurch die Wasserfestigkeit und Wetterbeständigkeit
verbessert werden. Außerdem
ist ZrO2 wirksam bei der Erhöhung der
Ionenaustauschrate während
der chemischen Verstärkung,
und es verbessert signifikant die Wasserfestigkeit und Wetterbeständigkeit
des Glases nach der chemischen Verstärkung.
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Die folgenden Komponenten sind in
der erfindungsgemäßen Glaszusammensetzung
enthalten. SiO2 ist die Hauptkomponente,
die das Glas bildet und, ausgedrückt
in Gewichtsprozent, im Bereich von 58–66% im Glas enthalten ist.
Wenn der Gehalt an SiO2 geringer als 58%
ist, kann die Glasbildung nicht länger einfach sein, eine Entglasung
kann leicht auftreten, und die Wasserfestigkeit des Glases nach
der chemischen Verstärkung
durch Ionenaustausch kann schlechter sein. Wenn der SiO2 Gehalt
66% übersteigt,
erhöht
sich die Schmelztemperatur des Glases und die Formgebungstemperatur
erhöht
sich, um das Glas zu formen, einschließlich des Vorformens und insbesondere
des Preßformens.
Obwohl Al2O3 eine
Komponente ist, die das Glas zusammen mit dem SiO2 bildet,
ist sie notwendig zur Erhöhung
der Ionenaustauschrate während
der chemischen Verstärkung
und zur Verbesserung der Wasserfestigkeit des Glases nach der chemischen
Verstärkung.
Al2O3 ist in der
Glaszusammensetzung im Bereich von 7–15% enthalten. Wenn der Gehalt
an Al2O3 niedriger
als 7% ist, können
die oben genannten vorteilhaften Wirkungen unzureichend werden.
Wenn der Gehalt an Al2O3 15% übersteigt,
erhöht
sich die Glasviskosität
und dadurch müssen
die Temperaturen des Vorformens und des Preßformens erhöht werden.
Zusätzlich
dazu, daß Li2O zur Durchführung der chemischen Verstärkung durch
Ionenaustausch wesentlich ist, ist es wesentlich zur Erleichterung
des Schmelzens und Formens des Glases bei relativ niedrigen Temperaturen;
es ist in dem Glas im Bereich von 4-7% enthalten. Wenn der Gehalt
an Li2O niedriger als 4% ist, erhöhen sich
die oben genannten Schmelzund Formungstemperaturen. Wenn der Gehalt
an Li2O 7% übersteigt, erniedrigt sich
die Glasviskosität
mehr als erforderlich ist, und die Wasserfestigkeit des Glases nach
der chemischen Verstärkung
durch Ionenaustausch kann schlecht werden. Ähnlich wie Li2O
ist Na2O wichtig zur Durchführung der
chemischen Verstärkung
durch Ionenaustausch, und es erleichtert das Schmelzen und Formen
des Glases. Zusätzlich
kann es preiswerter erhalten werden als andere Rohmaterialien der
Alkalimetallkomponenten. Na2O ist in dem
Glas im Bereich von 10–15%
enthalten. Wenn der Gehalt an Na2O geringer
als 10% ist, steigt die Glasviskosität an und dadurch müssen die
oben genannten Schmelz- und Formgebungstemperaturen erhöht werden.
Wenn der Gehalt an Na2O 15% übersteigt, erniedrigt
sich die Glasviskosität
unter diejenige, die erforderlich ist, und die Wasserfestigkeit
des Glases nach der chemischen Verstärkung durch Ionenaustausch
kann schlecht werden. K2O wird geeigneter
Weise so eingeführt,
wie es für
die Erhöhung
der Glasschmelzbarkeit und für
die Einstellung der Viskosität
und des thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Glases notwendig
ist. Außerdem,
wenn der Gehalt an K2O in dem Glas 3% übersteigt,
kann der thermische Ausdehnungskoeffizient übermäßig groß werden, was die Glasviskosität niedriger
als erforderlich werden läßt. Folglich
beträgt
der Gehalt an K2O in dem Glas 3% oder weniger.
