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Einrichtung zum Herstellen einseitiger und doppelseitiger Wellpappe
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Einrichtung zum Herstellen
einseitiger oder doppelseitiger Wellpappe.
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Von den bekannten Einrichtungen zum Herstellen einseitiger oder doppelseitiger
Wellpappe, bei denen die Herstellung in der Weise geschieht, daß das für die glatten
Bahnen erforderliche Papier sowie das zur Bildung der Wellbahn dienende Material
für sich allein auf Papiermaschinen hergestellt und dann getrennt davon die Verarbeitung
zu einseitiger oder doppelseitiger Wellpappe vorgenommen wird, unterscheidet sich
der Gegenstand vorliegender Erfindung durch die Verbindung einer oder mehrerer Papiermaschinen
mit einer oder mehreren Wellpappemaschinen. Hierbei wird erreicht, daß auf drei
Maschinen entweder zugleich Papier erzeugt werden kann oder auf drei Maschinen nur
Wellpappe oder aber sowohl Papier als auch Wellpappe, und zwar einseitige wie doppelseitige
bei voller Ausnutzung der Maschinenbreiten und Geschwindigkeiten in einem Arbeitsgange.
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Ferner besteht die Möglichkeit, daß die Papiermaschinen allein betrieben
werden können und dann allein zur Herstellung von Rohpapier dienen, während die
Wellpappemaschinen aus eingehängten Vorratsrollen vollkommen selbständig Wellpappe
erzeugen.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung stehen eine oder mehrere Papiermaschinen
mit Wellpappemaschinen in Verbindung, so daß entweder einseitige Wellpappe mit dem
von zwei einander entgegenarbeitenden Papiermaschinen kommenden Papier oder zweiseitige
Wellpappe mit dem von drei Papiermaschinen kommenden Papier in einen Arbeitsgange
herstellbar ist, denen unabhängig vom Herstellungsvorgang Vorratsrollen, die beim
alleinigen Arbeiten der Papiermaschinen bzw. der Wellpappemaschinen einschaltbar
sind, beigeordnet werden können.
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Neben den Wellpappemaschinen können ein- bzw. ausschaltbare Ersatzwellpappemaschinen
angeordnet sein, zum Zwecke, einen ununterbrochenen Herstellungsvorgang zu erzielen.
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Die von den Papiermaschinen kommenden Papierbahnen sind in Windungen
über Laufwalzen geführt, welche - nachgiebig gelagert - unter Federwirkung stehen.
Hierdurch wird die Spannung der Papierbahn geregelt, wobei die Windungen bei etwa
eintretenden Störungen, wie bei ungleichmäßiger Papier- und Pappengeschwindigkeit,
einen gewissen Papiervorrat in der Papierzuführung darstellen.
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Die die Erfindung bildende Einrichtung zur Herstellung von einseitiger
und doppelseitiger Wellpappe ist auf der Zeichnung in zwei Ausführungsbeispielen
in schematischer Darstellung erläutert.
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Abb. z zeigt die Anordnung von drei Papiermaschinen mit einer kombinierten
ein-und doppelseitig arbeitenden Wellpappemaschine, verteilt auf zwei Etagen.
Abb.
2 stellt die Verbindung einer Papiermaschine mit einer kombinierten ein- und doppelseitig
arbeitenden Wellpappemaschine dar. .
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Im ersten Ausführungsbeispiel ist davon ausgegangen worden, daß von
drei Papier-Z, kommende Papier unmittelbar zu Wellpappe zu verarbeiten, und zwar
in dein oberen Abteil einseitige und in dem. darunterliebenden Abteil doppelseitige
Wellpappe. Will man im unteren Abteil ebenfalls nur einseitige Ware herstellen,
dann kann man von der dritten, in diesem untenliegenden Raum befindlichen Papiermaschine
kommendes Papier, das sonst für die zweite glatte Bahn bestimmt war, Rollenpapier
liefern.
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Auf der Zeichnung sind die Papiermaschinen mit 1, 2 und 3 bzw. 4,
die Wellpappemaschinen mit 5 und 6, die Heiz-und die Ersatzheizplatte mit 8 und
9 bezeichnet.
