DE590085C - Verfahren und Maschine zum Benaehen von Florgewebekanten - Google Patents
Verfahren und Maschine zum Benaehen von FlorgewebekantenInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
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Description
- Verfahren und Maschine zum Benähen von, Florgewebekanten Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren, um Überwendlichnähte herzustellen, die zum Abnähen der Kanten von Florgeweben, z. B. von Bettvorlagen, Teppichen usw., dienen, die auf der Vorderseite mit einem Flor von vorstehenden Fäden, Haaren o. dgl. besetzt sind, wie dies beispielsweise bei Plüschteppichen der Fall ist.
- An und für sich sind derartige Nähte bekannt, jedoch pflegten bei den bekannten Nähten dieser Art die Fadenlegungen in einer Breite von etwa 5 bis to mm auf der Florseite freizuliegen, derart, daß die Fadenlegungen den Fadenflor in der Breite der Fadenlegung niederdrücken und hierdurch darüber sichtbar wurden, was für das gute Aussehen des Teppichs sehr störend war. Ein weiterer -Nachteil der bekannten Fadenlegung bestand darin, daß beim Nebeneinanderlegen und gegebenenfalls Zusammennähen mehrerer zusammengehöriger Stücke mit derart abgenähten Rändern zu einem großen Teppich die Stoßränder zweier Teppiche einen Streifen mit flachgelegtem Flor aufwiesen, so daß man überhaupt einen zusammengesetzten Teppich mit gleichmäßig vorstehendem Flor gar nicht erhalten konnte.
- Der-'besondere Vorzug des neuen Verfahrens besteht nun darin, daß die Fadenlegungen der Kanteneinfassung auf der Florseite unsichtbar sind und die Florhaare nicht niederdrücken, so daß man jetzt auch in der Lage ist, mehrere so benähte Teppichteile aneinanderstoßen zu lassen, ohne einen sichtbaren Streifen niedergedrückter Florhaare sichtbar werden zu lassen.
- Gemäß dem neuen Verfahren soll die Nadel parallel oder annähernd parallel zu der Grundstofffläche dicht über seiner Florseite, und zwar innerhalb der Florhaare eintreten, so daß die Fadenlegung nur auf der Rückseite sichtbar, auf der Florseite dagegen unsichtbar ist.
- Das Verfahren kann nun so ausgeübt werden, daß die einzufassende Grundstoffkante an der Einstichstelle der Nadel parallel oder annähernd parallel zur Nadel abgebogen wird.
- Die nach dem neuen Verfahren hergestellte Naht besteht aus auf der Florseite des Grundstoffes befindlichen Fadenlegungen, die innerhalb der Floraußenfläche zwischen den Florhaaren liegen und nicht über sie hinweglaufen.
- Erfindungsgemäß sollen die zur Führung des Wefkstückes dienenden beiden Vorschubkessel kegelförmige Mantelflächen aufweisen, derari, daß das Werkstück an der Stichbildestelle zwischen entgegen der Nadeleinstichrichtung schräg verlaufenden Kantenflächen gefaßt wird. Weiterhin sind diese Mantelflächen mit einer fischschuphenartigen Zahnung besetzt, die nach oben gegen die Nadel gerichtet ist und ein Abwärtsgleiten der Stofffläche verhindert.
- Endlich ist über dem durch die beiden Vorschubkessel gebildeten Spalt zur Aufnahme des Werkstückes ein Führungsstück mit Leitfläche eingebaut, das den Werkstückrand parallel oder annähernd parallel zu der Nadel abbiegt.
- Eine Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens sowie Naht sind in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt; es zeigen: Fig. i eine Überwendlichnähmaschine mit Vorschubkesseln in teilweise geschnittener Seitenansicht, Fig. 2 die Vorschubkessel von oben bei weggelassenem Führungsstück und Kettelzunge, Fig.3 die Vorschubkessel von oben bei eingezeichnetem Führungsstück nebst Kettelzunge, Fig.4 in schaubildlicher Darstellung die Naht in größerem Maßstab, Fig.5 das Zusammenarbeiten der in Frage kommenden Teile.
- Die zur Durchführung des neuen Verfahrens bestimmte Überwendlichnähmaschine besteht bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel im wesentlichen aus dem Maschinengestell i, den beiden Vorschubkesseln a und 3, der Nadel 4 und dem Greifer 5, der in bekannter Weise mit der Nadel -t zusammenarbeitet und eine Überwendlichnaht herstellt. Der eine Vorschubkessel 3 ist bei 6 schwingend aufgehängt und kann zwecks Einführung eines mit Florhaaren besetzten Werkstückes 7 nach außen geschwungen werden, so daß ein Spalt 9 (Fig. i) entsteht.
