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Schleuse zum Unterteilen der Strecken in Rohrpostanlagen Es sind Durchschleusstellen
bekannt, bei denen ein aufenthaltloses Durchfahren dadurch ermöglicht wird, daß
Fahrkontakte an der Durchschleusstelle angebracht sind, die Luftumschalter so steuern,
daß der Druck hinter der jeweils zu durchfahrenden Klappe geringer ist als vor derselben.
Die bekannte Ausführung benötigt für die Luftumschaltung zwei Wechselventile, die
gleichzeitig in der Schleusenkammer und in den anstoßenden Fahrrohrstrecken den
Ein- und Austritt der Betriebsluft regeln. Für die Steuerung der Ventile sind hierbei
drei Fahrkontakte erforderlich.
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Bei der erfindungsgemäßen Anordnung dagegen wird nur ein einziges
von zwei Fahrkontakten gesteuertes Luftventil benutzt, das sich in der in die Schleusenkammer
mündenden Luftzutrittsstelle befindet, während das mit der Schleusenkammer in Verbindung
stehende Luftabflußrohr ohne Luftumschalter ausgerüstet ist. Außer dieser wesentlichen
Vereinfachung gestattet die vorliegende Erfindung, die Durchschleusstellen mit.
Abzw eigstellen so zu vereinigen. daß die Gebläse in den an den Abzweigleitungen
liegenden Empfangsstellen aufgestellt werden können. Dies hat den Vorteil, daß die
Schleusenstellen nach rein lufttechnischen Gesichtspunkten festgelegt werden. können
und nicht an die Örtlichkeit gebunden sind, da auf die Unterbringung der. Gebläse
keine Rücksicht genommen zu- werden braucht. Auch die Rohrführung wird günstiger;
da es nicht wie bisher erforderlich ist das Hauptrohr bis in die unmittelbare Nähe
der Empfangsstelle zu führen. Dies wird nach der vorliegenden-Erfindung dadurch
ermöglicht, daß die Schleusenkammer mit einer offenen Weiche -ausgerüstet wird.
Der vorliegende Erfindungsgedanke ist jedoch nicht auf Schleusenstellen beschränkt,
die mit einer Abzweigstelle vereinigt sind, wie das zweite Ausführungsbeispiel zeigt.
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An Hand der Abbildung sei nunmehr die Erfindung beschrieben.
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Abb. i zeigt schematisch eine Durchschleusstelle mit Weiche; Abb.
z ist eine Schaltungsanordnung zu Abb. i ; Abb. 3 zeigt schematisch eine Durchschleusstelle
ohne Weiche; Abb. q. ist eine Schaltungsanordnung zu Abb. 3.
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Es sei angenommen, daß von dem Hauptrohr H eine Anzahl von Abzweigrohren
A zu den einzelnen Betriebsstellen E führen. In Abb. i ist eine derartige Abzweigstelle
gezeigt. An der Abzweigstelle befindet sich eine offene Weiche 0W der üblichen Bauart.
In einiger Entfernung vor der offenen Weiche ist eine Klappe K' angeordnet. Normalerweise
wird diese Klappe durch den von dem Gebläse G angesaugten Treibluftstrom, der in
Pfeilrichtung fließt, offen gehalten, so daß die die Trennvorrichtung TV verlassenden
Büchsen die Klappe K1 ungehindert durchfahren können. Unmittelbar hinter der Klappe
KI befindet sich eine Luftzutrittsstelle G, durch die in bestimmten Betriebs-
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zuständen Frischluft nachströmen kann. Das Luftventil L
wird durch einen Magneten M betätigt. Zwischen der Trennvorrichtung TV und der Klappe
KI befindet sich eine Steuerstelle St, durch die die Weiche 0W gestellt wird. Da
die Steuerung der Weiche nicht Gegenstand der Erfindung ist, so soll hierauf nicht
näher eingegangen werden. Es sei angenommen, daß die Rohrpostbüchse das Kennzeichen
für die Steuerung der Weiche mit sich führe und bei Durchfahrt durch die Steuerstelle
St die Einstellung der Weiche 0W vornehme, je nachdem, welches Ziel die Büchse erreichen
soll. Unmittelbar hinter der Klappe K1 befindet sich ein Fahrkontakt f1 Dieser Fahrkontakt
kann auch unmittelbar unter Wirkung der Klappe KI stehen, da die Konstruktion der
Klappe so ausgebildet werden kann, daß die durch den Treibluftstrom zum Teil geöffnete
Klappe noch in die Fahrbahn der Büchse hineinragt und beim Durchfahren von der Büchse
bewegt wird. Unmittelbar hinter der Weiche 0W .befindet sich im. Hauptrohr eine
zweite Klappe KZ. Hinter der Klappe KZ ist gleichfalls ein Fahrkontakt f2 angeordnet.
