DE50442C - Apparat zur Darstellung reiner schwefliger Säure und zur Einführung derselben in Flüssigkeiten, insbesondere Zuckersäfte - Google Patents
Apparat zur Darstellung reiner schwefliger Säure und zur Einführung derselben in Flüssigkeiten, insbesondere ZuckersäfteInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B20/00—Purification of sugar juices
- C13B20/08—Purification of sugar juices by oxidation or reduction
- C13B20/10—Purification of sugar juices by oxidation or reduction using sulfur dioxide or sulfites
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
insbesondere Zuckersäfte.
' Bekanntlich wendet man neuerdings zur Saturation . von Rübensäften bereits vielfach
schweflige Säure an, um statt Knochenkohlefilter irgend welche mechanische Filter benutzen
zu können. Die hierbei verwendete schweflige Säure wird durch Verbrennung von Schwefel an der Luft dargestellt, und zwar in
der Weise, dafs über das in einen Ofen gestellte Gefäfs, welches die brennenden Schwefelblumen
enthält, ein Luftstrom getrieben wird, welcher die entstehende schweflige Säure
durch den Abzugskanal nach dem Saturator führt.
Da es unmöglich ist, den Luftstrom dem Verbrennungsgrade genau anzupassen, so entstehen
bei dieser Art der Darstellung neben der schwefligen Säure entweder Spuren von Schwefelsäure, welche insofern von höchst
nachtheiliger Einwirkung sein können, als sie eine theilweise Invertirung des Zuckers veranlassen
können, oder es werden Theile von sublimirtem Schwefel von dem Luftstrome mitgerissen
, was nach kurzer Zeit zu einer Verstopfung der Zuleiturigsrohre führt, an welchen
sich der sublimirte Schwefel zum Theil niederschlägt, während ein anderer Theil in
die Säfte gelangt.
Bei anderen Constructionen benutzt man Dampfstrahlapparate, um die schweflige Säure
in die Säfte zu leiten. Diese Methode ist jedoch noch weniger zu empfehlen, weil durch
die Zuleitung von Dampf eine theilweise Ueberführung der schwefligen Säure in Schwefelsäure
stattfindet, welche in der bereits oben angegebenen Weise nachtheilig auf die Zuckerbildung
einwirkt. Durch vorliegenden Ofen wird allen diesen Uebelständen abgeholfen. Der Ofen ist mit einer Vorrichtung combinirt,
welche die entwickelte schweflige Säure aus dem Ofen absaugt und in der erforderlichen
Menge nach dem Saturateur überdrückt. Ferner gestattet er gleichzeitig die Menge der Zuführung
der zur Verbrennung erforderlichen Luft genau zu reguliren und letztere so einströmen
zu lassen, dafs ein Mitreifsen von Schwefel völlig ausgeschlossen ist.
Beiliegende Zeichnung veranschaulicht in Fig. 1 einen Verticalschnitt des Apparates, in Fig. 2
einen Horizontalschnitt nach x-x und in Fig. 3 einen Horizontalschnitt nach y-y.
Der Apparat besteht aus dem auf der Grundplatte / aufzustellenden cylindrischen Mantel A,
in dessen unterem Theil mehrere verschliefsbare Luftzuführungsöffnungen B vorgesehen
sind, während oberhalb der hermetisch zu schliefsenden Thür C mehrere horizontale
Scheidewände O1 a2 as angebracht sind, welche
derart angeordnet sind, dafs sie einen zickzackförmigen Zug bilden. Auf der Grundplatte /
steht der Behälter H, welcher den "zu verbrennenden Schwefel aufnimmt. Der Rand
des Behälters H ist so hoch, dafs er genügend weit über die Löcher B hinwegreicht.
Auf den Mantel A ist ein Röhrenkühler D aufgeschraubt, welcher eine Anzahl von Kühlwasser
umspülter Röhren besitzt, durch welche die schweflige Säure emporsteigt. Das kalte
Wasser tritt bei b ein und das durch die
schweflige Säure erwärmte bei c aus. Die Haube E dient als Sammelraum für die
schweflige Säure, welche mittelst der Schneckenpumpe F durch das Rohr G hindurch nach
der zu sättigenden Flüssigkeit befördert wird.
Die Inbetriebsetzung des Apparates geschieht in folgender Weise:
Durch die Thür C füllt man den Topf H mit Schwefelstücken, zündet den Schwefel an,
schliefst die Thür C, öffnet die Luftzuführungsventile B und setzt die Schneckenpumpe F in
Betrieb. Durch die Verbrennung des Schwefels entsteht schweflige Säure, welche die Scheidewände
ax a2 as bestreichen mufs, wodurch mitgerissene
Schwefeltheilchen zur Ausscheidung gebracht werden. Die von denselben befreite schweflige
Säure gelangt durch den Kühler D in den Sammler E. Während des Betriebes des Ofens
strömt bei b fortwährend kaltes Wasser ein . und das erwärmte Wasser fliefst bei c aus.
