DE52369C - Rakete mit Oelbehälter zur Wellenberuhigung - Google Patents
Rakete mit Oelbehälter zur WellenberuhigungInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B63B—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; EQUIPMENT FOR SHIPPING
- B63B39/00—Equipment to decrease pitch, roll, or like unwanted vessel movements; Apparatus for indicating vessel attitude
- B63B39/10—Equipment to decrease pitch, roll, or like unwanted vessel movements; Apparatus for indicating vessel attitude to decrease vessel movements by damping the waves, e.g. by pouring oil on water
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Rakete1 vorliegender Erfindung besteht aus einer Pulverkammer an der Spitze und aus
einer langen und dünnen Oelkammer, welche, als Raketenstab ausgebildet, sich von der
Pulverkammer nach hinten erstreckt und derart angeordnet und eingerichtet ist, . dafs sie das
darin enthaltene OeI von der Küste oder einem Schiff aus in die See befördern und im Wasser
nach oben an die Wellenoberfläche ergiefsen ■ kann, wodurch die Schaumkämme, welche sich
sonst auf den Wellen bilden würden, unterdrückt werden.
Fig. ι ist eine Aufsenansicht der Rakete,
Fig. 2 ist ein centraler Längsschnitt derselben.
Fig. 3 ist eine vergröfserte Ansicht des hinteren Raketenendes mit Darstellung der
speciellen Einrichtung desselben und der Hakenbefestigung an einem festen Querholz des
Raketengestelles.
Fig. 4 ist ein Querschnitt nach der Linie a-b in Fig. 2.
Der Buchstabe A bezeichnet das Gehäuserohr und der Buchstabe B den Boden der
Oelkammer. Dieser Boden besteht zweckmäfsig aus einem cylindrischen Stück Holz.
Der Buchstabe C bezeichnet ein Ventil aus Eisen, welches seinen Sitz am Innenende des
Bodenstückes B hat. Der Buchstabe D bezeichnet ein Belastungsstück -aus Gufseisen, welches
mit dem vorderen Ende -des Gehäuserohres A fest verbunden ist; das Belastungsstück hat einen überstehenden Flantsch, der
am Vorderende des Gehäuserohres vorspringt.
Der Buchstabe E bezeichnet einen guiseisernen Stöpsel, welcher mit der sich daran
anschliefsenden Scheibe F nebst hinten angebrachtem Ring G ein Stück bildet und welcher
vorn eine in der Achsenrichtung verlaufende Aussparung H hat. Diese Aussparung dient
zur Aufnahme eines Stiftes /, welcher aus der Mitte des Ventils C, mit dem er fest verbunden
ist, nach hinten hervorragt; in gehöriger Stelle wird der Stift innerhalb der Aussparung H
durch einen geeigneten Kitt gehalten, mit dem der Zwischenraum um den Stift herum ausgefüllt
ist.
Der Buchstabe / bezeichnet den Hauptkörper der Rakete, welcher von ringförmigem Querschnitt
ist und die Pulverkammer K enthält, indem das Pulver fast vollständig den ringförmigen
Raum ausfüllt. An derselben sind die Zünder L vorgesehen.
Der Haken Q ist ein für allemal an dem Querholz R befestigt; dieses Querholz bildet
einen Theil des Raketengestelles, von dem die Raketen entsendet werden und welches im
übrigen von irgend geeigneter Construction sein kann.
Die Oelkammer der Rakete besteht zunächst aus einem Gehäuserohr A aus Papier, wobei
dieses mit dem einen oder andern Stoff oder Mischung, wie sie sonst für Oelbehälter aus
Papier gebräuchlich sind, überzogen wird. Am vorderen Ende dieses Rohres wird fest und
unabnehmbar das Belastungsstück D eingesetzt. Zur Fertigstellung dieses Oelbehälters wird das
' Ventil C nebst Stöpsel E mit dem Bodenstück dadurch zu einem Einsatzstück vereinigt, dafs
man den Stöpsel in das Bodenstück hineinsteckt, dann eine kleine Menge Kitt in die
Aussparung H giebt und schliefslich den Stift / in die Aussparung hineindrückt, wodurch das
Ventil in der durch Fig. 3 dargestellten Stellung festgelegt ist. Das so vorgerichtete Bodenstück
wird nun dicht in das hintere Ende des Gehäuserohres A .eingeschoben, nachdem das
Rohr nahe bis zur Ventilvorderfläche mit OeI angefüllt ist.
Der Raketenkörper J kann aus Metall oder Papier oder sonst geeignetem Material hergestellt
sein und wird nahezu durch das Raketenpulver ausgefüllt, zu dessen Entzündung die in
der Zeichnung ersichtlichen Zünder vorgesehen sind. Der Raketenkörper ist ohne weitere Befestigung
einfach über das Gehäuserohr A aufgeschoben und wird auch für sich bis zum
Augenblick des Gebrauchs aufbewahrt.
