DE577145C - Verfahren zum Destillieren von Teer mit Hilfe von ueberhitztem Dampf - Google Patents

Verfahren zum Destillieren von Teer mit Hilfe von ueberhitztem Dampf

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DE577145C
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    • C10B55/00Coking mineral oils, bitumen, tar, and the like or mixtures thereof with solid carbonaceous material
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
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    • C10B5/00Coke ovens with horizontal chambers
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

  • Verfahren zum Destillieren von Teer mit Hilfe von überhitztem Dampf Um Teer unter Gewinnung von ölen zu Pech a#bzudestillieren, hat man schon vorgeschlagen, den auf 300° vorgewärmten Teer im Vakuum einem überhitzten Dampfstrom von gleicher Temperatur entgegenzuschicken. Die starke Herabsetzung des Partialdruckes der Öldämpfe, .die teils auf das Vakuum und teils auf die Verdünnung mit dem Wasserdampf zurückzuführen ist, verursacht ein ausreichendes Abdestillieren der flüchtigen Teerbestandteile. Der Kühlmittelbedarf bei diesem Verfahren ist wegen der großen zu kondensierenden Wasserdampfmengen ziemlich groß, auch ist die Regelung der Strömungs- und Druckverhältnisse schwierig und die erforderliche Einrichtung recht kostspielig.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Destillation von Teer und zur Gewinnung von Pech, das ebenfalls mit überhitztem Dampf arbeitet, die genannten Nachteile aber dadurch vermeidet, daß man den Dampf bis zu einer Temperatur überhitzt, bei der der Teer oder das Pech gewöhnlich schon verkokt, und diesen Dampf mit einem Sprühregen von Teer oder Pech von solcher Intensität in unmittelbare und innige Berührung bringt, an besten mit Hilfe einer schnell umlaufenden Sprühwalze, daß der Dampf fast augenblicklich unter die Temperatur abgekühlt wird, bei der eine Verkokung des Teers oder Pechs eintritt, während eine sehr rasche Destillation des Teers oder Pechs erzielt wird, worauf man die entstehenden Wasser- und Öldämpfe abzieht und zur Kondensation von Ölen abkühlt.
  • Bei dieser Arbeitsweise dient der Wasserdampf als ausschließliches oder doch hauptsächliches, direkt wirkendes Heizmittel und braucht trotzdem nur in verhältnismäßig geringen Mengen angewandt zu werden, was die weitere Behandlung der abziehenden Dämpfe erheblich erleichtert. Ein Vakuum oder eine sonstige Druckregelung ist nicht erforderlich, der Betrieb und die dafür erforderliche Anlage sind äußerst einfach, so daß sehr große Leistungen mit sehr geringen Kosten bewältigt werden können.
  • Die Verkokung von Pech durch Einsprühen in hoch überhitzten Wasserdampf ist zwar ebenfalls bekannt, es war aber nicht vorauszusehen, daß man durch bloße Regelung der Sprühintensität eine weitgehende Umwandlung des Teers in Pech ohne gleichzeitige Verkokung erzielen könne.
  • Die überhitzungstemperaturen liegen bei dem Verfahren der Erfindung zwischen etwa 5oo bis rooo°. Bei dieser Temperatur würde Steinkohlenteer rasch verkohlen. Um dies zu verhindern, wird der hoch überhitzte Dampf erfindungsgemäß in eine Kammer eingeführt, in der der zu destillierende Teer oder pechartige Rückstand des bereits teilweise abdestillierten- Teers in Form eines Flüssigkeitskörpers enthalten ist und so intensiv in den Dampfstrom verspritzt oder versprüht wird, daß der Dampf fast augenblicklich bis in die Nähe der Temperatur des dabei gebildeten Pechs abgekühlt wird. Dabei wird der Teer rasch destilliert und gleichzeitig bis in die Nähe der Temperatur erhitzt, bis zu der sich der Dampf abkühlt.
  • Das erforderliche intensive Verspritzen oder Versprühen des Teers kann leicht mit Hilfe einer oder mehrerer schnell umlaufender Walzen erzielt werden. Diese Walzen tauchen unter den Spiegel der Teerschicht auf dem Boden der Kammer, haben glatte oder mit peripherischen Nuten oder mit Vorsprüngen versehene Oberflächen und erzeugen einen intensiven Sprühregen von Teer oder Pech, der alle Teile der Kammer erfüllt. Der eintretende Dampf wird in Berührung mit diesem Sprühregen sofort gekühlt und bewirkt ein rasches Erhitzen und Verdampfen der ölartigen Bestandteile des Teerregens.
