DE577140C - Verfahren zum Befestigen von Flornoppen - Google Patents

Verfahren zum Befestigen von Flornoppen

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DE577140C
DE577140C DEC44219D DEC0044219D DE577140C DE 577140 C DE577140 C DE 577140C DE C44219 D DEC44219 D DE C44219D DE C0044219 D DEC0044219 D DE C0044219D DE 577140 C DE577140 C DE 577140C
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Description

  • Verfahren zum befestigen von Flornoppen Im Patent 575 547 ist ein Verfahren zum Befestigen von Flornoppen in Florgeweben beschrieben, dessen Hauptmerkmal darin besteht, daß man in die Rückseite des lose gewebten Florgewebes einen elastisch bleibenden, dünnen Überzug eines erhärtenden und unlöslichen Bindemittels bringt.
  • Die weitere Verbesserung und Ausbildung jenes Verfahrens besteht nun erfindungsgemäß darin, daß als Gewebe ein solches verwendet wird, bei welchem die Noppen aus ungefärbter tierischer Faser, das Grundgewebe aus vorgefärbter Pflanzenfaser und das Bindemittel auf der Rückseite aus wäßriger Kautschukdispersion besteht.
  • Die Verwendung von tierischen Fasern für den Flor ist an sich bekannt, desgleichen die Verwendung vorgefärbter Garne bei der Plüschherstellung sowie wäßriger Kautschukdispersionen als Bindemittel zur Verankerung der Flornoppen im Grundgewebe. Man hat jedoch tierische Fasern wegen ihrer Schlüpfrigkeit bisher allgemein in Poldurchbindung benutzt. Andererseits bereitete die wegen -der genannten Eigenschaft der tierischen Fasern besonders bei Polaufbindung unbedingt erforderlicheVerankerung in einem losen Grundgewebe durch die bisher üblichen Bindemittel erhebliche Schwierigkeiten. Verwendete man nämlich die bekannten Kautschuklösungen in organischen T_5;ungsmitteln, dann traten im Gewebe erhebliche Anhäufungen elektrostatischer Ladungen auf, welche zur Funkenbildung und dadurch zur Entzündung der leicht verbrennlichen und mit Luft explosiblen Lösungsmitteldämpfe Anlaß gaben. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn man die Verfestigung des Bindemittels in der üblichen Weise versucht, indem man das Gewebe durch eine geschlossene Trockenkammer hindurchführt, während eine Trocknung zwischen Trockenwalzen aus dem Grunde nicht in Frage kommt, als die zunächst äußerst lose eingebundenen Plüschfäden bei der geringsten mechanischen Beanspruchung des Gewebes ausfällen.
  • Die genannten Nachteile werden durch die Kombination gemäß der Erfindung behoben, indem man als Grundgewebe pflanzliche Fasern, und zwar vorgefärbte Fasern, und als Bindemittel eine wäßrige Kautschukdispersion benutzt, wobei noch weitere Vorteile erzielt werden, welche in der leichteren Benetzung und Durchdringung des Grundgewebes sowie in dem Umstand bestehen, daß auch nicht die geringste Menge an leicht entzündlichem Lösungsmittel nach Fertigstellung der Ware in dieser zurückbleibt und bei der unvermeidlichen Selbsterhitzung zufolge der besonders durch die Farbstoffe des Grundgewebes begünstigten Autoxydation des Kautschuks zur Entzündung gelangt. Die Verwendung von vorgefärbten Garnen für das Grundgewebe ist auch deshalb vorteilhaft, weil das Grundgewebe nach dem Imprägnieren mit dem Bindemittel für die Farbstofflösung undurchlässig ist und weil andererseits ein Färben des' Grundgewebes nach dem Weben, aber vor dem Imprägnieren zu einer Zerstörung des Plüsches führt. Die Florfäden werden nämlich durch die seitliche Verschiebung der Grundketten zufolge der Kontraktioii oder seitlichen Schrumpfung des Gewebes sowie durch das Einrollen der Gewebekanten und das dauernde Umbiegen im Farbstoffbad leicht aus dem Grundgewebe herausgestoßen. Es ist ferner wichtig, daß das Bindemittel nicht nur eine Oberflächenschicht bildet, sondern tatsächlich in die Poren der Garne und die Gewebemaschen eindringt. Das vorherige Färben der Garne verringert zwar außerordentlich die Durchlässigkeit für das Bindemittel, wodurch dieses leicht auf dem gefärbten Garn abblättert oder Blasen wirft, besonders wenn die iiblichen Bindemittel verwendet werden. Die verringerte Durchlässigkeit der vorgefärbten Garne wird nun durch die außerordentliche I?indringungsfähigkeit und das kapillare Aufnahmevermögen der wäßrigen Kautschukdispersion überwunden, welche auch die sonst schwer durchlässigen vorgefärbten Garne durchdringt und so die Plüschfasern mit Sicherheit festhält.
  • Es besteht mithin eine neue und nicht vorher zu sehende Beziehung zwischen der.. Notwendigkeit, das Grundgewebe und dessen Fasern zur Befestigung der Polfäden mit Bindemittel zu durchtränken, der Notwendigkeit, vorgefärbte Garne für die wirtschaftliche Herstellung eines Plüschgewebes mit gefärbtem Grundgewebe zu verwenden, der verringerten Durchlässigkeit der vorgefärbten Garne und der außerordentlichen Kapi1-larwirkung von Latex oder anderen wäßrigen Kautschukdispersionen. Eine derartige Beziehung besteht nicht bei der an sich bekannten Imprägnierung von flachen Geweben mit Kautschukdispersionen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Befestigen von Flornoppen nach Patent 575 547, dadurch gekennzeichnet, daß als Gewebe ein solches verwendet wird, bei welchem die Noppen aus ungefärbter tierischer Faser, das Grundgewebe aus vorgefärbter Pflanzenfaser und das Bindemittel auf der Rückseite aus wäßriger Kautschukdispersion besteht.
DEC44219D 1931-01-10 1931-01-10 Verfahren zum Befestigen von Flornoppen Expired DE577140C (de)

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