MgO wird geeigneter Weise so eingeführt, wie es für die Erhöhung der
Glasschmelzbarkeit und für
die Einstellung der Viskosität
und des thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Glases notwendig
ist. Ähnlich
wie CaO bietet MgO den Vorteil, daß es preiswerter erhalten werden
kann als die Rohmaterialien der Alkalimetallkomponenten. Da jedoch
die Ionenaustauschrate erniedrigt wird, wenn MgO über 4% in
dem Glas enthalten ist, beträgt
der Gehalt an MgO 4% oder weniger. CaO ist auch eine Komponente,
die geeigneter Weise so eingeführt wird,
wie es für
die Erhöhung
des Glasschmelzbarkeit und für
die Einstellung von Viskosität
und thermischem Ausdehnungskoeffizienten des Glases notwendig ist.
Außerdem,
da die Ionenaustauschrate erniedrigt wird, wenn CaO über 4% in
dem Glas enthalten ist, beträgt
der Gehalt an CaO 4% oder weniger. BaO ist eine Komponente, die
zur Erhöhung
der Glasschmelzbarkeit und zur Erniedrigung der Flüssigphasentemperatur
des Glases wirksam ist. Zusätzlich
erniedrigt BaO die Formgebungstemperatur und erleichtert die Formung,
ohne den thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Glases übermäßig zu erhöhen, verglichen
mit den Alkalimetallkomponenten, wie Na2O
und K2O. Außerdem verschlechtert BaO nicht
die Wasserfestigkeit, verglichen mit den oben genannten Alkalimetallkomponenten.
BaO ist in dem Glas im Bereich von 1–10% enthalten. Wenn der Gehalt
von BaO unter 1% liegt, können
die oben genannten Funktionen und vorteilhaften Wirkungen unzureichend.
werden. Es besteht keine Notwendigkeit, daß BaO über 10% enthalten ist, im Gegenteil
neigt solch ein Gehalt von BaO dazu, den thermischen Ausdehnungskoeffizienten
des Glases zu erhöhen.
TiO2 ist eine Komponente, die geeigneter
Weise enthalten ist zur Einstellung der Viskosität und des thermischen Ausdehnungskoeffizienten
des Glases oder zur Verbesserung der chemischen Beständigkeit
des Glases nach der chemischen Verstärkung durch Ionenaustausch.
Die Glasviskosität
kann jedoch zu stark ansteigen, was zu schlechtem Schmelzen und
schlechter Formbarkeit des Glases führt, wenn der Gehalt an TiO2 in dem Glas 5% übersteigt. Daher beträgt der Gehalt
an TiO2 5% oder weniger. ZrO2 dient zur
Erhöhung
der Ionenaustauschrate und zur Verbesserung der Wasserfestigkeit
nach dem Ionenaustausch, und es ist in dem Glas im Bereich von 1–6% enthalten.
Wenn der Gehalt an ZrO2 geringer als 1%
ist, können
seine Funktionen und vorteilhaften Wirkungen unzureichend werden.
Der 6% übersteigende
Gehalt an ZrO2 ist nicht geeignet, da die
Glasviskosität
ansteigt und die Schmelz- und Formgebungstemperatur sich erhöht.
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Eine erste Glaszusammensetzung gemäß einer
ersten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
58–65%
SiO2; 10–15% Al2O3, 4–6%
Li2O, 10–13% Na2O,
0–3% K2O, 0–4%
MgO, 0–4% CaO,
0–2% SrO,
1–10%
BaO, 0–5%
TiO2 und 1–5% ZrO2.
Außerdem
hat die erste Glaszusammensetzung einen mittleren thermischen Ausdehnungskoeffizienten
zwischen 30°C
und der Glasübergangstemperatur
von 90 × 10–7/°C bis 120 × 10–7/°C. Eine zweite
Glaszusammensetzung gemäß einer
zweiten bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
59–66%
SiO2, 7–12%
Al2O3, 4–7% Li2O, 12–15%
Na2O, 0–3% K2O, 0–4%
MgO, 0–4%
CaO, 0–2%
SrO, 1–10%
BaO, 0–5%
TiO2 und 3–6% ZrO2.
