DE557565C - Rotationsdruckverfahren und Vorrichtung dazu - Google Patents

Rotationsdruckverfahren und Vorrichtung dazu

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DE557565C
DE557565C DE1930557565D DE557565DD DE557565C DE 557565 C DE557565 C DE 557565C DE 1930557565 D DE1930557565 D DE 1930557565D DE 557565D D DE557565D D DE 557565DD DE 557565 C DE557565 C DE 557565C
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Description

DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
25. AUGUST 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
M 557565 KLASSE 15k GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 4. März 1930 ab
Die bekannten Schablonendruckverfahren bedienen sich in der Regel einer Walze, deren als ein weiches Farbkissen ausgebildeter Mantel mit dem aus Yoshinopapier und Wachsschicht bestehenden Schablonenblatt lose belegt wird und an welche das zu bedruckende Papier mit Hilfe einer Gegendruckwalze angedrückt wird. Sie haben den Nachteil, daß die Verdruckmengen der Farbe von dem längs der Erzeugenden der Walze wirkenden Preß druck abhängen, der wieder seinerseits die Poren des aus Filz ο. dgl. bestehenden Farbkissens abdrosselt und verstopft, die Farbe in das letztere zurückzudrängen sucht und die Schablone deformiert. Die Schablonenblätter beulen leicht auf und erleiden Verzerrungen auch dadurch, daß sie von der Farbe unterwaschen werden. Weitere Nachteile sind, daß die Schablonenblätter sich zu keinen feinen Druckmustern eignen und daß sie keinen werkmäßigen Betrieb zulassen, da sie weder mit einer gehörigen Genauigkeit zugerichtet werden können, noch genügend fest sind.
Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beheben, und zwar mittels Anpassung einer an sich bereits vorgeschlagenen Druckform aus einer druck- und formfesten durchlässigen Innenlage, z. B. aus porösem Porzellan, und aus einer damit überall fest verbundenen Schablone, z. B. aus einer dünnen Metallplatte, an den Schablonendruck, wo das Druckmittel auf die Druckform von innen aufgegeben wird. Unter »Druckmittel« sollen nicht nur die Druckfarben, sondern auch chemische Mittel, die ihre Farbwirkung erst durch eine Reaktion ergeben, des weiteren das beim Flachdruck als Abstoßmittel benutzte Befeuchtungswasser wie im allgemeinen alle jene Stoffe verstanden werden, welche im Wege des Verdruckens auf das Papier, Zeug oder auf einen sonstigen Druckträger aufzutragen sind.
Das Verfahren gemäß der Erfindung besteht dem Wesen nach darin, daß das Druckmittel, welches durch den durchlässigen Hohlzylinder und durch die Schablone kraft der ihm beispielsweise auf hydraulischem oder pneumatischem Wege verliehenen inneren Spannung im Gleichstrom hindurchtritt, praktisch preßdrucklos verdruckt wird. Damit sollen zugleich die umständlichen und teueren Einrichtungen zum Verreiben der Farben, wie auch die Schwierigkeiten und Unregelmäßigkeiten der absatzweisen Farbenauftragung entfallen, und es soll ein unmittelbar geregeltes fortlaufendes Verdrucken ermöglicht werden, ohne daß man an die Qualität des jeweiligen Druckträgers irgendwelche Sonderbedingungen zu stellen hätte.
Die Zeichnungen stellen schematisch einige Beispiele zur Verwirklichung der Erfindung
in Querschnitten dar, allein Abb. 2 ist ein Längsschnitt.
Abb. i, 2 zeigen eine Druckwalze, die die Druckfarbe 1 von innen erhält. Dieselbe besteht aus einem aus gebranntem Ton, Porzellan oder aus einer entsprechenden Legierung angefertigten, druck- und formfesten durchlässigen Hohlzylinder 2, der an der Welle 3 mit Hilfe des längsverschiebbaren Kegels 4, des festsitzenden Kegels 5 und der beiden Muttern 6 festgespannt wird. Der letztere Kegel hat eine nabenartige innere Fortsetzung/ und die zwischen .dieser und der Welle 3 verbleibende Spalte wird durch die GummimufFe 8 dicht verschlossen. Die Farbe 1 tritt durch die hohle Welle 3 und durch die Radialbohrung 9 der letzteren hindurch ein.
Der Außenmantel des porösen Hohlzylinao ders 2 wird mit der zur Darstellung der jeweiligen Druckschablone dienenden Arbeitsschicht 10 noch im rohen Zustande der letzteren überall festhaftend bespannt und das jeweilige abzudruckende Druckbild in Form einer entsprechenden Schablone an dem Zylindermantel selbst hergestellt. Die Druckschicht unterliegt daher keiner verzerrungsverursachenden Zurichtungswalzung.
Die Stirnflächen des Hohlzylinders 2 erhalten je einen undurchlässigen Belag 11, so daß die Verdruckmengen der Farbe 1 allein durch die Druckschicht 10, d. h. also durch die jeweilige Druckschablone hindurch austreten können.
Das Rollenpapier 12 oder ein beliebiger sonstiger Druckträger umschlingt fest die volle Druckfläche 2 bis 11, und die Farbe 1 wird lediglich mittels ihrer in einem stetigen Gleichstrom erfolgenden radialen Eigenbewegung, d. h. preßdrucklos, verdruckt. Das Papier 12 wird mit Hilfe von Rollwalzen 13 geführt.
Nach Abb. 3 wird das Rollenpapier 12, wo es die Schablone 10 berührt, um diese überall mit Hilfe eines die volle Breite der Schablone übergreifenden endlosen elastischen Bandes 14 geführt, welches seinerseits ebenfalls an Rollwalzen 13 geführt und sowohl mit der Druckwalze 2 bis 11, wie auch mit dem Papier 12 usw. gleichläufig angetrieben wird. Die untere Rollwalze 13 läßt sich in dem bei 15 angedeuteten Gestell mit Hilfe der Schrauben 16 verstellen, wodurch die Spannung des sich eventuell dehnenden Bandes 14 geregelt werden kann.
