DE575403C - Verfahren zum Faerben von Stoffen mit Zellaufbau - Google Patents
Verfahren zum Faerben von Stoffen mit ZellaufbauInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
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Description
Bibüotheek
Bur. Ind. Eigendom 17 MEI 1933
AUSGEGEBEN AM
27. APRIL 1933
27. APRIL 1933
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8 m GRUPPE 1 oi
-' ' A56359 IVaj8m
Tag der Bekanntmachung über die Erteilung des Patents: 6. April 1933
Aktis Patent -Verwertungsgesellschaft m. b. H. in Berlin
Verfahren zum Färben von Stoffen mit Zellaufbau
Verfahren zum Färben von Stoffen mit Zellaufbau
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Dezember 1928 ab
Es ist bekannt, daß Faserstoffe durch die Einwirkung hochfrequenter Kraftfelder mehr
oder weniger aufgeschlossen werden; es hat sich aber gezeigt, daß man die Faserstoffe nicht
S nur aufschließen, sondern auch unabhängig vom Aufschließen echt färben kann.
Bekanntlich ist das Färben von Faserstoffen, wie Wolle, Baumwolle, Flachs, Seide, Kunstseide,
Jute usw., und den daraus hergestellten Gespinsten und Geweben vor {allem davon
abhängig, daß der Farbstoff möglichst in die einzelnen Zellen der Fasern eindringt und sich
mit diesen verbindet, was als substantive Färbung bezeichnet wird. Wo eine derartige
Färbung nicht erreicht wird, hilft man sich durch Auffärbung auf die Fasern mit Hilfe von
. Beizen.
Es hat sich nun gezeigt, daß man ein echtes Färben der sämtlichen Faserstoffe und der
daraus hergestellten Gespinste und Gewebe dadurch erreichen kann, daß man diese in einer
Farbstofflösung der Einwirkung eines hochfrequenten Kraftfeldes aussetzt. Es wird dadurch
das längst angestrebte Ziel der Färbereien erreicht, den Farbstoff möglichst tief in
die Zellen der Fasern oder sonstigen Stoffe eindringen zu lassen, damit eine dauerhafte Färbung
erreicht wird. Die Art der verwendeten Farbstoffe, die im allgemeinen wasserlöslich
sein müssen, hängt von der zu färbenden Faser ab.
Der Färbevorgang kann nur für sich allein vorgenommen werden. Er kann aber auch, wie
z. B. bei den Gespinstfasern, mit dem Vorgang des Aufschließen der Faser verbunden werden.
Beispielsweise sei das Färben von Rohjute mit dem erforderlichen gleichzeitigen Aufschließen,
d. h. dem Entfernen des die einzelnen Fasern verklebenden Pflanzenleims, beschrieben.
Als Arbeitsflüssigkeit kann eine wässerige Seifenlösung dienen, der geeignete wasserlösliche
Farbstoffe in der erforderlichen Menge zugesetzt werden.
Ein Gefäß, auf dessen Boden eine gelochte Metallplatte (ζ. B'. aus Eisen) liegen kann, wird
etwa zur Hälfte mit der Arbeitsflüssigkeit, d. h. der Farbflotte, gefüllt und dann die Rohjute
eingetaucht. Das Gefäß wird auf eine flache Metallspirale gesetzt oder in eine Metallspule
eingesetzt. Die Spule oder Spirale wird an eine hochfrequente Stromquelle angeschlossen. Nach
kurzer Zeit ist der Pflanzenleim unter Aufschäumen gelöst und die Faser gleichzeitig echt
gefärbt. Unter dem Mikroskop erkennt man, daß der Farbstoff tief in die Zellen der Fasern
eingedrungen ist. Verwendet man Farbstoffe, die nach anderen Verfahren auf der Faser nur
schlecht haften, so ergibt sich, daß das neue Verfahren dieselben Farbstoffe fest mit der
Faser verbindet. Wendet man z, B. sogenanntes Ultramarin enthaltendes Waschblau an, also
einen Farbstoff, der sich sonst leicht wieder auswaschen läßt, so findet man, daß mit diesem
Farbstoff gefärbte Jute den Farbstoff selbst nach längerem Kochen vollkommen festhält.
Beim Färben bereits aufgeschlossener, d. h. vom Pflanzenleim befreiter, entbasteter Faserstoffe
fällt der Zusatz der Seife oder eines anderen zum Aufschließen erforderlichen Stoffes
weg.
