-
Verfahren zur Regelung der Beheizung von Absorptionskälteapparaten
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung der
Beheizung von mit Gasen schwankenden Drucks oder vergasten oder flüssigen Brennstoffen
beheizten Kälteapparaten, insbesondere von solchen, die in Haushaltskühlschränke
eingebaut sind. Stehen für derartige Anlagen kein elektrischer Strom oder städtische
Gasanlagen, die mit annähernd konstantem Druck arbeiten, zur Verfügung, müssen sie
also mit einer Hausanlage mit unsicherem Druck von Wassergas; Acetylen o. dgl. oder
auch mit Öl, Petroleum, Benzin, Spiritus oder sonstigen flüssigenBrennstoffen in
deren flüssigem oder vergastem Zustand beheizt werden, so bereitete es bisher Schwierigkeiten,
die Beheizung derartiger Anlagen selbsttätig durch Thermostatanordnungen zu steuern.
-
Die Erfindung bezweckt, eine derartige selbsttätige Regelung der Beheizung
zu schaffen, und erreicht dies im wesentlicher,. dadurch, daß ein Thermostat an
sich bekannter Bauart Vorrichtungen steuert, die den Weg der Heizgase im Apparat
oder in dem Schrank, in dem dieser eingebaut ist, verändern. Diese Änderung kann
beispielsweise dadurch erfolgen, daß der Thermostat die Lage der Heizquelle zu den
zu beheizenden Apparatteilen verändert, dadurch, daß er die Heizquelle abdeckt oder
z. B. dadurch, daß er künstliche oder natürliche Ventilations-oder Zugvorrichtungen
im Apparat, z. B. Klappen, Ventile o. dgl., steuert, die in einem oder einer Mehrzahl
von Abzugskanälen für die Heizgase eingebaut sind, so daß die Heizflamme gezwungen
wird, je nach Stellung der vom Thermostaten gesteuerten Organe verschiedene Abzugskanäle
zu benutzen.
-
Besonders zweckmäßig ist es dabei, einen Thermostaten zu verwenden,
dessen Impulse dadurch gegeben werden, daß sein Arbeitsmittel beim Auslösen der
Steuervorgänge teilweise vom flüssigen zum festen Aggregatzustand übergeht, weil
dann besonders kräftige Impulse für die Steuervorgänge zur Verfügung stehen. Vorteilhaft
wird dabei ein Thermostat verwendet, dessen Fühlkörper sowohl auf die Temperatur
des zu kühlenden Raumes, beispielsweise der Schrankluft, als auch auf die Temperatur
des Verdampfers des Kälteapparates oder des ihn umgebenden Kühlkörpers oder Solemantels
steuert.
-
.Die Erfindung soll näher unter Hinweis auf die beiliegenden Zeichnungen
erläutert werden, wobei sich weitere kennzeichnende Merkmale der Erfindung ergeben
werden.
-
In den Abbildungen sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung
gezeigt, und zwar stellt Abb. i eine Anlage dar, bei der ein Thermostat die Lage
der Heizquelle gegenüber den zu beheizenden Apparatteilen verändert.
-
In Abb.2 ist eine Ausführungsform gezeigt, bei der der Thermostat
den Weg der Heizgase verändert, indem er verschiedene
Abzugskanäle
für die Heizgase öffnet bzw. schließt: In Abb.3 ist eine andere Ausführungsform
dieser Steuerung gezeigt: Abb. q. zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem sowohl
bei Temperatursenkungen als bei Temperatursteigerungen der Weg der Heizgase derart
verändert wird, daß keine Beheizung des Kochers eintritt.
-
Um die Abb. i bis 3 zu entlasten, sind nur die für die Steuerung der
Beheizung wesentlichen Teile der Anlage gezeigt. Hierfür überflüssige Leitungen
und Apparatteile sind in der Darstellung fortgelassen.
-
In der Abb. z bezeichnet io die Isolation eines Kühlschrankes, der
mit einem Absorptionskälteapparat versehen ist, der beispielsweise reit Wasser.
als Absorptionsmittel, Ammoniak als Kältemittel und Wasserstoff als druckausgleichendem
Gas arbeitet. Die beiden waagerecht angeordneten Teile i i und 12 des Kochers, dessen
Leitungssystem zur Vereinfachung der Zeichnung nicht dargestellt ist; sind von einer
Isolationsschicht 13 umgeben und von einem Heizkanal 14 durchzogen. Auf das
rechte Ende dieses Heizkanals ist ein im .wesentlichen senkrecht verlaufender Schornstein
15 aufgesetzt, der die aus dem Heizrohr 14 kommenden Heizgase außerhalb der Schrankisolation,
gegebenenfalls durch einen Luftschacht, der verschiedene Apparatteile aufnimmt und
von der äußeren Schrankumhüllung umschlossen wird, abführt.