  • In eine Destillierkammer mit einer oder mehreren rasch umlaufenden Sprühwalzen kann man demnach überhitzten Dampf mit einer Temperatur von 6oo bis iooo° in geregelten Mengen einströmen lassen. Das Pech wird kontinuierlich abgeführt. Die Zuführungsgeschwindigkeiten des Dampfes und des Teers werden so geregelt, daß eine rasche kontinuierliche Destillation erzielt und ein Pech von hohem Schmelzpunkt (204° C und darüber) gewonnen wird. Die Ölausbeute ist ungewöhnlich hoch, sie beträgt 75 °(o des Teers und darüber, hängt aber natürlich von der Beschaffenheit des zu destillierenden Teers ab. Die Abkühlung des hoch überhitzten Dampfes unter die Temperatur, bei der das Pech sich zersetzt, geht so rasch vor sich, daß die Zersetzung auf ein Mindestmaß beschränkt und eine rasche und wirksame Destillation dennoch erzielt wird. Ist aber eine Zersetzung in gewissem Maße erwünscht, beispielsweise um den Gehalt .des Pechrückstandes an festem Kohlenstoff zu erhöhen, so kann dies leicht erreicht werden durch entsprechende Einstellung der Temperatur und der Zuflußgeschwindigkeit des Dampfes, durch Einstellung der Sprühintensität in der Kammer oder durch Verlängerung der Berührungszeit zwischen dem Pech und dem heißen Dampf innerhalb der Kammer.
  • Bei der praktischen Ausführung des Verfahrens ist die Berührung zwischen dem Dampf und dem Teer im allgemeinen- so innig, daß der Dampf sehr rasch durch die Kammer geführt werden kann und die Berührungszeit mit dem Teer sehr kurz ist, z. B. etwa 5 Sekunden beträgt, je nach der Größe der Kammer und den Arbeitsbedingungen. In ähnlicher Weise kann die Zuführung von Teer oder teilweise destilliertem Teer in die Kammer und die Entfernung von hoch schmelzbarem Pech aus der Kammer so geregelt werden, daß die ganze Einwirkungszeit vom Eintritt des Teers bis zum Austritt des Peches sehr kurz wird, beispielsweise nur i Minute oder noch weniger beträgt, unter Umständen allerdings 5 bis io Minuten oder noch mehr. Es wird also nur sehr kurze Zeit benötigt, um unter Versprühen des Teers in den überhitzten Dampf und unter Regelung der Zufuhr des Dampfes die Destillation des Teers in dem gerade gewünschten Maße herbeizuführen.
  • Das Verfahren ist für alle Teerarten verwendbar, z. B. für den gewöhnlichen Steinkohlenteer der Kokereien oder der Leuchtgasfabriken, für Tieftemperaturteer, Wassergasteer, Generatorteer usw. Auch ist das Verfahren nicht auf die Destillation von Gesamtteeren beschränkt, es können auch leichtere oder schwerere Fraktionen als solche destilliert werden, ferner auch der schwerere Teer aus den Sammelvorlagen oder der leichtere Teer aus den Generatoren von Kokereien mit Nebenproduktgewinnung. Eine wichtige Ausführungsform der Erfindung besteht darin, schon teilweise destillierten und von niedrig siedenden Bestandteilen befreiten Teer in den überhitzten Dampfstrom zu versprühen, ja selbst pechartige Teerrückstände, Halbpech und niedrig siedendes Pech lassen sich benutzen, um sie in Pech von höherem Schmelzpunkt umzuwandeln.
  • Die Destillation kann so betrieben werden, daß ein Pech von höherem oder niedrigerem Schmelzpunkt und eine größere oder geringere Menge von öl gewonnen wird, doch ist es ein Vorzug des neuen Verfahrens, daß man mit seiner Hilfe ungewöhnlich hohe Ausbeuten an Ö1:destillaten und ungewöhnlich hoch schmelzendes Pech rasch, kontinuierlich und mit verhältnismäßig geringer Zersetzung des erzeugten Peches erhalten kann. In manchen Fällen wird Pech von mittlerem Schmelzpunkt gewünscht, z. B. mit Schmelzpunkten von 65, 93, iio° o. dgl., in anderen Fällen wieder Pechsorten mit einem Schmelzpunkt bis zu i57°, ja bis zu 2o4° und darüber. Alle diese Pechsorten können mit Hilfe des neuen Verfahrens leicht erzeugt werden, wobei es als besonderer Vorzug zu betrachten ist, daß auch die höher schmelzenden Pechsorten mit einem Schmelzpunkt von etwa izo° an bis hinauf zu 2o4° leicht und unter genauer Regelung des zu erzielenden Schmelzpunktes gewonnen werden können. Die angegebenen Schmelzpunkte sind nach der von W e i s s im Journal of Industrial and Engineering Chemistry, io (igi8), S. 82o bis 822 beschriebenen Methode bestimmt.
