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Regenerativkoksofenbatterie mit stehenden Kokskammern Die Erfindung
bezieht sich auf Regenerativkoksofenbatterien mit stehenden Kokskammern im allgemeinen,
sie soll aber insbesondere bei absatzweise arbeitenden Verbundkoksöfen mit stehenden
Kammern Anwendung finden. Bei derartigen Ofen ist es wesentlich, daß die Kammern
unten etwas breiter sind als oben, damit der Koks daraus durch seine Schwere entfernt
werden kann, wenn der Bodenverschluß geöffnet wird. Im Zusammenhang mit dieser Bauart
ist infolge der Breitenunterschiede die Menge der zu verkokenden Kohle im oberen
Teil des Ofens klein im Verhältnis zu der Kohlenmenge am Boden.
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Wenn man über die ganze Höhe des Ofens eine gleichförmige Wärmemenge
einwirken ließe, so würde, wie leicht ersichtlich, die Kohle im oberen Teil des
Ofens früher verkokt sein als die am Boden. Es ist daher erwünscht, die Ofen gleichförmig
quer zur Batterie zu heizen, aber die von unten nach oben einwirkende Hitze im wesentlichen
entsprechend der in den verschiedenen Höhenlagen vorhandenen Kohlenmenge zu regeln.
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Gemäß der Erfindung ist eine Koksofenbatterie mit stehenden Kokskammern,
deren Querschnitt über die ganze Höhe wechselt, so eingerichtet, daß die Kammer
im wesentlichen dementsprechend geheizt wird, und zwar mit Hilfe ununterbrochener
senkrechter Heizzüge, die in aufwärts beflammte Abschnitte geteilt sind, die gemäß
dem Querschnitt der entsprechenden von ihnen zu beheizenden Kammerteile mit wechselnden
Mengen von Brennstoff gespeist werden. Dazu sind die Brenner an den unteren Enden
der oberen und unteren Heizzugabschnitte angeordnet.
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Im übrigen sind die Heizzüge in an sich bekannter Weise ununterbrochen,
da die Abschnitte offene Verbindung miteinander erhalten.
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In dem angedeuteten bekannten Fall werden die Heizzugabschnitte von
oben nach unten beflammt, um über die Kammerhöhe hin eine schnelle, intensive und
vor allem gleichmäßige Beheizung der Retorten za erreichen. Dem entspricht in dem
bekannten Fall eine intensive Flammenkonzentration in den oberen Heizzugabschnitten,
die zu diesem Zweck enger als die unteren Abschnitte sind.
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Die bekannte Bauart ist für den Zweck, über die Kammerhöhe hin eine
abgestufte Erhitzung zu sichern, nicht eingerichtet und würde die Erreichung dieses
besonderen Zwecks nicht so sicher, leicht und einfach gewährleisten können wie die
neue Ofenkonstruktion. Denn dazu, um eine abgestufte, allmählich nach oben abnehmende
Erhitzung zu sichern, ist Aufwärtsbrennen erforderlich. Die neue Bauart hat nicht
den
Nachteil der bekannten Bauart, daß die Abgase die Kammern in Aufwärtsströmung bestreichen.
Während die bekannte Ofenkonstruktion ferner hohe Regeneratoren mit z. T. langen
Gaswegen erfordert, ermöglicht die Erfindung die Anordnung der Regeneratoren auf
einem Fundament, das von demjenigen der Batterie unabhängig ist. Dadurch ergibt
sich eine einfachere und billigere Ausführung der Fundamente, weil die von ihnen
zu tragenden Gewichte vermindert werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß jede
Ausdehnung der Regeneratoren vollkommen unabhängig von derjenigen des Ofenbauwerks
ist und keine Ausdehnungsverbindungen .dazwischen nötig sind.
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Die Auslässe der Generatoren können dicht an den waagerechten Zügen
liegen, die von ihnen gespeist werden. Luft und Gas gehen daher über einen mögichst
kurzen Weg, weil die waagerechten Züge im Boden des Ofenmauerwerks liegen müssen,
wie gesagt, da ein Aufwärtsbrennen erforderlich ist, um eine abgestufte, allmählich
nach oben abnehmende Erhitzung zu sichern. Der kurze Weg der Gase vermindert den
Widerstand gegen seine Strömung durch das Ofenmauerwerk.
