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Bandage zur Stützung des Fußgewölbes Die -Erfindung betrifft eine
Bandage zur Stützung des Fußgewölbes zur Verhinderung des Plattfußes und zur Wiederherstellung
der normalen Fußform und besteht darin, daß ein zweckmäßig unelastischer Zuggurt
längs und unterhalb der Fußsohle geführt wird und mit seinem anderen Ende an einer
den vorderen Fußteil umfassenden Schlinge und mit seinem rückwärtigen, um !die Ferse
nach oben geführten Ende an einer Glas Bein oberhalb des Fußgelenkes umfassenden
Schlinge angreift, so daß beim Biegen des Knöchelgelenkes währenddes Gehens der
Zuggurt gespannt wird und so eine Verkürzung des Spannes bewirkt und damit eine
Senkung des Fußgewölbes zu verhindern strebt. Die zur Umfassung des Beines dienende
Schlinge besteht aus einem elastischen Band, welches oberhalb des Knöchelgelenkes
und im wesentlichen parallel und nahe der Querschenkel-Muskelsehne verläuft, Die
zur Umfassung des vorderen Fußteiles dienende Schlinge besteht auch aus einem elastischen
Band, welches um die Mittelfußknochen herumführt und so auf die Quersehnen und Muskeln
des Fußes kräftigend einwirkt, wenn, beim Gehen auf die letzteren durch den Zuggurt
eine Zugspannung ausgeübt wird. Der Zuggurt wird noch durch ein nachgiebiges Band
gehalten, das den Spann des Fußes umfaßt und im wesentlichen parallel und nahe dem
Kre.uzschenkelmttskel verläuft, so daß es eine Verschiebung der Gelenkknochen des
Fußgewölbes zu verhindern strebt.
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Auf den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der neuen Bandage dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i ,die äußere Seitenansicht eines Fußes mit angelegter Bandage,
Abb. a eine innere Seitenansicht, Abb.3 die Bandage in geöffnetem Zustande, Abb.
q. eine schematische Darstellung des menschlichen Fußes mit den Hauptmuskeln, Sehnen
und Bändern in ihrer normalen Lage und in gestrichelten Linien die neue Bandage
und Abb. 5 eine schematische Ansicht des Fußskeletts, bei welchem besonders der
Mittelfußknochen ersichtlich ist, mit gestrichelt angezeichneter Bandage.
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Die Erfindung betrifft eine Bandage zur Stützung des Fußgewölbes,
welche dann in Wirksamkeit tritt, wenn das Gewicht des Körpers auf dem Fuß lastet,
und welche in sämtlichen Hauptrichtungen wie die normalen Muskeln, Sehnen und Bänder
des Fußes wirkt und diese zunächst in ihrer Leistung zur Wiederherstellung und zur
Zurückführung der verschobenen Fußknochen unterstützt, indem sie jene Organe von
abnormalen Kräften entlastet und so die natürlichen Vorgänge zur Wiederherstellung
@ jener Organe unterstützt.
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Zur Erläuterung der Bauart und der besonderen Wirksamkeit der neuen
Bandage sollen zunächst die Hauptteile des menschlichen Fußes, welche von der Bandage
beeinflußt werden, an Hand der Abbildungen beschrieben werden.
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Die Struktur des Fußskeletts ist im allgemeinen von dreieckiger oder
pyramidaler Form. Die Basis des Dreiecks bildet die Fußsohle, während die Schenkel
nach oben von .der Basis aus konvergieren bis zum
höchsten Punkt
des Skelettgewölbes. Die Schenkel des Dreiecks oder der Pyramide ruhen auf der Fußsohle,
im wesentlichen in drei Punkten, unter Bildung einer Dreipunktstütze. Die Hauptgewölbe
des Fußes bilden die vorderen Hinterbogen, welche geteilt werden können, nämlich
in einen medialen und einen lateralen Teil. Der mediale Bogen wird durch das Fersenbein
i (calcaneus), das Sprungbein 2 (talus), das Schiffbein 3 (navicular), die drei
Keilbeine 4 (cuneiformes) gebildet sowie durch den ersten, zweiten und dritten Mittelfußknochen
5 (metatarsal), welche an ihren vorderen Enden mit der ersten Reihe der Zehenknochen
6 gelenkig verbunden sind.