  • Der erfindungsgemäß zu verwendende überhitzte Dampf braucht nicht unter Druck zu stehen, es kann aber auch Hochdruckdampf, wenn er zur Verfügung steht, verwandt werden. Niedrig gespannter Abdampf steht in vielen Anlagen ohnedies zur Verfügung, er kann ohne weiteres auf hoheTemperatur überhitzt und so nutzbar gemacht werden. Die Überhitze, können beliebige Bauart aufweisen, sofern sie nur die Überhitzung des Dampfes bis zu der gewünschten hohen Temperatur gestatten. Es kann auch eine Überhitzerschlange unmittelbar neben der Destillationskammer angeordnet werden, so daß der überhitzte Dampf unmittelbar und kontinuierlich der Kammer zuströmt. Die Destillationskammer oder -blase kann verschiedene Bauart aufweisen, doch sind Vorkehrungen zur Erzeugung eines intensiven Sprühregens aus dem zu destillierenden Teer oder Pech zu treffen, so daß der hoch überhitzte Dampf fast augenblicklich unter die Temperatur abgekühlt wird, bei der eine Verkohlung oder Verkokung stattfindet. Die Bildung eines solchen intensiven Sprühregens, der beispielsweise durch schnell umlaufende Walzen erzeugt werden kann, führt nicht nur zu einem raschen Abkühlen des Dampfes und zu einer Nutzbarmachung seines Wärmeinhalts für die Destillation, sondern auch zu einer ständigen Überspülung der Innenwände der. Kammer mit Pech, wodurch die Entstehung einer Koksschicht darauf verhindert wird. Vorteilhaft ist es, den Teer kontinuierlich in die Kammer zu führen und das erzeugte Pech ebenfalls kontinuierlich abzuleiten.
  • Bei der Destillation von Teer und der Erzeugung von Pech mit einem hohen Schmelzpunkt, z. B. von 2o4° oder darüber, verläßt der Dampf, der Öldampf beigemischt enthält, die Blase bei einer verhältnismäßig hohen Temperatur, z. B. bei 3oo° und darüber, doch wechselt diese Dampftemperatur ein wenig je nach der Arbeitsweise, der Art und .dem Schmelzpunkt des zu erzeugenden Peches u. dgl. Der Dampf und die Öldämpfe enthalten bei dieser hohen Temperatur eine noch sehr erhebliche Wärmemenge, die mit Vorteil nutzbar gemacht werden kann, um Teer vorzuwärmen und zu destillieren. Diese Vorwärmung und Destillation kann mit der eigentlichen Destillation in der Weise kombiniert werden, daß man den teilweise destillierten Teer zur weiteren Destillation in die eigentliche Destillationskammer einführt. Durch die Vorwärmung des Teers werden die Dämpfe gekühlt, wobei ein höher siedender Teil der Öle kondensiert. Man kann also einen großen Teil des Wärmeinhalts der Dämpfe zur Vorwärmung und Destillation von Teer nutzbar machen und gleichzeitig Öldämpfe kondensieren.
  • Ein wichtiger Vorteil der Erfindung besteht darin, daß von dem hoch überhitzten Dampf viel kleinere Mengen zur Destillation einer gegebenen Teermenge benötigt werden. Demgemäß sind die erzeugten Öldämpfe mit einer viel kleineren Dampfmenge verdünnt als bei den bekannten Verfahren. Die Öldämpfe können deshalb viel leichter zur Kondensation gebracht werden, auch ist, wenn der Dampf selbst kondensiert werden soll, eine viel kleinere Kühlmittelmenge erforderlich. Verwendet man beispielsweise überhitzten Dampf mit einer Temperatur von 6oo° und führt in die Destillationskammer entwässerten Teer ein, der zuvor auf i 5o' v orgezvärmt wurde, so kann man mit 453,6 kg überhitztem Dampf, der die Kammer mit 285° verläßt, etwa 522 1 Teer bis zu einem Pech von etwa 2o4° Schmelzpunkt abdestillieren.