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Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise in einer Ausführungsform
dargestellt. Fig. i ist ein senkrechter Querschnitt durch eine- Kokskammer einer
Koksofenbatterie gemäß der Erfindung.
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Fig. 2 ist ein senkrechter Querschnitt durch eine Heizwand.
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Fig. 3 ist ein senkrechter Längsschnitt durch einen Teil der Koksofenbatterie
nach Fig. i ; einzelne Teile sind abgebrochen.
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Fig.4 ist ein gebrochener waagerechter Schnitt nach der Linie IV-IV
in Fig. 3.
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Fig. 5 ist ein senkrechter Schnitt durch ein Regeneratorpaar nach
der Linie V-V in Fig. i. Fig. 6 ist ein waagerechter Schnitt nach der Linie VI-VI
in Fig. 5.
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Fig.7 zeigt in vergrößertem Maßstab im Schnitt nach der Linie VII-VII
in Fig. 8 einige der waagerechten Züge und ihre Verbindungen mit den entsprechenden
Regeneratoren.
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Fig. 8 ist ein Schnitt nach dei Linie VIII-VIII in Fig. 7.
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Fig. 9 ist ein Schnitt nach der Linie IX-IX in Fig. 7.
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Fig. io ist ein Schnitt nach der Linie X-X in Fig. ii und zeigt einen
der Verschlüsse und die zugehörigen Einrichtungen; einige Teile sind abgebrochen.
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Fig. ii ist ein Querschnitt nach der Linie XI-XI in Fig. io.
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Wie aus Fig. i ersichtlich, enthält die Koksofenbatterie ein Fundament
i, Tragsäulen 2, eine Tragwand 3 und ein Hauptofenmauerwerk mit Seitenwänden 4 und
5, das auf der Wand 3 und einem Träger 6 auf den Säulen 2 ruht. Die Seiten der Batterie
sind mit Verstärkungsschienen 7 versehen, die durch Zugstangen 8 und Platten 9 zusammengehalten
werden.
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Zwischen den Wänden 4 und 5 erstrecken sich stehende Kokskammern ii
in beliebiger gewünschter Anzahl, durch deren eine der Schnitt gelegt ist. In derselben
Richtung liegen Heizwände 12, die mit den Kammern ii abwechseln. Ein, Wagen 13 läuft
auf Schienen 14 auf der Ofendecke 15 und dient zur Beschickung der verschiedenen
Verkokungskammern ii.
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Am oberen Ende jeder Kammer der Batterie befindet sich ein Gasabzugsrohr
16, das mit einer Hauptsammelleitung 17 verbunden ist. Jede Kammer ist auch mit
einer Druckentlastungsöffnung 18 am Boden versehen, die durch eine Rohrleitung i9
mit einer Hauptleitung 2o verbunden ist. Regeneratoren 22, die mit den Heizsystemen
der verschiedenen Heizwände 12 zusammenarbeiten, liegen längs der Tragwand 3 und
unterhalb des Hauptmauerwerks des Ofens. Die Regeneratoren 22 sind mit Bodenkanälen
23 versehen. Generatorgas oder sonstiges Schwachgas -wird aus einer Gashauptleitung
24 zugeführt, die an jeder Gasauslaßstelle mit geeigneten Regelungsventilen 25 versehen
ist. Eine Hauptleitung 26 führt Abgase zum Schornstein. Jede Kammer ii ist mit einer
Verschlußvor richtung 27 versehen, deren Einzelheiten weiterhin beschrieben «erden
sollen. Ein Wagen 28 nimmt den Koks aus den verschiedenen Ofenkammern auf.
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In den Fig. 2, 3, 4, 5 und 6 sind gewisse Einzelheiten der Koksofenbatterie
dargestellt. Jede der Kammern ii enthält einen verhältnismäßig schmalen Durchgang
von gcstrecktem Querschnitt, der sich zwischen benachbarten Heizwänden 12 verengt,
derart, daß er unten weiter ist, um die Entfernung des Kokses durch sein Gewicht
nach Vollendung des Arbeitsganges zu erleichtern. Jede Kammer ist mit einer mittleren
Beschickungsöffnung 30 versehen.
