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Formzeug für Brikettpressen Bei der Herstellung von Hausbrand- und
Industriebriketten hat man für die Erzeugung von im Querschnitt runden Briketten
ein verhältnismäßig einfaches Formzeug anwenden können. Es bestand in seinen wirksamen
Teilen aus einem röhrenförmigen geschlossenen Formkanal, durch welchen mittels eines
hin und her bewegten Stempels nach Art einer Strangpresse das am Anfang des Kanales
absatzweise eingeführte Arbeitsgut gepreßt und am Kanalende ausgestoßen wurde. Dieser
Preßkanal wies einfach in seinem mittleren Teil eine Verengung auf, so daß er sich
nach beiden Seiten allmählich erweiterte. Die Kanalteile wurden nach entsprechender
Abnutzung einfach durch neue Teile ersetzt, ein Nachschleifen war infolge der geschlossenen
kreisrunden Querschnittsform nicht angängig, es wäre auch nicht lohnend. gewesen,
da die Preßkanäle dieser Einrichtung aus verhältnismäßig billigem Material hergestellt
wurden.
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Anders liegt es bei Pressen für Hausbrand-und Industriebrikette, welche
die bekannte Form eines verhältnismäßig flachen Para11e1-epitbedons mit angeschärften
Enden bzw. gesch-weiften Seitenkanten oder auch eine würfelartige Form aufweisen.
Bei der Herstellung dieser Brikette werden außerordentlich starke Preßdrücke (etwa
r q.oo bis r 500 kg/qcm) angewandt. Infolgedessen muß für den die Hauptbeanspruchung
aufnehmenden Teil des Preßkanals ein hochwertiges und entsprechend teures Stahlmaterial
Anwendung finden, und die Abnutzung ist gleichwohl, insbesondere bei stark aschehaltigen
Kohlen, infolge der bedeutenden Flächenreibung eine recht große, so daß im Interesse
der Wirtschaftlichkeit die Formteile wiederholt nachgearbeitet, d. h. nachgeschliffen
werden müssen.
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Brikettpressen dieser Art sind bislang schon in der Weise ausgeführt
worden, daß die den Preßkanal bildenden Formteile in der Längsrichtung dreiteilig
waren. Der erste Teil wurde durch das sogenannte Führungsstück gebildet, in welchem
im wesentlichen der Preßstempel sich bewegte, um die durch den Einfüllschacht für
Jedes neue Brikett zugeführte Kohle zu erfassen und in das sogenannte Arbeitsstück,
den zweiten Kanalteil, einzuführen. Am Ende .dieses zweiten Kanalteiles befand sich
eine Verengung des Kanals, der sogenannte Buckel, in dem sich die auf die Breitseiten
des zu erzeugenden Briketts wirkenden Kanalflächen, die an der Einführungsstelle
beispielsweise eine Entfernung von 6o mm aufweisen, bis auf etwa 52 oder
54 mm nähern. Diese durch sich nähernde Schrägflächen erzeugte Verengungsstelle
des Pressenkanals ist in der Praxis allgemein als Buckel bekannt. An den Buckel
schloß sich dann das sogenannte Langstück der Presse an, in welchem der Querschnitt
sich sehr allmählich und um einen verhältnismäßig geringen Betrag wieder erweiterte.
Dadurch wurde- dem
innerhalb .des- Buckelteiles besonders starker
Pressung"unterw-orfenen Werkstück die Möglichkeit gegeben, sich -unter dem eigenen
Innendruck wiederum etwas auszudehnen, und zwar unter dem äußeren Schutz der Führungswände
des Langstückes, so daß nicht durch plötzliche, zu starke Expansionen das Werkstück
sich selbst zerstörte, indem es auseinandersprang.
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Die Teilung zwischen dem Arbeitsstück und dem Langstück hat man bisher
stets so ausgeführt, daß sie unmittelbar vor Beginn der Verengung, also vor dem
Buckel lag. Buckel und Langstück bestanden also aus einem zusammenhängenden Teil.
Da nun an der Stelle des Buckels der stärkste Preßdruck auftritt, so muß für ihn
das hochwertigste Material Benutzung finden, und da er mit dem ausgedehnten Langstück,
das in der Regel eine mehrfache Länge des Arbeitsstückes aufweist, aus einem Stück
bestand, so mußte in an sich zweckwidriger'Art auch das sogenannte Langstück aus
diesem hochwertigen Stahlmaterial erzeugt werden, und das war in wirtschaftlicher
Hinsicht ein erheblicher Nachteil. Die Trennfuge zwischen dem Arbeitsstück und dem
Beginn des Buckels war aber auch in technischer Beziehung nachteilig; es ist- bekannt,
daß; - sobald ` die Übergangsstellen zwischen den Führungsflächen des Arbeitsstückes
und denen des Buckels nicht genau ineinander übergingen, Fehlwirkungen auftraten,
indem die gepreßten Brikette Risse und Spalten erhielten. Abweichungen in der Höhenlage
der Führungsflächen lassen sich bei: neuen Formstücken (Schwalbungen) durch genaues
Bearbeiten zwar leicht vermeiden, die Formteile müssen aber infolge der auch bei
bestem Material erheblichen Abnutzung wiederholt nachgeschliffen werden, und sie
werden dann innerhalb der Gesamtform mit Blechplatten und sogenanntem Förmlagepapier
unterlegt, um die richtigen Abmessungen- innerhalb des Formkanals wieder zu erreichen.
--Hierbei hat sich der Übelstand gezeigt, daß sich die Formteile nicht mit der hinreichenden
Genauigkeit einstellen. Wenn dabei auch nur äußerlich geringe Verschiedenheiten,
etwa von o,5 mm, auftreten, so ist die Folgeerscheinung die erwähnte Spaltbildung
im Brikett, die zu Ausschuß führt.