-
An einem festen Schrank- oder Apparatteil 16 ist in Bügeln
17 o. dgl. ein zweckmäßig kugelförmiges Gefäß derart gelagert, daß es frei
mittels zweier Zapfen zg o. dgl. in entsprechenden Lagern 2o der Bügel 1 7
schwingen
kann. Das Gefäß 18- enthält flüssigen Brennstoff; beispielsweise Benzin, Spiritus
oder Petroleum, und ist in üblicher Weise mit einem Brenner ?i versehen. Dieser
Brenner kann mit verstellbaren Luftzufuhrlöchern 22 versehen sein und seinen Brennstoff
aus dem Behälter beispielsweise über einen Docht 23 erhalten. Doch können Brenner
mit und ohne Docht und mit und ohne vorherige Vergasung des flüssigen Brennstoffes
verwendet werden. Der Brenner ist derart ausgebildet und angeordnet, daß seine Flamme
während des normalen Betriebes -in den Heizkanal 1q. hineinschlägt. Am Gefäß 18
ist ar: geeigneter Stelle ein Arm 2q. angebracht, der über eine beliebige Übertragungsvorrichtung,
z. B: ein Hebelgestänge 25, 26, eine Kulissenführung o. dgl., mit der Druckkammer
27 eines Thermostaten bekannter Bauart in Verbindung steht. Von dieser Druckkammer
27 aus führt eine Druckleitung 28 in das Innere des Kühlschrankes zum nicht dargestellten
Fühlkörper j des Thermostaten, der zweckmäßig sowohl auf die Temperatur der Schrankluft
als auch auf die Temperatur des Verdampfers des Apparates oder des ihn umgebenden
Kühlkörpers oder Soolebehälters steuert und Wasser als Arbeitsmittel enthält, das
durch seine Ausdehnung beim teilweisen Übergang vom flüssigen zum festen Aggregatzustand
Impulse auf die Druckkammer 27 überträgt. Die sich durch die Schwankungen der gei
nannten Temperaturen ergebenden Druckänderungen in der Druckkammer 27 werden auf
einen in der Kammer enthaltenen Balgen 32 o. dgl. übertragen. Beim Zusammenpressen
des Balgen durch sich erhöhenden Druck des Arbeitsmittels im Fühlkörper drückt der
Balgen einen gegen seine Wandung liegenden Kolben 29 mit zugehöriger Kolbenstange
gegen den Druck einer Feder 3o aus der Druckkammer hinaus nach unten und betätigt
so das Hebelgestänge 26, 25, das dabei um seinen festen Drehpunkt 31 schwingt. Die
Schwingung dieses Gestänges, das mit seinem anderen Ende am Arm 24 der Heizvorrichtung
fest ist, bringt daher auch dass Gefäß 18 zum Schwingen, und hierdurch wird der
in der Normallage vor- dem Heizkanal 14 stehende Brenner :2i der Heizvorrichtung
vom Heizkanal entfernt, so daß seine Flamme nicht mehr in den Heizkanal 14 schlagen
und den Kocher des Apparates beheizen kann.
-
Die Kugelform des Gefäßes 18 ist in diesem Fall besonders zweckmäßig,
da sie eine Schwenkung der Heizanlage erleichtert. Falls erforderlich; kann das
Gewicht des Brenners 2i auch durch Gewichte o. dgl. derart ausbalanciert werden,
daß eine verhältnismäßig geringe Kraft zur Verschwenkung genügt. Die Erfindung ist
jedoch nicht auf die kugelförmige Ausbildung des Brennstoffgefäßes und sein Verschwenken
beschränkt. Die Veränderung der Lage des Brenners gegenüber den zu beheizenden Apparatteilen
kann vielmehr auch in jeder anderen Weise durch den Thermostaten erfolgen.
