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Bohrmaschine zum Bohren von Dachlatten für eine Schieferdeckung a
Die Erfindung betrifft eine Bohrmaschine zum Herstellen einer Schieferdeckung nach
Patent 93$ 75I. Bei der Schieferdeckung nach diesem Patent sind die Schieferplatten
unmittelbar auf Dachlatten verlegt, und zwar sind die Dachlatten in sich wiederholender
Teilung gebohrt und in diese Bohrungen sind mit Widerlageköpfen versehene Haltestifte
von unten eingeführt, in welche die gelochten Schieferplatten eingehängt sind. Da
die zu verwendenden Schieferplatten maschinell völlig gleichmäßig gelocht sind,
ist es notwendig, daß die Dachlatten eine ebenso gleichmäßig geteilte Bohrung erhalten,
weil anderenfalls bei nicht genauer Übereinstimmung der Teilung in den Platten und
den Latten Spannungen auftreten, die .zum Bruch der Schieferplatten führen können.
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Gegenstand der Erfindung ist daher eine diesem Zweck besonders angepaBte
Bohrmaschine, welche eine einwandfreie Bohrung über die ganze Länge der Latten gestattet.
Sie besteht im wesentlichen aus einem heb- und senkbaren Bohrtisch von einer der
Lattenlänge entsprechenden Abmessung und einem darüber in-einer waagerechten Gleitbahn
beweglichen, jedoch an dieser in vorbestimmten Stellungen verriegehbaren Bohrschlitten,
der :mehrere parallel zueinander arbeitende, gegen den Bohrtisch gerichtete Bohrspindeln
trägt, Wenn also beispielsweise Latten von 3 m Länge zuT Bearbeitung
gelangen
sollen, so hat der heb- und senkbare Bohrtisch die gleiche Länge oder annähernd
die gleiche Länge, während die Länge des Bohrschlittens einen einfachen Bruchteil
hiervon, beispielsweise die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel beträgt, und an
der Gleitbahn sind eine entsprechende Anzahl, also beispielsweise zwei, drei oder
vier Ausnehmungen zur Verriegelung des Bohrschlittens angeordnet.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform_ sind die Bohrspindeln in der
Längsrichtung des Borschlit-_ tens verstellbar befestigt, um sie auf wechselnde
Größen der Schieferplatten oder eine wechselnde Teilung dieser Platten einstellen
zu können. Zweckmäßig ist .an dem Bohrschlitten eine waagerechte Spannschiene vorgesehen,
an welcher die einzelnen Bohrspind.,ln im vorbestimmten Abstand voneinander festgeklemmt
sind. Der Antrieb der Bohrspindeln erfolgt zweckmäßig von einem oder zwei am einen
oder an beiden Enden des Bohrschlittens gelagerten Motoren, die über eine oder zwei
Schnekkenwellen mit auf den Bohrspindeln aufgesetzten Schneckenrädern im Eingriff:
stehen.
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Die Verriegelung des Bohrschlittens in jeder Bohrstellung kann sehr
einfach dadurch erfolgen, daß an dem Bohrschlitten ein oder zwei Federbolzen befestigt
sind, die in entsprechende Löcher oder Ausnehmungen auf der Länge der Gleitbahn
einschnappen. Die Latte wird den in senkrechter Richtung feststehenden Bohrspindeln
dadurch entgegengeführt, daß sie mit dem Bohrtisch bei jedem Arbeitsgang gehoben
und gesenkt wird. Hierzu dient zweckmäßig eine über die Länge der Maschine durchlaufende,
von Hand zu betätigende Schaltstange, bei deren Niederdrücken über ein Gestänge
der Bohrtisch angehöben wird. Eine Spannvorrichtung, die die Latte auf dem Bohrtisch
festklemmt, kann mittels eines Fußhebels betätigt, beispielsweise gelöst werden,
während sie durch Federkraft gegen die-Dachlatte geführt wird.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung in einer beispielsweisen Ausführungsform
dargestellt.
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Fig. i zeigt eine Seitenansicht der Lattenbohrmaschine; Fig. 2 gibt
eine Vorderansicht -eines Teiles der Maschine wieder, in der der verfahrbare Bohrschlitten
zur Hälfte sichtbar ist; Fig. 3 gibt, teilweise geschnitten, eine Einzelheit der
Spannvorrichtung wieder; Fig. 4 . zeigt eine andere Einzelheit der Spannvorrichtung
Die Lattenbohrmaschine besitzt zwei Seitengestelle i und zwei Mittelgestelle 2,
auf die sich die Gleitbahn 3 abstützt. Auf der Gleitbahn 3 befinden sich Führungsschienen
4' und 4", auf denen die Rollen 5' und 5", die den Bohrschlitten 6 tragen, laufen.
Der Bohrschlitten 6 trägt eine Spannschiene 7 zur Aufnahme der Bohrspindeln 8, die
in der Längsrichtung des Bohrschlittens verschiebbar und feststellbar angeordnet
sind. Der Antrieb der Bohrspindeln 8 erfolgt durch die zwei Motoren 9, die jeweils
für die Hälfte der Bohrspindeln 8 links und rechts des Bohrschlittens 6 angeordnet
sind. Über eine elastische Kupplung io wird der Antrieb über die Schneckenhalbwelle
i i, die in einem Mittellager i i' geführt ist, auf die Bohrspindeln 8 übertragen.
Der Bohrschlitten 6 trägt eine oder zwei Federbolzen 12, die durch federndes Einschnappen
in eines von mehreren Löchern der Gleitbahn 3 den Bohrschlitten in seiner jeweiligen
Bohrstellung arretieren.
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Im Mittelgestell 2 ist der Bohrtisch 13 auf Führungsstäben 14 gelagert.
Sein Hub erfolgt durch Handkraft auf die über die Breite zwischen den Mittelgestellen
:2 durchgehende Schaltstange 15, deren Bewegung in Pfeilrichtung 16 über eine Zahnstange
17, ein Zahnsegment 18, ein Zahnrad i9 und eine Verzahnung 2o der Führungsstäbe
14 auf den Bohrtisch übertragen wird.
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Die Einspannung der Dachl?Ltte 2i, die sich auf dem Bohrtisch gegen
einen festen Anschlag 22 legt, erfolgt durch Federspannung, das Lösen erfolgt durch
einen Fußhebel 23, dessen Bewegung über ein Gestänge 24 auf eine Rolle 25
(vgl. Fig. 3) übertragen wird. Diese Rolle 25 gleitet bei ihrer Aufwärtsbewegung
auf der schiefen Ebene 26 eines Spannhebels 27 und löst dadurch diesen von seiner
Anlage an der Dachlatte 21, die dadurch freigegeben wird. In der Ruhelage des Fußhebels
23 befindet sich die Rolle 25 außer Eingriff mit dem Spannhebel 27, so daß dann
eine Feder 28' den Spannhebel 27 kräftig gegen die Dachlatte 2i drükken kann, die
sich ihrerseits gegen den festen Anschlag 22 legt.
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Um die Dachlatten 21 auch während der senkrechten Hub- und Senkbewegung
einwandfrei zu halten und sie insbesondere beim Herausziehen der Bohrer 28 gegen
unbeabsichtigtes Abheben vom Bohrtisch zu sichern, ist eine Sicherung in senkrechter
Richtung erforderlich (vgl. Fig. 4). Auf der Länge des Bohrtisches sind beispielsweise
sechs Führungsbuchsen 29 angeordnet, in denen Spannbolzen 30 sitzen von denen
je zwei beispielsweise durch eine Spannleiste 3 i verbunden sind. An ihrem freien
Ende sind die Spannbolzen 30 mit einem Gewinde 32 versehen, auf das ein Anschlagstück
33 mit Gummipuffer 34 durch Kontermutter 35 einstellbar aufgeschraubt ist. In der
Ruhestellung des Tisches 13 liegt der Gumrriipuffer 34 des Anschlagstückes 33 gegen
das Seitengestell i an, wodurch die Spannleisten 31 nicht zur Anlage kommen.
Sobald der Bohrtisch zur Einleitung des Bohrvorganges nach oben bewegt wird, drückt
die Feder 36 den Spannbolzen 30 und damit die Spann=leisten 3 i nach unten,
so daß die Dachlatte 21 vor Beginn des Bobrens in senkrechter Richtung festgespannt
ist. Der Bohrer 28 ist mit.einem Senker 37 versehen, so daß an die Bohrung der Dachlatte
sich sofort eine Aussenkung 38 anschließt.
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Das Bohren der Dachlatte verläuft in folgender Weise. Zum Einlegen
der Dachlatten 21 wird der Fußhebe1,23 betätigt.* Eine Entlastung des Fußhebels
23 bewirkt die Einspannung der Dachlatte 21. Nun erfolgt das Bohren und Aussenken
durch Niederdrücken der Schaltstange 15, wodurch gleichzeitig die Sicherung der
Dachlatte 2i in senkrechter Richtung bewerkstelligt wird. Bei 3 m langen
Normallatten
ist beispielsweise das Bohren in drei Arbeitsgängen möglich, d. h. der Bohrschlitten
muß entriegelt, in die zweite Bohrstellung gebracht und mit dem Federbolzen i2 wieder
arretiert werden.. Dieser Vorgang wird nach dem erneuten Bohren wiederholt, bis
die Latte auf ihrer ganzen Länge mit Bohrungen versehen ist. Nach Lösen der Sicherung
durch Betätigen des Fußhebels 23 kann eine neueLatte eingelegt werden, die, um ein
flüssiges Arbeiten zu gewährleisten, zweckmäßig in entgegengesetzter Fortschrittsrichtung
gebohrt wird.
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Die genau ausführbare Verriegelung . des Bohrschlittens gestattet,
eine Latte mit periodisch sich wiederholender Lochteilung in einer Genauigkeit von
± o,2 bis 0,3 mm zu versehen.