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Ziegelstreichtisch In der Ziegelindustrie für Handstiichziegel werden
sogenannte Streichtische, d. h. auf Schienen bewegliche Loren mit einer hölzernen
Plattform verwendet, welche den vom Tonschneider gekneteten Ton über Gleise und
Drehscheiben auf die Streichplätze bringen, wo er mit Hilfe von Formen durch Streicher
zu Steinen geformt wird. Der bisher übliche Streichtisch hat eine festverlegte Holzplatte,
auf welche der streichfertige Ton für etwa 5oo bis boo Steine geladen wird. Zwei
Streicher an jedem Tisch haben nun die Steine zu streichen, d. h. den Ton in die
Form zu schlagen, abzustreichen und zu entforinen. Nach Abstrich der vorderen Hälfte
des Formgutes müssen die vorn stehenden Streicher den auf dem Streichtisch weiter
hinten liegenden Ton mit Mühe und Zeitverlust zu sich heranholen, oder die sogenannten
Wagenschieber, welche die Streichtische heranbringen, müssen den Ton auf dem Streichtische
von hinten nach vorn heranschlagen, was viel Zeitverlust und Kraftanstrengung erfordert.
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Die Erfindung vermeidet diesen Nachteil dadurch, daß der mit streichfähigem
Ton beladene, zunächst außerhalb des handlichen Zugriffes des oder der Streicher
liegende hintere Teil des Streichtisches nach Verbrauch des handgerecht gelegenen
Teiles des Streichgutes in den Handbereich der Streicher beweglich ist.
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In besonders zweckmäßigerWeisewird dies dadurch erzielt, daß der Tisch
in zwei Teile unterteilt ist, deren hinterer nach vorn verschiebbar oder verfahrbar
ist.
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Der Vorgang ist dabei folgender.
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Der vollbeladene Streichtisch wird von den Streichern, soweit sie
den Ton bequem langen können, das ist bis etwa zur Mitte der Tischplatte, abgestrichen.
Der zweite, bewegliche Teil der Platte wird sodann mit der darauf ruhenden zweiten
Hälfte des Tons über die vordere, jetzt leere Hälfte der Platte nach vorn gerollt.
Versuche haben ergeben, daß dieser Vorgang mit Leichtigkeit und ohne merklichen
Zeitverlust zu bewerkstelligen ist. Die Streicher haben dann wieder den Ton dicht
bei der Hand, ohne daß durch dessen Heranbringen für sie selbst oder den Wagenschieber
irgendein merklicher Zeitverlust entstanden ist.
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Die auf diese Weise erzielten Vorteile bestehen im wesentlichen darin,
daß der Wagenschieber, der den Ton sonst heranschlägt, in der Zeit, welche er zum
Heranschlagen nötig hatte, jetzt schon den nächsten vollen Tisch heranholen kann,
so daß z. B. jetzt ein Wagenschieber für nahe Plätze zwei Streichtische bedienen
kann, während vordem ein Wagenschieber mit der Bedienung eines Streichtisches reichlich
zu tun hatte. Für weitere Plätze mußten sogar zwei Wagenschieber für einen Tisch
gestellt werden, oder die Streicher mußten sich den hinten auf dem Tisch lagernden
Ton selbst heranschlagen, wodurch ihre Leistung herabgemindert wurde.
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Die Erfindunist also für Handstrichk>
ziegeleien von
großem Vorteil, da nicht bloß Arbeitskräfte gespart werden, sondern auch die Produktion
bei stetiger Arbeit der Streicher um mindestens io°io gesteigert wird.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch därgestellt.
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Abb. i ist der Grundriß eines erfindungsgemäß unterteilten Ziegelstreichtisches,
Abb. 2 ein Aufriß im Schnitt nach Linie 2-2 der Abb. i und Abb. 3 ein Schnitt nach
Linie 3-3 der Abb. i.
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Abb.4, 5 und 6 sind schematische Darstellungen des Arbeitsvorganges.
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Der Ziegelstreichtisch besteht aus einem Untergestell io mit Rädern
ii, die auf Schienen 12 laufen, um den gekneteten Ton vom Tonabschneider zu den
Streichplätzen zu bringen. Auf das Untergestell ist der hölzerne Streichtisch aufgesetzt,
der die Grundplatte 13, die Seitenwände 14, die Rückwand 15 und Vorderwand 16 aufweist.
An der Rückwand 15 befindet sich ,ein Griff 17 zum Schieben des Streichtischwagens.