Außerdem
beträgt
der mittlere thermische Ausdehnungskoeffizient zwischen 30°C und der
Glasübergangstemperatur
gemäß der zweiten
Glaszusammensetzung 100 × 10–7/°C bis 130 × 10–7/°C, und die
Glasübergangstemperatur
ist 481°C
oder niedriger.
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Die folgenden nicht einschränkenden
Beispiele veranschaulichen die vorliegende Erfindung. Tatsächlich veranschaulichen
die Beispiele A-1 bis A-13 die oben genannte erste Glaszusammensetzung,
und die Beispiele B-1 bis B-6 veranschaulichen die oben genannte
zweite Glaszusammensetzung.
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BEISPIELE A-1 bis A-13 &
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VERGLEICHSBEISPIELE A-1
bis A-5
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Jedes dieser Beispiele und Vergleichsbeispiele
wurde mit den folgenden Verfahren durchgeführt.
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Schmelzen des Glases
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Verschiedene Rohmaterialien wurden
gewogen und gemäß den Glaszusammensetzungen
von Tabelle 1 gemischt unter Verwendung von Quarzsand als Siliciumdioxidquelle,
Aluminiumoxid als Aluminiumoxidquelle, Lithiumcarbonat als Lithiumoxidquelle,
Natriumcarbonat als Natriumoxidquelle, Kaliumcarbonat als Kaliumoxidquelle,
Magnesiumoxid als Magnesiumoxidquelle, Calciumcarbonat als Calciumoxidquelle,
Bariumcarbonat als Bariumoxidquelle, Titandioxid als Titandioxidquelle
und Zirkonsand als Quelle für
Zirkoniumdioxid.
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Die gemischte Charge, die 3 kg Gewicht
der Glaszusammensetzung entspricht, wurde in einen 2 Liter Platin-Schmelztiegel
gefüllt.
Nach einem Vorschmelzen während
5 Stunden bei 1300°C
in einem Elektroofen, wurde sie während 5 Stunden bei 1450– 1480°C geschmolzen
unter Rühren
mit einem Rührer,
wonach die Temperatur erniedrigt wurde, gefolgt von einer Läuterung
während
2 Stunden bei 1300°C.
Der Schmelztiegel wurde dann aus dem Elektroofen entfernt, und die
Schmelze wurde in eine Kohlenstoffform gegossen, um einen Glasblock
zu erhalten. Der Glasblock wurde dann in einen auf 500–600°C vorgeheizten
Elektroofen gestellt und, nachdem das Heizen ausreichend lang aufrechterhalten
wurde, so daß der
Glasblock die Temperatur des Elektroofens erreicht hatte, wurde
er getempert.
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Messung der Glasviskosität
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Es wurde ein Stück des resultierenden Glases
abgeschnitten und wieder erhitzt und in einem Platin-Schmelztiegel
geschmolzen, gefolgt von einer Messung der Temperatur, bei der das
Glas eine Viskosität von
102 Poise aufwies (Schmelztemperatur), und
der Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 104 Poise
aufwies (Arbeitstemperatur), gemäß einem
bekannten Kugel-Aufzieh-Verfahren. Zusätzlich wurde ein Stück des Glases
ebenfalls abgeschnitten und erhitzt und zu einer vorbestimmten Faserform
geformt, gefolgt von einer Messung des Erweichungspunkts (d. h.
die Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 107,6 Poise
aufweist), und der unteren Entspannungstemperatur (d. h. die Temperatur,
bei der das Glas eine Viskosität
von 1014,5 Poise
aufweist). Eine Schmelztemperatur von 1450°C oder niedriger, eine Arbeitstemperatur von
1000°C oder
niedriger und ein Erweichungspunkt von 700°C oder niedriger sind in der
Erfindung als zufriedenstellend beurteilt worden.
