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Hydraulische Preßanlage, insbesondere für Lederpressen Bei der im
Hauptpatent beschriebenen hydraulischen Preßanlage ist die Verbindung zwischen dem
Druckraum des kleinen Zylinders und demjenigen des großen abhängig vorn Kolbenhub,
d. h. die Verbindungskanäle müssen so angebracht sein, daß sie von dem kleinen Kolben
freigegeben werden in dem Moment, wo dieser nahezu seine höchste Stellung erreicht
hat, d. h. wo der Schluß der Preßplatten erfolgt. Da nun die auf der Maschine zu
pressenden Leder verschiedene Dicke haben können, muß für die Öffnung der Verbindungskanäle
so viel Spiel gelassen werden, daß auch beim. Pressen von starkem Leder die Verbindung
zwischen dem kleinen und großen Zylinder mindestens im letzten Augenblick hergestellt
wird. Dies bringt den Nachteil mit sich, daß beim Pressen von dünnem Material die
Verbindung verhältnismäßig zu früh hergestellt ist, so daß die letzten q. bis 5
mm des Hubes dadurch überwunden werden müssen, daß die Druckflüssigkeit durch den
kleinen Zylinder und die Verbindungskanäle in den großen Kolbenraum einströmt, um
den Hauptkolben allmählich zu heben, was natürlich sehr viel mehr Druckflüssigkeit
und längere Zeit beansprucht, als wenn der Schluß der Druckplatten nur durch-Einwirkung
der Druckflüssigkeit auf den kleinen Kolben stattfindet.
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Gegenwärtige Zusatzerfindung hat den Zweck, den geschilderten Nachteil
zu vermeiden, indem zwischen kleinem und großem Kolben .eine Feder eingeschaltet
wird, welche bei erfolgtem . Schluß der Druckplatten den kleinen Kolben noch etwas
weiter ansteigen. und so die Durchgänge zum großen Zylinder freigeben läßt.
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Es ist an sich bekannt, bei hydraulischen Preßvorrichtungen mit dem
Hauptpreßteil einen Hubkolben fest zu verbinden und in dem Hauptteil ein federndes
Steuerorgan einzuschalten, welches bei Erreichung eines bestimmten Druckes auf das
Werkstück umgestellt wird und den vollen hydraulischen Druck in Wirksamkeit bringt.
Im Gegensatz zu dieser Bauart erfolgt bei vorliegender Erfindung die Steuerung des
Druckes durch den mit dem Hauptkolben federnd verbundenen Hubkolben.
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Es ist ferner an sich bekannt, bei hydraulischen Pressen mit einem
Hubkolben durch den Flüssigkeitsdruck unter diesem Hubkolben ein Ventil zu öffnen,
das die Druckflüssigkeit unter den Hauptkolben leitet. Demgegenüber bietet die vorliegende
Erfindung den Vorteil, daß kein besonderer Ventilkörper erforderlich ist, vielmehr
die ganze Steuervorrichtung in Ausgestaltung des Gegenstandes des Hauptpatents in
den Hubkolben verlegt ist.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
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Abb. r zeigt den Druckzylinder mit dem darin beweglichen Kolben; Abb.2
ist ein Querschnitt durch den kleinen Kolben;
Abb.3 veranschaulicht
ein weiteres Beispiel für die Ausführung des kleinen Kolbens nach dieser Erfindung.
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In der Abb. i sind die beiden Kolben in ihrer obersten Lage gezeichnet,
die Presse ist also geschlossen. Der unabhängig von dem großen Kolben F bewegliche
Hilfskolben A trägt an seinem oberen Ende eine Feder i, welche über einen Federteller
2 durch das Gewicht des großen Kolbens F unter Spannung gehalten wird. Mit Hilfe
der Mutter 3 wird die Feder so eingestellt, daß sie eine Vorspannung hat, die etwas
größer ist als das von ihr zu tragende Gewicht des großen Kolbens- F mit der darauf
montierten unteren Druckplatte.
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Der Hilfskolben A hat eine zentrale Bohrung, welche durch mehrere
Schlitze C nach der Mantelfläche zu mündet und so die Verbindung zwischen kleinem
und großem Kolbenraum herstellt, sobald die Schlitze den Boden des großen Kolbenraumes
erreicht haben. In Abb.2 ist der kleine Kolben im Querschnitt dargestellt, so daß
die Durchgänge erkenntlich sind; an Stelle der Winkelschlitze können auch radiale
Bohrungen angebrac htwerden.
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Die Druckflüssigkeit strömt durch die Öffnung D in den Kolbenraum
B und hebt den Hilfskolben A mit dem großen Kolben F so lange, bis der Schluß
der Presse erfolgt ist. Wenn nun in diesem Augenblick die Durchgänge C noch nicht
bis an den Boden des großen Kolbenraumes gelangt sind, etwa weil ein dickes. Stück
Preßgut sich zwischen den Preßplatten befindet, so steigt der Druck in dem Kolbenraum
B weiter an und drückt dadurch die Feder i zusammen, bis der Hilfskolben um so viel
weiter gestiegen ist, daß die Druckflüssigkeit durch die Öffnungen C in den großen
Kolbenraum einströmen kann.
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Während bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. i der Hilfskolben A
in seinen Zylinder B aufs genaueste eingepaßt sein muß und nur durch Labyrinthdichtungen
4 abgedichtet werden kann, zeigt das Ausführungsbeispiel in Abb. 3 einen Hilfskolben
Al, der an seiner Mantelfläche vollkommen glatt ist und deshalb mit einer Stulpdichtung
5 abgedichtet werden kann. Die Feder 6 wird durch Federteller ; und Gegenmutter
8 unter Spannung gehalten. Teller und Mutter 8 sitzen auf einer Schraube 9, deren
Kopfende als Ventilkegel ausgebildet ist und die zentrale Bohrung des Hilfskolbens
A1 verschließt.
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Auch hier erhält die Feder eine Vorspannung, welche das Gewicht der
von dem kleinen Kolben zu tragenden Last etwas übersteigt. Nach erfolgtem Schluß
der Presse steigt der Druck in dem kleinen Kolbenraum B weiter an. Da nun der Ventilquerschnitt
kleiner ist als die Differenz zwischen Kolbenquerschnitt und Ventilquerschnitt,
so wird ein größerer Druck auf den Kolben A1 als auf den Ventilteller ausgeübt,
die Feder 6 wird weiter zusammengedrückt, und das Ventil öffnet sich, so daß die
Druckflüssigkeit durch die zentrale Bohrung des Hilfskolbens in den großen Kolbenraum
überströmen kann.
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Die Feder und der Federteller sind im äußeren Durchmesser kleiner
als der Hubkolben A, so daß sie beim Senken des Hauptkolbens F in der Bohrung für
den Hubkolben mit verschwinden. Diese Bohrung ist nach unten durch einen Verschlußdeckel
io abgeschlossen, nach dessen Abnahme der Kolben A mitsamt der Feder sich herausnehmen
läßt, um die Feder auf die richtige Vorspannung einzustellen.