Um das Färben möglichst gleichmäßig vor sich gehen zu lassen, hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, eine geringfügige Menge von Türkischrotöl zuzusetzen. Soll das Aufschließen (das sogenannte
Entbasten) und Färben von Seidenstoffen vorgenommen werden, so müssen zum Färben von Seide geeignete Farbstoffe verwendet
werden.
Zum Färben kann z. B. die aus der Zeichnung
to ersichtliche Einrichtung dienen, und zwar zeigt sie die Einrichtung und den Stromverlaüf mit
dem Gefäß zur Behandlung des Arbeitsgutes schaubildlich.
α ist der Transformator, b der Kondensator,
iS c die Funkenstrecke. Die Schaltung geht ohne weiteres aus der Abbildung hervor. Der Transformator
α von üblicher Spannung und Frequenz erzeugt hochgespannte Ströme von
3 ooo bis 5 ooo Volt, die über den parallel geao schalteten Kondensator b zur Funkenstrecke c
gelangen, so daß der hochfrequente Strom durch die Spirale oder Spule d fließt. Das magnetische
Hochfrequenzfeld mit einer Frequenzenzahl bis zu 3 Millionen Frequenzen je Sekunde, das sich
um diese Spirale oder Spule d bildet, wirkt auf den Inhalt eines Gefäßes e, das oberhalb der
Spirale oder Spule d angeordnet ist und worin die zu behandelnden Stoffe, z. B. Faserstoffe,
Gespinste, Gewebe, in Wasser untergetaucht sind. Das Gefäß selbst besteht aus Glas oder
sonstigen keramischen, nicht leitenden Stoffen, die für elektrische Wellen und Schwingungen
durchlässig sind. Auf dem Boden des Gefäßes e kann man eine flache Metallplatte f anordnen,
um die magnetischen Kraftlinien möglichst zusammenzuhalten und die Wirbelströme aufzunehmen.
Die erzeugten Kraftlinien wirken auf den Inhalt des Gefäßes mit dem vorhin
erwähnten Ergebnis.
An Stelle einer flachen Spirale oder Spule d kann man auch eine solche von zylinderischer
Gestalt wählen, die in derselben Weise wirkt. Das Gefäß & wird dann in die zylinderische
Sp\ile hineingestellt. Die Anzahl der Frequenzen richtet sich nach der Art des zu färbenden
Arbeitsgutes.
Sollen Gewebe aus Wolle, Baumwolle, Kunstseide, Seide usw. bzw. aus diesen Fasern gemischte
Gewebe gefärbt werden, so verfährt man wie folgt:
Es werden 2V2 g Congo-Orange R, wie es in
den Schultzschen Farbstofftabellen, 6. Auflage, Seite 121 unter Nr. 373 angegeben ist, in einem
Glas in 250 ecm destilliertem Wasser bei 85 ° C
gelöst und nach dem Erkalten mit weiteren 250 ecm destilliertem Wasser verdünnt. In
diese Farbflotte wird das zu färbende Gewebe eingebracht und 5 Minuten lang der Einwirkung
des hochfrequenten Kraftfeldes ausgesetzt, z. B. indem man es auf eine flache Spule setzt. Das
Kraftfeld hat dabei eine Frequenzenzahl von 1V2 Millionen je Sekunde. Der Energieaufwand
ist 800 Watt. Das so gefärbte Gewebe, das nur so viel Farbstoff annimmt, wie zur tatsächlichen
Durchfärbung erforderlich ist, wird dann herausgenommen
und ausgewaschen. Das gefärbte Gewebe hält die Farbe fest, d. h. es blutet beim Spülen nicht aus, und die Flotte ist nicht
erschöpft.
In genau derselben Weise und mit derselben Wirkung wird mit Sulfonazurin B, Schultzsche
Farbstofftabellen, 6. Auflage, Seite 117, Nr. 361,
gefärbt. Die Nuance der Färbung kann man durch Änderung der Frequenzenzahl des Kraftfeldes
ändern.
Claims (1)
- Patentanspruch :Verfahren zum Färben von Stoffen mit Zellaufbau, dadurch gekennzeichnet, daß die entbasteten oder nichtentbasteten Stoffe in einem Färbebad gefärbt werden, das der Wirkung der Kraftlinien eines außerhalb des Färbebottichs erzeugten hochfrequenten elektrischen Feldes ausgesetzt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| DEA56359D DE575403C (de) | 1928-12-30 | 1928-12-30 | Verfahren zum Faerben von Stoffen mit Zellaufbau |
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| DE575403C true DE575403C (de) | 1933-04-27 |
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1928
- 1928-12-30 DE DEA56359D patent/DE575403C/de not_active Expired
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