-
Vorrichtung zum Reinigen der Rostglieder eines Wanderrostes Die zur
Reinigung der Rostglieder von Wanderrosten verwendeten selbsttätig arbeitenden Vorrichtungen
bestehen in Kratzern zum Abkratzen der anhaftenden Teile und aus Klopfern, die das
Herausfalln der nur lose aufliegenden Schlackenteilchen bewirken sollen. Da infolge
Verwendung verschiedener Kohlensorten und wechselnder Beanspruchung der Kessel die
Wanderroste vielfach sehr unregelmäßig verschlackt sind, so müssen die selbsttätigen
Reinigungsvorrichtungen eine große Anpassungsfähigkeit besitzen.
-
Bei der Erfindung werden die beiden Arbeiten, das Kratzen und das
Klopfen, von einem Werkzeug vorgenommen, das durch eine besondere Steuerung so geführt
wird, daß es eine Stirnseite eines jeden Rostgliedes abkratzt und die Oberseite
beklopft und abkratzt, während es beim Durchgang einer Lücke zweier Rostglieder
sich in Ruhe befindet.
-
In der Zeichnung ist der Rostreiniger nach der Erfindung beispielsweise
veranschaulicht. Es stellen dar Abb. i die Vorderansicht des Rostreinigers, A#bb.
2 eine Seitenansicht desselben, Abb. 3a bis 3c die verschiedenen Arbeitsstellungen
des Klopfers und des Klopferantriebes, Abb..I eine weitere Antriebseinrichtung des
Klopfers in Vorderansicht, Abb. 5 dieselbe in Seitenansicht, Abb.6 die besondere
Form der Klopfschiene.
-
Der Klopfer besteht aus der mit eines' spitz zulaufenden Vorderkante
versehenen Stahlschiene i, welche durch die Arme 2 mit der Welle 3 starr verbunden
ist. Die Welle 3 ist in den Lagern q leicht drehbar gelagert, wobei ein vor den
Lagerzapfen 5 liegender herausziehbarer Bolzen 6 ein leichtes Abnehmen des Klopfers
ermöglicht. In starrer Verbindung mit der Welle 3 steht noch ein Hebelarm 7, an
dessen freiem Ende eine Gleitrolle g sitzt, die von einer Gabel 9 eines doppelarmigen
Hebels io umfaßt wird, der um einen Zapfen i i drehbar ist. Das freie Ende des Hebels
i o ist nach Art eines Daumens 12 ausgebildet, der einem auf der Antriebswelle 13
sitzenden Mitnehmer 14 gegenüberliegt. Ob der Daumen 12 von dem Mitnehmer 1 4. im
Verlauf von dessen Drehung erfaßt wird, hängt von der Stellung des Daumens ab, die
wieder durch die Stellung der Klopfschiene i bestimmt wird. Die Klopfschiene i ruht
in ihrer tiefsten Lage auf der fest angeordneten Halteschiene 15.
-
Die "#"bb.3a bis 3c zeigen verschiedene Stellungen der Klopfschiene
i während des Arbeitsvorganges und die zugehörigen Stellungen des Daumens 12 und
des Mitnehmers 14.
-
Bei der Stellung nach Abb. 3a ist der Rostreiniger in Ruhe, da der
Daumen 12 tief liegt und von dem Mitnehmer 14 nicht erfaßt wird. Die Schlagschiene
i ist in den Zwischenraum
zwischen zwei aufeinanderfolgende Rostgliederreihen
16 gesunken, wobei der Haltearm 2 auf der Anschlagschiene 15 ruht. Das Ende
des Armes 7 mit der Rolle 8 hat seine höchste Lage eingenommen. Hierdurch ist der
Daumen 12 des doppelarmigen Hebels io in seine tiefste Stellung gebracht worden,
und der Mitnehmer 14 dreht :sich an diesem vorbei. ohne ihn zu berühren.
-
Sobald nun das Rostfeld so weit vorgeschritten ist, daß es die Klopfschiene
i berührt, so wird diese von der Stirnfläche der betreffenden Rostglieder hochgedrückt,
wobei sich das Ende des Hebels 7 mit der Rolle 8 senkt. Gleichzeitig wird der Daumen
12 in die Höhe bewegt, so daß dieser nun, wie Abb. 3b erkennen läßt, in die Kreisbahn
des Mitnehmers 14 tritt. Der Mitnehmet erfaßt im Verlauf seiner Drehung den Daumen
und hebt ihn und damit die Schlagschiene i in .die Höhe, so @daß die Arbeitsstellung
entsteht, die die Albb. 3c zeigt.
