DE536712C - Verfahren zur Herstellung von schaumfoermigen Bitumen fuer Strassenbau oder aehnliche Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von schaumfoermigen Bitumen fuer Strassenbau oder aehnliche Zwecke

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DE536712C
DE536712C DEH108875D DEH0108875D DE536712C DE 536712 C DE536712 C DE 536712C DE H108875 D DEH108875 D DE H108875D DE H0108875 D DEH0108875 D DE H0108875D DE 536712 C DE536712 C DE 536712C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L95/00Compositions of bituminous materials, e.g. asphalt, tar, pitch

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  • Road Paving Structures (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von schaumförmigen Bitumen für Straßenbau oder ähnliche Zwecke Bei der Herstellung von Landstraßen usw. ist es bisher üblich gewesen, die Grundstoffe, wie Kies, Schotter usw., mit erhitztem Bitumen so zu behandeln, daß die einzelnen Bestandteile mit einer Bitumenschicht überzogen werden, und sie dann am Verwendungsort wiederholtem Walzen zu unterwerfen. Des weiteren können nach den bisherigen Verfahren die trockenen Grundstoffe am Gebrauchsort durch Tränkung oder andere wollbekannte Methoden mit geschmolzenem, emulgiertem oder durchgearbeitetem (cut-back) Bitumen verfestigt werden.
  • Bis jetzt hat sich die Anwendung einer heiß überzogenen Masse, die abgekühlt war, als nicht erfolgreich erwiesen, weil einmal die Wiedererhitzung dieser Masse, ohne sie teilweise zu verbrennen, recht schwierig war, und weil ferner das kalte Material in unangenehmer Weise anhaftet und zähe ist. Des weiteren mußte bisher, um einen vollkommenen Bitumenüberzug der Grundstoffe und z. B. eine angemessene Adhäsion und Dauerhaftigkeit einer = Landstraße zu erzielen, stets eine größere Bitumenmenge angewendet werden, als eigentlich dazu nötig ist. Es findet sich daher oft ein Überfluß an Bitumen zwischen den einzelnen Teilen des Grundstoffes, was eine gewisse Plastizität des Baues und eine beständige Abnahme der Eigenschaft, Lasten zu tragen, verursacht. Ferner ist es, wenn die Grundstoffe auf die obige Weise mit Bitumen behandelt werden, nicht möglich, sie zu lagern oder bequem über weite Strecken zu transportieren, da sie dann klebrig und anhaftend sind und Wagen und Transportbehälter beschmutzen. Es wurde daher vorgeschlagen, Bitumenemulsion oder in Ligroin, Benzin o. dgl. aufgelöstes Bitumen zu verwenden. Bekannt ist es des weiteren, zerkleinerte Steine o. dgl. mit einem dünnen Überzug aus schaumförmigem Bitumen zu versehen. Um ein Aufschäumen von gasförmigen Blasen im Bitumen hervorzurufen, sind nach diesem Verfahren Wasser bzw. Dampf auf das 'Bitumen zur Einwirkung gebracht worden. Das so aufbereitete Bitumen gewährt jedoch keine wesentliche Verbesserung der dargelegten Mängel.
  • Es wurde nun gefunden, daß diese Mängel dann zu vermeiden sind, wenn das Bitumen zunächst erhitzt und dann einer Behandlung mit einer Lösung oder einer Emulsion unterworfen wird, die ein starkes Aufschäumen in der Masse verursacht. Mit dem so behandelten Bitumen werden die Grundstoffe dann vermengt. Wird das Bitumen wie geschildert behandelt und kräftig durchgearbeitet, so wird eine erhebliche Volumenvergrößerung des Bitumens erreicht. Werden die Grundstoffe mit dem so vorbehandelten Bitumen überzogen, so kann eine erheb-]ich größere Menge an Grundstoff wirksam mit der gleichen Menge an Bitumen überzogen werden.