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Dem angeführten Übelstande wird erfindungsgemäß dadurch vorgebeugt,
daß der sogenannte Buckel nicht mehr am Anfang des Langstückes, sondern am Ende
des Arbeitsstückes angebracht wird, so daß der Buckel nunmehr mit dem verhältnismäßig
kurzen Arbeitsstücke einen zusammenhängenden Teil bildet und dementsprechend erheblich
weniger hochwertiges - Stahlmaterial für die Bildung des gesamten Pressenkanals
erfordert wird. Ferner fällt dann auch die Möglichkeit fort, daß sich zwischen Arbeitsstück
und Buckel, also gerade an der gefährlichsten Stelle, ein merkbarer Spalt oder ein
Höhenunterschied zwischen den aufeinanderfolgenden Flächen, also ein Stufe bildet.
Da die Teile aus einem Stück bestehen, gehen ihre Flächen unter allen Umständen
immer in der gleichen, und zwar richtigen Weise ineinander über.
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Eine Spalt- oder eine kleine Stufenbildung beim übergang vom Buckel
in die Arbeitsfläche des Langstückes ist unbedenklich, weil die Brikette bei der
Erreichung des Langstückes ihre größte Pressung bereits erhalten haben. Der Umstand,
daß Arbeitsstück und Buckel einteilig ausgebildet sind, ist auch noch insofern günstig,
weil infolge des großen Arbeitsdruckes bei den Brikettpressen ein Ausschlagen der
bereits nachgearbeiteten und auf Unterlagen ruhenden Formteile auftritt. Dieses-
Ausschlagen, wobei die beiden sich gegenüberliegenden Hälften des Arbeitsstückes
um ihre nach dem Buckel zu gelegenen Enden schwingen, führte natürlich um so mehr
zur Bildung einer Stufe zwischen dem Ende des Arbeitsstückes und dem Anfang des
Buckels und damit zur Ausschußbildung. Auch diese Fehlwirkung wird durch die An-Ordnung
des--Buckels -,am -Arbeitsstück- beseitigt.
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Auf der Zeichnung - zeigt Abb. i die gekannte und Abb.-2 die den Gegenstand
der Erfindung bildende Bauart des Preßkanals, während Abb. 3 und 4 eine Vorrichtung
zur Her- bzw. Fertigstellung der erfindungsgemäß ausgebildeten Arbeitsstücke zeigen,
Abb. i zeigt hintereinander das Führungsstück a, das Arbeitsstück b und das Langstück
c in den gebrauehlichen Längenverhältnissen.-Im Anschluß an das Arbeitsstück weist
das Langstück eine schräg ansteigende Erhöhung, den sogenannten Buckel von der Länge
i und der Höhe h auf. - Unmittelbar vor dem durch Engschraffur hervorgehobenen Buckel
d befindet 'sich die Stoßfuge e, über welche die auf dem Arbeitsstück vorgepreßten
Brikette hinweg auf die Schrägfläche des Buckels d gelangen, wobei bisher die obenerwähnten
Spalter 'entstanden. Gemäß Abb. 2 schließt sich an das unveränderte Führungsstück
a das Arbeitsstück b' an, das sich von dem Arbeitsstück b nach Abb.
i dadurch unterscheidet, daß es in seinem hinteren Teil den Buckel d- mitenthält.
Hieran schließt sich dann wieder das Langstück c. Das Arbeitsstück b' ist um die
Buckelausdehnung i länger geworden als das Arbeitsstück b, so daß für seine Herstellung
entsprechend mehr hochwertiger Stahl gebraucht wird und das neue Arbeitsstück insoweit
teurer ausfällt als das letztere. Dafür ist aber das an sich noch
wesentlich
länger als das neue Arbeitsstück ausfallende Langstück nunmehr aus gewöhnlichem
Stahl herstellbar, so daß sich eine bedeutsame Ersparnis herausstellt.
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Wie in Abb. z angedeutet, wird vorteilhaft die Schräge des Buckels
d nicht bis unmittelbar an die Stoßfuge e herangeführt, so daß 'sich auch nicht
an dem letzteren der übergang von der Ansteigung in die Waagerechte vorfindet. Das
wird ohne Schwierigkeit dadurch erreicht, daß für einen Betrag i' am Ende des Arbeitsstückes
eine waagerechte Fläche vorgesehen wird, so daß der Übergang vom Arbeitsstück auf
das Langstück ohne Richtungsänderung der zusammenstoßenden Flächen erfolgt. Die
Sicherheit zur Veränderung der Entstehung von sogenannten Spaltern wird dadurch
noch weiter vergrößert.
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Nach Abb.3 und q. wird das Arbeitsstück b' beim Schleifen seiner Arbeitsfläche
auf einem Tisch g befestigt, der auf dem Maschinengestell k von exzentrischen Tragzapfen
in getragen wird. Die Exzenterzapfen stehen durch eine Stange o in Verbindung, und
der Hebel p wird durch eine nicht dargestellte Vorrichtung gesteuert. Wird das Arbeitsstück
unter der als fest gelagert angenommenen, in Abb.3 in der Anfangsstellung gezeichneten
Schleifscheibe s nach links hin bewegt, so wird der Hebel p allmählich so
gedreht, daß der Tisch g sich hebt, bis die Buckelfläche erzeugt ist und nunmehr
die Schleifscheibe s, wie bisher, bei gleichbleibender Höhenlage des Tisches g die
waagerechte Fläche von b' schleift.
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Abb. q. zeigt eine entsprechende Mittelstellung der Schleifscheibe.