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Jede Heizwand 12 ist mit senkrechten Heizzügen versehen, die in untere
oder Primärabschnitte 33 und obere oder Sekundärabschnitte 34 geteilt sind. Die
Abschnitte liegen in ihrer gegenseitigen senkrechten Verlängerung und so dicht aneinander,
daß je ein oberer und ein unterer Abschnitt, die in ihrer gegenseitigen Verlängerung
liegen, zusammen einen im wesentlichen ununterbrochenen Heizzug bilden. Die oberen
oder Sekundärabschnitte sind aus den vorher angegebenen Gründen breiter als die
unteren Abschnitte. Die Anzahl der Heizzüge entspricht der waagerechten Länge der
Wände 12. In dem Ausführungsbeispiel sind fünf Züge dargestellt. Wie in Fig. 4 gezeigt,
hat jeder der Heizzüge im wesentlichen rechteckigen Querschnitt, dessen Endteile
bei den Primärabschnitten 33 etwas breiter sind als die dazwischenliegenden Teile.
Die dicht nebeneinanderliegenden
Enden der oberen und unteren Abschnitte
werden durch eindazwischenliegendes waagerechtes Mauerwerk 35 gebildet, durch das
hindurch die Primär- und Sekundärabschnitte verbunden sind und durch das hindurch
den Sekundärabschnitten Gas und Luft zugeführt wird, wie noch weiterhin beschrieben
werden soll.
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Das Heizzugsystem jeder der Heizwände steht betriebsmäßig durch untere
waagerechte Züge 36 und 37 mit zwei Regeneratoren 22 in Verbindung, die in üblicher
Weise mit Mauerwerk ausgesetzt sind. Wenn man Generatorgas oder ein sonstiges Schwachgas
als Brennstoff benutzt, führt einer der waagerechten Züge vorgewärmtes Gas und der
andere vorgewärmte Luft sowohl zu den oberen als zu den unteren Abschnitten der
verschiedenen Heizzüge jeder Wand, in denen Verbrennung stattfindet.
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Wie aus Fig.3 ersichtlich, ist jeder der waagerechten Züge 36 und
37 im wesentlichen unmittelbar durch geeignete Öffnungen mit jedem der unteren oder
Primärabschnitte 33 der Heizzüge verbunden. Die waagerechten Züge 36 und 37 sind
auch mit den oberen Heizzugabschnitten 34 durch Leitungen 38 verbunden, die sich
zwischen den unteren Abschnitten und in deren Nähe parallel dazu erstrecken.
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Abwechselnde Leitungen 38 sind mit dem waagerechten Zug 36 und die
anderen Leitungen 38 mit dem waagerechten Zug 37 verbunden. Wie in Fig. 2 dargestellt,
haben die Leitungen 38, mit Ausnahme der an den Enden befindlichen, Abzweigungen
39, die mit zweien der oberen Heizzugabschnitte 34 verbunden sind und in dem waagerechten
Mauerwerk 35 liegen. Vermöge dieser Anordnung wird jedem der oberen Zugabschnitte
vorgewärmter Brennstoff und vorgewärmte Luft mittels einer möglichst geringen Zahl
von Leitungen 38 zugeführt.
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Jede der Öffnungen, die aus den waagerechten Zügen 36 und 37 zu den
unteren Zugabschnitten 33 und zu den Leitungen 38 führen, wird durch einen feuerfesten
Schieber 41 geregelt, der in einer Vertiefung 42 unmittelbar oberhalb des entsprechenden
waagerechten Zuges liegt. Einige dieser Schieber sind in Fig. 3 und 8 dargestellt.
Die Stellungen dieser Schieber 41 können durch Öffnungen 43 in der Seitenwand 5
geregelt werden, die gewöhnlich durch abnehmbare Verschlußsteine 4q. geschlossen
sind. Die Stellungen der Schieber 41 regeln die Verteilung von Gas und Luft auf
die verschiedenen Züge innerhalb jeder Heizwand.