-
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist ohne weiteres aus der Abbildung
ersichtlich. In der normalen Betriebslage steht der Brenner , vor dem Heizkanal
14 und beheizt den Kocher. Sinkt die Temperatur im Schrank oder am Verdampfer, so
erhöht sich der Druck in der Druckkammer 27, der Kolben 2g mit seiner Stange wird
abwärts gedrückt, , der Hebe126 abwärts geschwenkt, und so der Brenner in die gestrichelt
dargestellte Lage überführt, in der er den Kocher nicht mehr beheizen kann. Steigt
darauf nun die Temperatur im Schrank oder am Verdamp- , fer, so sinkt der Druck
in der Druckkammer 27, und die Feder 3o zieht nun alle Teile in
die
entsprechende Normallage zurück, in der die Heizgase wieder durch den Heizkanal
14 ziehen und den Kocher beheizen.
-
Zweckmäßig ist es, an einem festen Teil des Apparates oder des Schrankes
einen Schutzschirm 32 o. dgl. anzubringen, der vorteilhaft aus unverbrennlichem
Material, z. B. aus Asbest oder auch aus einem die Wärme gut fortleitenden Werkstoff,
bestehen kann, derart anzubringen, daß der auch nach der Steuerung durch den Thermostaten
unvermindert weiterbrennende Brenner seine Flamme gegen diesen Schutzschirm richtet,
so daß unerwünschte Erwärmung anderer Teile in der abgekippten Brennerlage verhindert
wird. In dieser Brennerstellung können die Heizgase statt dessen auch durch einen
zweiten Schornstein o. dgl. abgeführt werden.
-
Der gleiche Erfolg, wie im vorstehenden beschrieben, kann gemäß der
Erfindung auch dadurch erreicht werden, däß man, statt das Gefäß 18 kippbar zu machen,
den Schutzschirm 32, der in diesem Fall zweckmäßig die Form einer Kappe erhält,
schwenkbar macht und sie dann durch den Thermostaten steuert. In diesem Falle wird
also durch den Thermostaten die Flamme des Brenners gegenüber dem Heizkanal oder
dem zu beheizenden Kocher abgedeckt und wieder freigegeben.
-
In der Abb.2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Bei ihm erfolgt die Steuerung der Beheizung dadurch, daß den Heizgasen durch den
Thermostaten verschiedene Abzugswege geöffnet werden. Gleiche Bezugszeichen haben
die gleiche Bedeutung wie in Abb. i. Auch hier ist der Kocher 35 des Apparates,
der als eine einzige Kammer ausgebildet sein kann und dessen Verbindungsleitungen
gleichfalls der Einfachheit wegen fortgelassen sind, vom Heizkanal 1.4 durchzogen,
dessen rechtes Ende sich wieder in den Schornstein 15 fortsetzt. Das linke Ende
des Heizkanals 14. ist mit einem senkrechten Stutzen 36 versehen, der gleichfalls
als Schornstein wirken kann. Der obere Teil dieses Stutzens 36 ist als ein Ventilsitz
37 ausgebildet, auf den sich eine Ventilklappe, ein Ventilkegel 38 o. dgl. legen
kann. Der Ventilkegel 38 wird wieder über ein Hebelgestänge, Kulissenführung o.
dgl. 25, 26 von der Druckkammer 27 des Thermostaten gesteuert, der die gleiche Ausführung
wie der in Abb. i haben kann.
-
Die Anlage arbeitet wie folgt: Ist die zu steuernde Temperatur im
Schrank oder amVerdampfer so tief gefallen, daß sich mehr Eis im Thermostatfühlkörper
bildet, so drückt der in der Leitung 28 dadurch auftretende Überdruck den Kolben
29 mit seiner Stange nach außen; der Hebel 26
wird dadurch angehoben, und
der Ventilkegel 38 lüftet sich von seinem Sitz. Hierdurch wird der Flamme des Brenners
39, der beispielsweise ein beliebiger Petroleumbrenner sein kann, ein neuer Weg
durch den Schornsteinstutzen 36 am Ventil 38 vorbei eröffnet, so daß die Flamme
nunmehr diesen Weg nimmt und nicht mehr, wie bei geschlossenem Ventil
38, durch den Heizkanal 14 und den Schornstein 15 zieht. Das öffnen des Ventils
38 unterbricht also die Beheizung des Kochers. Stellt die darauf steigende Temperatur
des Verdampfers oder der Schrankluft den Thermostaten wieder ab, so drückt die Feder
3o das Ventil 38 auf seinen Sitz zurück, und die Flamme des Brenners ist wieder
gezwungen, durch den Heizkanal 14. und den Schornstein 15 zu ziehen und den Kocher
zu beheizen.
