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Maiunterlage für Ölgemälde In der Kunst der Ölmalerei vermißt man
bis jetzt ein Material, auf dem die Bilder gemalt werden und das die Fähigkeit besitzt.
die Bilder gegen die durch Zeit, Klima und tierische Lebewesen verursachten Schäden
zu schützen. Die Geschichte zeigt uns, daß die bisherigen Versuche zur Erreichung
dieses Zweckes zu keinem befriedigenden Erfolg geführt haben, da alle bisher bekannten
Malunterlagen für Ölgemälde wesentliche Nachteile zeigten.
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Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile dadurch vermieden, daß
man zum Malen der Bilder starre Unterlagen verwendet, die aus faserigem Material,
wie z. B. Papier, Gewebe u. dgl. hergestellt und mit Hilfe eines unschmelzbaren
synthetischen, harzartigen Materials verarbeitet oder imprägniert sind, das aus
Phenolen und Aldehyden besteht. Derartige Stoffe sind unter der Bezeichnung Phenolharze
im C-Zustand bekannt. Sie gewährleisten große Härte und Festigkeit sowie vorzüglichen
Widerstand gegen Witterungseinflüsse, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Infolge
ihrer chemischen Widerstandsfähigkeit hat man bei ihrer Verwendung eine dauerhafte,
unzerstörbare Unterlage für die auf ihnen in 01 gemalten Bilder, Portraits,
Landschaften, Gestalten usw. Versuche haben auch bewiesen, daß diese Stoffe sich
gegen alle in der Malerei verwendeten Arten . von Ölen, Farbstoffen, Terpentinöl,
Lösungen und Lösungsmitteln inert verhalten. Außerdem besitzt die Oberfläche derartiger
Unterlagen ausgezeichnete Adhäsionskraft für die Farbe nach dem Trocknen. Für das
Auftragen der flüssigen Farbe mit dem Pinsel ist sie in gleichem Maße gut geeignet.
Ebenso läßt sie jede-Nachbehandlung, wie Glätten, Korrigieren und Überziehen zu.
Firnisse, mit denen man Ölbilder auf den beschriebenen Unterlagen überzieht, neigen
bedeutend weniger zur Rißbildung als bei Verwendung anderer Unterlagen, die unter
Witterungseinflüssen sich merklich zusammenziehen oder ausdehnen.
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Geeignete synthetische harzartige Substanzen für den vorliegenden
Zweck werden durch die Einwirkung von Phenolen und Aldehyden in bekannter Weise
hergestellt. Die Herstellung der gemäß der vorliegenden Erfindung verwendeten Malunterlagen
aus härtbaren Kunstharzen und faserigen Füllstoffen erfolgt in an sich bekannter
Weise, indem man die härtbaren Kunstharze mit Papierbahnen, Papierbrei, Holzmehl
oder anderem faserigen Material oder mit Geweben oder gewebten Stoffen vereinigt
und zu künstlichen Massen, Platten o. dgl. verpreßt. Man vermischt die Resinoide
mit faserigem-Material in geeigneten Mengenverhältnissen, die' in weiten Grenzen
variiert werden können, und verarbeitet sie in geheizten hydraulischen Pressen zu
Platten von geigneter Größe und Form. Man kann z. B. poröse Pappe oder Papierbrei
mit Resinoiden im A-Zustand in Form von
Flüssigkeiten oder Lösungen
imprägnieren, dann die imprägnierten Päppen trocknen und der Einwirkung von Hitze
oder Hitze und Druck zwischen den Platten einer beheizten hydraulischen Presse aussetzen.
Hierbei werden sie gehärtet und in unschmelzbare Produkte von großer Härte und Festigkeit
übergeführt.
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Noch vorteilhafter geht man vor, wenn man die Papierbahnen, Gewebe
oder gewebten Stoffe, wie z. B. Baumwollbahnen oder Leinwand, mit flüssigem oder
gelöstem A-Resinoid überzieht oder imprägniert, dann bei mäßiger Temperatur trocknet,
mehrere auf diese Weise behandelte Bahnen Papier oder Gewebe aufeinanderlegt und
sie in der beheizten hydraulischen Presse härtet.
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Man kann auch das harzartige Material in noch thermoplastischem Zustande
dem Papierbrei einverleiben, ehe man ihn zu Bahnen verarbeitet, so daß die erhaltenen
Bahnen die gleichen chemischen Substanzen enthalten, die unter weiterer Anwendung
von Hitze und Druck in einer beheizten Presse bis zum harten unschmelzbaren Zustand
gehärtet werden können. Man kann hierbei entweder eine einzelne dicke Schicht verwenden
oder mehrere Bahnen aufeinanderlegen, so daß man jede gewünschte Dicke erzielen
kann.
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Die festesten Erzeugnisse erhält man, wenn man an Stelle von Papier
o. dgl. imprägnierte Gewebebahnen verwendet. Diese Produkte sind derartig fest,
daß schon Durchmesser von 3 oder 6 mm für große Flächen genügen.
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Beim Pressen oder Formen in der hydrau= lischen oder sonstigen Presse
kann man die Bahnen mit gleichmäßigen Kanten herstellen, die dann in der üblichen
Weise wie Leinwand oder Holz eingerahmt werden können. Die vorliegende Erfindung
gestattet aber auch die Verwendung von in geeigneter Weise hergestellten Formen;
so daß Rahmen und Malfläche in' demselben Arbeitsgang geformt werden können. Auf
diese Weise wird die unzerstörbare Malunterlage mit einem eigenen Rahmen versehen
und ist malfertig. Rahmen und Malunterlage kann man aus demselben oder aber auch
aus verschiedenem Material formen. Der mit Zier Malunterlage vereinigte Rahmen kann
während des Formens mit Befestigungsmitteln, wie z. ß. Haken, Osen, Vertiefungen,
Ketten, Metallschnüren usw., versehen werden, die ein bequemes Aufhängen oder Aufstellen
an Wänden oder in Galerien oder Wohnungen oder sonstwie ermöglichen.
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Eine weitere Verbesserung besteht darin, daß man die zu benutzende
Fläche einer Vorbehandlung unterwirft, um sie für die Aufnahme der Farbe geeigneter
zu machen und gleichzeitig eine bessere künstlerische Wirkung zu sichern. Dies wird
dadurch erreicht, daß man die Oberfläche genügend aufrauht durch Reiben, Behandeln
mit Sandgebläse oder Sandpapier, oder . indem man in der Form. oder auf der Metallplatte
der hydraulischen Presse eine rauhe Fläche verwendet, die mit der Malunterlage in
Berührung kommt. Man kann eine rauhe Fläche auch dadurch erzeugen, daß man der Oberflächenschicht
ein faseriges Gewebe einverleibt. Eine faserige oder aufgerauhte Fläche kann man
auch-dadurch erhalten, daß man auf oder in der Nähe der Oberfläche mehr faseriges
Material verteilt oder indem man auf der Oberfläche eine rauhe Gewebebahn verwendet.
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An Stelle der härtbaren Phenolaldehydharze kann man auch andere ähnliche
synthetische Harze, z. B. Glyzerin-Phthalsäureharze oder härtbare Harze, aus Harnstoffen
oder Thioharnstoffen und Formaldehyd verwenden sowie allgemein alle gehärteten,
ünschmelzbaren harzartigen Produkte, die die nötige Widerstandsfähigkeit gegen chemische
Mittel, Lösungsmittel, Farben und Sonne aufweisen und atmosphärischen Einflüssen
gegenüber unempfindlich sind.