DE502229C - Herstellung keramischer Farben - Google Patents

Herstellung keramischer Farben

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DE502229C
DE502229C DEC36981D DEC0036981D DE502229C DE 502229 C DE502229 C DE 502229C DE C36981 D DEC36981 D DE C36981D DE C0036981 D DEC0036981 D DE C0036981D DE 502229 C DE502229 C DE 502229C
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DE
Germany
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solution
colloidal
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gold
silica
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Expired
Application number
DEC36981D
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English (en)
Inventor
Dr Rudolf Zellmann
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Chemische Fabrik Von Heyden AG
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Chemische Fabrik Von Heyden AG
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Publication date
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/0009Pigments for ceramics

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

  • Herstellung keramischer Farben Die Verwendung kolloider Metalle zur Herstellung keramischer Farben ist bereits seit langer Zeit bekannt. Eine kolloides Metall enthaltende Farbe ist der Cassiussche Goldpurpur. Er wird bekanntlich in der Weise hergestellt, da.ß man Goldcbloridlösungen mit Zinnchlorürlösungen reduziert. Die sich bildende Adsorptionsverbindung von kolloidem Gold mit Zinnsäure setzt sich nach einiger Zeit als dunkelviolettrotes Pulver ab.
  • Z s i g m o n d y hat diesen Purpur auch durch Vermischen von kolloider Goldlösung lnit kolloider Zinnsäurelösung und Fällung der Adsorptionsverbindung mit verdünnten Säuren herstellen können.
  • Es wurde nun gefunden, daß man zu wertvollen keramischen Farben mit zum Teil ganz neuen Eigenschaften gelangt, wenn man kolloide Metalle oder Metallverbindungen in kolloide Kieselsäurelösung derart einführt, daß nach Verdampfen des Wassers und Verglühen etwa vorhandener organischer Schutzkolloide feste kolloide Lösungen der Farbkolloide in Kieselsäuregelerhalten werden. Die Herstellung der festen kolloiden Lösung kann z. B. in der Weise erfolgen, daß durch Eiweißstoffe geschützte kolloide Goldlösung mit kolloider Kieselsäurelösung vermischt und die Mischung bei mäßiger Wärme eingedunstet wird. Der Rückstand stellt harte, glasartige Gelstücke dar, die in dünner Schicht klar rubinrot erscheinen. Der im Gel noch vorhandene Eiweißstoff läßt sich überraschenderweise durch Glühen :entfernen, ohne daß der Dispürsitätsgrad des Goldes beeinträchtigt wird. Das zunächst grobe Pulver wird dann zu einem sehr feinen Pulver gemahlen.
  • Ist die Konzentration des Farbkolloids in der Kieselsäurelösung nur gering oder die Schutzwirkung der Kieselsäurelösung gegenüber dem Farbkolloid ausreichend, so kann man letzteres direkt in der Kieselsäurelösung entstehen lassen und auf den Zusatz organischer Schutzkolloide verzichten. So läßt sich z. B. eine feste kolloide Lösung von Chlorsilber in Kieselsäuregel herstellen, indem man verdünnte Silbernitratlösung unter Rühren zu einer mit der entsprechenden Menge Salzsäure versetzten Kieselsäurelösung fügt und die Lösung bei mäßiger Wärme trocknet. Es entsteht kolloides, Chlorsilber enthaltendes Kies elsäuregel.
  • Da die Einführung der Farbkolloide in Lösung erfolgt, ist eine vollkommen homogene Mischung verschiedener Farbkolloide möglich.
  • Nach Zeitschrift für Chemie und Industrie der Kolloide i o ( I (g I 2, S. 265) erhält man Gold verschiedenen, u. a. kolloiden Dispersitätsgrades in Kieselsäuregallerte, wenn: man in Goldchlorid enthaltende Kieselsäuregallerte Lösungen von Reduktionsmitteln eindiffundieren läßt. Abgesehen davon, daß homogene Lösungen von kolloidem Gold auf diese Weise nicht herzgstellen sind, - hier auch nicht der für das vorliegende , Verfahren charakteristische Eridzustand-'der festen kolloiden Lösung in trockenem Kieselsäuregel erreicht.