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Wenn man Koksofengas oder Starkgas als Brennstoff benutzt, so wird
es ohne Vorwärmung jeder Reihe von Zugabschnitten durch Gasleitungen 45 bekannter
Bauart zugeführt, die je mit den unteren Teilen jedes der Zugabschnitte verbunden
sind. Die Gasleitungen zur Speisung der oberen Zugabschnitte erstrecken sich durch
das waagerechte Mauerwerk 35. Die Gasleitungen 45 zur Speisung der unteren Zugabschnitte
sind unterhalb der Böden der Heizwände aufgehängt und durch senkrechte Rohre 46
mit den Bodenteilen der entsprechenden Zugabschnitte verbunden. Letztere Einrichtung
ist in Fig. 3 deutlich dargestellt.
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Die Verbrennungsprodukte aus den unterer. Zugabschnitten 33 gehen
durch Kanäle 48 in dem waagerechten Mauerwerk in die Sekundärabschnitte 34. Die
vereinigten Verbrennungsprodukte der unteren und oberen Zugabschnitte jeder Wand
gehen nach oben in einen oberen waagerechten Kanal 49. Die zu diesen führenden Öffnungen
werden durch Schiebersteine 5o geregelt, die in einer Vertiefung 51 im unteren Teil
des Kanals 49 liegen. Die Schiebersteine 50 regeln auch mittelbar die Verteilung
der Hitze, da sie die Strömung der Verbrennungsprodukte regeln. Die Stellungen der
Schiebersteine 50 können durch Schauöffnungen 52 in der Decke der Batterie geregelt
werden. Die oberen waagerechten Kanäle 49 zusammenarbeitend.-r Heizwände r2 sind
durch zwei Querkanäle 53 verbunden, die über die Decke der dazwischenliegenden Kammer
zz hinweggehen. Die Heizzugsysteme der Heizwände sind daher paarweise verbunden.
Die Querkanäle 53 liegen auf entgegengesetzten Seiten der Beschickungsöffnung 30.
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In den Fig. z, 5, 6 und 8 sind gewisse bauliche Einzelheiten der Regeneratoren
22 und deren Verbindungen mit den entsprechenden waagerechten Kanälen 36 und 37
erläutert. Die Regeneratoren a2 sind paarweise angeordnet, mit Ausnahme der an den
Enden liegenden Regeneratoren, die eine einzige Einheit bilden, insofern als sie
einen einzigen waagerechten Kanal speisen. Jeder der Regeneratoren 22 ist an seinem
oberen Ende mit einer Leitung 55 versehen, die mit dem entsprechenden waagerechten
Zug durch ein gebogenes Metallrohr oder ein Knie 56 verbunden ist, das mit feuerfestem
Stoff ausgekleidet ist und zwei Kanäle 57 für ein Paar Regeneratoren enthält. Die
Kanäle durch das Rohr 56 sind mit Kanälen 58 verbunden, die sich durch die Wand
3 erstrecken und mit den Enden der entsprechenden waagerechten Züge 36 und 37 verbunden
sind. Das Rohr 56 ist mit Flanschen 59 versehen, die die Verstärkungsschienen 7
übergreifen und mit diesen in beliebiger Weise, z. B. durch Nieten oder Schweißen,
verbunden sind. Die Zwischenräume zwischen den Verstärkungsschienen 7, mit denen
das Rohr 56 verbunden ist, sind mit geeignetem feuerfestem Stoff ausgefüllt, wobei
man anfänglich Kerne einsetzt, um die Durchlaßkanäle zu schaffen.
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Aus Fig. 8 ist ersichtlich, daß die Regeneratorpa.are nicht mit entsprechenden
Paaren waagerechter
Züge 36 und 37 verbunden sind, sondern mit
Zügen anderer Heizwände. Diese Anordnung ist getroffen, damit beide Teile jedes
Regeneratorpaares gleichzeitig entweder von Gas, von Luft oder von Abgasen durchströmt
werden. Mit anderen Worten befindet sich jeder Teil eines Regeneratorpaares unter
vollkommen ähnlichen Betriebsbedingungen.