-
Statt der Ventilausbildung kann die vom Thermostaten gesteuerte Vorrichtung
natürlich auch aus jeder anderen künstlichen oder natürlichen Ventilationsvorrichtung
oder z. B. aus einer Klappe o. dgl. bestehen, die in einem besonderen Schornstein
des kurzen dargestellten Stutzens angeordnet ist. Dies ist in Abb. 3 genauer dargestellt.
-
Der Heizkanal 1q. hat in der Abb. 3 einen Nebenschluß 4.o, 4.1 erhalten.
Das Rohr 4.o ist mit einer Klappe 4:2 versehen, die sich wahlweise vor den oberen
Teil des Rohres .I0 oder vor die Mündung des Rohres 1,4 legen kann. Diese Klappe
wird über ein beliebiges Hebelgestänge o. dgl. :I3 wieder vorn nicht dargestellten
Thermostaten gesteuert. Bei Abschluß des Rohres 4.o müssen dieHeizgase des nicht
dargestellten Brenners durch das Heizrohr 1d. streichen und dabei den Kocher beheizen.
Stellt aber der Thermostat die Klappe .1o in die gestrichelt dargestellte Lage um,
so ist dieser Weg für die Heizgase verschlossen, und diese gehen nun durch den im
Nebenanschluß liegenden Weg 40, 41 zum Schornstein 15 und weiter.
-
Bei Apparaten der oben beschriebenen Art, die mit Luftkühlung arbeiten,
oder solchen, die Kühlwasserkühlung haben, aber mit so großen Strahlflächen versehen
sind, daß eine Überhitzung der Anlage bei ausbleibendem Kühlwasser nicht eintreten
kann, ist eine weitere Sicherung des Apparates im allgemeinen nicht nötig. Bei gewöhnlichen
Anlagen muß jedoch noch eine Sicherung vor- i gesehen werden, die verhindert, daß
der Ölbrenner o. dgl. die Anlage beheizt, wenn das Kühlwasser ausbleibt.
-
Diese Sicherung kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß die Thermostatleitung
i außer mit dem oben beschriebenen, auf Temperatursenkung arbeitenden Fühlkörper
noch
mit einem zweiten F'ühlkörper versehen ist, der auf Temperatursteigerungen
arbeitet, indem sich z. B. das in ihm enthaltene Mittel bei übermäßiger Erwärmung
des von ihm gefühlten Apparatteiles in Gas verwandelt und dadurch einen Druck erzeugt,
der sich auf die Druckkammer des Thermostaten überträgt und somit in der oben beschriebenen
Weise die Beheizung des Apparates verhindert. Es ist jedoch nicht erforderlich,
daß die Thermostatanlage eine Mehrzahl von Fühlkörpern aufweist: Der gleiche Erfolg
kann vielmehr auch dadurch erreicht werden, daß ein Teil der vom Fühlkörper zur
Druckdose führenden Druckleitung mit einem (zweckmäßig wärmeabgebenden) Apparatteil,
z. B. mit dem Abscheider der Absorptionsmitteldämpfe, in wärmeleitende Verbindung
gebracht wird. Auch dann entwickelt sich durch die beim Ausbleiben des Kühlwassers
oder auch aus anderen Gründen auftretende Erhitzung des betreffenden Apparatteiles
in der ihn berührenden Druckleitung und damit auch in der Druckdose des Thermostaten
der zum Abstellen der Beheizung des Apparates erforderliche Druck.
-
Der in einem besonderen Flüssigkeit enthaltenden Gefäß, das mit einem
(zweckmäßig kühlwassergekühlten) Apparatteil in wärmeleitender Verbindung steht,
bei Ausbleiben der Wasserkühlung auftretende Druck kann ferner dazu benutzt werden,
die zur Bewegung des Brenners oder der Klappen, Ventile o. dgl. erforderliche Kraft
des Thermostaten zu verstärken oder die erforderliche Verstellbarkeit ganz zu leisten.
