DE596355C - Verfahren und Blindstichnaehmaschine zur Herstellung von Umstechnaehten an Kleidungsstuecken - Google Patents
Verfahren und Blindstichnaehmaschine zur Herstellung von Umstechnaehten an KleidungsstueckenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D05B1/00—General types of sewing apparatus or machines without mechanism for lateral movement of the needle or the work or both
- D05B1/24—General types of sewing apparatus or machines without mechanism for lateral movement of the needle or the work or both for making blind-stitch seams
-
- D—TEXTILES; PAPER
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Description
- Verfahren und Blindstichnähmaschine zur Herstellung von Umstechnähten an Kleidungsstücken Die beim Zusammennähen der Teile von Kleidungsstücken von den Nähten frei gelassenen Stoffkanten fransen beim Tragen nach kurzer Zeit aus, was in den Fällen, bei denen keine Futterstoffe verwendet werden, nicht nur unschön wirkt, sondern auch durch Hängenbleiben der ausgefransten Fasern an den übrigen Kleidungsstücken sich unliebsam bemerkbar macht.
- Insbesonders bei Damenbekleidungsstücken, wie Mänteln, Kostümen, Röcken und Blusen, werden daher diese von den Nähten freigelassenen .Stoffkanten sauber gemacht, indem sie von Hand ausgezackt oder bei besserer Garderobe umstochen werden.
- Dieses Umstechen der Stoffkanten, welches als einendeln, überwendeln oder überwendlichen bezeichnet wird, ist nicht nur sehr umständlich und zeitraubend, sondern erfordert auch geübte Arbeitskräfte, da die Naht leicht zusammengezogen werden kann und dadurch Falten entstehen können, was insbesonders bei zu überwendelnden gekrümmten Stoffkanten eintreten kann.
- Besonders schwierig wird das Umstechen oder Einendeln bei feinen, lockeren Stoffen aus Seide, bei Chiffon- oder Georgettestoffen, die der Umstechnaht geringen Halt bieten.
- Zweck der vorliegenden Erfindung ist, diese Umstechnähte maschinell auszuführen und dadurch diese Arbeit nicht nur rascher, sondern auch sauberer und gleichmäßiger zu leisten, als dies mit der Handarbeit möglich ist. Erreicht wird dies erfindungsgemäß dadurch, daß das Kleidungsstück mit den zu umstechenden einfachen oder doppelten Stoffkanten auf eine elastische Stoffunterlage aufgebracht und mit dieser durch eine Blindstichnähmaschine (Pikiermaschine) transportiert wird, deren Stoffdrücker und Stoffbiegescheibe das Anheben beider Stoffe in der Weise zu bewerkstelligen gestatten, daß nur der zu umstechende Auflagestoff von der Nadel erfaßt und über den elastischen Unterlagstoff genäht wird.
- Der elastische Unterlagstoff, durch welchen auch bei ganz dünnen Stoffgeweben eine feine und trotzdem leichte Einstellbarkeit des Nadeleinstiches erreicht wird und der in Form eines endlosen Bandes in Vorschubrichtung durch die Blindstichnähmaschine geführt wird, soll möglichst aus kurzfaserigem Material, zweckmäßig aus Filz o. dgl., bestehen.
- Die Führung des elastischen Unterlagstoffes beim Maschinendurchgang kann auch durch eine Seitenkantenführung unterstützt werden. Hierzu können feste oder einstellbare, sich gegen die Kanten legende oder diese übergreifende, gegebenenfalls bewegliche Teile vorgesehen werden.
- Blindstichüberwendlichnähte an sich sind besonders in der Schuhfabrikation bekannt; ebenso ist es nicht mehr neu, bei Nähmaschinen mit Bogennadeln zum Schutze der letzteren eine weiche Stoffunterlage vorzusehen. Diese bekannten Mittel dienen jedoch zur Lösung einer von der vorliegenden ganz verschiedenen Aufgabe. Auf der Zeichnung ist in den Abb. i und 2 die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens an den hier in Betracht kommenden Teilen einer Blindstichnähmaschine in zwei zueinander senkrechten Schnitten mit teilweiser Ansicht veranschaulicht, wobei die Abb. i einen Schnitt nach der Linie A-B von Abb. 2 darstellt.