Abb. 4 zeigt zwei zum Bedrucken von einer und derselben Seite des Papiers 12 zusammengehörige Druckwalzen 2 bis 11 mit einem gemeinsamen endlosen Führungsband 14 und ebensolchen Kettenantrieb 17. Solche Gruppierung soll sich z. B. zum Mehrfarbendruck eignen. Die oben zwischen den beiden Druckwalzen 2 bis 11, daher an einem mit dem Papier 12 belegten Teil des Bandes 14 angebrachte Bandspannvorrichtung soll mittels Regelung der Zwischenlänge des Papierlaufs einen genauen Passer für die Abdrücke sichern.
Abb. 5 zeigt eine andere Anordnung, wo die zum Bedrucken von je einer Seite des Papiers 12 zusammengehörigen Druckwalzen 2 bis 11 für jede Papierseite je ein besonderes endloses Führungsband 14 haben, welches je ein gemeinsames sein kann, wenn auf der betreffenden Seite mehrere Druckwalzen arbeiten. Solche Gruppierung soll sich z. B. zum beiderseitigen Bedrucken des Papiers 12 in einem Arbeitsgange eignen.
Die Zeichnungen lassen erkennen, daß die Druckwalze 2 bis 11 einen zur Aufnahme von inneren Spannungen geeigneten Innenraum hat, der durch die Teile 2, 10 der Druckwalze überbrückt wird. Die Mengen der durch den Hohlzylinder 2 und durch die Schablone 10 hindurch jeweilig austretenden Druckfarbe 1 usw. sollen sich somit unter sonst unveränderten Diffusionsverhältnissen vermittels der innerhalb der Druckwalze 2 bis 11 herrschenden inneren Spannung regeln lassen. Zur Sicherung der Genauigkeit dieser Regelung wird gemäß der Erfindung jener Schleuderwirkung, der die Druckfarbe 1 usw. infolge des Umlaufs der Walze unterliegt, vor der Druckfläche derart entgegengewirkt, daß man die Austrittsöffnungen der Schablone 10 eben mit Hilfe des druck- und formfesten durchlässigen Hohlzylinders 2 nach Maßgabe der in Betracht kommenden größten Fliehkraft abdrosselt. Bei einer gegebenen Viskosität des Druckmittels wird dei Abdrosseiung mit entsprechender Wahl der Porosität und der Fleischdicke des Hohlzylinders 2 beeinflußt. Die Druckfarbe wird daher keine mechanische Inanspruchnahme an das Papier weiterleiten.
Das Durchlässigkeitsvermögen der Druckwalze 2 bis 11 längs der von dem Papier 12 nicht belegten Druckfläche kann im Verhältnis zu dem der übrigen Teile örtlich herabgesetzt werden, damit auch die geringste no Ungleichmäßigkeit bzw. Unstetigkeit der Farbenverteilung vermieden werde, welche daraus entstehen könnte, daß die Druckwalze längs einer Erzeugenden auf einen Augenblick ungedeckt bleibt. Dies kann man zweckmäßig dadurch ausgleichen, daß die Schablone 10 längs des betreffenden axial verlaufenden Streifens der Druckfläche von außen mit einer Druckluftdüse überdeckt wird.
Abb. 3 zeigt auch einen mittleren Verdränger 18, der die Menge der mit der Druckwalze umlaufenden Farbenfüllung ohne Be-
einträchtigung der den Austritt der Verdruckmengen beeinflussenden Verhältnisse vermindern soll.
Die Hauptvorteile der beschriebenen Verfahren und Druckwalzen sind folgende:
Der Verbrauch an Druckfarbe usw. ist äußerst gering, da die Verluste so gut wie ausgeschlossen sind.
Die Intensität des Druckes kann man ohne ίο mechanische Inanspruchnahme des Druckträgers und auch während des Betriebes lediglich durch die Regelung der inneren Spannung des Druckmittels beeinflussen.
Die Einwirkung des Druckmittels auf den Druckträger wird auf die Dauer fast einer vollen Umdrehung der Druckwalze verlängert, so daß die Druckgeschwindigkeit hochgesteigert werden kann.
Die während einer Umdrehung der Druckwalze austretenden Druckmittelmengen bleiben auch bei zunehmender Umlaufzahl die gleichen, weil zwar der Diffusionswiderstand sich bei gleichen Mengen und bei mit zunehmenden Umlaufzahlen abnehmender Zeit quadratisch vergrößert, aber die demselben entgegenwirkende Fliehkraft sich bei zunehmenden Umlaufzahlen ebenfalls quadratisch vergrößert.
Der jeweilige Druckträger ist lediglich keinerlei mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt und wird in ihrer Drucklage stets sicher gehalten, so daß man z. B. auch das dünnste Papier oder auch die feinste Seide usw. leicht und genau bearbeiten kann.
Die jeweiligen Verdruckmengen der Druckmittel lassen sich ohne Beeinflussung der Druckverhältnisse beliebig hoch steigern, so daß man z. B. auch die stärksten Gewebe dem Druckbild entsprechend durchtränken kann. Die Hohlwalze 2 hält die Schablone 10 in ihrer sowohl für den Farbendurchtritt wie auch für das Verdrucken günstigsten Lage straffgespannt und verhindert auch das winzigste Lockerwerden derselben.
Nach Verdruck der gewünschten Auflage schabt man die Schablone 10 von dem Mantel ab, beseitigt auch die letzten Spuren der in den Poren eingewurzelten Teile auf chemischem Wege und belegt die Walze 2 mit einer frischen Schablone 10, so daß man die Walze 2 immer wieder gebrauchen und sowohl diese wie auch die jeweiligen Arbeitsschichten genauest bearbeiten, z.B. abdrehen und polieren kann.
Die Umspannung der Druckwalze mit der jeweilig zu bedruckenden Unterlage zeigt eine ziemliche. Elastizität und, da während des Drückens keine falschen Verschiebungen vorkommen können, wird der Verdruck auch dann gleichmäßig ausfallen müssen, wenn die Bearbeitung der Druckwalze mit irgendwelchen Ungleichmäßigkeiten behaftet wäre. Hierzu gesellt sich noch die Elastizität des endlosen Führungsbandes 14, die ein schonendes, schmiegsames, jedoch dichtes und unverrückbares Mitnehmeranliegen der nach Walzenform gespannten Unterlage an der umlaufenden Druckfläche sichern soll.