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Außerdem wurde die Temperatur,
bei der das Glas eine Viskosität
von 1010 Poise (bevorzugte Preßtemperatur)
aufweist, bestimmt unter Verwendung von einem bekannten Viskosität-Temperatur
Vergleichsausdruck gemäß Fulcher,
log = A + B/(T – To)
(worin A, B und To Konstanten sind, η die Viskosität ist und
T die absolute Temperatur ist) von jeder der oben genannten Viskositäts- und
Temperatureigenschaften. Die oben genannte Preßtemperatur ist vorzugsweise
600°C oder
niedriger. Obwohl die untere Entspannungstemperatur nicht spezifiziert
ist, wird ein Pressen bei Temperaturen unter ihr unmöglich.
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Messung des mittleren
thermischenen Ausdehungskoeffizienten & der Glasübergangstemperatur
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Es wurde ein weiteres Stück des Glasblocks
abgeschnitten und zu einer vorbestimmten Stabform geformt, gefolgt
von einer Bestimmung der Glasübergangstemperatur
und des mittleren thermischen Ausdehnungskoeffizienten von Raumtemperatur
bis zur Glasübergangstemperatur
unter Verwendung eines Differentialthermoausdehnungsmeters. Ein
mittlerer thermischer Ausdehnungskoeffizient von 90 × 10–7/°C bis 120 × 10–7/°C wurde als
zufriedenstellend beurteilt.
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Ionenaustauschverstärkung und
Messung der Biegefestigkeit und Wasserfestigkeit
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Der Glasblock wurde abgetrennt und
poliert zu einer 50 mm auf 10 mm rechteckigen Platte mit einer Dicke
von 3 mm. Diese Glasplatte wurde einer Alkaliionenaustauschbehandlung
für eine
Verstärkung
durch Ionenaustausch unter folgenden Bedingungen unterworfen. In
den Beispielen A-1 bis A-13 und Vergleichsbeispielen A-1 bis A-3
wurden die Glasplatten durch Eintauchen während 4 Stunden in ein geschmolzenes
Salz, das aus 40% Natriumnitrat und 60% Kaliumnitrat bestand, bei
400°C behandelt.
In den Vergleichsbeispielen A-4 und A-5 wurden die Glasplatten durch
Eintauchen während
4 Stunden in ein geschmolzenes Salz, das aus 1001 Kaliumnitrat bestand,
bei 430°C
behandelt. Nach der Alkaliionenaustauschbehandlung wurde die Messung
der Dreipunkt-Biegefestigkeit gemäß JIS R 1601 durchgeführt, die
mit einem Biegefestigkeit-Testverfahren für feine Keramiken verwandt
ist. Wie vorher erwähnt
wurde, wurde eine Festigkeit von 196 MPa (2000 kgf/cm2)
oder darüber
als zufriedenstellend in der Erfindung beurteilt, obwohl im allgemeinen
eine Festigkeit von 147 MPa (1500 kgf/cm2)
gefordert wird.
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Die wie oben durch Ionenaustausch
verstärkte
Glasplatte wurde in 1 Liter reines Wasser bei 95°C getaucht und 40 Stunden darin
gehalten und dann entfernt, gefolgt von einer Bestimmung des Gewichtsverlusts (mg)
pro Einheit Oberfläche
(1 cm2) infolge dieses Eintauchens. Je geringer
der Gewichtsverlust ist, desto zufriedenstellender ist die Wasserfestigkeit
der Glasplatte. Tatsächlich
wurde ein Gewichtsverlust von 0,05 mg/cm2 oder
weniger als zufriedenstellend in der Erfindung beurteilt.