In diesem Falle wird beispielsweise der Abscheider für die Absorptionsmitteldämpfe
oder der kühlwassergekühlte Kondensator oder ein sonstiger Apparatteil mit einem
Flüssigkeit enthaltenden Gefäß in wärmeleitende Verbindung gebracht, z. B. damit
ummantelt: Dies Gefäß wirkt dann als auf Temperatursteigerung fühlender Thermostat
entsprechend der oben beschriebenen Vorrichtung, jedoch in umgekehrtem Sinne. Bleibt
das Kühlwasser aus, während der Brenner brennt, so entwickelt sich in dem erwähnten
Gefäß der auftretendenTemperatursteigerung wegen ein Überdruck, da sich die in ihm
enthaltene Flüssigkeit in Dampf verwandelt; und der entstehende Druck wird dazu
benutzt, den Brenner von den beheizten Apparatteilen zu entfernen, z. B. fortzuschieben,
zu verschwenken oder Klappen; Ventile o. dgl. in verschiedenen Abgaswegen, wie oben
,erwähnt, zu steuern, so daß keine schädliche Überhitzung der Anlage auftreten kann.
-
Diese Verstellung des Brenners oder der Klappen usw. durch den bei
Temperatursteigerungen auftretenden Druck kann z. B. gegen Federkräfte erfolgen,
die, sobald das Kühlwasser wieder läuft; die Temperatursteigerung also aufhört und
der Druck wieder sinkt, den Brenner in die Stellung zurücksteuern, in der er die
Anlage wieder beheizt. Doch kann die Anlage auch so ausgeführt werden, daß der Brenner
in der Stellung, in der er den Apparat nicht beheizt, ein weiteres Flüssigkeit enthaltendes
Gefäß oder eine ähnlicheThermostateinrichtung erwärmt, in der er einen Drück erzeugt,
der bei Wiedereintreten des Kühlwasserflusses die Zurückführung des Brenners usw:
in die Heizstellung des Apparates 'veranlaßt.
-
In der Abb. ¢ ist eine Anlage dargestellt, in der der Brenner in Abhängigkeit
sowohl von der Temperatur im Schrank als auch von dem Fluß des Kühlwassers gesteuert
wird, und zwar ist als Ausführungsbeispiel ein mit druckausgleichendem Gas arbeitenderAbsorptionskälteapparat
an sich bekannter Art gezeigt.
-
In dieser Abbildung bezeichnet 45 den mit einem Schornstein 46 versehenen
Kocher; der beispielsweise eine Wasserammoniaklösung enthält. Die bei seiner Beheizung
ausgetriebenen Gase ziehen durch eine Leitung 47 zu einem Abscheider 48, in dem
die mitgerissenen Dämpfe der Absorptionslösung abgeschieden werden, die verflüssigt
durch Leitung 47 zum Köcher zurücklaufen. Die gereinigten Kältemitteldämpfe treten
darauf zum Kondensator 49, wo sie mittels des Kühlwassers in der Leitung
50 verflüssigt werden. Das verflüssigte Kältemittel läuft darauf in einen
U-förmigen Behälter 51,
dessen einer Schenkel mit dem Abscheider 48 in wärmeleitender
Verbindung steht und dessen anderer Schenkel ein Entlüftungsrohr 52 für das druckausgleichende
Hilfsgas des Apparates, z. B. Wasserstoff, hat. Das Kondensat tritt dann wieder
durch eine im Innern des Gastemperaturwechslers 53 verlaufende Leitung 54 zum Verdampfer
56 des Apparates, der innerhalb einer in der Abbildung angedeuteten Schrankisolation
ro gelegen ist. Der Verdampfer ist in seinem Innern mit Überlauflatten 57, über
die das flüssige Kältemittel hinabtröpft, und außen mit einem zweckmäßig aus Aluminium
bestehenden Kühlkörper 58 bekannter Bauart zur Verbesserung des Wärmeübergangs versehen.
Der Kühlkörper kann mit Räumen zur Aufnahme von Kästchen zur Eiserzeugung und Kühlrippen
versehen oder auch entsprechend unterteilt ausgeführt sein. An einer Schelle 59
0. dgl. ist verschiebbar am Kühlkörper der Fühlkörper 6o des Thermostaten derart
angebracht, daß er mit ver- i schieden großen Flächen den Kühlkörper berühren kann.