  • Verwendet man die abziehenden heißen Dämpfe zur Vorwärmung und teilweisen Destillation von Teer, so kann man mit der gleichen Dampfmenge eine noch erheblich größere Teermenge aufarbeiten. .
  • Statt den Dampf zu kondensieren, kann er auch von den beigemischten Öldämpfen soweit wie möglich befreit und dann zurückgeführt, wieder überhitzt und von neuem verwendet werden. Wurde der Teer vorgewärmt und teilweise destilliert, so daß die niedriger siedenden Bestandteile schon entfernt sind, bevor der verbleibende Rückstand in der Destillationskammer mit dem hoch überhitzten Dampf in unmittelbare Berührung gebracht wird, so hat das bei der Dampfdestillation übergehende Öl verhältnismäßig hohe Siedepunkte und kann demnach durch Kondensation bei einer Temperatur entfernt werden, bei der der Wasserdampf selbst noch nicht kondensiert. Verfährt man in dieser Weise, so bleiben in dem Wasserdampf bei einer Temperatur in der Nähe seines Kondensationspunktes nur wenig oder gar keine Öldämpfe mehr zurück. Der auf diese Weise von Öldämpfen soweit wie möglich befreite Dampf kann dann ohne weiteres in den Überhitze, geleitet und von neuem verwendet werden. Steht aber Abdampf zur Verfügung oder spielen die Kosten des Dampfes aus anderen Gründen keine Rolle; so wird man von der Rezirkulation -absehen und frischen Dampf verwenden, der dann zur Gewinnung des letzten Ölanteils kondensiert wird.
  • In der Zeichnung ist eine Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens schematisch dargestellt. Sie besteht aus einer zur Überhitzung des Wasserdampfes bestimmten Überhitzerschlange i, die in einem Ofen 2 angeordnet ist und durch eine Leitung 3 mit der Destillationskammer 4 in. Verbindung steht. Am Boden dieser Kammer ist eine Walze 5 angeordnet, die von einem direkt gekuppelten Elektromotor 6 in sehr rasche Umdrehungen, etwa goo bis i ioo Touren in der Minute, versetzt wird. Über dem anderen Ende der Destillationskammer ist eine Scheidevorrichtung 7 aufgebaut, durch die der Wasserdampf und die Öldämpfe entweichen können, während mitgerissene Teer- oder Pechtröpfchen zurückgehalten werden. Die Wasser- und Öldämpfe gelangen über die Leitung 8 zu dein ersten Apparat einer Reihe von Kondensatoren für fraktionierte Kondensation und von indirekt wirkenden Wärmeaustauschern und Vorwärmern g, i i und 13. Von dem ersten Kondensator oder Wärmeaustauscher gelangt dei- Wasserdampf mit unkondensierten Öldämpfen durch die Leitung io in den zweiten Wärmeaustauscher ii und von da durch die Leitung i2 nach dem dritten Wärmeaustauscher 13, von wo die noch unkondensierten Wasser- und Öldämpfe durch die Leitung 1q. zu einem Exhaustor strömen, mit dessen Hilfe die Strömungsgeschwindigkeit des Dampfes durch das ganze System geregelt werden kann.
  • Der Teer wird durch die Leitung 16 in den Zwischenraum zwischen den Rohren des Wärmeaustauschers 13 geleitet und dort vorgewärmt. Entstehende Dämpfe gelangen über die Leitung 17 nach dem Kondensator 18, wo sie kondensieren. Der vorgewärmte Teer fließt über die Leitung ig in den Zwischenraum 2o zwischen den Rohren des zweiten Wärmeaustauschers i i und wird hier weiter vorgewärmt, wobei die entstehenden Dämpfe über die Leitung 2i in den Kondensator 22 gelangen und dort kondensiert werden. Der nicht destillierte Teerrückstand gelangt über die Leitung 23 in den Zwischenraum 24 zwischen den Rohren des Wärmeaustauschers g und wird dort weiter erhitzt und destilliert. Die Dämpfe gelangen über die Leitung 25 in den Kondensator 26; der pechartige Rückstand fließt über die Leitung 27 der Verteilvorrichtung 28 zu, die in dem Scheidebehälter 7 untergebracht ist. Von hier fließt der pechartige Rückstand über die Verteilfüllung 29 und gelangt dann über die Leitung 3o an jene Stelle der Destillationskammer, an der der überhitzte Dampf eintritt. Das Pech wird aus der Kammer über die Leitung 3i abgezogen. Das in den mittelbar wirkenden Kondensatoren g, 1i und 13 gebildete Kondensat wird durch die Leitungen 32, 33 und 34 in Form von Fraktionen mit stufenweise sinkendem Siedebereich abgezogen.