- Diese Fig. i sowie die Fig. 5 lassen erkennen, daß die Vorschubkessel 3 und 2 mit kegeligen Mantelflächen ausgebildet sind, so däß entgegen der Nadeleinstichrichtung schräg verlaufende Eingriffsflächen entstehen, die das Werkstück 7 in der in Fig. 5 dargestellten Schräglage einspannen. Diese Figur zeigt ferner, daß über dein Spalt 9 (Fig. i) ein Führungsstück i i (Fig. 3 und 5) einer gekrümmten Innenfläche 12 eingebaut ist, die als Widerlager beim Einstechen der Nadel 4 in das Werkstück 7 dienend, dessen Rand parallel oder annähernd parallel zur Nadel ¢ abbiegt, wodurch ein sicheres Einstechen der Nadel 4 dicht unter der nach unten gekehrten Florseite des Grundstoffes und innerhalb der Florhaare und eine bessere Schleifenlegung erreicht wird, Ferner ist über dem Führungsstück i i eine Kettelzunge 13 angeordnet, die in bekannter Weise zur Bildung der Naht herangezogen wird. Diese Kettelzunge 13 wird von einem an dem Maschinengestell i befestigten Arm 14 getragen.
- Die Fig. 4 zeigt die Naht und gleichzeitig das Einstechen der Nadel 4 in das Werkstück 7. Hierbei läuft der Nadelfaden 15 durch den Stichkanal 2o. Die auf der nach oben gekehrten Rückseite des Werkstückes heraustretende Nadelfadenschleife 16 wird nun mit Hilfe des Greifers 5 über die Rückseite des Werkstücks 7 gelegt und nach seiner Kante 17 geführt. In die Nadelfadenschleife 16 tritt der Greifer 5 mit seinem Faden 18 ein, in dessen Schleife i9 die Nadel 4 beim nächsten Einstich eintritt, so daß der Nadelfaden 15 und der Greiferfaden 18 an der Kante 17 und bei 21 verriegelt werden.
- Die Bewegungen des Greifers 5 und das Zusammenarbeiten des Greifers 5 mit der Nadel 4. erfolgen in bekannter Weise und sind darum nicht näher beschrieben.
- Wie die Fig. i und 5 erkennen lassen, sind die kegeligen Mantelflächen der Vorschubkessel 2, 3 mit einer fischschuppenartigen Zahnung io versehen, die nach oben gegen die Nadel 4 gerichtet ist und ein Abwärtsgleiten der Stofffläche verhindert.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Benähen von Florgewebekanten mit einer überwendlichnaht, wobei der Faden auf der Florseite des Gewebes unter der Floroberfläche geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Nadel, von der geschnittenen Außenkante her auf der Florseite des Werkstücks eintretend, parallel oder annähernd parallel zur Grundstofffläche und dicht über ihr geführt und von der Florseite nach der Rückseite durch den Grundstoff gestochen wird.'
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der geschnittene äußere Stoffrand des entgegen dem Nadelhub schräg zur waagerechten Nadelebene zugeführten Teppichs ar der Einstichstelle der Nadel entgegen dein Nadelhub und parallel oder annähernd parallel zur Nadel abgebogen wird.
- 3. Nähmaschine zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelflächen des zur Führung des Werkstücks (7) dienenden Vorschubkesselpaares (2, 3) so kegelförmig gestaltet sind, daß das Werkstück an der Stichbildestelle zwischen entgegen der Nadeleinstichrichtung schräg verlaufenden Eingriffsflächen gefaßt wird.
- 4. Nähmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die kegeligen Mantelflächen der Vorschubkessel (2, 3) mit einer fischschuppenartigen Zähnung (io) versehen sind, die nach oben gegen die Nadel (4) gerichtet ist und ein Abwärtsgleiteri der Stofffläche verhindert. 5: Nähmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß über dem durch die beiden Vorschubkessel (2, 3) gebildeten, schräg gegen die Nadeleinstichstelle hin laufenden Spalt (9) zur Aufnahme des Werkstücks (7) ein Führungsstück (11) mit einer Leitfläche (12) eingebaut ist, das zum Umbiegen des Werkstückes und gleichzeitig als Auflage für die Kettelzunge dient.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE590085C true DE590085C (de) | 1933-12-22 |
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|---|---|---|---|
| DE1930590085D Expired DE590085C (de) | 1930-08-26 | 1930-08-26 | Verfahren und Maschine zum Benaehen von Florgewebekanten |
Country Status (1)
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