In
Gegenwart des durch Leitung 61 aus dem Gasttemperaturwechsler 53 kommenden Hilfsgases
verdampft das flüssige Kältemittel im Verdampfer, wobei Kälte erzeugt wird. Das
sich bildende Gasgemisch sinkt durch Stutzen 62, Wechsler 53 und Stutzen 63 zum
Absorber 6q., in dem das Kältemittel in bekannter Weise durch über die Platten 65
herabrieselnde arme Absorptionslösung aus dem Gemisch ausgewaschen wird, während
das gereinigte Hilfsgas durch Leitung 66, Wechsler 53 und Leitung 61 zum Verdampfer
zurückkehrt. Die sich am Boden des von der Kühlwasserleitung 5o umgebenen Absorbers
sammelnde reiche Absorptionslösung wird durch eine Leitung 67 und den Flüssigkeitstemperaturwechsler
68 zum Pumpraum 69
des Kochers geführt, von wo sie mittels des Steigrohres
70 zum eigentlichen Kocher 45 gefördert wird und von dem sie nach Entgasung
als arme Lösung durch Leitung 71, Wechsler 68 und Steigleitung 72, die mit der Kühlwasserleitung
5o in wärmeleitender Verbindung steht, zum Absorber zurückfließt.
-
Der am Verdampfer oder dessen Kühlkörper 58 angebrachte Thermostatfühlkörper
6o ist über eine Druckleitung 73 mit einer Druckkammer 74 in der Kühlwasserleitung
verbunden. Fühlkörper, Druckleitung und Druckkammer sind zweckmäßig mit Wasser gefüllt,
dessen Ausdehnung beim teilweisen Gefrieren dazu benutzt wird, Impulse auf die Druckkammer
zu übertragen. Um etwaiges Sprengen der Teile zu verhüten, in denen sich Eis bilden
kann, bestehen Fühlkörper und Druckleitung aus Stahlrohren o. dgl., die zweckmäßig
einen Druck von 2 'z5 Atm. aushalten können. Um ihr Verrosten zu verhüten, sind
diese Stahlteile ferner mit einer Schutzhülle, zweckmäßig aus Metall, z. B. einem
Aluminiummantel, umgeben, der in beliebiger Weise beispielsweise durch, Spritzguß
auf den Stahlteilen aufgebracht werden kann. Während des normalen Betriebes ist
ein Teil des Inhalts des Fühlkörpers 6o, und zwar der obere Teil, der in wärmeleitender
Verbindung mit dem Kühlkörper steht, zu Eis gefroren. Im unteren Teil des Fühlkörpers,
der von der Schrankluft umspült wird, ist jedoch normalerweise der Inhalt in flüssiger
Form, da die Schrankluft über dem Gefrierpunkt gehalten werden soll. Sinkt jedoch
die Temperatur des Kühlkörpers stark oder kühlt sich die Raumluft unter den gewünschten
Betrag ab, so bildet sich mehr Eis im Fühlkörper. Da beim Übergang von Wasser zu
Eis eine Volumenvergrößerung entsteht, bildet sich hierbei ein Druck im geschlossenen
System, der sich über Leitung 73 auf .die Druckkammer 7q. überträgt. In dieser Druckkammer
ist ein Balg 75 enthalten, der durch eine Feder 76 gegen den Druck des Thermostaten
belastet ist. Im Innern des Balges ist ein beispielsweise aus Gummi, Leder o. dgl.
bestehender Pfropfen 77 angeordnet, der durch eine Feder 78 gegen das Mundstück
79 der Kühlwasserleitung, die zum Beispiel an die Hauswasserleitung angeschlossen
ist, gedrückt werden kann. Vor dem Mundstück der Kühlwasserleitung liegt ein Absperrhahn
8o.
-
In normaler Lage ist der Pfropfen 77 von der Mündung der Kühlwasserleitung
79 frei, so daß bei geöffnetem Ventil 8o das Kühlwasser in den Vorraum 81
eines Reduzierventils 82 treten kann. Dies Reduzierventil besteht, wie üblich, aus
einer mittels einer schraubbaren Kappe 83 verschieden belastbaren Feder 8q., die
eine oder mehrere Membranen 85 derart steuert, daß ein an der Membran fester Bügel
86 mittels eines Verschlußpfropfens 87 die Ausflußöffnung 88 des Reduzierventils
steuert. Zweckmäßig werden in diesem Ventil zwei Membranen verwendet, um beim Bruch
der einen den Austritt von Wasser in den Raum zu verhindern. Zur Entlastung der
Abbildung ist jedoch nur eine Membran dargestellt. Das durch das Reduzierventil
82 getretene Wasser tritt nun gegebenenfalls noch durch eine Drosselvorrichtung
8g in die zum Absorber und dann zum Kondensator des Apparates führende Kühlwasserleitung
5o und ferner durch eine Abzweigung go zu einer weiteren Druckdose gr. Diese Druckdose
enthält eine oder mehrere Membranen 92, die beispielsweise aus Gummi o. dgl. bestehen.