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In den Fig. 1o und 11 sind die Einzelheiten der Verschlußvorrichtung
27 für eine der Kammern in vergrößertem Maßstabe dargestellt. Unterhalb jeder Kammer
11 und um deren Bodenöffnung herum sind mit Flanschen versehene hohle Gußstücke
6o angeordnet, die in den Betonträger 6 auf den oberen Enden der Säulen 2 und in
die Tragwand 3 hineinreichen und von diesen getragen werden. Die Gußstücke 6o bilden
Tragrahmen für den Boden des Ofenmauerwerkes. Die Verbindungen zwischen den Seitenflanschen
benachbarter Tragrahmen 6o werden beispielsweise mittels Pech und Asbestschnur gedichtet,
wodurch die ganze Bodenfläche des Mauerwerkes abgedeckt und ein Entweichen von Gas
durch die Verbindungsstellen verhindert wird.
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Außer der Verankerung in der Wand 3 und dem Träger 6 sind Zugstangen
61 vorgesehen, die sich unterhalb der Batterie erstrecken und zum Tragen und Festhalten
der Rahmen 6o in ihrer Stellung dienen. Ferner sind Gußstücke 62 je in der Tragwand
3 und dem Betonträger 6 verankert und mit Augbolzen 63 versehen, die mit ihnen gelenkig
verbunden sind.
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Die Verschlußvorrichtung enthält einen verlängerten Rahmen 64 in Trogform,
der an seinen Ecken mit nach außen gerichteten Ansätzen 65 versehen ist, die mit
den Augbolzen 63 verbunden werden, von denen der Rahmen getragen wird. Der Rahmen
64 hat parallele und ununterbrochene äußere und innere Wände 66 und 67, die auf
der in Fig. 11 links liegenden Seite des Rahmens 64 einen verhältnismäßig tiefen
Trog bilden, während auf der entgegengesetzten Seite am Ende des Rahmens 64 ein
verhältnismäßig flacher Trog liegt. Der mittlere Teil des Rahmens 64 ist offen.
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F_in langer Schieber 68, dessen äußere Fläche einen Teil eines Zvlinders
bildet und der segmentförmige Endteile 69 hat, ist an den Enden des Rahmens 64 mit
Hilfe von Tragzapfen 7o und 71 gelagert, an denen der Schieber 68 starr befestigt
ist. Der Zapfen 71, der die Form einer kurzen Welle hat, ist mit einer Welle 72
verbunden, von der nur ein Teil dargestellt ist und die mit irgendeiner geeigneten,
nicht dargestellten Kraftquelle zur Bewegung des Schiebers 68 verbunden sein kann.
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Die gesamte Verschlußvorrichtung 27, die aus dem Rahmen 64 und den
zugehörigen Teilen besteht, kann als Ganzes entfernt werden, indem man zunächst
den Rahmen 64 unterstützt, während die Muttern 73 von den Augbolzen 63 entfernt
werden. Die Augbolzen schwingen dann in senkrechte Stellungen und ermöglichen die
Abnahme der gesamten Verschlußvorrichtung. Diese kann in umgekehrter Reihenfolge
der einzelnen Arbeitsvorgänge wieder angebracht werden.
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Der von den inneren und äußeren Wänden des Rahmens 64 gebildete Trog
ermöglicht es, den Schieber 68 aus der dargestellten Verschlußstellung nach links
zu drehen. Der tiefe Trog nimmt die eine Seite des Schiebers auf, und der flache
Teil des Troges nimmt die entgegengesetzte Seite des Schiebers auf, wenn sich dieser
in der dargestellten Verschlußstellung befindet.
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Der Trog wird mit Ammoniakflüssigkeit gefüllt, die durch Sprühvorrichtungen
74 zugeführt wird, um allen Teer zu entfernen, der von der Kammer 11 auf die äußere
Seite des Schiebers 68 fließen könnte. Zum etwa erforderlichen Abziehen des Inhaltes
des Troges sind geeignete Entleerungsvorrichtungen 75 vorgesehen. Eine gasdichte
Verbindung zwischen der Kammer 11 und dem durch die Ammoniakflüssigkeit hergestellten
Flüssigkeitsverschluß wird durch ein Gehäuse 76 gesichert, das im wesentlichen rechteckige
Form hat und sich bis unterhalb der Oberfläche der Ammoniakflüssigkeit erstreckt.