  • Der grundsätzliche Unterschied der nach vorliegendem Verfahren hergestellten Farben gegenüber den Cassiuspurpuren liegt darin, daß erstere nicht wie letztere als Adsorpti:onsverbindung ausgefällt werden, sondern durch Verdampfen des Wassers als farbglasartige Gelstücke, d. h. feste kolloide Lösungen des färbenden Kolloids in Kieselsäuregel, .erhalten werden. Erst dieser grundsätzliche Unterschied der Verfahren ermöglicht die Verwendung der höher schmelzenden Kieselsäure an Stelle der niedriger schmelzenden, für die Purpure verwendeten Zinnsäure als Farbträger, da aus Kieselsäurelösungen Adsorptionsverbindungen nicht herstellbar sind.
  • Die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten Farben haben gegenüber den Purpuren den wesentlichen Vorteil größerer Temperaturbeständigkeit, so daß sie zum Teil als Unterglasurfarben verwendet werden können, während die Purpure oberhalb goo° C ihre Farbe völlig verändern.
  • Besonders überraschend ist es, daß diese Farben zum Teil noch oberhalb des Schmelzpunkts des Farbkolloids beständig sind. So ist z. B. eine feste, kolloide Lösung von Gold in Kieselsäure bei der für Hartporzellan nötigen Temperatur von :etwa 14563 C, d. h. nicht weniger als q.00° C oberhalb des Schmelzpunkts des Goldes, ohne Änderung der roten Farbe beständig. Da es bisher nur wenige brauchbare Unterglasurfarben gibt, füllen die nach vorliegendem Verfahren hergestellten Farben eine große Lücke feinkeramische>; Technik aus. So ist das Gold-Kieselsäure-Farbglas die erste rote Unterglasurfarbe.
  • Als Farbkolloide kommen neben den Edelmetallen insbesondere -Metalloxyde in Frage, Geobei letztere je nach der Temperatur und Brandführung (oxydierendes, reduzierendes Feuer) verschiedene Färbungen haben können. Beispiel i il 2,5%iger reiner kolloider Kieselsäurelösung wird mit 5o ccm einer i o;oi:gen, durch Eiweißstoffe geschützten, kolloiden Goldlösung vermischt und die Mischung auf einer Porzellanplatte bei. 6o bis 70° C getrocknet. Die entstandenen Gellamellen sind tief dunkelrot, in dünner Schicht blutrot gefärbt. Die Gelstücke werden gepulvert und bei einer bis Glühhitze ansteigenden Temperatur von den Eiweißkörpern und anderen verbrennbaren Stoffen befreit. Das Pulver wird dann durch Naßmahlung auf den nötigen Feinheitsgrad eingestellt. Beispiel 2 1 1 2,5%iger reiner kolloider Kieselsäurelösung wird mit 5o ccm einer 3 a!oigen Collargollösung (kolloides Silber mit etwa 700!o Ag) versetzt und die Mischung wie nach Beispiel i weiterverarbeitet. Die fertige Farbe ist gelborangefarben. B eise i-el 3 1 1 2,5%iger reiner kolloider Kieselsäurelösung wird mit 5o ccm einer 5o;'oigen kolloiden (2,5% MnO, enthaltenden) Mangansuperoxydlösung versetzt und wie nach Beispiel i und 2 weiterverarbeitet. Die Farbe des fertigen Produkts ist hellbraun.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Herstellung keramischer Farben, dadurch gekennzeichnet, daß in kolloide Kieselsäure Metalle oder Metallverbindungen in kolloider Form eingeführt und die erhaltenen Mischungen getrocknet und geglüht werden.
DEC36981D 1925-07-21 1925-07-21 Herstellung keramischer Farben Expired DE502229C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1133056B (de) * 1957-09-10 1962-07-12 Hydrierwerk Rodleben Veb Verfahren zur Herstellung korrosionshemmender Pigmente

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1133056B (de) * 1957-09-10 1962-07-12 Hydrierwerk Rodleben Veb Verfahren zur Herstellung korrosionshemmender Pigmente

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