Gegen diese Membran 92 legt sich ein Stempel 93, der unten mit einer Druckplatte
9q. und oben mit einer Platte 95 versehen ist. Diese Platte 95 legt sich gegen eine
weitere Platte 96, die um einen am Apparat oder am Schrank festen Punkt 97 drehbar
ist. Die Platte 96 trägt den Brennstoffbehälter 98 eines Petroleum-, Spiritus-oder
Benzinbrenners 99, der den Kocher 45 des Apparates beheizt.
-
Wie aus der Abbildung ersichtlich, kann der Apparat von dem Brenner
nur dann beheizt werden, wenn der zum Kühlen der wärmeabgebenden Apparatteile erforderliche
Kühlwasserdruck in der Leitung vorhanden ist. Setzt nämlich aus irgendwelchen Gründen
der Kühlwasserdruck in der Hauptleitung aus, so fällt der Druck auch hinter dem
Reduzierventil82 auf eine Größe, in der der Stempel 93 nicht mehr durch den
Druck in der Leitung go so stark nach oben gepreßt wird, daß er den Brennstoffbehälter
98 in der Heizstellung erhalten kann. Das Gewicht des Behälters 98 und des Brenners
9g drücken j vielmehr den Stempel gegen den gefallenen Druck des Wassers in die
Druckdose 9r hinein.
Der Brennstoffbehälter schwenkt daher durch
sein Eigengewicht um den Drehpunkt 97 nach unten, und der Brenner 99 wird so weit
vom Kocher abgekippt, daß seine Flamme nicht mehr durch den Schornstein 4.6 schlägt
und den Kocher weiterbeheizen kann. Bei wiedereintretendem Kühlwasserdruck erhält
die Leitung 9o auch wieder Drück; dieser preßt den Stempel 93 wieder nach
oben, der Brennstoffbehälter 98 wird in seine obere Lage und damit auch der Brenner
99 unter den Kocher in die Heizstellung zurückgeführt.
-
Die Anlage arbeitet also unter Kontrolle des Kühlwasserzuflusses.
Sie arbeitet aber gleichzeitig unter Kontrolle der Temperatur im Schrank und am
Verdampfer 56. Denn sobald im Fühlkörper 6o wegen Fallens der genannten Temperaturen
mehr Wasser als normal zu Eis gefriert, schließt der in der Leitung 73 auftretende
Druck die Mündung 79 der Kühlwasserleitung, so daß das Kühlwasser nicht mehr
an das Redüzierventil 82 treten kann. Auch hierdurch .wird der Druck in der Leitung
go fortgenommen und die oben geschilderte Bewegung des Brenners 99 herbeigeführt.
Nach Abschluß der Mündung 79 noch weiter in der Leitung 73 ansteigender Druck wird
durch die Innenfeder 78 der Druckdose 74 aufgenommen. Steigen wegen der nun aufhörenden
Kälteerzeugung die genannten Temperaturen wieder, so schmilzt das neugebildete Eis
im Fühlkörper wieder, die Mündung 79 der Kühlwasserleitung wird freigegeben, der
Druck in der Leitung 9o wiederhergestellt und der Brenner schwenkt zurück.
-
Will man die Anlage ferner noch gegen etwaige Überhitzung trotz des
laufenden Kühlwassers sichern, so kann man, wie schon erwähnt, die Leitung 73 noch
in wärmeleitende Verbindung mit einem weiteren Apparatteil bringen, der bei etwa
eintretender Überhitzung diejenigen Wasserteilchen in der Leitung 73, mit denen
er in Verbindung steht, in Dampf verwandelt und so einen Druck erzeugt, der wieder
das Reduzierventil 82 und damit den Brenner abstellt.
-
Die in der Abb: q. dargestellte Ausführungsform ist nicht auf die
dargestellte Kippung des gegebenenfalls ,ausbalancierten Brennstoffbehälters 98
beschränkt, vielmehr kann die Regelung des Heizgases durch die Druckdose 9i in beliebiger
Art erfolgen.