Das Gehäuse ist mit einer Ringplatte 77 verbunden, deren Enden entsprechend dem
Schieber 68 nach oben gebogen sind. Beide Teile sind an dem Rahmen 6o befestigt.
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Die untere Seite des hohlen Teiles des Rahmens 6o, der die Kammer
z1 umgibt, wird durch die Teile 76 und 77 verschlossen, so daß eine ringförmige
Kammer 78 oder ein Wassermantel gebildet wird, der mit Hilfe von Zuflußrohren 79
mit Kühlwasser gespeist wird. Außerdem sind Abflußrohre 8o vorgesehen.
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Die Tragrahmen oder Gußstücke 6o haben genügende mechanische Festigkeit,
um das Mauerwerk des Ofens zwischen dem Betonträger 6 und der Tragwand 3 zu tragen.
Diese Anordnung macht es unnötig, Träger oder ein sonstiges Zwischenrahmenwerk vorzusehen,
wie man es bisher verwendet hat. Außerdem liegt am Boden des Ofens kein Mauerwerk
frei, und ein Entweichen von Gas durch das Mauerwerk wird durch die oberen Flächen
der Tragrahmen 6o und die im wesentlichen gasdichten Verbindungen zwischen diesen
wirksam verhindert.
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Eine Ausdehnung des tragenden Mauerwerkes wird im wesentlichen durch
das Kühlsystem verhindert, das aus den mit Wasser gefüllten Kammern 78 gebildet
wird, die die Bodenöffnung jeder Kammer umgeben und die Wirkung haben, die tragenden
Gußstücke und den unteren Teil des Mauerwerkes auf verhältnismäßig
niedriger
Temperatur zu halten. Die Schicht von Koksklein im unteren Teil jeder Kokskammer
hat ebenfalls die Wirkung, die Verschlußvorrichtung und das untere, Mauerwerk von
der darüber befindlichen heißen Beschickung zu isolieren, und wirkt daher bei der
Aufrechterhaltung von verhältnismäßig niedrigen Temperaturen unterhalb der Batterie
mit. Außerdem können. zwischen den Rahmen 6o und ihren Trägern Ausdehungsverbindungen
vorgesehen sein, durch die jede Ausdehnung der Rahmen ausgeglichen wird. Infolgedessen
besteht keine Gefahr, daß die tragenden Teile während des Betriebes der Batterie
durch Ausdehnung beschädigt werden.
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Es sei angenommen, daß die Batterie auf Betriebstemperatur gebracht
worden ist und daß man mit der Verkokung beginnen will.. Die Beschickung soll in
Verbindung mit einer der Kammern ii beschrieben werden. Bei den übrigen Kammern
wird in der gleichen Weise gearbeitet. Der Schieber 68 des zu beschickenden Ofens
befindet sich in geschlossener Stellung gemäß Fig. io und ii. Ans dem Wagen 13 wird
dann eine genügende eienge von Koksklein durch die Beschickungsöffnung 30 des zu
beschickenden Ofens eingeführt, um den Bodenteil des Ofens bis zu einer Höhe zu
füllen, die im wesentlichen den Böden der Heizzugabschnitte 33 entspricht. Dieses
Koksklein wird angewendet, damit alle zu verkokende Kohle in Berührung mit der Wand
ist, auf die die in den Heizzügen entwickelte Hitze wirkt. Darauf wird der Wagen
benutzt, um eine genügende Menge von Kohle zur Füllung der Kammer ii bis zur gewünschten
Höhe einzubringen, und darauf wird die Beschickungsöffnung geschlossen.
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Die Ofen werden mit kaltem reinem Generatorgas erhitzt, das in das
Heizsystem aus der Hauptleitung 24 durch metallene Regelungsventile 25, die Bodenkanäle
23 gewisser Regeneratoren, dann durch die Regeneratoren -22, Kanäle 57 und 58 in
die waagerechten Züge 36 und 37 eintritt. Luft tritt auf einem ähnlichen Wege durch
andere Regeneratorpaare 22 in die entsprechenden waagerechten Kanäle 36 und 37 ein.