Die Grundplatte 13 erstreckt sich von vorn bis über die Mitte des Streichtisches
und ist mit zwei seitlichen Winkelschienen 18, die an den Seitenwänden 14 anliegen,
und mit einer mittleren Flachschiene i9 versehen, die in die Mitte der Grundplatte
13 eingelassen ist. Diese Schienen 18 und i9 dienen als harte Unterlage für die
unter dem beweglichen Teil angebrachten vordersten, kleinen Rollen 2o und erleichtern
somit das Vorwärtsrollen des hinteren Teiles. An der Rückwand befindet sich noch
eine Bodenplatte 21. Zur Verbindung von Rückwand und Seitenwänden dienen Verbindungsteile
22.
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In dem Streichtisch ist der hintere Teil verschiebbar oder verfahrbar
gelagert. Er besteht ebenfalls aus einer Bodenplatte 23, Seitenwänden 24 und Rückenwand
25, wobei die Seitenwände und Rückwand wiederum durch Verbindungsteile 26 zusammengehalten
werden. Dieser hintere Teil des Streichtisches ist in Richtung des Pfeiles a nach
vorn und selbstverständlich wieder in die Ausgangslage zurück verschiebbar.
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Hierzu dienen seitliche und untere Führungen (Abb.3). Zur seitlichen
Führung sind beim verschiebbaren Teil in Aussparungen 28 der Seitenwände 24 Führungsrollen
27 gelagert, die mit den Seitenwänden 14 des festen Streichtisches in Berührung
stehen. Damit nun kein Ton auf diese Rollen fällt, was auf die Führung störend wirken
würde, sind die Seitenwände 24 des hinteren Teiles innen mit Blech 2g beschlagen,
das oben umgebogen ist und so bis über die Seitenwände 14 des festen Teiles reicht.
Zur unteren Führung sind außer den im beweglichen Teil gelagerten vordersten Rollen
2o auf Balken 3o des Tisches Führungsrollen 31 gelagert. Diese Rollen 31 sind auf
Wellen 32 aufgesetzt, die sich in auf dem Balken 3o befestigten Lagern 33 zu drehen
vermögen. Die Rollen wirken mit Führungsnuten 3.-1. (Abb. 3) unten an der Bodenplatte
23 des verschiebbaren Teiles zusammen. Beim Vorschieben des hinteren Teiles bewegt
sich dieser mit seinen vordersten kleinen Führungsrollen 2o auf den Flach- und Winkelschienen
i8 und i9, durch deren harte Unterlage ein leichtes Rollen gesichert ist. Die verschiebbare
Platte liegt um einige Millimeter höher als die vordere Platte. Die Bodenplatte
23 ist am Vorderende bei 35 abgeschrägt, so daß ein leichtes Verschieben stattfinden
kann, falls auch noch etwas Ton auf der Vorderplatte liegen sollte. Zur Begrenzung
des Vorschubes ist eine Anschlagstange 36 in den Seitenwänden 14 des Tisches befestigt.
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Die Führung des hinteren Teiles kann auch auf andere Art ausgeführt
werden; so kann die verschiebbare Platte z. B. auf Kugellagern laufen oder durch
Spindeln oder Zahnstangen verschoben werden.
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Die Arbeitsweise bei Anwendung der beschriebenen Vorrichtung ist folgende:
Die Tischplatte wird beim Tonschneider mit dem gekneteten Ton beladen und zu den
Streichplätzen hingefahren, wo der Ton mittels Formen zu Steinen geformt wird. An
jedem Tisch arbeiten gewöhnlich zwei Streicher, die vor dem Streichtisch stehen.
Während es früher viel Arbeit und Zeitverlust ergab, die hintere Tonschicht, wenn
der Ton vorn aufgebraucht war, nach vorn zu schaffen, so daß die Streicher ihn erreichen
konnten, liegt bei dem Erfindungsgegenstand die zweite Tonhälfte auf der verschiebbaren
Platte, die sich in ihrer hinteren Lage befindet. Nach Abstreichung des dem Stand
der Streicher naheliegenden ersten Teils des Tons, der bis zum beweglichen Teil
der Tischplatte reicht, wird diese Platte einfach nach vorn bewegt, so daß die Streicher
den Ton bequem von ihr abnehmen und verarbeiten können (Abb. 6). Wie schon oben
erwähnt, wird dadurch viel Zeit und Arbeit wie auch Arbeitskräfte erspart, da früher
die Wagenschieber den Ton von der hinteren nach der vorderen Seite des Tisches heranschlagen
mußten.
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Ein weiterer Vorteil liegt in der leichten Abnahmefähigkeit des beweglichen
Tischteiles bei Unsauberkeit und' Reparaturen. In solchen Fällen braucht dieser
Teil nur abgehoben zu werden, so daß die Barunterliegenden Teile leicht zugänglich
sind.
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Es versteht sich, daß die Erfindung einer weiten Abwandlung fähig
ist, so könnte statt
des verschiebbaren Teils z. D. eine Drehplattr
oder Kippteile o. dgl. verwendet werden, womit natürlich auch alle zuvor aufgezählten
Vorteile erreicht werden.