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Wäschemangel Zweiwalzenwäschemangeln sind in der Regel so gebaut,
daß von einer Antriebsstelle aus beide Walzen zwangsläufig angetrieben werden. Der
Mangelvorgang spielt sich hierbei derart ab, daß die Wäsche zwischen beiden Walzen
hin und her bewegt wird. Der durch eine oder mehrere Federn auf die Walzen ausgeübte
regelbare Druck glättet hierbei die Wäsche.
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In manchen Fällen weicht man nun. von dem vorbeschriebenen Arbeitsgang
ab. Es wird dann die Wäsche nicht zwischen den beiden Walzen hin und her bewegt,
sondern die Wäsche wird ohne Verwendung eines Rolltuches um eine Walze gewickelt.
Es wird hierdurch eine bessere Wirkung erzielt, da die einzelnen Unebenheiten in,
den Wäschestücken mehr ausgeglichen werden, die Wäsche länger : dem Druck der Walzen
ausgesetzt bleibt und schließlich auch der Druck höher wird, da durch die mehrfach
um die Walze gelegte Wäsche- die Walzen weiter auseinandergedrückt und hierdurch
die Federn mehr gespannt werden.
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Es hat also das letzte Verfahren sehr viele Vorteile für sich. Als
großer Nachteil ist dagegen anzuführen, daß die Wäsche, nach dem letzten Verfahren
gerollt, wesentlich mehr beansprucht wird und so beim Rollen leicht reißt.
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Wenn bei den Zweiwalzenwäschemangeln üblicher Bauart, wie am Anfang
envähnt, beide -Walzen zwangsläufig angetrieben werden, haben beide bei gleichem
Walzendurchmesser auch gleiche Umdrehungszahlen und gleiche Umfangsgeschwindigkeit.
Wird nun auf eine der beiden Walzen Wäsche gewikkelt, so wird der Durchmesser größer.
Durch den zwangsläufigen Antrieb bleiben beide Umdrehungszahlen gleich, dagegen
werden die Umfangsgeschwindigkeiten der Meiden Walzen verschieden. Der Unterschied
in den Umfangsgeschwindigkeiten beider Walzen wird naturgemäß immer größer, je mehr
Wäsche auf die eine Walze gewickelt wird. Bei der gebräuchlichen Dicke der aufgelegten
Wäsche von etwa i cm. wird der Durchmesser der bewickelten Walze um a cm und dadurch
der Umfang um mehr als 6 cm größer als der Umfang der normalen Gegenwalze. Da somit
die Umfangsgeschwindigkeiten beider Walzen bei zwangsläufigem Antrieb verschieden
groß werden, tritt ein Schieben an der Berührungsstelle der Druckwalze mit der Wäsche
:ein. Die elastische Wäsche muß diesem Schieben hzw. Reißen standhalten und wird
hierdurch einer außerordentlichen Beanspruchung ausgesetzt.
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Es ist unvorteilhaft, etwa nur eine Walze anzutreiben und die zweite
Walze nur frei mitlaufen zu lassen. In diesem Falle würde beim Beginn des Mangelns
die Wäsche gar nicht zwischen die Walzen hineingezogen. Kommt jedoch zufällig ein
sehr dünnes und
glattes Stück zwischen die Walzen, bleibt die frei
mitlaufende Walze sofort stehen und dreht sich nicht weiter, wenn eine kleine Unebenheit
in der Wäsche am Eintritt der beiden Walzen ankommt.
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Die beschriebenen Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt.
Ein Ausführungsbeispiel der neuen Wäschemangel ist in der Zeichnung dargestellt;
es zeigen Abb. i die Mangel in Vorderansicht und Abb. a in Seitenansicht.
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Abb.3 und q. sind zwei Ausführungsbeispiele des Ausgleichsgetriebes
in Einzeldarstellung.
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Die obere der beiden in einem Seitenrahmen a gelagerten Walzen b und
c wird in üblicher Weise über ein Schwungrad d-und Rädervorgelege e, f angetrieben.
Zum gegenseitigen Andrücken der beiden Walzen dient die Feder g, :deren Spannung
durch den Querbalken k und die Zugstangen! auf die sich in Schlitzen des Seitenrahmens
a führenden Lager k der Walze b übertragen wlird. Die Walze c ist in den Lagern
Z unverschieblich gelagert. Die Spannung der Feder g kann durch die in dem Zwischenstück
m gelagerte S.pannschraube.n mehr oder weniger stark eingestellt werden. Das Zwischenstück
m ist mit dem Seitenrahmen a fest verbunden und stützt diesen gleichzeitig
ab.
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Erfindungsgemäß sind nun die beiden. Walzen b und C durch ein besonderes,
an sich bekanntes Ausgleichsgetriebe gekuppelt, das aus dem mit der treibenden Walze.b
verbundenen Triebradio und dem mit der Gegenwalze c verbundenenZahnrad pbesteht.
Die Räder o und p des Ausgleichsgetriebes haben gleiche Teilungsgrundlage. Das Radp
ist als normales übertragungsrad für Wäschemangeln ausgebildet, dagegen sind -sei
dem tneihenden Rad o durch Entfernen mehrerer Zähne größere Lücken geschaffen.