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Soll das auf den Papiermaschinen 1, 2 und 3 erzeugte Papier nicht
unmittelbar oder gar nicht zur Wellpappefabrikation verwendet werden, dann wird
es zu Papierrollen 12-i7 aufgewickelt. Die Papierbahnen nehmen ihren Weg von den
letzten Trockenzylindern l e, 2a, 3a jeder Papiermaschine nach
den zu der betreffenden Papiermaschine gehörenden Aufrollenstangen 12, 13 bzw. 14,
15 bzw. 16, 17.
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Will man mit dem von den im oberen Raum 1I befindlichen Papiermaschinen
1 und 2 bzw. von Papiervorratsrollen 18, 1g bzw. 2o, 21 gelieferten Papier einseitig;.
Wellpappe auf Rollen herstellen, dann dient nach dem Ausführungsbeispiel von der
Papiermaschine 1 bzw. von den Papiervorratsrollen 18, 1 g kommende Papier zur Wellenbahnerzeugung,
während das von der Papierinaschine 2 bzw. von den Vorratsroflen 2o, 2i entnommene
Papier die glatte Außenseite einer einseitigen Wellpappe liefert.
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Beide Papierbahnen treffen sich in einer Wellpappemaschine 5 oder
6, verlassen dieselbe als Fertigfabrikat, das zu einer Rolle 22 gewickelt wird.
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Soll nun die aus dem von den Papiermaschinen 1 und :2 bzw. den Vorratsrollen
18, 1g bzw. 20, 21 gelieferten Material hergestellte einseitige Wellpappe zu einer
doppelseitigen Wellpappe ausgebaut werden, wird die fertige, einseitige Wellpappe
nicht als Rolle 22 aufgewickelt, sondern nach dem unteren Raum I geführt und mit
einer Papierbahn, die entweder von der Papiermaschine 3 oder von Papiervorratsrollen
23,24 und die andere Außenseite der Wellpappe ergibt, zwischen Anpreßwalzen 25,
26 vereinigt. Daß die Wellpappebahnen vor ihrer Verbindung mit den glatten Außenbahnen
mit einem Klebmittel versehen werden, wird als bekannt vorausgesetzt.
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Die nunmehr doppelseitige Wellpappe wird nun in ebenfalls bekannter
Weise zur Trocknung über Heizplatten 8 bzw. 9 und Trockenbahn 27 einer Längs- 28
und- einer uerschneidevGrrichtung 29 zugeführt und- gelangt, zu Bogen geschnitten,
auf einen Abtransportwagen 30.
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Nach der beschriebenen Arbeitsweise wird im Oberraum II einseitige
Rollenwellpappe in einem Arbeitsgang, irre unteren Raum I, ebenfalls in einem Arbeitsgang,
doppelseitige Wellpappe in Bogen hergestellt.
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Soll einseitigeWellpappe ebenfalls in Bogen geschnitten werden, dann
wird sie nach dem unteren Raum I geleitet und den gleichen Weg geführt wie die im
unteren Rauire 1 hergestellte doppelseitige Wellpappe. Will man- in dem unteren
Raum .I doppelseitige Wellpappe und gleichzeitig im Oberraum II einseitige Wellpappe
herstellen, dann muß einseitige Wellpappe im unteren Raum auf einer besonderen Rolle
31 vorhanden sein, von der die einseitige Wellpappe den Anpreßwalzen 25, 26 mit
Klebevorrichtung zugeführt wird. Die hierfür erforderliche einseitige Wellpappe
ist natürlich im oberen Raum erzeugt und vorher auf die Rolle 31 aufgewickelt worden.
In diesem Falle wird die dritte Wellpappenbahn nicht direkt von Papiermaschine 3
genommen, sondern von den Abrollwellen 23, 24.