  • Unter dem Ausdruck Grundstoffe sind solche Stoffe zu verstehen, die mit Bitumen zu dem jeweilig verlangten Zweck vereinigt werden können und die mit diesem eine zusammenhängende Masse geben, beispielsweise Sand, Schlacke, Schotter und andere ähnliche Materialien, die gewöhnlich mit Bitumen mit oder ohne Füllmittel verwendet werden. Die Temperatur, auf die das Bitumen zuerst erhitzt werden muß, liegt zwischen ioo bis 18o ° C und ist abhängig von dessen Festigkeit, die durch ein Penetrometer bestimmt wird. Wird z. B. ein Bitumen von ioo bis i2o Penetrationseinheiten angewandt,. dann liegt die geeignete Temperatur zwischen ioo und 135' C, wird dagegen ein Bitumen von qo bis 50 Penetrationseinheiten benutzt, dann muß es auf eine Temperatur von etwa 135 bis i8o ° C erhitzt werden.
  • Bezüglich der für das vorliegende Verfahren anzuwendenden Stoffe wurde gefunden, daß alle diejenigen Substanzen, die die Oberflächenspannung zwischen Bitumen und Dampf erniedrigen, und die im Wasser löslich oder emulgierbar sind, anwendbar sind. Solche Stoffe sind z. B. Alkalimetalloleat oder -stereat oder sonstige Metallseifen, gewisse stickstoffhaltige Substanzen, wie Kasein, Gluten (und Zersetzungsbestandteile mit Alkali), Peptone, Glycerin usw., d. h. ganz allgemein alle jene Stoffe, die imstande sind, Bitumen-Wasser-Emulsionen hervorzurufen. Gute Ergebnisse sind z. B. mit einer o,6 bis 3,6 %igen Seifenlösung erzielt worden.
  • Da das Bitumen der Rückstand verschiedener natürlicher Produkte ist und nach verschiedenen Verfahren gewonnen wird, schwankt seine physikalisch-chemische Eigenschaft und sein Verhalten zu den oben angegebenen Lösungen oder Emulsionen in erheblichen Grenzen. Um festzustellen, ob irgendeine besondere Substanz für die Zwecke der vorliegenden Erfindung geeignet ist, empfiehlt sich folgende einfache Prüfung: a) Es ist zunächst festzustellen, ob die Lösung dieser Substanz eine Emulsion rriit Bitumen gibt.
  • b) Ist dies der Fall, dann werden etwa i kg des Bitumens, das auf die aus seiner Festigkeit folgende Temperatur erhitzt worden ist (z. B. auf etwa 145' C bei einem Bitumen von q.o bis 50 Penetrationseinheiten), zu 3 ccm der Lösung zugefügt und geschüttelt. Verursacht der entstehende Schaum eine zwei- bis dreifache Vermehrung des ursprünglichen Bitumenvolumens, dann kann angenommen werden, daß die betreffende Lösung geeignet ist.
  • Zur praktischen Anwendung der vorliegenden Erfindung wird eine gewisse Menge Bitumen in einem geeigneten Behälter auf die jeweilig verlangte Temperatur von ioo bis 18o' C gebracht. Darauf wird eine bestimmte Menge der Lösung, die ein Aufschäumen von Gasblasen in dem Bitumen verursacht, in einen besonderen Behälter gebracht, z. B. die Lösung eines Oleates oder Alkalimetallstereates, wie sie durch die Auflösung von etwa xo g der besagten Substanzen in 11 Wasser entsteht.
  • Eine geringe Menge dieser Lösung wird auf den Boden eines besonderen Behälters, z. B. des Meßbehälters, der für das heiße Bitumen verwendet wird, gebracht und das noch heiße Bitumen in diesen Behälter gekippt. Es wurde gefunden, daß z. B. 0,4 ccm einer Seifenlösung (28 g Seife und q.1 Wasser) auf etwa ioo g Bitumen für den vorliegenden Zweck dienlich sind. Diese Behandlung verursacht durch die ganze Masse ein starkes Aufschäumen durch Gasblasen und Dampf. Diese Erscheinung des Aufschäumens hört, unvermittelt auf. Gerade bevor es aufhört, wird die Masse in einen Mischer gebracht und die Grundstoffe auf die übliche Weise zugegeben.
