DE58780C - Schlagstempelpresse für Formsteine - Google Patents
Schlagstempelpresse für FormsteineInfo
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- B28B5/00—Producing shaped articles from the material in moulds or on moulding surfaces, carried or formed by, in or on conveyors irrespective of the manner of shaping
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8O: Thon- und Steinwaaren-'Industrie.
Schlagstempelpresse für Formsteine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom g. November 1890 ab.
, Die Fabrikation von Bimssandsteinen im Neuwieder Becken hat sich in dem kurzen
Zeitraum von 30 Jahren zu einer bedeutenden Industrie herausgearbeitet. Es werden jährlich
ca. 125 Millionen Steine in verschiedenen Formaten und ca. 2 Millionen Kaminröhren
gefertigt, bis jetzt aber nur durch Handbetrieb. Verschiedentlich hat man versucht, Maschinenpressen
zur Fabrikation zu verwenden. Die eigenthümliche Beschaffenheit des Bimssandes
lä'fst jedoch ein Pressen desselben nicht' zu. Bimssand oder Bimsstein ist vulkanisch und
eine glasige, schaumige Masse. Er ist sehr porös und leicht, verbindet sich gern und mit
Leichtigkeit mit Aetzkalk. Ein Pressen desselben ist unmöglich wegen der Vefschiedenartigkeit
seines Vorkommens und seiner Formen, bald als dünner Sand, bald als' grofses Korn
bis zu ι bis 2 ecm Gröfse.
Verschiedene Schlagmaschinen, die zum Gebrauch empfohlen wurden , . bewährten sich
nicht und liefsen keine praktische rentable Verwerthung zu. Die im Jahre 1879 patentirte
Maschine No. 7849 zur Herstellung von Schwemmsteinen lieferte zwar die gleich guten
Steine, wie durch Handarbeit erzeugt, jedoch leistete sie nicht mehr, wie ein Handarbeiter bei
gleicher Anstrengung. Die bisherige Fabrikation besteht in einem Füllen der Formen mit Mörtel
(9 Gewichtstheile Bimssand, 1 Theil gelöschter Kalk und Wasser) und dem Schlagen desselben
mit einer Platte, bis ca. das 1 ]/2 fache Volumen
Mörtel bis zu 2/3 desselben zusammengeprefst ist.
Die Fabrikation der Bimssandsteine ist Saisongeschäft, welches bis jetzt nur in den Monaten
Mai bis September betrieben werden kann, da der Stein bei einer Temperatur unter o* gefriert.
Zur Massenfabrikation ist nur eine kurze Frist übrig, die in nassen Sommern durch Regentage oft unterbrochen wird.
Eine wirklich praktische Maschine wäre dieserhalb willkommen und soll die vorliegende
Erfindung eine solche liefern.
Die Maschine besteht aus vier Haupttheilen, und zwar: ? . ■
a) aus der Transportscheibe und deren Bewegungsmechanismus,
b) aus dem Prefsambos und dessen Hebemechanismus,
c) aus der Fallramme und deren Hebewerk,
d) aus den Formen zum Füllen des Mörtels. Die Maschine trägt nach Fig. 1 und 2 auf
einer in der Erde durch Ummauerung und Unterlager geführten verticalen eisernen Centriachse
c eine um diese drehbare Transportscheibe t, welche in drei mit quadratischen
Oeffnungen durchbrochenen Platten I, II, III ausläuft. . Diese Platten haben in den Oeffnungen
Spundfalzen zum Tragen der Blechformunterlagbretter w, welche mit der gefüllten
Form bei Fig. II über hochliegende Geleise g g ein-- bezw. ausgeschoben werden.
Zur Umdrehung der Transportscheibe ruhen die Platten I, II, III je auf zwei Laufrollen r
und laufen auf einem _|_- Geleise, das auf 80 bis 100 cm entfernte !-Stützen aufgelagert ist,
die unter Terrain fest vermauert sind (Fig. 1 und 7).
Das äufsere Gelenkkettengetriebe k treibt die
Transportscheibe t ringsum und besteht aus der auf der Centriachse c festsitzenden Kettenrolle
O, die mit »der seitlichen Kettenrolle O1
verbunden ist (Fig. ι und 3). Letztere K'etfenrolle
trägt oben auf ihrer Achse eine Kreisscheibe s, die in l/B Umfang drei Stück Falllöcher
hat (Fig. 2 und 3). Ein auf der Kreisscheibe liegender Drehhebel h greift beim Zurückschieben
mit seinem Springstift i jedesmal in ein Fallloch. Durch Anziehen des Hebels
wird die Kreisscheibe und nach unten die Kettenrolle um 1J3 Umfang vorwärts gedreht.
Diese Hantirung dreht Platte I mit den gefüllten Formen zur Stanze nach II, die gestanzten
Steine von II zum Entleeren nach III und die geleerten Formen zur Füllung von III
nach I, wodurch ein Kreislauf der Transportscheibe vollendet ist.