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Die Abb. 2 zeigt eine Einrichtung mit einer Papiermaschine 4. Das
von derselben erzeugte Papier kann in der gleichen Weise wie im ersten Ausführungsbeispiel
auf Rallen 32, 33 aufgewickelt und weiter als Papier verwendet oder unmittelbar
zur Herstellung von Wellpappe den Wellpappemaschinen 3-;. bzw. 35 zugeführt werden.
In diesem Falle gibt das von der Papiermaschine 3 kommende Papier die Wellenbahn,
während die glatte Deckbahn von Vorratsrollen 36 bzw. 37 entnommen wird. Die fertige
einseitige Wellpappe wird auf eine Rollstange 38 aufgewickelt und bildet Rollenmaterial.
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Bei weiterer Verarbeitung der einseitigen Wellpappe zu doppelseitiger
Wellpappe wird die einseitige Wellpappe durch ein Anpreßwalzenpaar 39, 4o,
die mit Klebstoffzubringevorrichtung versehen sind, zwischen denselben mit der von
weiteren Papiervorratsrollen 5o, 51 kommenden Papierbahn vereinigt, die die zweite
glatte Außenseite ergibt. Die nunmehr fertige doppelseitige Wellpappe wird in bekannter
Weise unter Durchgehen über Heizplatten 8 bzw. über Schneidevorrichtungen 28, 29
hinweggeführt und verläßt als Fertigfabrikat die Maschinenanlage. Auch einseitige
Wellpappe kann zu Bogen geschnitten
werden, sie wird dann nicht
aufgerollt (auf Rollstange 38), sondern den gleichen Weg geführt, wie es vorher
für zweiseitige Wellpappe angegeben -,worden ist.
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Auch bei diesem Ausführungsbeispiel besteht die Möglichkeit, gleichzeitig
einseitige und doppelseitige Wellpappe herstellen zu können. Die Herstellung der
einseitigen Wellpappe geschieht auf die beschriebene Art; zur Erzeugung von zweiseitiger
Wellpapp;. wird fertige einseitige Wellpappe einer Vorratsrolle 52 entnommen, wie
es im vorhergegangenen Ausführungsbeispiel beschrieben worden ist. Die Vorratsrolle
dient dem gleichen Zweck wie die Vorratsrolle 31 des ersten Beispiels.
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Bemerkt sei noch, daß, wenn Papiermaschine 3 selbst stillgesetzt ist
oder Papier für andere Zwecke erzeugen soll, das sonst von dieser kommende, zur
Herstellung der Wellenbahnen für einseitige Wellbahn dienende Papier ebenfalls den
Vorratsrollen 36 bzw. 37 entnommen wird.
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Um ein zur Erzeugung von Wellpappe ununterbrochenes Arbeiten zu ermöglichen,
sind noch besondere Einrichtungen getroffen. Es ist z. B. nicht ausgeschlossen,
daß in der Zubringung der von einer Papiermaschine kommenden Papierbahn durch irgendwelche
Umstände. durch Reißen infolge Straffspannung usw. eine Störung eintritt. Um solche
möglichst zu vermeiden, wird die Papierbahn auf ihrem Weg zu den Wellpappemaschinen
in Windungen 5s über nachgiebig gelagerte Leitwalzen 53 geführt. Letztere stehen
unter Federwirkung und verleihen der Papierbahn eine gewisse Bewegungsfreiheit,
die Spannung derselben regelt sich demzufolge selbst. Gleichzeitig ergeben die Windungen
einen gewissen Papiervorrat, der ein Weiterarbeiten bis zur Behebung der Störung
(ungleichmäßige Papierzüge usw.) gestattet.
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Auch für die zum Trocknen bestimmten Vorrichtungen sind zur Ermöglichung
eines kontinuierlichen Betriebes Verbesserungen vorgesehen, indem zu der bekannten
Heizplattenanordnung noch eine zweite solche vorgesehen ist, die sich gegenseitig
ergänzen, d. h. wenn die eine zwecks Reinigung ausgeschaltet ist, tritt die andere
an ihre Stelle. Dabei ist die Einrichtung so getroffen, daß die in diesem Falle,
beispielsweise senkrechte, dargestellte Umschaltung während des Betriebes vorgenommen
werden kann.