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Beurteilung der Glasformbarkeit
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Der Glasblock wurde in einen Platin-Schmelztiegel
gelegt, der mit einem Ausguß versehen
war. Nach dem Wiedererhitien und Entschäumen wurde der Ausguß auf die
Arbeitstemperatur oder darüber
erhitzt. Danach wurde jede Glaszusammensetzung in eine Form aus
dem Ende des Ausgusses getropft, um eine Vorglasplatte mit einer
oberen freien Oberfläche
und einer Größe von 20
mm Durchmesser und 5 mm Dicke herzustellen. Diese wurde dann zwischen
einem oberen und unteren Formteil aus Austenitstahl und mit optischen Flächen, die
mit einem Pt-Rh-Film
beschichtet waren, festgeklemmt, gefolgt von einem Heißpressen
bei 600°C während 10
Minuten unter einem Druck von 294 N/cm2 (30
kg/cm2), und anschließend ließ man sie auf 400°C abkühlen. Der
Druck wurde dann weggenommen, und man ließ das geformte Glas abkühlen, gefolgt
von einem Entfernen und Bewerten, wie folgt. Eine Oberflächenrauhigkeit,
wie sie durch das Abtaststiftverfahren bestimmt wird, von 4 nm oder
weniger wird im allgemeinen von einem Substratglas für Aufzeichnungsmedien
von Information verlangt. Daher bestanden Bewertungs standards aus
der Beurteilung, wonach eine Oberflächenrauhigkeit von 4 nm oder
weniger und die Abwesenheit von Kräuselungen und Sprüngen akzeptabel
sind (mit 0 angegeben) und wonach ein Defekt, wie eine Oberfächenrauhigkeit über 4 nm
oder die Anwesenheit von Kräuselungen
oder Sprüngen,
nicht akzeptabel ist (mit X angegeben), wie in Tabelle 2 gezeigt.
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Die Glaszusammensetzungen sind in
Tabelle 1 gezeigt, und jede der oben genannten Meßergebnisse ist
in Tabelle 2 gezeigt.
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Ergebnisse
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In den Beispielen A-1 bis A-13 waren
die thermischen Eigenschaften und die Formbarkeit des Glases sowie
die Biegefestigkeit und Wasserfestigkeit (Gewichtsverlust) des Glases
nach dem Ionenaustausch alle zufriedenstellend, und die Biegefestigkeit
insbesondere übertraf
bei weitem die gewünschte
Festigkeit d. h. 196 MPa (2000 kgf/cm2),
während
die Formbarkeit auch extrem gut war. Die Vergleichsbeispiele A-1
bis A-5 waren bei jeder oder einer Vielzahl der oben genannten thermischen
Glaseigenschaften und anderen Testergebnisse schlechter.
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BEISPIELE B-1 bis B-6 & VERGLEICHSBEISPIELE
B-1 bis B-3
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Jedes dieser Beispiele und Vergleichsbeispiele
wurde mit den folgenden Verfahren durchgeführt.
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Schmelzen des Glases
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Ein Glas wurde aus der in Tabelle
3 gezeigten chemischen Zusammensetzung erhalten unter Verwendung
desselben Verfahrens wie dem von Beispiel A-1.
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Messung der Glasviskosität
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Mit derselben Methode wie der von
Beispiel A-1 wurden die Temperatur (Schmelztemperatur), bei der das
Glas eine Viskosität
von 102 Poise aufweist, die Temperatur (Arbeitstemperatur),
bei der das Glas eine Viskosität
von 104 Poise aufweist, der Erweichungspunkt
(Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 107,6 Poise
aufweist) und die untere Entspannungstemperatur (Temperatur, bei
der das Glas eine Viskosität
von 1014,5 Poise aufweist gemessen. Außerdem wurde
die Temperatur, bei der das Glas eine Viskosität von 1010 Poise
aufweist (bevorzugte Preßtemperatur),
unter Verwendung derselben Methode wie der von Beispiel A-1 bestimmt. Ähnlich wie
in Beispiel A-1 wurden eine Schmelztemperatur von 1450°C oder niedriger,
eine Arbeitstemperatur von 1000°C
oder niedriger und ein Er weichungspunkt von 700°C oder niedriger als zufriedenstellend
beurteilt. Die oben genannte Preßtemperatur ist vorzugsweise
600°C oder
niedriger.
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Messung des mittleren
thermischen Ausdehnungskoeffizienten und der Glasübergangstemperatur
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Die Glasübergangstemperatur und der
mittlere thermische Ausdehnungskoeffizient von Raumtemperatur bis
zur Glasübergangstemperatur
wurden unter Verwendung derselben Methode wie der von Beispiel A-1 bestimmt.