Die somit abgekühlte schweflige Säure sammelt sich in dem Behälter E und wird mittelst der
Schneckenpumpe F ihrem Bestimmungsorte zugeführt, beispielsweise behufs Sättigung von
Zuckersäften den Saturationsapparaten. Die Zuführung der schwefligen Säure kann nun in
Bezug auf ihre Menge mittelst der Stufenscheibe K leicht geregelt werden. Je nachdem
man schnell oder weniger schnell saturiren will, braucht man nur den Antriebriemen
auf der kleineren oder gröfseren Scheibe laufen zu lassen. Zur Anfertigung der Schnecke F wird
selbstverständlich ein Material verwendet, welches von der schwefligen Säure nicht angegriffen
wird. Die durchgehende Welle L aus Stahl ist an beiden Seiten gelagert und geht in
Spurzapfen, so dafs sie in der Längsrichtung verstellt werden kann. Diese Verstellbarkeit
ist deshalb nothwendig, weil bei längerem Betriebe die Schnecke sich abnutzt und ein Nachschrauben
der Schnecke erforderlich wird, wenn die Wirkung des Apparates nicht geschmälert
werden soll. Die Schnecke sowohl als auch das Gehäuse, in welchem dieselbe sich dreht,
sind konisch gestaltet, so dafs durch das Nachstellen der Welle die Dichtigkeit wieder hergestellt
wird.
Es leuchtet ein, dafs bei vorliegendem Apparat, je nachdem man die Luftzuführungsventile B
mehr oder weniger öffnet und je, nachdem man die Pumpe F schnell oder weniger schnell
arbeiten läfst, mehr oder weniger schweflige Säure erzeugt und gleichzeitig fortgeschafft werden-kann.
Es ist aber von aufserordentlicher Wichtigkeit für den Zuckerfabrikanten, die Production
der schwefligen Säure ohne grofse Umänderungen steigern bezw. verringern zu können. Aufserdem ist die im vorliegenden
Apparat gewonnene schweflige Säure vollständig rein und frei von Theilchen von sublimstem
Schwefel.
Der Betrieb dieses Apparates kann ungehindert fortwährend gleichmäfsig von Statten
gehen; man braucht, sobald der Schwefel abgebrannt ist, nur die Thür zu öffnen und
Schwefel nachzuschütten, gerade wie dies beim Feuern eines Kaminofens geschieht, ohne also
auch nur einen Augenblick den Betrieb zu unterbrechen. Bei anderen Systemen dagegen
mufs man die Luftcompressionspumpe abstellen, die Mannlochthür öffnen, dann Schwefel
nachfüllen und wieder anzünden. Hierbei ist es kaum möglich, den Zeitpunkt abzupassen, bis
aller Schwefel aufgebrannt ist, so dafs beim Füllen jener Oefen immer ein Verlust an
schwefliger Säure eintritt.
Es ist bei diesem System also eine Betriebsstörung ausgeschlossen; die Pumpe arbeitet
ruhig weiter, die Thür wird geöffnet, der Topf mit Schwefel gefüllt und die Thür wieder geschlossen
u. s. w.
Ein anderer Vortheil dieses Apparates ist der, dafs der Arbeiter beim Füllen des Apparates
mit Schwefel durchaus nicht von der schwefligen Säure belästigt wird, die Pumpe F zieht
dieselbe fortwährend ab, während bei der Construction mit Luftdruck das Füllen des Ofens
mit der Gefahr des Erstickens des Arbeiters verbunden ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Apparat zur Darstellung reiner schwefliger Säure und zur Einführung derselben in Flüssigkeiten, insbesondere Zuckersäfte, bestehend aus einem aufrechten Ofen (A) mit regulirbaren Lufteinströmungsöffnungen (B) und Scheidewänden (ax a2 aB) zum Ausscheiden etwa mitgerissener Schwefeltheilchen, dem Sammelraum (E) und einer an diesen sich anschliefsenden Pumpe (F), welche die schweflige Säure ansaugt und nach dem Bestimmungsorte drückt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE50442C true DE50442C (de) |
Family
ID=325290
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT50442D Expired - Lifetime DE50442C (de) | Apparat zur Darstellung reiner schwefliger Säure und zur Einführung derselben in Flüssigkeiten, insbesondere Zuckersäfte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE50442C (de) |
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