-
Ist die Drehung genügend weit vorgeschritten, so läßt der Mitnehmet
i4. den angehobenen Daumen 12 wieder los, worauf dieser und mit ihm der angehobene
Klopfer unter der Einwirkung von dessen Gewicht zurückschnappt, wodurch der Klopfer
einen Schlag auf die obere Kante der Rostglieder ausführt. Da die Roststäbe 16 auf
ihren Tragkasten Luft haben, wird durch den Schlag das ganze Rostfeld erschüttert,
so daß die an den Roststäben haftenden Schlacken- und Aschenteile herabffallen.
Die Schläge auf die Rostgliederreihe des Rostfeldes wiederholen sich nun etwa drei-
bis viermal kurz hintereinander, da der Mitnehmet 1q. sich entsprechend rasch dreht.
Durch die rasch hintereinander erfolgenden Schläge wird es bei guter Klopfwirkung
ermöglicht, einen leichten Klopfer anwenden zu können, um auf diese Weise einem
Zerschlagen von Roststäben vorzubeugen. Sobald die Klopfschiene nicht mehr auf der
oberen Fläche der Rostglieder aufliegt und in den Zwischenraum zwischen zwei aufeinanderfolgende
Rostgliederreihen gefallen ist, ist wieder der Zustand nach Abb. 3a erreicht, bei
dem der Mitnehmet 14 ohne Arbeitsleistung seine Drehung ausführt.
-
Außer der Klopfwirkung übt die Hammerschiene i auch eine abkratzende
Wirkung auf die Roststäbe aus. Infolgedessen werden auch solche Abfälle entfernt,
die angebacken sind und durch die beim Klopfen hervorgerufene Erschütterung allein
nicht abfallen. Um die Kratzwirkung zu erhöhen und. auch an den vorderen Stirnflächen
der Rostglieder festhaftende Aschen- und Schlackenteile zu entfernen, wird die Klopfschiene
an ihrer freien Längskante etwas abgebogen, wie dies insbesondere aus der Abb.6,
welche die Klopfschiene in größerem Maßstabe veranschaulicht, hervorgeht.
-
Bei der Ausführung des Klopferantriebes gemäß den Abb. 4. und 5 findet
ein Scheibenrad 17 mit darauf in gleichen Abständen befestigten Zahnsegmenten 18
Anwendung, das auf der vorderen Rostwelle i9 sitzt. Gegen die sägezahnartig anisgebildeten
Zähne der Segmente 18, die Leitkurven für die Bewegung eines doppelarmigen Schwinghebels,
2o bilden, liegt das freie mit einer Rolle 21 versehene Ende dieses Hebels an. Das
andere Ende des um einen feststehenden Zapfen 22 drehbaren Hebels 2o hat ein Langloch
23, in den das Ende .eines Armes 24 hineinragt. Der Arm 2:1 ist, wie bei der Ausführung
nach Abb. i und 2, mit einer drehbar gelagerten Welle 3 verbunden, mit welcher Arme
2 verbunden sind, welche die Klopfschiene i tragen.
-
Die Arbeitsweise des Klopfers i ist dieselbe wie jene nach .den Abib.
I und 2. Das sich vorbewegende Rostfeld hebt die Klopferschiene i an, worauf der
erste Zahn des sich an die Rolle 2i heranbewegenden Zahnsegmentes i8 gegen diese
drückt und sie anhebt. Hierdurch dreht sich der Hebel2o, der ,die mit ihm verbundene
Welle 3 bewegt und den Klopfer i anhebt. Hat sich der Zahnrücken .des Zahnes unter
der Rolle 2i hinwegbewegt und ist die Zahnspitze erreicht, so vermag der Zahn die
gegen ihn drückende Rolle nicht mehr zu halten, und diese schnappt in den Zwischenraum
zwischen den ersten und den nächstfolgenden Zahn hinein. Hierbei fällt die Klopfschiene
i nach unten und schlägt auf die Rostgliederreihe 16 auf.
-
Die an dem Scheibenrad 17 angebrachten Zahnsegmente 18 sind durch
Schlitze 25 im Scheibenrad einstellbar gemacht, und zwar derart, daß die Segmente
sowohl nach der Achse hin wie in Richtung der Kreislinie verstellbar sind. Diese
weitgehende Verstellbarkeit ist erforderlich, da der Rost vorn gespannt wird. Ferner
läßt sich dadurch der Hub sowie die Stelle des Auftreffens der Schläge auf den Rostgliedern
beliebig verändern.
-
Die Abklopfschiene i braucht nicht aus einem Stück zu bestehen, sondern
kann in bekannter Weise unterteilt sein, um eine gleichmäßige Einwirkung derselben,
insbesondere bei Unebenheiten des Rostfeldes, über das ganze Rostfeld hinweg zu
erzielen.