Vorgewärmtes Gas und Luft werden den unteren Teilen gewisser primärer Zugabschnitte
33 zugeführt, um die Heizwände 12 zu erhitzen.
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Die Verbrennungsprodukte aus den Primärzügen 33 gehen nach oben durch
die Kanäle .48 in dem waagerechten Mauerwerk 35 und in den unteren Teil der sekundären
Hu-izzug abschnitte 3:1. Vorgewärmtes Generatorgas und vorgewärmte Luft werden auch
den unteren Teilen der sekundären Zugabschnitte 3:I durch die Leitungen 38 und die
Abzweigungen 39 in dem waagerechten Mauerwerk 35 zugeführt. Diese Anordnung sichert
gegen eine Konzentration der Hitze im untercil Teil der sel:tindär@@r Heizzöge 3q.,
da an diesen Stellen das brennbare Gas durch die Abgase der primären Zugabschnitte
verdünnt wird. Es ist erwünscht, daß der Kohle, die im oberen Teil der Kammer verkokt
werden soll, weniger Hitze zugeführt wird, weil dort die Kammer verhältnismäßig
eng und infolgedessen eine entsprechend geringere Menge zu verkokender Kohle vorhanden
ist. Durch diese Anordnung wird es also möglich, die Hitze in Übereinstimmung mit
den verhältnismäßigen Kohlenmengen vom unteren bis zum oberen Ende der Kammer zur
Einwirkung zu bringen. Mit anderen Worten ist die auf die Kammer ii zur Einwirkung
gebrachte Hitze im wesentlichen entsprechend der Form der Kammer abgestuft.
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Die vereinigten Verbrennungsprodukte der primären und der sekundären
Heizzugabschnitte gehen nach oben in den oberen waagerechten Kanal 4.9, der sich
längs des oberen Teiles jeder Heizwand erstreckt, und von da durch die Querkanäle
53 in den waagerechten Kanal 49 einer zugehörigen Heizwand. Die hocherhitzten Verbrennungsprodukte
gehen dann nach unten durch die sekundären Heizzugabschnitte 3q., die Kanäle 48
und die primären Heizzugabschnitte 33 in die waagerechten Züge 36 und 37, aus denen
sie durch das damit verbundene Paar von Regeneratoren in die Abgashauptleitung 26
strömen, die mit dem Schornstein verbunden ist.
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Die beschriebene Betriebsweise ist typisch für diejenige jedes Paares
zur Zusammenarbeit verbundener Heizwände. Die Strömungsrichtung der Gase in den
zusammengehörigen Heizwänden wird in willkürlichen Abschnitten umgekehrt, damit
die in den Regeneratoren 22 durch die Verbrennungsprodukte aufgespeicherte Hitze
zur Vorwärmung von Luft und Gas für den nächsten Betriebsabschnitt ausgenutzt werden
kann.
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Während des Verkokungsvorganges wird Gas entwickelt und ein Flüssigkeitsdruck
auf den Boden des Ofens ausgeübt. Infolgedessen wird die Ammoniakflüssigkeit zwischen
den Seiten des Schiebers 68 und dein Gehäuse 7F> nach unten gedrückt, im wesentlichen,
wie es in Fig. io und ii gezeigt ist, bis der Flüssigkeitsstand in dein. verbleibenden
Teil des Troges den vom Gas ausgeübten Flüssigkeitsdruck ausgleicht. Das Gas im
Ofen geht durch das Abzugsrohr 16 in die Hauptleitung 17.
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Wenn die Kohle innerhalb einer Kammer ii vollständig verkokt ist und
entfernt werden soll, wird der Schieber 68 an ihrem Boden mittels der Welle 7H nach
links (wie in Fig. ii gesehen) verschoben, wobei die tiefen Teile des Troges die
Seiten und die Enden des Scbiebers aufnehmen. Der Koks fällt dann durch sein Gewicht
durch den offenen Raum zwischen dem tiefen und dem flachen Teil des Troges in den
Koksaufnahmekarren
28. Wenn der Koks vollständig entfernt ist, wird der Schieber 68 in seine dargestellte
geschlossene Lage zurückgebracht, in der er wieder durch die Ammoniakflüssigkeit
gasdicht verschlossen wird. Der Ofen kann dann in der vorher beschriebenen Weise
gefüllt werden, zuerst durch Einführung von Koksklen und dann mit der Kohlenbeschickung.
