DE501475C - Verfahren zur Verwertung der im Hausmuell enthaltenen organischen Bestandteile, insbesondere zur Gewinnung eines Duengemittels - Google Patents
Verfahren zur Verwertung der im Hausmuell enthaltenen organischen Bestandteile, insbesondere zur Gewinnung eines DuengemittelsInfo
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Description
- Verfahren zur Verwertung der im Hausmüll enthaltenen organischen Bestandteile, insbesondere zur Gewinnung eines Düngemittels Die Beseitigung des in den Großstädten anfallenden Hausmülls bereitet erhebliche Schwierigkeiten, die besonders durch den Gehalt des Mülls an leicht zersetzlichen organischen Bestandteilen bedingt ist. Andererseits stellen jene organischen Bestandteile wertvolle Stoffe dar, deren unmittelbare Verwertung durch die beigemischten anorganischen Stoffe jedoch sehr erschwert wird, so daß man in den meisten Fällen unter Verzicht auf eine Trennung sich mit der Ausnutzung ihres Heizwertes begnügte. Die bisherigen Vorschläge, die in jenen organischen Abfällen vorhandenen organischen Körper (Kohlehydrate, Cellulose, Stärke, Zucker, Eiweißstoffe usw.) zu erhalten und sie unmittelbar in den organischen Kreislauf zurückzuführen, verzichten entweder auf eine Scheidung der wertvollen organischen Müllbestandteile von dem anorganischen Ballast oder wenden Trennungsmethoden an, bei denen erhebliche Verluste verwertbarer Stoffe unvermeidlich sind. Bekanntlich erfolgt die Aufbereitung des Rohmülls zunächst durch Klassierung, d. h. Absiebung des Feinmülls mittels Siebtrommel oder Schlagsieb und durch Herausklauben der sperrigen Stücke und direkt verwertbaren Bestandteile, wie z. B. Metall, Knochen, Glas, Lumpen, Leder usw. Es verbleibt das sogenannte Grobmüll, welches sich im wesentlichen aus anorganischen Stoffen und den obengenannten vegetabilischen Bestandteilen zusammensetzt, deren weitgehende Anreicherung jedoch bisher wegen der damit verbundenen großen Schwierigkeiten erschwert war.
- Es wurde gefunden, daß die Schwierigkeiten der Scheidung jener vegetabilischen Abfälle durch ihren vergleichsweise großen Wassergehalt bedingt ist. Dieser wirkt nicht nur als Ballast, sondern bildet auch die Ursache des Festhaftens der vegetabilischen Bestandteile an den anorganischen. Das neue Verfahren besteht darin, diese störende Adhäsion zwischen jenen Müllbestandteilen aufzuheben und zugleich den Unterschied in ihrem spezifischen Gewicht zu erhöhen, so daß nunmehr eine leichte Scheidung möglich ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß man das Grobmüll einer solchen Trocknung unterwirft, daß die Haftfähigkeit der organischen Bestandteile an den anorganischen weitgehend zerstört wird. Dies ist erfahrungsgemäß bereits dann der Fall, wenn lediglich die Oberfläche dieser Stoffe getrocknet ist, während das Innere noch erhebliche Wassermengen enthalten kann. Es ist jedoch vorteilhaft, die Trocknung noch weiter zu treiben und dadurch das Raumgewicht noch mehr zu verringern, weil dies dem eigentlichen Scheidungsvorgang zugute kommt. Letzterer besteht in der Sichtung nach spezifischem Gewicht, _ und zwar vorzugsweise durch Anwendung eines Luftstromes, z. B. eines Saugluftstromes, welcher die trockenen, spezifisch leichten und einen großen Luftwiderstand bietenden vegetabilischen Anteile mit sich fortführt. Die Trocknung des Grobmülls kann auf beliebige Weise vorgenommen werden und hängt von seiner Zusammensetzung und seinem Wassergehalt ab. Bei sehr feuchtem Müll mit überwiegend pflanzlichen Abfällen wird man zweckmäßig mit heißer Luft oder Rauchgasen einer Feuerung im Gleichstrom trocknen. In diesem Falle kann man auch den Heißluftstrom zur nachfolgenden Separation nutzbar machen. Man erzielt auf diese Art eine weitgehende Scheidung des Grobmülls in einen an organischen Stoffen reichen Anteil und in einen im wesentlichen davon freien Rückstand. Ersterer eignet sich nicht nur wegen seines in leicht von den Pflanzen aufnehmbarer Form vorliegenden hohen Gehaltes an Nährstoffen, wie Stickstoff, Phosphorsäure, Kalk usw. als Düngemittel, sondern er kommt auch dadurch dem natürlichen Dünger, wie Stallmist, besonders nahe, weil der hohe Gehalt an organischen Bestandteilen Homus bildend wirkt. Da dieses Material reich an unmittelbar resorbierbaren Nährstoffen ist, stellt es ferner einen guten Nährboden für Bakterien dar. Aus dem gleichen Grunde kann es auch als wertvolles Futtermittel Verwendung finden. Gegebenenfalls kann es auch durch Verschwelung in hochaktive Pflanzenkohle und andere Schwelprodukte übergeführt werden. Ist eine Verwertung als Dünge- oder Futtermittel beabsichtigt, so leitet man die Trocknung derart, daß mindestens die Oberfläche der organischen Bestandteile sterilisiert wird. Man erzielt dadurch den wesentlichen .Vorteil, daß sich die Produkte ohne Zersetzung längere Zeit konservieren lassen, also lagerfähig sind. Um einen streufähigen Dünger zu erzeugen, wird die Trocknung so weit getrieben, daß die organischen Bestandteile sich leicht zerreiben lassen.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Verwertung der im Hausmüll enthaltenen organischen Bestandteile, insbesondere zur Gewinnung eines Düngemittels, dadurch gekennzeichnet, daß man das Grobmüll mindestens bis zur Vernichtung der Haftfähigkeit seiner organischen Bestandteile an den anorganischen trocknet, worauf eine Abscheidung der spezifisch leichteren organischen Bestandteile vermittels eines Luftstromes erfolgt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Trocknung z. B. durch das bekannte Gleichstromverfahren so leitet, daß lediglich die Oberfläche der organischen Bestandteile entwässert wird, während das Innere seine Feuchtigkeit behält.
Priority Applications (1)
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| DEB136106D DE501475C (de) | 1928-02-23 | 1928-02-23 | Verfahren zur Verwertung der im Hausmuell enthaltenen organischen Bestandteile, insbesondere zur Gewinnung eines Duengemittels |
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| DE501475C true DE501475C (de) | 1930-07-02 |
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| DE (1) | DE501475C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2441597A1 (fr) * | 1978-11-16 | 1980-06-13 | Arbed | Procede et installation pour le traitement de compost frais |
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1928
- 1928-02-23 DE DEB136106D patent/DE501475C/de not_active Expired
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