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Die Verwendung einer Eisen-Aluminium-Arsen-Legierung Die Erfindung
bezieht sich auf die Verwendung von Legierungen für die Herstellung von elektrischen
Apparaten.
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Es sind Eisen-Silicium-Legierungen als Kernmaterial für elektrische
Apparate; wie Transformatoren, verwendet worden. Wenn aber mehr als 4°/a Silicium
verwendet wurde, so wird die Legierung brüchig und läßt sich schwer walzen und ausstanzen.
Infolgedessen ist die verwendbare Siliciummenge beschränkt. Es ist jedoch wesentlich
für die Herstellung von magnetischen Werkstoffen, daß diese einen hohen elektrischen
Widerstand aufweisen, so daß , die Wirbelstromverluste klein werden. Es sind auch
Eisen-Aluminium-Legierungen verwendet worden, weil Aluminium sehr wirkungsvoll den
elektrischen Widerstand eines Eisens vergrößert; aber da die Menge dieses Elementes,
die sich dem Eisen beigeben läßt, infolge von Schwierigkeiten bei der Schmelzung
beschränkt ist, sind Eisen und Aluminium enthaltende Legierungen mit den erwünschtesten
magnetischen Eigenschaften schwer durch wirtschaftliche Verfahren herstellbar.
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Die Hauptaufgabe der Erfindung ist die Erzeugung einer geschmeidigen
(duktilen) Legierung, die einen hohen elektrischen Widerstand und niedrige elektrische
Kernverluste aufweist. Sie besteht darin, daß eine magnetische Legierung erzeugt
wird, die Eisen als größere Bestandteilmengen sowie Aluminium und Arsen als kleinere
Bestandteihnengen enthält.
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Bei der Ausführung der Erfindung wird das Eisen in einem metallurgischen
Ofen, z. B. einem elektrischen Induktionsofen, geschmolzen, der auf einer Temperatur
von etwa 1425 bis z6oo ° C gehalten wird. Bei dieser Temperatur kann Arsen dem geschmolzenen
Eisen entweder als metallisches Arsen oder Ferroarsen beigegeben werden, oder es
kann dadurch eingeführt werden, daß man einen Strom von Arsendampf oder Arsenhydridverbindungen
in das geschmolzene Eisen einleitet.
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Nach Auflösung des Arsens im. geschmolzenen Eisen wird Aluminium beigegeben,
und zwar entweder als reines Aluminium oder als eine Eisenlegierung des Aluminiums.
Es können zwar auch Arsen und Aluminium dem geschmolzenen Eisen zu gleicher Zeit
beigegeben werden, doch ist es vorzuziehen, das Arsen dem Eisen vor Beigabe des
Aluminiums zuzufügen, weil gefunden wurde, daß dann etwaige Oxyde im geschmolzenen
Eisen
mit dem Arsen sich zu Arsenoxyden verbinden, die sich bei den herrschenden Temperaturen
verflüchtigen und entfernt werden, so daß sehr wenig Sauerstoff verbleibt, der mit
dem Aluminium in Reaktion eintreten könnte. Bei gleichzeitiger Zugabe von Arsen
und Aluminium zum geschmolzenen Eisen ist wesentlich, daß das geschmolzene Eisen
zuvor sorgsam durch Zugabe einer kleinen Menge eines Desoxydationsmittels, wie Kohlenstoff,
Silicium oder Calcium-Silicium-Verbindungen, desoxydiert wird.
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Die in der beschriebenen Weise erzeugte Legierung kann dann in Barren
beliebiger Gestalt gegossen und dann zu Stäben oder Blechen in üblicher Weise ausgewalzt
werden.
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Die Mengen des zugefügten Arsens und Aluminiums hängen von den erstrebten
magnetischen und mechanischen Eigenschaften ab. Sie schwanken zwischen o,= bis 6°/,
Arsen und o,= bis 12°/o Aluminium.
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Die Menge des verwendeten Arsens hängt von Sättigungswert, Permeabilität,
Kernverlust und Widerstandsziffer für die Legierung ab und auch von der Menge des
verwendeten Aluminiums. Braucht man einen hohen Sättigungswert, so ist eine kleine
Menge, z. B. nicht über o,5 °/,, ausreichend. Die Wirkung des Arsens in derLegierung
ist eine Herabsetzung des Schmelzpunktes des Eisens und Erhöhung seiner Dünnflüssigkeit
und damit ein Ausgleich für die Wirkung des Aluminiums, das das Bestreben hat, die
Legierung im geschmolzenezi Zustand sehr zähflüssig zu machen. Wenn weniger als
0,i°/0 Arsen verwendet wird, so hat es keine merkliche Einwirkung auf den Schmelzpunkt
des Eisens. Werden mehr als 60/, benutzt, so können aus der Legierung hergestellte
Bleche nur mit großer Schwierigkeit gewalzt werden, weil die Einzelplatten während
des Walzens in Stapelform aneinanderbacken.