  • Mit Hilfe der dargestellten Vorrichtung werden verschiedene Ölfraktionen gewonnen, die in an sich bekannter Weise zu einem Teil durch die Vorwärmung und teilweise Destillation des Teers entstehen und zum anderen Teil durch die nachfolgende Fertigdestillation in der eigentlichen Destillationskammer. Die niedriger siedenden Öle werden somit aus dem Teer gewonnen, ohne daß dieser mit dem überhitzten Dampf in Berührung tritt. Nur der schon teilweise abdestillierte Teer, der oben als pechartiger Rückstand bezeichnet ist, wird der weiteren Destillation durch die direkte Berührung mit dem hoch überhitzten Dampf unterzogen. Die durch -den Wasserdampf abgetriebenen Öldämpfe entsprechen deshalb hauptsächlich den hoch siedenden Ölen und können zum größten Teil oder sogar vollständig kondensiert werden, ohne den Wasserdampf bis zu seiner Kondensationstemperatur abzukühlen. Trotzdem kann natürlich der Dampf, wenn er nicht wieder verwendet werden soll, im letzten Kondensator ebenfalls kondensiert werden, wobei sein latenter Wärmeinhalt zur Vorwärmung des kalten Teers nutzbar gemacht wird.
  • Bei der dargestellten Vorrichtung wird im Inneren der Destillationskammer der teilweise abdestillierte Teer öder pechartige Rückstand einerseits und der Dampf andererseits so geführt, daß der hoch überhitzte Dampf mit den an Ölen reichstenTeerbestandteilen in Berührung tritt. Das rasche Abdestillieren dieser Öle bewirkt ein ebenso rasches Abkühlen des Dampfes unter die Temperatur, bei der eine Zersetzung des Pechs in erheblichem Umfange stattfindet. Demgemäß kann der Wasserdampf bis zu einer Temperatur überhitzt sein, die höher ist als die Temperatur, bei der sonst der Teer oder das Pech verkokt, sofern die Intensität des Sprühregens von Teer oder pechartigem Rückstand genügend groß ist, um den Dampf fast augenblicklich genügend stark herunterzukühlen.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Destillieren von Teer mit Hilfe von überhitztem Wasserdampf, , dadurch gekennzeichnet, daß man den Wasserdampf auf eine bei oder über der Verkokungstemperatur desPechs liegende, nicht unter 5oo° C betragende Temperatur überhitzt und mit ihm den Teer in einem derart fein zerteilten Zustand in Berührung bringt, daß eine rasche Erniedrigung der Temperatur unter die Verkokungstemperatur des Pechs, beispielsweise auf etwa 3oo° C, erzielt, das Eintreten einer Verkokung des anfallenden Pechs in einem erheblicheren Ausmaße demnach vermieden wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Teer mittels rasch umlaufender Walzen in den überhitzten Dampfstrom versprüht wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise den Teer in ununterbrochenem Arbeitsgang unter kontinuierlicher Abführung des Pechs sowie der Öl- und Wasserdämpfe und kontinuierlicher Zuführung neuerTeermengen der Einwirkung des überhitzten Wasserdampfes aussetzt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Menge des dem überhitzten Dampfstrom zuzuführenden Teers derart regelt, daß ein Pech mit einem Schmelzpunkt von ungefähr i2o° bis 2o4° C gewonnen und gegebenenfalls eine Ö1äusbeute von 75 0fo des Teers erhalten wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise den Teer in vorgewärmtem und teilweise abdestilliertem Zustand in den überhitzten Dämpfstrom einführt und das hierbei entstehende Gemisch von Wasser- und Öldämpfen zum Vorwärmen und Abdestillieren von frischen Teermengen verwendet.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch i- bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einführung des Teers in die Destillationskamrcner und die Abführung desselben in Form von Pech aus der Destillationskammer so geregelt werden, daß die Gesamtdauer der Einwirkung des Dampfes auf den Teer etwa 5 bis io Minuten, vorzugsweise aber noch weniger beträgt.
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