Das innere Gelenkkettengetriebe kx dient zum
Heben und Senken des in beiderseitigen Nuthenführung· genau gehenden Amboses a, der die
fest zu stanzende Mörtelfüllung m während des Stanzens gegen die Fallstanze f drückt, bis die
gefüllten Mörtelformen von ca. 15 cm Füllhöhe auf die feste Steinhöhe von 10 cm geprefst
ist (Fig. 7, Schnitt E- F). Alsdann senkt sich der Ambos α nieder und setzt die fertigen
Steine auf die Transportscheibe t. Diese Pressung wird bewirkt durch Umdrehung der
Kettenrolle, welche durch die gufseiserrie Führung gehalten wird und mit einem Muttergewinde
auf einer 10 bis 12 cm dicken Schraubenspindel X sitzt, die den Ambos trägt
und je nach Umdrehung der Kettenrolle Q auf- und abwärts geht. Diese Kettenrolle ist
zu diesem Zwecke mit der Kettenrolle Q1 verbunden.
Letztere trägt nach Fig. 2 und 3 ein Zahnrad £, das in eine endlose Schraube e eingreift.
Auf der Schraubenachse e ist ein Sternrad zur Handhabung der vorgenannten Bewegung
angebracht (Fig. 2 und 3).
Der hufeisenförmige, unter Terrain fest vermauerte und mit Schienenconstruction gut versteifte
Gufsbock trägt die Fallstanze f und dessen Hebe- bezw. Umtriebewerk. Die Triebräder
bestehen aus einer Los- und Festscheibe. Auf der Welle dieser Triebscheiben sitzt das
Hubrad, das mit zwei sich gegenüberstehenden Hebestiften y die Stanze durch den Hubdaumen
ν hebt und fallen läfst. Die Gummiplatte b, Fig. 4, dient zur Vermeidung etwaiger
Fallerschütterungen. Die Stanze geht in quadratischer Hohlführung und hat zur Erhöhung
der Fallwirkung einen Dorn d, welcher zur Aufnahme schwerer eiserner Lamellen dient.
Die Steinformen bestehen aus steifem Eisenblech und halten entweder nach Fig. 2 50
oder nach Fig. 5 10 Formlöcher.
Zwischen' diesen maschenä'hnlich an einander
gesetzten Steinformen ruht eine von oben eingesetzte Füllform, welche 5 cm über den Oberrand
der Steinform reicht, so dafs die Steinform mit der Füllform incl. 15 cm hält und
zum Füllen bezw. Stanzen fertig ist. Die Füllform wird in ihrer jeweiligen Höhe durch
Federn, wie Fig. 6, Schnitt G-H, ergiebt, hochgehalten und senkt sich im Mais der Pressung
des Mörtels in die Form bis auf 10 cm Steinhöhe, um nach Entleerung zum Gebrauch
hochgehoben zu werden.
Die fertiggestanzten Steine werden von II nach III hingedreht, woselbst der eiserne Formkasten
nach oben gehoben, die Steine gegen Stempel gedrückt und durch Widerstand der
Stempel auf dem Unterlagbrett u sitzen bleiben. Um die gestanzten Steine nach III unter die
Stempel zu bewegen, ist zwischen. Steinform und Stempel Y2 cm Spielraum.
Die 50 Stempel stehen genau über den gestanzen Steinen und sind je aus einem 11Y2
ä 24Y2 cm grofsen Stempelbrett, das gegen
eine verticale eiserne Stange befestigt ist, gebildet. Diese eisernen Stangen sind nach oben
in eine Bretterdecke eingesetzt, welche von einem seitlichen HolzgerUst getragen wird. Zur
besseren Entleerung haben die Steinformen nach unten 2 mm Divergenz. Damit das
Kalkwasser aus den Formen bezw. Steinen austreten kann, ist das Unterlagbrett mit einer
Anzahl 3 bis 4 mm grofser Sickerlöcher durchbohrt.
Claims (2)
1. Eine Schlagstempelpresse für Formsteine, gekennzeichnet
durch eine horizontal liegende, um die verticale Achse c drehbare Formenscheibe
mit Durchbrechungen (I, II, III), welche durch Drehen über eine Fallramme f gebracht
werden, unter welcher sich ein durch Schraubenspindel χ vertical beweglicher
Ambos α befindet, welcher die Unterlagbretter u der Formen zum Zwecke der
Ent- und Verkuppelung mit dem Drehtisch hebt und senkt.
2. An der im Anspruch 1. gekennzeichneten Presse die in den Steinformen befindlichen
Füllformen, gekennzeichnet durch auf einer Platte hervorragende Rippen, welche in die
in den Steinformen befindlichen Nuthen eingeführt und daselbst durch Federn am Zurückprallen beim Aufschlagen der Rammen
gehindert werden.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE58780C true DE58780C (de) |
Family
ID=333051
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT58780D Expired - Lifetime DE58780C (de) | Schlagstempelpresse für Formsteine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE58780C (de) |
-
0
- DE DENDAT58780D patent/DE58780C/de not_active Expired - Lifetime
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