Wenn der Koks auf die übliche Koksbühne geschüttet wird, kann das Koksklein ausgesiebt
und ein genügender Teil zurückbehalten werden, um die bei der Beschickung der Öfen
erforderlichen Mengen zu liefern.
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Die Erhitzung der Koksofenbatterie ist für den Fall der Benutzung
von Generatorgas beschrieben worden, das gekühlt und gereinigt worden ist und durch
Metallventile zugeführt wird, wodurch gewährleistet wird, daß das Heizsystem nicht
durch Verunreinigungen oder Rückstände verstopft wird, wie es bei unmittelbarer
Zuführung von Generatorgas zur Batterie vorkommen kann. Man kann jedoch gewünschtenfalls
auch Koksofengas oder anderes Starkgas als Brennstoff benutzen, da die Batterie
mit Gaszuleitungen .45 versehen ist, mittels deren Starkgas zu den unteren Teilen
jedes der Primärzugabschnitte 33 und der Sekundärabschnitte 34. zugeführt werden
kann.
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Wenn Starkgas benutzt wird, so werden alle Regeneratoren je nach der
Zugrichtung entweder von Luft oder von Abgasen durchströmt. Die Strömung der Gase
in dem Heizsystem ist im wesentlichen ähnlich der für Generatorgas beschriebenen,
Die Verbrennungsprodukte der primären Heizzugabschnitte verdünnen das Brennstoffgas
und die Luft, die den sekundären Zugabschnitten zugeführt werden, damit keine Hitzekonzentration
in der Nähe des waagerechten Mauerwerkes eintritt. Vermöge dieser Anordnung kann
man die Batterie von unten mittels eines Teiles des Gases heizen, das in der Hauptleitung
17 gesammelt wird, oder, wenn man die gesamte Ausbeute für andere Zwecke benutzen
will, kann man Generatorgas als Brennstoff verwenden.
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Die Koksofenbatterie gemäß der Erfindung liefert ein Heizsystem, bei
dem die Heizung über die ganze Breite der Batterie gleichförmig ist und vom unteren
nach dem oberen Ende der Kammern abnimmt, damit die Heizung im wesentlichen den
Kohlenmengen entspricht, die izi den verschiedenen Höhenlagen verkokt werden sollen.
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Die Anordnung von Ouerverbindungen zur Verbindung der waagerechten
Züge verbessert die Verteilung der Gase, indem eine waagerechte Bewegung der letzteren
im wesentlichen vermieden wird. Die Verbrennungsprodukte der Reihen von Heizzugabschnitten
jeder Heizwand werden vereinigt, ehe sie in die Regeneratoren gelangen, und infolgedessen
findet der größtmögliche Wärmeaustausch zwischen den Abgasen und der Luft in den
Regeneratoren statt.
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Die tragenden Teile sind so angeordnet, daß eine Ausdehnung im wesentlichen
durch die Kühlvorrichtungen beseitigt wird, mittels deren die Temperaturen dieser
Teile verhältnismäßig niedrig gehalten werden. Die tragenden Teile verschließen
den unteren Teil des Mauerwerkes in wirksamer Weise, und ein Entweichen von Gas
und die daraus folgende Verbiegung von Metallteilen wird vermieden.
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Die Anordnung von Schauöffnungen in der Decke der Batterie und diejenige
der Kanäle durch das waagerechte Mauerwerk zur Verbindung der in ihrer gegenseitigen
Verlängerung liegenden oberen und unteren Heizzugabschnitte ermöglicht dem Arbeiter,
die Betriebsbedingungen in jeder Höhe der Heizwände zu beobachten.
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Die Erfindung ist in Verbindung mit absatzweise arbeitenden Ofen mit
stehenden Kammern beschrieben worden, es ist aber für den Sachverständigen ersichtlich,
daß die Anwendung der Erfindung nicht auf diesen Fall beschränkt ist. Die Erfindung
ist nicht auf die beispielsweise dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt.