DE542C - Formkasten nebst Zubehör zur Fabrikation von Zinkdestillir-Muffeln.' - Google Patents

Formkasten nebst Zubehör zur Fabrikation von Zinkdestillir-Muffeln.'

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DE542C
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    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22—CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22C—FOUNDRY MOULDING
    • B22C21/00—Flasks; Accessories therefor

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Moulds, Cores, Or Mandrels (AREA)

Description

1877.
LUDWIG KLEEMANN in MYSLOWITZ. Formkasten nebst Zubehör zur Fabrikation von Zinkdestillir-Muffeln.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 21. August 1877 ab.
Nachdem der Formkasten Fig. 1, 2, 3 mittelst des Rahmens r fest geschlossen, und auch das dazu gehörige, vordere und hintere Versehlufsstück α und b (Fig. 4 und 5) durch Vorsteckung der Splinte c an den Kasten befestigt sind, wird auf dem Boden des Kastens zuerst eine Schicht Muffelmasse so hoch eingestampft, als es zur Bildung des Muffelbodens bedarf. Hierauf wird der Kernboden d (Fig. 4) durch die Oeffnung des vorderen Verschlufsstiickes oder von oben herein durch den Kasten eingeführt, in die gehörige Lage gebracht, und nun der· Kern aus seinen beiden Seitentheilen / g und dem Rückenstück h vollends zusammengestellt. Nachdem auch an dem hinteren Ende des Kerns zu beiden Seiten zwischen Kern und Kastenwand je eine genau abgepafste nur kurze, halb hinabreichende Holzleiste zur Erhaltung der mittelrechten Lage des Kerns gesteckt worden, wird das Abspreitzstück i (Fig. 7) zwischen die inneren Wandungen des Kerns eingeschoben. Es bleibt jetzt nur noch übrig, dafs von dem Muffelmacher aus der Muffelmasse Platten von der Stärke ausgewalkt werden, dafs davon abgeschnittene Streifen von bestimmter Breite leicht in den zwischen Kern und Kasten sich vorfindenden leeren Raum eingelegt und mittelst dazu geeigneter Stöfsel eingestampft werden können, womit bis zur Füllung der Form bis oben fortgefahren wird, nachdem inzwischen die zwischen Kasten und Kern steckenden Holzleisten zur rechten Zeit auch wieder entfernt wor,den sind. Es folgt nun noch die nöthige Abrundung des oberen Theiles der Muffel, welche dadurch bewirkt wird, dafs man eine mit der Länge der Muffel übereinstimmende Schneide, ganz aus Eisen oder aus Holz mit eiserner Schneide auf die Mitte der Form aufsetzt, und so lange senkrecht niederdrückt, bis die auf beiden Enden der Form an den Verschlufsstücken Fig. 4 und 5 angebrachten halbkreisförmigen Messerführungen K erreicht sind, worauf das Messer mit seiner oberen Seite links oder rechts etwas seitwärts -gezogen, und in der' davon entgegengesetzten Richtung im festen Anschlufs an die Führungen niedergedrückt wird, die hierdurch abgelöste Masse herausgenommen, und die gleiche Operation jetzt auch auf der anderen Hälfte vorgenommen wird. Nach dem nunmehr folgenden Herausziehen des Abspreitzstücks wird zuerst die linke Seite des Kerns oben etwas nach der Mitte herübergeneigt und herausgenommen, hierauf die rechte Seite, woran aber vorher der durch Charniere daran befestigte, obere runde Theil des Kerns niedergeklappt worden, und dann auch das Rückenstück des Kerns. Die Verrichtung des Herausziehens dieser Kerntheile wird durch die in dem Kernboden eingehobelten Rinnen, welche den Wänden und dem Abspreitzstück beim Stellen sowohl als auch beim Entfernen als Leitungen dienen, sehr erleichtert. Schliefslich wird auch der Kernboden durch Umlegen auf die Kante abgehoben und herausgenommen, worauf man die Form aufrichtet, die Splinte der Verschlufsstücke löst, das vordere Verschlufsstück abhebt, dann den Rahmen r öffnet und entfernt, und nach diesem auch den Kasten öffnet und fortnimmt. Nach besorgtem Glätten der Schnittflächen an dem oberen gerundeten Theil der Muffel mit Hülfe eines feuchten Lappens bleibt die hiermit vollendete Muffel auf dem hinteren Verschlufsstück noch solange stehen, bis sie genügend steif geworden ist, um dann heruntergestellt werden zu können. Es ist daher nöthig, dafs bei jeder solchen Muffelform eine Anzahl hinterer Verschlüsse zur Verfugung stehen, damit mit der Fortsetzung der Anfertigung von Muffeln nicht etwa gewartet werden müfste. Den Patentanspruch begründet der Erfinder damit, dafs die vorbeschriebene Muffelform gegenüber dem bis jetzt bekannten und angewendeten Muffelmodell folgende, bei ihrer Benutzung die billigere und um vieles zweckentsprechendere Herstellung der Muffeln sichernde Eigenthümlichkeiten für sich hat:
1. beginnt dabei entgegengesetzt von der bisherigen Fabrikationsmethode die Anfertigung der Muffeln nicht vom Rücken der Muffeln aus nach ihrem vorderen, offenen Ende, also den längsten Weg wählend, sondern vom Boden aus nach dem oberen gewölbten Theile der Muffel vorschreitend. Damit fallen die Schwierigkeiten weg, welche bei der älteren Methode nach dem Aufbau des Muffelmodells durch den zweiten und dritten Satz dadurch entstehen, dafs das Weiterarbeiten nur noch von erhöhter Stellung aus möglich wird, und die ausgewalkten Thonscheiben heraufgeschoben werden müssen;
2. sind die Stärke-Dimensionen der Muffeiwan-
düngen feststehende und nicht fehlbare, was in Bezug auf die Spannung, welche die Muffeln in der ersten Zeit; 'nach ihrem Einstellen in die Oefen auszuhaken ;:haben, den Unterschied zwischen den in'Muffelformen und den in Muffelmodellen angefertigten Muffeln, und zwar zu Gunsten der ersteren, welche zufolge der bei ihnen erreichbaren gröfseren Egalität auch hinsichtlich anderer, mit der Muffelfabrikation zusammenhängender Fragen Vortheile zu bieten im Stande sind;
3. wird wegen der durch das nur nöthige Einstampfen der Masse vereinfachten Arbeit die Leistungsfähigkeit erhöht;
4. steht wegen der bei dieser Darstellungsweise, nämlich durch das Einstampfen, allerwärts gesicherten guten Bindung der Masse der Verwendung einer derberen Masse nichts mehr im Wege, was hinsichtlich des loseren oder dichteren Zusammenhanges des die Muffeln bildenden Materials nicht unwichtig ist; .
5. können erforderlichenfalls zur sehr schnellen Herstellung der Muffeln oder bei gewünschter Garantie dafür, dafs die Masse keine Zeit zur Veränderung ihres Feuchtigkeitsgrades erhält, zwei bis drei Mann zugleich an einer solchen Form beschäftigt werden und
6. werden sich gute Muffelmacher viel leichter und in gröfserer Anzahl heranbilden lassen als bisher.
Mit Ausnahme der eisernen Beschläge besteht die Muffelform aus Holz. Die gewählten Dimensionen der darin herzustellenden Muffeln haben natürlich nichts Bindendes, sondern sie werden dort, wo man sich solcher Formen zur Muffelfabrikation bedienen will, nach dem Bedürfhifs erst festgestellt.
Was schliefslich noch die Vorkehrungen anbelangt, deren es bedarf um zu bewirken, dafs bei dem Herausnehmen des Kerns aus der fertigen Muffel und dem Oeffnen des Formkastens ein Anhaften der Muffelmasse daran nicht stattfindet, so bieten sich hierzu als bekannte Mittel zunächst das vorherige Tränken der Holzbestandtheile der Form mit OeI, alsdann das Aufstreichen einer festen Theerschicht, Auflegen von Leinwand etc. Kostspieliger wäre das Ueberziehen der die Muffelwandungen begrenzenden Formseiten mit Metall, z. B. Zinkblech. Mit Ausnahme der Leinwand oder eines anderen Stoffüberzuges wird bei den übrigen ein Wegwischen darüber mit einem öligen Lappen vor Beginn des Einstampfens immer nützlich sein.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DE542DA 1877-08-20 1877-08-20 Formkasten nebst Zubehör zur Fabrikation von Zinkdestillir-Muffeln.' Expired - Lifetime DE542C (de)

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