- In den Abb. 3 und ¢ ist in Seitenansicht und Grundriß eine mit der Einrichtung gemäß der Erfindung ausgerüstete Blindstichnähmaschine veranschaulicht.
- Hierbei ist mit a der elastische, endlos durch die Blindstichnähmaschine geführte Unterlagstoffstreifen und mit b der an der Stoffkante zu umstechende Auflagestoff bezeichnet.
- Beide Stoffe werden durch den Stoffdrücker c und die Biegescheibe cl jeweils derart in den Ausschnitt der Stichplatte d eingeführt, daß die Nadel e nur jeweils den Stoff b umsticht, dagegen die elastische - Stoffunterlage a nur tangential berührt. Das Vorbeistreichen der Nadel e an der Stoffunterlage wird dadurch erleichtert, daß letztere elastisch ist und eine bestimmte Dicke aufweisen muß.
- Zweckmäßig wird die elastische Stoffunterlage aus kurzfaserigem Material, beispielsweise aus Filz, hergestellt, so daß für den Fall, daß die Nadel bei etwaiger ungenauer Einstellung der Biegescheibe c'- stellenweise in Oberflächenteile des Unterlagstoffes eindringen sollte, sie in demselben keine Naht bewirken kann, sondern daß die kurzen Fasern dieses Stoffes dies verhindern.
- Wenn daher der zu umstechende Stoff b nach dem Durchgang durch die Maschine von der elastischen Unterlage abgenommen wird, so werden einfach die von der Naht gefaßten kurzen Fasern mit herausgezogen, ohne daß die Naht selbst irgendwie beeinträchtigt wird.
- Die Überwendelnaht kann auch etwas innerhalb der Stoffkante ausgeführt werden, in welchem Falle nach dem Anbringen der Naht die äußere Stoffkante einige Millimeter, d. h. bis zur Naht, abgeschnitten wird.
- Zweckmäßig wird die Überwendelstoffnaht von links ausgeführt, indem man den Einschlag an der linken Seite des Stoffes zuvor aufzeichnet, worauf dann die Naht noch aufgebügelt werden kann.
- Da dem Unterlagstoff a vorteilhaft, wie aus Abb. 3 und 4 hervorgeht, die Form eines endlosen Bandes gegeben wird, das dauernd über den Stofftragarm f oder auch über diesen und um den Tisch g geführt wird, so sind vorteilhaft, um ein Verschieben oder Abrutschen des Stoffes zu vermeiden, Führungseinrichtungen neben der Stoffauflage 1a vorgesehen, welche im wesentlichen aus die Kanten der Unterlage a übergreifenden, geeigneten Teilen i bestehen, die ver- und feststellbar auf einer Stange k angeordnet sind.
- Die Befestigung dieser Stange kann an der Auflage 1a, am Stofftragarm oder in sonst geeigneter Weise erfolgen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Umstechnähten an Kleidungsstücken, dadurch gekennzeichnet, daß das Kleidungsstück mit den zuumstechenden einfachen oder doppelten Stoffkanten auf eine elastische Stoffunterlage aufgebracht und mit dieser durch eine Blindstichnähmaschine (Pikiermaschine) transportiert wird, deren Stoffdrücker und Stoffbiegescheibe das Anheben beider Stoffe in der Weise zu bewerkstelligen gestatten, daß nur der zu umstechende Auflagestoff von der Nadel erfaßt und über den elastischen Unterlagstoff genäht wird. -,. Blindstichnähmaschine zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein elastischer Unterlagstoff in Form eines endlosen Bandes in Vorschubrichtung durch die Blindstichnähmaschine geführt wird. 3. Blindstichnähmaschine nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterlagstoff beim Durchgang durch die Maschine an den Seitenkanten geführt wird. 4. Blindstichnähmaschine nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die starr oder elastisch erfolgende Führung der Unterlagstoffkanten aus dieselben übergreifenden oder daran abrollenden ver- und feststellbaren, an einer Tragstange angeordneten Nasen, Stäben, Winkelstücken oder Rollen besteht. 5. Blindstichnähmaschine nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der elastische Unterlagstoff aus kurzfaserigem Material, zweckmäßig aus Filz o. dgl., besteht.
Priority Applications (1)
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| DE596355C true DE596355C (de) | 1934-05-03 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE596355C (de) |
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1932
- 1932-10-27 DE DEST50010D patent/DE596355C/de not_active Expired
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