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Zweckmäßig verwendet man o,25 bis 30/0
Arsen zur Erzeugung einer
Legierung mit wertvollen magnetischen Eigenschaften. Es kann auch eine Legierung
mit hohem elektrischem Widerstandsvermögen und geringem Kernverlust in den Grenzen
von o,2 bis 6°/, Arsen erzeugt werden.
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Die Menge des verwendeten Aluminiums hängt allgemein von dem verlangten
elektrischen Leitvermögen ab. Die Brüchigkeit und die Widerstandsziffer der Legierung
wachsen mit dem Aluminiumgehalt. Es zeigte sich bei weniger als o,=°/, Aluminium
keine merkliche Einwirkung auf die physikalischen und magnetischen Eigenschaften
der Legierung, während bei mehr als i2 °/, die Legierung so brüchig wird,' daß sie
sich praktisch nicht schmieden läßt. Legierungen mit einem Gehalt von o,= bis 6°/,
Aluminium zeigten hohe Widerstandsziffer und zufriedenstellende physikalische Eigenschaften.
Vorzugsweise werden 2 bis q.°/, Aluminium verwendet. Eine Legierung mit einem Gehalt
von Arsen und Aluminium in den angegebenen Grenzen ist. dehnbar (duktil) und nicht
porös; sie ist im geschmolzenen Zustand sehr flüssig und läßt sich leicht gießen.
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Ist die Legierung in der geschilderten Weise gegossen und gewalzt,
so wird sie dann zwecks Verbesserung der magnetischen Eigenschaften geglüht. Ein
geeignetes Glühverfahren besteht darin, daß man die Walzbleche auf Temperaturen
von goo bis 1400' C in der Luft, in einer neutralen Atmosphäre oder in Wasserstoff
für i bis 48 Stunden erhitzt und dann im Ofen kühlt.
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Für die Herstellung von lamellierten Kernen für elektrische Apparate,
wie Transformatoren, ist es vorzuziehen, das Blech in der Luft, in einer neutralen
Atmosphäre oder in Wasserstoff während mehrerer Tage auf einer Temperatur von goo
bis 400' C zu glühen. Der Werkstoff wird dann im Ofen gekühlt und die Lamellen werden
ausgestanzt, wonach der Werkstoff für die gleiche Zeitdauer bei einer Temperatur
von 70o bis 80o ° C geglüht wird.
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Die.bevorzugte Legierung hat bei geeigneter Vergütungsbehandlung ganz
außerordentlich gute magnetische Eigenschaften; beispielsweise zeigte eine Legierung
mit 2,19°/o Aluminium und 2,1q.0/, Arsen, Rest reines Eisen in Gestalt von gewalztem
Blech-einen Kernverlust von annähernd =,o Watt/kg bei einer Induktion von =o ooo
Gauß bei 6o Perioden/Sek. Die physikalischen und elektrischen Eigenschaften einer
Legierung dieser Zusammensetzung, die zu Blech ausgewalzt. und ausgeglüht war, ergibt
die nachfolgende afel:
Die verwendeten magnetischen Legierungen sind Eisen-Silicium-Legierungen-wegen ihrer
größeren Dehnbarkeit und geringen Brüchigkeit überlegen. Sie besitzen weiter höhere
magnetische Permeabilität, höheren Widerstand und geringeren Kernverlust als diese.
Da sie außerdem nicht so hart sind, wie Eisen-Silicium-Legierungen,. werden die
Ausstanzvorgänge erleichtert und dadurch die Lebensdauer der Stanzwerkzeuge verlängert.
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Da weiter Arsen als Reinigungsmittel der im flüssigen Zustand befindlichen
Legierung «wirkt, weil es reit den Oxyden und nichtmetallischen
Einflüssen
Verbindungen bildet, die entfernt werden, ist die Überlegenheit der verwendeten
Legierung noch erhöht. Aluminium ist ein wichtiger Bestandteil der verwendeten Legierung,
weil Bleche aus Eisen-Arsen-Legierungen allein das Bestreben haben, aneinander anzubacken,
wenn mehrere in Gestalt von Paketen in heißem Zustand gewalzt werden.
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Die angegebenen Beispiele sollen nicht als Beschränkungen der Erfindung
aufgefaßt werden. Es ist klar, daß die Legierung auch eine kleine Menge von Verunreinigungen,
wie Kohlenstoff, Silicium, Schwefel, Phosphor oder Phosphorverbindungen, enthalten
kann.
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Wünschenswert ist jedoch, daß die Menge von magnetisch schädigenden
Verunreinigungen unter o,o2 °/° beträgt. Es kann Elektrolyt-Eisen oder ein hochwertiges
Handelseisen verwendet werden. Andere Verunreinigungen können vorhanden sein, vorausgesetzt,
daß sie nicht magnetisch schädigend wirken.