Die Art der Handhabung ist folgende:
Die Oelkammer und Pulverkammer werden vereinigt, indem man die Pulverkammer über das Hinterende der Oelkammer pafst und nach oben hin auf diesem Rohrbehälter verschiebt, bis das vordere Ende der Pulverkammer am Flantsch des Belastungsstückes D aufgehalten wird. Die fertige Rakete wird nun auf das Raketengestell gesetzt, wobei der Ring G in Eingriff mit dem Haken Q kommt. Danach werden die Zünder angesteckt; sobald sich der eigentliche Raketenkörper nach vorn in Bewegung setzt, nimmt er die Oelkammer mittelst des verstehenden Flantsches am Belastungsstück D . mit. Dagegen hindert der Haken Q den Stöpsel E, an der Vorwärtsbewegung theilzunehmen, so dafs derselbe sich aus dem Bodenstück B herauszieht, indem dabei nur der geringe Reibungswiderstand zwischen Stöpselfläche und. Wandung des Bodenstückes und der Widerstand der Kittverbindung von Stöpsel und Stift / zu überwinden ist. Während die Rakete die Luft durchfliegt, behält das Ventil C seine Lage auf dem zugehörigen Sitz an der Vorderseite des Bodenstückes, und zwar wegen der Saugwirkung nach der Oeffnung im Bodenstück hin, welche infolge des schnellen Fortschreitens der Rakete durch die Luft entsteht. Sobald das Raketenpulver ausgebrannt ist, wird der Luftwiderstand für die Vorwärtsbewegung der leeren Hülse J gegenüber dem Bewegungsantrieb derselben gröfser, als für die Vorwärtsbewegung der Oelkammer. Deshalb fliegt die Oelkammer nach vorn aus der ringförmigen Hülse J heraus und in die See, wie wenn sie ursprünglich aus einer Kanone abgeschossen wäre. Sobald die Oelkammer das Wasser erreicht, läfst ihr Beharrungsvermögen den Körper noch etwas unter die Oberfläche gelangen, wiewohl das specifische Gewicht im Ganzen genommen unter demjenigen des Wassers liegt. Im Augenblick, wo die Abwärtsbewegung vom Wasser aufgehalten wird, fällt das Ventil C von seinem Sitz ab und durch das OeI hindurch nach dem Vorderende der Oelkammer, wodurch die Oeffnung im Bodenstück B frei wird. Durch diese Oeffnung entweicht nun das OeI aus der Oelkammer, indem es nach oben steigt und eine entsprechende Wassermenge an seiner Stelle eintreten läfst, da ja dieses schwerer als OeI ist. Diese Wirkungsweise dauert so lange fort, bis alles ,OeI aus der Oelkammer nach oben herausgelangt ist; von da steigt es an ,die Seeoberfläche, wo es sich über den Wellen ausbreitet.
Die Art der Handhabung ist folgende:
Die Oelkammer und Pulverkammer werden vereinigt, indem man die Pulverkammer über das Hinterende der Oelkammer pafst und nach oben hin auf diesem Rohrbehälter verschiebt, bis das vordere Ende der Pulverkammer am Flantsch des Belastungsstückes D aufgehalten wird. Die fertige Rakete wird nun auf das Raketengestell gesetzt, wobei der Ring G in Eingriff mit dem Haken Q kommt. Danach werden die Zünder angesteckt; sobald sich der eigentliche Raketenkörper nach vorn in Bewegung setzt, nimmt er die Oelkammer mittelst des verstehenden Flantsches am Belastungsstück D . mit. Dagegen hindert der Haken Q den Stöpsel E, an der Vorwärtsbewegung theilzunehmen, so dafs derselbe sich aus dem Bodenstück B herauszieht, indem dabei nur der geringe Reibungswiderstand zwischen Stöpselfläche und. Wandung des Bodenstückes und der Widerstand der Kittverbindung von Stöpsel und Stift / zu überwinden ist. Während die Rakete die Luft durchfliegt, behält das Ventil C seine Lage auf dem zugehörigen Sitz an der Vorderseite des Bodenstückes, und zwar wegen der Saugwirkung nach der Oeffnung im Bodenstück hin, welche infolge des schnellen Fortschreitens der Rakete durch die Luft entsteht. Sobald das Raketenpulver ausgebrannt ist, wird der Luftwiderstand für die Vorwärtsbewegung der leeren Hülse J gegenüber dem Bewegungsantrieb derselben gröfser, als für die Vorwärtsbewegung der Oelkammer. Deshalb fliegt die Oelkammer nach vorn aus der ringförmigen Hülse J heraus und in die See, wie wenn sie ursprünglich aus einer Kanone abgeschossen wäre. Sobald die Oelkammer das Wasser erreicht, läfst ihr Beharrungsvermögen den Körper noch etwas unter die Oberfläche gelangen, wiewohl das specifische Gewicht im Ganzen genommen unter demjenigen des Wassers liegt. Im Augenblick, wo die Abwärtsbewegung vom Wasser aufgehalten wird, fällt das Ventil C von seinem Sitz ab und durch das OeI hindurch nach dem Vorderende der Oelkammer, wodurch die Oeffnung im Bodenstück B frei wird. Durch diese Oeffnung entweicht nun das OeI aus der Oelkammer, indem es nach oben steigt und eine entsprechende Wassermenge an seiner Stelle eintreten läfst, da ja dieses schwerer als OeI ist. Diese Wirkungsweise dauert so lange fort, bis alles ,OeI aus der Oelkammer nach oben herausgelangt ist; von da steigt es an ,die Seeoberfläche, wo es sich über den Wellen ausbreitet.