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Die Hauptstützen für die Knochenpyramide des Fußgewölbes umfassen
die Fußsohlenbänder und -muskeln, deren stärkste, die Plantarsehne 7, in Abb. 5
dargestellt ist. Diese Sehnen und ihre Muskeln verbinden die Vorderteilfußknochen
mit dein Ferienbein (calcaneus).
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Die Bewegung des Fußes, welche -durch zahlreiche Sehnen und Muskeln
beim Gehen hervorgerufen wird, entsteht zum größten Teil durch die Wirkung der Achillessehne
8 und des Beinmuskels, an welchem diese Sehne befestigt ist.
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Die Fußknochen werden in ihrer richtigen gegenseitigen Lage quer zum
Fuß durch zahlreiche Muskeln, Sehnen und Flechsen zusammengehalten, unter welchen
einige der wichtigsten die Quersehnen 9 sind, die die einzelnen. Metatarsalknochen
verbinden, das Kreuzschenkelmuskelband io, welches in der Hauptsache eine Y-Form
aufweist und sich quer über den Fuß vor dem Knöchelgelenk erstreckt, und schließlich
das Querschenkelinuskelband i i, welches sich oberhalb des Knöchelgelenks quer erstreckt
und die oberen Fußbänder nach abwärts bindet.
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Die in den Abbildungen dargestellten. Ausführungsformen .der Erfindung
zeigen einen Zuggurt 12, welcher vorzugsweise aus einem verhältnismäßig breiten
Band von unelastischem Fasermaterial besteht, sich in der Längsrichtung des Fußes
erstreckt, unterhalb der Fußsohle'angebracht wird und sich bis unter die Ferse und
nach aufwärts um dieselbe legt. Er ist an seinem hinteren Ende mit einem Querband
versehen, welches als Knöchelband bezeichnet werden kann und vorzugsweise unelastische
Abschnitte 13 enthält, die starr mit dem Zugstück verbunden sind und nach vorn divergieren,
sowie aus einem elastischen Teil 14, welcher das Benn oberhalb der Knöchel umfaßt.
Der Zuggurt 12 ist an seinem Vorderende mit einem biegsamen Band verbunden, welches
den Vorderteil des Fußes an der Stelle der Mittelfußknochen umfaßt. Dieses Band
wird aus den Abschnitten 15 und 16 gebildet, welche an .dem Zuggurt befestigt sind
und lösbare Hilfsmittel zur Verbindung ihrer Enden tragen. Letztere bestehen, wie
:die Abbildung erkennen läßt, aus einem verhältnismäßig schmalen Band oder Streifen
17, an welchem ein Haken 18 befestigt ist, der in eine entsprechende Öse i9 des
Teils 15 eingreifen kann. Ein oder beide Teile des Bandes, welche den Vorderteil
des Fußes umfassen, sind mit einem elastischen Teil 2o ausgestattet (Abt. 3).
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Die neue Bandage umfaßt ferner ein Querband, welches mit dem Zuggurt
12 unterhalb des Fußgewölbes verbunden ist und den Spann umgibt. Wie aus der Abbildung
ersichtlich, besteht dieses Band aus einem elastischen Teil22, welcher in der Mitte
der Längsrichtung des Zuggurtes an diesem befestigt ist, und den unelastischen Teilen
23 und 24, welche mit .den entsprechenden Enden des elastischen Teils 22 verbunden
sind.
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*Um die Enden dieser Teile miteinander zu verbinden, können geeignete
Hilfsmittel vorgesehen sein, wie z. B. ein vergleichsweise schmaler Streifen 25,
welcher an dem Teil 23 befestigt und einen einstellbaren Haken 26 trägt, der in
einer entsprechenden Öse 27 auf dem unelastischen Teil 24 eingreifen kann. Ferner
ist ein unelastisches- Band.- 28 mit seinen Enden an den Abschnitten 23 und 24 dieses
Medianbandes derart verbunden, .daß es beim Anlegen. an den Fuß im wesentlichen
in waagerechter Richtung um den Fersenteil des Fußes verläuft und mit dem Zuggurt
12 auf der Rückseite der Ferse verbunden ist.
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Beim Anlegen der Bandage wird zunächst das Knöchelband um das Bein
oberhalb des Knöchelgelenkes gelegt. Sodann wird der Zuggurt um die Ferse und längs
der Fußsohle angelegt und das vordere Band fest, jedoch nicht zu eng, um den vorderen
Teil des Fußes gelegt, welcher die Mittelfußknochen umfaßt. Das Medianband wird
dann ebenfalls fest, aber nicht zu eng, angeschnallt, und zwar um den Spannteil
des Fußes. Die auf diese beiden Bänder ausgeübte Spannung ist zweckmäßig nicht so
groß, daß der Fuß zusammengepreßt wird oder daß die freie Blutzirkulation durch
die Arterien und Venen beeinträchtigt wird, sowohl beim belasteten als unbelasteten
Fuß. Wenn jedoch das Bein während des Gehens nach vorwärts gebogen wird, zieht die
Vorwärtsbewegung des Beines oberhalb des Knöchelgelenkes das Knöchelband nach vorwärts
und übt sogar auf den Zuggurt 12 einen Zug aus. Hierbei werden zahlreiche Wirkungen
hervorgerufen, wenn das Körpergewicht auf den Vorderteil der Sohle verlegt wird.
Zunächst wird der Zuggurt dicht an
die Sohle angepreßt und wirkt
in der Richtung der Längssehnen und -muskeln des Fußes, indem auf den vorderen und
Fersenteil des Fußes in geradliniger Verlängerung mit dem waagerechten Schenkel
des Gewölbedreiecks Kräfte ausgeübt werden, derart, daß der Senkung des Gewölbes.
Widerstand geleistet wird. Zweitens bewirkt die Zugbeanspruchung des Zugstückes
eine Drehung des hinteren Endes des Fersenbeines nach vorwärts, um,die Gelenke zwischen
ihm und dem würfelförmigen Sprungbein sowie dem Schiffbein des höchsten Punktes
im Fußgewölbe derart, daß die medialen und lateralen Fußbögen verkürzt werden oder
sich zu verkürzen suchen. Die Ursache hierfür ist in der Tatsache zu suchen, daß
das hintere Ende des Sprungbeines im wesentlichen eine gekrümmte Form aufweist,
wobei die Radien des Bogens ihren Mittelpunkt im Scheitel des Gewölbes haben, so
daß die durch das Zugstück längs des gekrümmten Fersenteiles ausgeübten Kräfte eine
Resultierende erzeugen, welche einen im wesentlichen waagerechten Druck auf den
vorderen Fußteil ausübt, während das vordere Band, welches jenen Teil des Fußes
umspannt, der die Mittelfußknochen enthält, gleichzeitig durch den Zug nach rückwärts
gezogen wird.
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Die so durch das Knöchelband auf den Zuggurt ausgeübten Kräfte suchen
ferner die Bandage nach rückwärts zu ziehen und üben so einen Zug auf das vordere
Band aus, wodurch die Wirkung der Quersehnen und -muskeln des Vorderfußes unterstützt
und eine Querverschiebung der Knochen. und Muskeln verhindert wird. Das Medianband,
welches über den Spann gelegt wird, verläuft im wesentlichen parallel zum Kreuzschenkelmuskelband
und unterstützt ebenfalls die Wirkung desselben und anderer Quersehnen, wodurch
eine seitliche Verschiebung der Knochen des Fußgewölbes vermieden wird. Das Knöchelband,
welches parallel zur Querschenkel-Muskelsehne verläuft, unterstützt ebenfalls die
Wirkung der letzteren.
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Die neue Bandage wirkt also während der Fußbewegung beim Gehen, indem
sie die Längs- und Quersehnenmuskeln und Bänder des Fußes verstärkt und einem Niederdrücken
des Fußgewölbes widersteht sowie die Fußknochen in ihrer normalen Lage erhält und
auch unzulässige Beanspruchung der Muskeln und Sehnen des Fußes verhütet.
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Die Bandage hat jedoch noch eine andere Wirkung, nämlich, indem sie
eine Verkürzung der Fußgewölbe anstrebt und die Verlagerung der Fußknochen rückgängig
zu machen sucht. Die Beanspruchung der Sehnen, Flechsen und Muskeln des Fußes wird
auf diese Weise verringert, so daß die natürliche Erneuerung der Zellen frei erfolgen
kann. und die Sehnen, Muskeln und Bänder in verhältnismäßig kurzer Zeit in ihrer
ursprünglichen Stärke wiederhergestellt werden.
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Die Anwendung der neuen Bandage hat gezeigt, daß ein Senken des Fußgewölbes
wirksam verhindert werden kann und daß Senkfüße wieder vollständig in ihre normale
Lage in verhältnismäßig kurzer Zeit zurückgeführt werden, so daß die Bandage dann
entbehrlich ist.