DE545883C - Vorrichtung zum selbsttaetigen Ausspanen des Bohrloches durch Heben und Senken der Bohrspindel - Google Patents
Vorrichtung zum selbsttaetigen Ausspanen des Bohrloches durch Heben und Senken der BohrspindelInfo
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Description
Bei Bohrmaschinen sind Vorrichtungen bekannt, die während des Bohrens ein zeitweiliges
Herausheben des Bohrers aus dem Bohrloch bewirken, um das Bohrloch auszuspänen.
Bei den bekannten Vorrichtungen dieser Art wird die Bohrspindel z. B. von einer mit
Vertiefung versehenen Scheibe vorgeschoben. Im wesentlichen läßt sich auf diesem Wege
nur erreichen, daß Löcher mit gleichbleibender Tiefe gebohrt werden können.
Bei all diesen Vorrichtungen ist nur eine verhältnismäßig geringe Arbeitsgeschwindigkeit
bei hohem Kraftverbrauch möglich, weil im Vergleich zu den übrigen Teilen der Bohrmaschine große Massen in verhältnismäßig
schnelle Schwingung versetzt werden müssen.
Gemäß der Erfindung ist das selbsttätige Vorschubgetriebe der Bohrmaschine über
eine Kupplung von der Bohrspindel mittels eines zeitweilig angespannten Seilgetriebes
abschaltbar gemacht, das zugleich auch die Bohrspindel entgegen der Wirkung einer
Gegenkraft zurückzieht.
Vorteilhaft ist dabei, daß mit solchen Ausspanautomaten auch Bohrmaschinen mit üblichem
Vorschub der Bohrspindel und zum Bohren von Löchern verschiedener Tiefe verwendet
werden können. Besonders zweckmäßig ist es dabei, den zeitweilig angespannten Seiltrieb mit dem einen Ende über eine
durch ein entgegengesetztes Drehmoment festgehaltene, auf dem Antrieb für den selbsttätigen
Vorschub sitzende Seilscheibe zu befestigen und das andere Ende in Form einer Seilschleife über den Hebelarm einer Ausrückkupplung
für das Vorschubgetriebe zu schlingen und alsdann an einer eine zeitweilige Seilverkürzung erzeugenden Vorrichtung
zu befestigen.
Als solche Vorrichtung zur zeitweiligen S eil Verkürzung eignet sich insbesondere ein
umlaufender Kurbelarm, an welchem das einzustellende Ende des Seilzuges befestigt
wird. Die hieraus sich ergebende verschiedene Geschwindigkeit der Verkürzungsbewegung
ermöglicht dabei in günstigster Weise die Erzeugung der zeitlichen Unterschiede in
der Ausrückung der Kupplung für den selbsttätigen Vorschub der Bohrspindel unter nachfolgender
Ingangsetzung des Ausspanautomaten mit anschließendem Wiedereinrücken der Kupplung für das Vorschubgetriebe der
Bohrspindel.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel, und zwar zeigen
Abb. ι die Bohrmaschine mit selbsttätigem Vorschub von der Seite,
Abb. 2 im Schnitt nach Linie A-B der Abb. ι und
Abb. 3 in einem Schnitt nach der Linie C-D der Abb. 1.
Abb. 4 zeigt einen Schnitt durch das Ein-
und Ausrückgetriebe der Kupplung für den selbsttätigen Vorschub der Bohrspindel.
In den Darstellungen ist α das Bett bzw. das Gestell einer als Bohrmaschine ausgebildeten
Drehbank. Bei der dargestellten Ausführungsform ist angenommen, daß die von dem Bohrstock b getragene Bohrspindel d
sich nicht dreht, sondern nur selbsttätig langsam vorgeschoben und dazwischen gemäß der
ίο Erfindung zum Ausspanen zurückbewegt wird. Die Drehbewegung wird auf das nicht
dargestellte zu bohrende Werkstück übertragen. Es ergibt sich hierdurch lediglich
eine vereinfachende Darstellung, und es wäre ohne weiteres möglich, die Bohrspindel d auch
gleichzeitig in Umdrehung zu versetzen, wobei dann das Werkstück stillstehen könnte.
Die Bohrspindel d ist am unteren Ende mit einer Verzahnung nach Art einer Zahnstange
versehen, in die das im Spindelstück gelagerte Ritzel e eingreift. Dieses Zahnrad e
wird von der Welle / über eine Kupplung m und die Zahnrädern und g angetrieben. Infolgedessen
schiebt sich der am Ende der Bohrspindel d befestigte Bohrer nach vorn in das in Umdrehung gehaltene Werkstück.