Das specifische Gewicht des Ventils C mufs
gröfser als das des Oeles sein, dabei nicht so grofs, dafs es vorzeitig seinen Sitz verlassen
oder die Schwimmfähigkeit des hinteren OeI-kammerendes
aufheben könnte; diese Schwimmfähigkeit: wird aufrecht erhalten durch ein geringes
spezifisches Gewicht des Bodenstückes -B und durch den Umstand, dafs das specifische
Gewicht des Gehäuserohres A mit dem darin enthaltenen OeI geringer ist als dasjenige des
Wassers.
Das Belastungsstück D mufs von genügendem specifischen Gewicht sein, um das vordere
Ende der Oelkammer nach unten in die See hinein zu richten, darf aber specifisch nicht so
schwer sein, dafs das gesammte specifische Gewicht der Oelkammer gröfser ist als dasjenige
des Seewassers.
Das OeI in der Oelkammer kann Fischöl, Leinöl, Olivenöl, Rohpetroleum oder mineralisches
Schmieröl sein und noch andere OeI-arten mögen zufriedenstellende Resultate liefern,
doch wirkt wahrscheinlich Fischöl am besten. Wenn die Rakete zur Verwendung bei kalter
Witterung gelangen soll, so müssen die etwaigen dickflüssigen und schwereren OeIe darin mit
flüssigen Mineralölen verdünnt werden.
Veröffentlichten Angaben zufolge, welche sich auf improvisirte Versuche, die mit OeI in aufgeregtem
Wasser angestellt sind, gründen, ist die Wirksamkeit selbst kleinerer Oelmengen,
wenn sie sachgemä'fs verwendet werden, eine sehr bedeutende; doch können die Raketen in
jeder beliebigen Gröfse hergestellt werden, mit Oelkammern von irgend gewünschtem Fassungsvermögen;
sie können aufserdem bei vielen Gelegenheiten zur Aliwendung kommen, wo
das Abschiefsen aus einer Kanone nicht angängig wäre wegen des Rückstofses, wie er
bei einer Kanone unvermeidlich ist und bei einer Rakete nicht auftritt, oder wegen der
gröfseren Kosten und des Gewichtes einer Kanone im Vergleich zu einem Raketengestell.
Das Princip dieser Rakete besteht somit in einer Pulverkammer und einer von derselben
mitgenommenen Oelkammer in derartiger Anordnung, dafs das OeI in die See befördert
wird, ohne dafs solches während des Fliegens durch die Luft verschüttet werden kann.
■ Die gegebene Beschreibung zeigt die beste
■ Die gegebene Beschreibung zeigt die beste
Ausführungsart dieses Princips; indessen kann dasselbe auch so zur Ausführung gelangen,
dafs die ringförmige Pulverkammer constructiv oder sonst irgendwie mit der Oelkammer in
dauernde Verbindung gebracht wird, und so, dafs eine cylindrische Pulverkammer mit vollem
Querschnitt statt der ringförmigen Anordnung dauernd oder, abnehmbar an einer Seite der
Oelkammer vorgesehen wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine zur Wellenberuhigung mittelst Oeles geeignete Rakete mit Oelbehälter, welcher den 'schwimmfähigen Raketenstab A bildet und am vorderen schwereren Ende von der aufgeschobenen ringförmigen Pulverkammer K mitgenommen wird, während am hinteren Ende ein beim Abschiefsen zurückbleibender Stöpsel E, der ein nach innen frei bewegliches Ventil C provisorisch in Stellung erhält', eine Oeffnung des Oelbehälters derart freigiebt, dafs dieselbe während des Fluges zwar durch das Ventil geschlossen bleibt, dafs aber beim. Eintauchen und dadurch erfolgenden Abfallen des Ventils das OeI an die Wasseroberfläche entweichen kann.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE52369C true DE52369C (de) |
Family
ID=327089
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT52369D Expired - Lifetime DE52369C (de) | Rakete mit Oelbehälter zur Wellenberuhigung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE52369C (de) |
-
0
- DE DENDAT52369D patent/DE52369C/de not_active Expired - Lifetime
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