In den Beispielen B-1 bis B-6 und den Vergleichsbeispielen B-1 bis
B-3 wurde eine Glasübergangstemperatur
von 481°C
oder niedriger als zufriedenstellend beurteilt, während ein
thermischer Ausdehnungskoeffizient von 100 × 10–7/°C bis 130 × 10–7/°C als zufriedenstellend
beurteilt wurde.
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Herstellung eines ionenausgetauschten
Glases und Messung der Biegefestigkeit und Wasserfestigkeit
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Der Glasblock wurde abgetrennt und
poliert, um eine hochglanzpolierte Oberfläche zu haben, wodurch eine
50 mm auf 10 mm rechteckige Testprobe mit einer Dicke von 3 mm zum
Prüfen
der Biegefestigkeit und eine 50 mm auf 20 mm rechteckige Testprobe
mit einer Dicke von 3 mm zum Prüfen
der Wasserfestigkeit erhalten wurden. Jede Probe wurde in eine Alkaliflüssigkeit
für eine
Ionenaustauschbehandlung getaucht. Die Bedingungen dieser Behandlung
werden unten beschrieben.
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Ionenaustauschflüssigkeit: Geschmolzenes Salz,
bestehend aus 40% Natriumnitrat und 60% Kaliumnitrat (1001 Kaliumnitrat
wurde für
das Natron-Kalk-Glas von Vergleichsbeispiel B-3 verwendet);
Eintauchtemperatur:
Glasübergangstemperatur
(°C) × 0,8, und
Eintauchzeit: 2 Stunden.
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Nach der Ionenaustauschbehandlung
wurde die Probe aus der Alkaliflüssigkeit
entfernt, abkühlen
gelassen und gewaschen, gefolgt von der Messung der Biegefestigkeit
und der Wasserfestigkeit. Diese entsprechenden Bedingungen sind
unten angegeben.
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Biegefestigkeitsmessung: Dreipunkt-Biegefestigkeit
gemäß JIS R
1601 in derselben Weise wie in Beispiel A-1. Der in Tabellen 3 und
4 gezeigte Festigkeitswert in MPa oder (kgf/cm2)
stellt den Mittelwert von zehn Proben dar (Standardabweichung: etwa ± 19,6
MPa (1200 kgf/cm2)).
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Obwohl die Festigkeit von 1500 kgf/cm2 (etwa 147 MPa) oder darüber im allgemeinen gefordert
wird, wurde eine Festigkeit von 2000 kgf/cm2 (etwa
196 MPa) oder darüber
als zufriedenstellend beurteilt, wie oben erwähnt.
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Beurteilung der Wasserfestigkeit:
Die Probe wurde in Wasser unter denselben Bedingungen wie in Beispiel
A-1 getaucht, gefolgt von einer Messung des Gewichtsverlusts (mg)
je Einheit Oberfläche
(1 cm2). Ein Gewichtsverlust von 0,05 mg/cm2 oder darunter wurde als zufriedenstellend
beurteilt.
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Glasformbarkeit
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Das Glas wurde in derselben Weise
wie in Beispiel A-1 gepreßt,
gefolgt von einer Beurteilung gemäß denselben Standards von Beispiel
A-1.
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Die Glaszusammensetzungen und jede
der oben genannten Meßergebnisse
sind in den Tabellen 3 und 4 gezeigt.
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Ergebnisse
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In den Beispielen B-1 bis B-6 waren
die thermischen Eigenschaften einschließlich des thermischen Ausdehnungskoeffizienten,
der Glasübergangstemperatur
und dem Erweichungspunkt alle innerhalb der bevorzugten Bereiche,
die chemische Verstärkung
konnte bei einer niedrigen Temperatur durchgeführt werden und der Grad der
Verstärkung
und die Wasserfestigkeitsleistung des verstärkten Glases waren zufriedenstellend.
Der Grad der Verstärkung
und die Wasserfestigkeit der Vergleichsbeispiele B-1 und B-2 waren
schlechter. In Vergleichsbeispiel B-3 (Natron-Kalk-Glas) war die
Glasübergangstemperatur
hoch, und die Formbarkeit war schlechter.