Die Klappe KZ schließt normalerweise das Hauptröhr H ab, so daß der vor der Klappe
KZ liegende Streckenabschnitt H' nur unter der Wirkung des Gebläses G der Station
E steht. Der nachfolgende Abschnitt H" steht unter Wirkung eines Gebläses, das sich
in der nächstfolgenden Station befindet. Dieses Gebläse saugt die Luft über den
Sender S an. Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende: Angenommen, die die Trennvorrichtung
TV verlassende Büchse habe ein Ziel, bei dem auch der Streckenabschnitt H" durchfahren
werden muß. Die Weiche 0W bleibt daher beim Durchfahren der Büchse durch die Steuerstelle
in Durchfahrtstellung stehen. Die Rohrpostbüchse wird zunächst von dem Gebläse G
angesaugt, da ja durch die Weiche der Treibluftstrom nicht abgelenkt wird. Die Klappe
K1 ist völlig entlastet. Sobald die Klappe KI von der Büchse durchfahren ist, wird
der Kontakt f l betätigt. Dadurch kommt, wie Abb. a zeigt, folgender Stromkreis
zustande: Erde, f l, w, M, Batterie.
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Der Magnet M wird erregt und betätigt das Luftventil L, so daß jetzt
Frischluft in das Fahrrohr einströmt. Die Klappe KI wird dadurch belastet und schließt
den Streckenabschnitt H' ab. Die Klappe KZ dagegen wird stark entlastet. Die Entlastung
kann dabei so stark sein, daß die Klappe KZ durch die bei L einströmende Frischluft
geöffnet wird, wenn bei langer Rohrleitung der Druckabfall auf der Strecke vom Sender
S bis zur Einmündungsstelle unmittelbar hinter der Klappe KZ groß ist. Der Magnet
31 hält sich in folgendem Stromkreis: Erde, f2, m, w, M, Batterie, Erde.
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m ist dabei ein von dem Magneten 2,1 betätigter Kontakt. w ist ein
in Abhängigkeit von der Stellung der Weiche stehender Kontakt, der sich bei Durchfahrt
der Weiche in der hier gezeigten Lage befindet. Nach Durchfahrt der Klappe KZ wird,
wie bereits erwähnt, von der Büchse der Kontakt f2 betätigt und somit der Haltestromkreis
für den Magneten 11,1 unterbrochen. Der Luftzutritt bei L wird wieder unterbunden,
und es tritt der alte Betriebszustand ein. Bei einer Sendung, die in dem Abzweig
A abgelenkt werden soll, wird beim Durchfahren der -Steuerstelle St die Weiche 0W
in nicht näher zu beschreibender Weise umgelegt. Durchfährt in diesem Falle die
Büchse die Klappe Kl und betätigt den Fahrkontakt f l, so bleibt dies auf
den Magneten M ohne Wirkung, da der Anzugsstromkreis für M durch den Kontakt
w unterbrochen ist. Hinter der Weiche 0W ist in dem Abzweigrohr A ein Fahrkontakt
f3 angeordnet, durch den in bekannter Weise die Rückstellung der Weiche veranlaßt
wird. Würde jetzt unmittelbar eine zweite Büchse folgen, deren Ziel in dem Abschnitt
H" liegt, so würde die in diesem Falle bei L nachströmende Frischluft die Fahrt
der in dem Abschnitt A fahrenden Büchse nicht hemmen.
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In dem Ausführungsbeispiel einer Durchschleusstelle ohne Weiche nach
Abb. 3 und .1 ist die Strecke durch die erfindungsgemäße Durchschleusstelle in zwei
Abschnitte H' und H" unterteilt. Der Streckenabschnitt H' steht unter der Wirkung
des Gebläses G. Die Anlage arbeitet mit Saugluft. Die Klappe KI kann von einer in
Pfeilrichtung fahrenden Büchse ungehindert durchfahren werden. Durch Betätigung
des Fahrkontaktes f l wird der Magnet 111 erregt, der die Öffnung des Ventils
L bewirkt, so daß durch die bei L
einströmende Frischluft die Klappe
KZ völlig entlastet wird. Der Magnet zieht in folgendem Stromkreis an: Erde, f1,
M, Batterie und hält sich über seinen eigenen Kontakt m: Erde, f2, m, M,
Batterie. Sobald die Klappe KZ durchfahren ist, wird der Fahrkontakt f2 betätigt,
durch den der Haltestromkreis für M unterbrochen wird. Das Luftventil L schließt
sich, so daß der Anfangszustand wieder erreicht ist. Über den Ansaug An strömt
die Treibluft in den Abschnitt H" ein.