Claims (7)

Patentansprüche:
1. Rotationsdruckverfahren, bei dem das Druckmittel auf eine aus einem druck- und formfesten durchlässigen Hohlzylinder und aus einer diesen festhaftend belegenden, zweckmäßig dünnen metallischen Schablone bestehende Druckform von innen aufgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des bis zu dem Druckträger im Gleichstrom hindurchtretenden Druckmittels (1) mit Hilfe des druck- und formfesten Hohlzylinders (2) und der dem Druckmittel (1) verliehenen inneren Spannung geregelt wird und das Rollenpapier (12) oder der sonstige Druckträger den Mantel der Druckwalze (2 bis 11) fast völlig umschlingt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckträger (12), wo er die Druckwalze (2 bis 11) berührt, um diese (2 bis 11) überall mit Hilfe eines elastischen endlosen Bandes (14) geführt und das letztere (14) sowohl mit der Druckwalze (2 bis 11) wie auch mit dem Druckträger (12) gleichläufig angetrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf den von dem Druckträger (12) nicht berührten freien Längsstreifen der Schablone (10) von außen aus einer Druckluftdüse ο. dgl. ein dem Austritt des Druckmittels (1) entgegenwirkender pneumatischer Gegendruck ausgeübt wird.
4. Vorrichtung zu dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß um die Druckwalze (2 bis 11) ein mit dieser gleichläufiges und die volle Breite der Schablone bedeckendes, endloses elastisches Band (14) geführt ist.
5. Vorrichtung zu dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Bedrucken einer und derselben Seite des Druckträgers (12) mittels zweier oder mehrerer Druckwalzen (2 bis 11) um diese ein gemeinsames endloses Band (14) geführt ist.
6. Vorrichtung zu dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim beiderseitigen Bedrucken des Druckträgers (12) die für je eine Seite zusammengehörigen Druckwalzen
(2 bis 11) bzw. Druckwalzengruppen nach Anspruch 5 je ein gemeinsames endloses Führungsband (14) haben.
7. Vorrichtung zu dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine zwischen zwei Druckwalzen (2 bis 11) angebrachte Spannvorrichtung (13, 16) für das endlose Führungsband zur Erzielung eines genauen Passers der einzelnen Abdrücke.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
DE1930557565D 1930-01-28 1930-03-04 Rotationsdruckverfahren und Vorrichtung dazu Expired DE557565C (de)

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FR698134A (fr) 1931-01-27

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