  • Die Tätigkeit des Mischers bewirkt eine mehr oder weniger zeitweilige Vergrößerung des Volumens, indem es darin ein wesentliches Volumen an kleinen Gasblasen bildet. Infolgedessen kann natürlich eine weit größere Menge der Grundstoffe mit der gleichen Bitumenmenge als früher behandelt werden. Tatsächlich wird auch die Bitumenschicht auf den einzelnen Teilchen der Grundstoffe viel feiner als nach den bisherigen Verfahren.
  • Die so behandelten Stoffe können entweder, wie bereits oben ausgeführt, gleich heiß verwendet werden, oder aber sie werden abgekühlt und können dann leicht aufgespeichert bzw. transportiert werden, ohne daß, wie bisher, die Wagen oder Transportbehälter beschmutzt werden. Sie können dann entweder wieder erhitzt und dann gewalzt oder nach einer der bisher üblichen Methoden verwendet werden. Wurde nur eine geringe Mischung vorgenommen, dann kann. ein Bitumenzusatz zugegeben werden, und zwar kann das Gemenge entweder gerade vor dem Ausbreiten und Walzen mit heißem oder flüssigem (z. B. flüssigem cut-back) Bitumen behandelt werden, oder aber es wird während des Ausbreitens und Walzens einer Tränkung mit heißem oder verdünntem Bitumen unterworfen.
  • Durch die vorliegende Erfindung wird eine wesentliche Ersparnis an der Bitumenmenge, die sonst z. B. zum Bau von Landstraßen u. dgl. erforderlich ist, erzielt. Der vollständige Bau, der ohne Bitumenüberfluß nur mit der genügenden Menge hergestellt worden ist, sichert eine angemessene Adhäsion der einzelnen Teilchen aneinander, so daß spätere Plastizität oder Beweglichkeit oder ein Kriechen derselben verhindert wird.
  • Beim Bau von Fußböden, Decken u. dgl. werden gewöhnlich feine Grundstoffe, wie z. B. Sand, verwendet, wobei das Material mit dem vorbehandelten Bitumen gemischt und in Schichten auf dem bereits vorbereiteten Fundament ausgebreitet wird.
  • Ein gemäß der vorliegenden Erfindung vorbehandeltes Bitumen kann als Oberflächenappretur (top dressing) benutzt werden, indem es über die Wegoberfläche (z. B., Holzklötzen; Gußmörtel o. dgl.) gegossen oder ausgebreitet und dann mit Bindemitteln bedeckt wird. Dadurch erreicht man ein besseres Anhaften der obersten Schicht auf der Oberfläche und ein geringeres Bluten (bleeding) sowie eine dauerhaftere Oberfläche und eine wesentliche Ersparnis an Bitumen. In gleicher Weise kann das gemäß der Erfindung behandelte Bitumen auch beim gewöhnlichen Tränkungsverfahren angewandt werden, wodurch eine größere Fläche damit überzogen und ein besseres Eindringen in die Masse erzielt werden kann.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von schaumförmigem Bitumen für Straßenbau- oder ähnliche Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß heißflüssige bituminöse Stoffe in geringe Mengen verdampfbarer Flüssigkeiten, ,wie Alkohol, Glycerin o. dgl., oder Lösungen von Alkali-Oleaten-Stearaten-Seifen, Kasein, Pepton o. dgl. eingegossen und gegebenenfalls gerührt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch x, dadurch gekennzeichnet, daß als verdampfbare Flüssigkeit eine o,6 bis 3,6 °,/aige Seifenlösung verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch = und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erhitzte Bitumen mit einer Seifenlösung im ungefähren Verhältnis von 0,4 ccm auf ioo g Bitumen behandelt wird.
DEH108875D 1926-11-19 1926-11-19 Verfahren zur Herstellung von schaumfoermigen Bitumen fuer Strassenbau oder aehnliche Zwecke Expired DE536712C (de)

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