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Wird nun die Mangel in leerem Zustand gedreht, so wälzen sich beide
Walzen, die durch den Federdruck aufeinanddergepreßt werden, gegeneinander ab. Die
Walzen wirken hierbei als Reibrollen, so daß in diesem Falle ohne die Wirkung von
übertragungsrädern .ein Drehe. beider Walzen erfolgt. Soll nun ein Wäschestück zwischen
die beiden Walzen eingeführt werden, so wird die unter Federdruck stehende Walze
b etwas angehoben, das Berühren der beiden Walzen hört auf, und die frei mitlaufende
Walze c bleibt zunächst stehen. Wenngleich das Wäschestück die federnde Walzeh von
der Gegenwalze c abhebt, wird es doch nicht zwischen die Walzen hineingezogen. Hier
tritt nun das Rad o in Wirkung. Es wird die Gegenwalze nur so lange stillstehen,
bis ein Zahn des Rades o die Gegenwalze c zwangsläufig weiterbewegt. Ist jedoch
erst der Anfang .eines Wäschestückes durch die Walzen hereingezogen, so tritt bei
glatter Wäsche die Reibungswirkung der beiden Walzen wieder .ein. Bei weiterem Hindernis
wird ein kurzes Gleiten eintreten, bis der nächstliegende Zahn des Triebrades ,o,
wie vor bieschrieben, den zwangsläufigen Antrieb der Gegenwalze c bewirkt. Die so
ausgebildete Wäschemangel kann also ohne weiteres auch zum Mangeln in üblicher Weise
verwendet werden.
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Wird nun die Wäsche um die treibende Walze gewickelt, so erhält diese
allmählich einen größeren Umfang. Mit dem wachsenden Umfang der Walze b erfolgt
ein Verschiebendieser Walze und damit auch ein Verschieben der Teilungen der Räder
o und p des Ausgleichsgetriebes. Es wird infolgedessen mit fortschreitendem Aufwickeln
der Wäsche auf die Walzet der einzelne Zahn des treibenden Rades;o immer in andere
Lücken des getriebenen Rades p eingreifen. Schließlich wird auch der Fall eintreten,
daß ein Zahn des treibenden Rades o nicht genau in die Lücken des getriebenen Rades
p eingreift, sondern einen Zahn des letzten in der Flanke angreift. Hierbei wird
nun die federnd gelagerte Walze b etwas angehoben, bis Zahn und Lücke wieder übereinstimmen.
Durch dieses sanfte Anheben oder Lüften der Walzen werdet etwa in der Wäsche vorhandene
Spannungen beseitigt, was ein ganz außerordentliches Schonen der Wäsche bedingt.
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Es ist möglich, das treibende Rad o sowohl mit einem als auch mit
zwei, drei oder mehr Zähnen auszubilden, die natürlich auch nicht gleichmäßig über
den Umfang des Rades verteilt zu sein brauchen. Grundlegend ist die Bedingung, daß
die Lücken des Triebrades o so .groß sind, daß die Zähne des Gegenrades p zeitweilig
völlig außer Eingriff kommen. Je weniger Zähne das Triebrad o hat, um so günstiger
ist an sich die Wirkung, da. für den Ausgleich der verschiedenen Umfangsgeschwindigkeiten
in diesem Fall ein möglichst langer-Weg zur Verfügung steht. Praktisch ist es jedoch
von Vorteil, je nach dem Durchmesser der Walzen drei, vier oder mehr Zähne zu wählen,
um die auftretenden Pausen beim Einführen der Wäsche bzw. bei Hindernissen möglichst
klein zu halten. Das bei mehreren Zähnen des Treibrades häufiger auftretende Angreifen
des treibenden Zahnes in die Flanke oder selbst auf die Spitze eines Zahnes des
getriebenen Rades ist belanglos, da durch die eigenartige Form der Übertragungsräder
die beiden Walzen wohl etwas gelüftet werden, niemals aber die Zahnspitzen aufeinander
aufsitzen und die Walzen weiter anheben können. Ein Angriff des treibenden
Zahnes
auf die Flanke des getriebenen wird außer dem Anheben der obern Walze ein gelindes
Schieben der Gegenwalze zur Folge haben. Da aber bei diesem Schie-5 ben die obere
Walze gleichzeitig :etwas angehoben ist, kann dabei eine höhere Bieajnspruchung
der Wäsche nicht eintreten.
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Es ist ersichtlich, daß das in den dargestellten Ausführungsbeispielen
gezeigte Ausio gleichsgetriebe auch, ohne von der Erfindung abzuweichen, durch irgendein
anderes, in gleicher Weise wirkendes Getriebie ersetzt werden kann, z. B. genügt
statt des Rades mit einem Zahn ein umlaufender Nocken.
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15 Ebenso ist es möglich, auch die übrige Anordnung der Wäscherolle
weitgehend zu ändern. Statt des Antriebes von Hand kann auch ein elektrischer Antrieb
vorgesehen werden, wobei dann auch statt des Ausgleichs-2o getriebes eine elektrische
Steuerung, die den Antrieb der zweiten Rolle periodisch einschaltet, angeordnet
werden kann. Ebenso könnte man auch eine in gleicher Weisse wirkende mechanische
Steuerung einrichten.
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25 Selbstverständlich fallen alle diese Einrichtungen, sofern
sie einen nur zeitweilig ensetzenden zwangsläufigen Antrieb der sonst frei mitlaufenden
Walze der Wäschemangel ergeben, in den Bereich cer Erfindung. Wenngleich der neue
Antrieb in erster Linie für Zweiwalzenwäschemangeln gedacht ist, besteht natürlich
doch die Möglichkeit, den Ausgleichsantrieb gemäß der Erfindung auch bei Mehrwalzenmangeln
einzurichten. So könnte man z. B. bei Dreiwalzenwäschemangeln, bei denen die Aufrollwalze
oder sogenannte Docke zwischen einer Gegenwalze und einer Andrückwalze gelagert
ist, den neuen Ausgleichsantrieb zwischen der An.-drückwalze und der Docke anordnen,
während man die Gegenwalze frei mitlaufen lassen würde.