Um nun gemäß der Erfindung einen Ausspanautomaten anordnen zu können, ist zwisehen
das Zahnrad i und die Welle / eine Klauenkupplung m eingebaut, die in Abb. 3
und 4 deutlicher erkennbar ist. Der eine Kupplungsteil der Klauenkupplung ist mit
dem Zahnrad i fest verbunden und der andere Kupplungsteil infolge eines Keiles auf der
Welle / längsverschiebbar. Dieser längsverschiebbare Kupplungsteil ist gemäß Abb. 3
durch einen Stift p in einer Schraubennut q geführt und kann mit Hilfe eines Hebelarmes
η in den feststehenden Kupplungsteil an dem Zahnrad I hineinbewegt werden. Wird
also der Arm η der Kupplung gedreht, dann wird die Welle / entweder mit dem Zahnrad i
gekuppelt oder das Zahnrad i von der Welle / abgekuppelt. Die Drehung des Armes η erfolgt
mit Hilfe einer Seilschleife, die um die Rolle 0 am freien Ende des Armes η geschlungen
und über die beiden festen Rollen t und u am Bohrstock b geführt ist. Wird die
Seilschleife verkürzt, so wird die Kupplung zwischen der Welle Z und dem Zahnrad i ausgerückt,
und umgekehrt, die Kupplung wird eingerückt, wenn die Seilschleife vergrößert wird. Das Seil s, das die Seilschleife zwisehen
den Rollen t, o, u bildet, ist ferner an der Rolle f befestigt. Wird das Seil s verkürzt,
dann wird auch das Ritzel e in entgegengesetzter Richtung gedreht, wodurch
die Bohrspindel d entgegen der Vorschubrichtung zurückgezogen wird. Beim Rückwärtsdrehen
des Ritzels e wird auch gleichzeitig die Seilrolle h gedreht und ein Gewicht r angehoben.
Mit Hilfe des Seilzuges s und der Seilschlinge zwischen den Rollen t, 0, u kann somit
der Vorschub der Bohrspindel d unterbrochen und das Ritzel e gleichzeitig dazu
benutzt werden, um die Bohrspindel d mit dem Bohrer zurückzuziehen und dabei gleichzeitig
die Gegenkraft r wirksam zu machen, die beim Nachlassen des Seilzuges s das
Ritzel e wieder zurückdreht und anschließend den Seilzug zwischen den Rollen t, 0, u wieder
freigibt, so daß nunmehr der Hebelarm η die
Kupplung ρ zwischen der Welle I und dem Ritzel e wieder einrücken kann. Das Einrücken
der Kupplung m erfolgt, wie gefühlsmäßig, erst in dem Augenblick, wenn der
Bohrer wieder auf dem Grund des Bohrloches Widerstand findet.
Hierzu ist noch eine Vorrichtung erforderlich, die gleichzeitig mit dem selbsttätigen
Vorschub der Bohrspindel d den Seilzug s in kurzen Zeitabständen verkürzt und verlängert
bzw. anzieht und freigibt. Diese Verkürzungsbewegung auf den Seilzug j wird
mit Hilfe eines Kurbelgetriebes c bewirkt, bei welchem an dem Ende eines Kurbelarmes ν das Ende des Seilzuges.? befestigt
ist. Die Verkürzung des Seilzuges s erfolgt nun, solange das Ende υ des Kurbelarmes
sich in der Längsachse der Bohrspindel d bewegt, dagegen nur in geringerem Maße, wenn
sich das Endez/ des Kurbelarmes in dazu
senkrechter Bewegung verschiebt. Durch entsprechende Anordnung des Kurbelantriebes c
läßt sich eine entsprechende Geschwindigkeit in dem Seilzug j leicht einstellen.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum selbsttätigen Ausspanen des Bohrloches durch Heben und
Senken der Bohrspindel bei Bohrmaschinen mit selbsttätigem Vorschub, dadurch gekennzeichnet, daß das selbsttätige Vorschubgetriebe
(/, i, g, e) über eine Kupplung (m) von der Bohrspindel (d) mittels
eines zeitweilig angespannten Seilzuggetriebes (s) abschaltbar gemacht ist, das
zugleich auch die Bohrspindel (d) entgegen der Wirkung einer Gegenkraft (r)
zurückzieht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zeitweilig
angespannte Seilzug (s) mit dem einen Ende über eine durch entgegengesetztes
Drehmoment (r, K) festgehaltene, auf dem Antrieb (/, i, g, h) für den selbsttätigen
Vorschub der Bohrspindel (d) sitzende Seilscheibe (f) befestigt ist und mittels
Seilschleife (t, 0, u) über den Hebelarm (n) einer Ausrückkupplung (m) für das
Vorschubgetriebe (g, e) geschlungen, mit dem anderen Ende aber nach einer Seilverkürzungseinrichtung
(c, v) geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß als Seilverkürzungseinrichtung
für den Seilzug (c) ein Kurbelarm (v) benutzt ist, dessen waagerechte und senkrechte Bewegungskomponente so eingestellt ist, daß der genügende
zeitliche Unterschied zwischen dem Auslösen und Einschalten der Kupplung {m) und dem Vorwärts- und Rückwärtsdrehen
des Antriebes (/) für die Ausspanvorrichtung vorhanden ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE545883T | 1930-06-07 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE545883C true DE545883C (de) | 1932-03-07 |
Family
ID=6560951
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930545883D Expired DE545883C (de) | 1930-06-07 | 1930-06-07 | Vorrichtung zum selbsttaetigen Ausspanen des Bohrloches durch Heben und Senken der Bohrspindel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE545883C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE841096C (de) * | 1949-06-22 | 1952-06-13 | A C Wickman Ltd | Bohrwerk mit selbsttaetiger Hin- und Herbewegung der umlaufenden Bohrspindel |
-
1930
- 1930-06-07 DE DE1930545883D patent/DE545883C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE841096C (de) * | 1949-06-22 | 1952-06-13 | A C Wickman Ltd | Bohrwerk mit selbsttaetiger Hin- und Herbewegung der umlaufenden Bohrspindel |
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