-
Röstgasführung in Röstöfen für Zinkblende und für andere schwefelhaltige
Erze Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Röstöfen für Zinkblende und andere
schwefelhaltige Erze, bei welchen mehrere Röstkammern übereinander angeordnet sind,
welche durch abwechselnd in der Mitte und an der äußeren Peripherie vorgesehene
Durchfallöffnungen miteinander in Verbindung stehen. Die einzelnen Herdsohlen, welche
gleichzeitig die Decke für die darunterliegende Röstkammer bilden, können hierbei
feststehend oder aber nach dem Spirletsystem abwechselnd feststehend und beweglich
angeordnet sein. Im ersteren Falle sind in den Röstkammern besondere Rührwerke angeordnet,
welche das Erz während der Röstung durchwühlen und dasselbe gleichzeitig jeweils
von der Einfallstelle der einzelnen Herdsohlen bis zu deren Ausfallöffnungen transportieren,
im zweiten Falle, beim Spirletofen, befinden sich in dem Deckengewölbe jeder Herdsohle
Rührzähne, welche gegenüber der darunter befindlichen Herdsohle eine Relativbewegung
zur Erreichung- des Durchwühlens und des Weitertransports der Erze ausführen. Bekanntlich
baut man aus Festigkeitsgründen die Herdsohlen nach Art einer Kugelkappe, gewölbt,
wobei die entstehenden heißen Röstgase über der Erzschicht in jeder Röstkammer je
nach der Lage der Einfallöffnungen entweder radial von innen nach außen oder von
außen nach innen entlangstreichen. Befinden sich die Einfallöffnungen für das Erz
in der Mitte der Röstkammerdecke, dann vollzieht sich der Abzug der Gase aus dieser
Röstkammer verhältnismäßig einfach, da das erhitzte Gas, seinem natürlichen Auftrieb
folgend, nach der höchsten Stelle des Deckengewölbes hinströmen kann. Anders aber
liegt die Sache bei denjenigen Röstkammern, bei welchen das Gewölbe in der Mitte
verschlossen ist und sich die Einfallöffnungen für das Röstgut an der äußeren Peripherie
befinden. Hier sind die Röstgase gezwungen, entgegen ihrem natürlichen Auftrieb,
am Deckengewölbe nach unten zu streichen, bis sie durch die Durchtrittsöffnungen
nach der oberen Etage abziehen können. Bei vielen vieretagigen mechanischen Röstöfen,
bei welchen bekanntlich die Hauptreaktion in der zweiten Röstkammer vor sich geht,
gehört auch diese zweite Röstkammer zu den soeben gekennzeichneten Röstkammern,
bei welchen die heiße Röstluft entgegen ihrem natürlichen Auftrieb an der Kuppelwölbung
herunterstreichen muß, um zu den gewöhnlich an der äußeren Peripherie liegenden
Einfallöffnungen für das Erz zu gelangen. Da in dieser Röstkammer jedoch infolge
der hier stattfindenden Hauptreaktion die größten Wärmemengen entwickelt werden,
ist auch hier der Auftrieb für die entstehenden Röstgase ein sehr erheblicher, und
es hat sich gezeigt, daß durch zwangsweises Herunterdrücken der Röstgase aus dem
Herdgewölbe zu den Durchtrittsöffnungen für das Erz der gesamte natürliche Auftrieb
der Röstgase vernichtet wird. Durch die hier entstehenden
Widerstände,
die natürlich auch in anderen Herdetagen mit geschlossener Wölbung beobachtet werden,
entstehen Gasstauungen, welche den Zug des Ofens, beeinträchtigen. Avßerdem wird
infolge dieser Stauungen an der Röstkammerdecke der Röstluft die Möglichkeit gewährt,
ihre Wärme vermehrt an das Röstkammergewölbe abzugeben und dadurch das Mauerwerk
und den Ofeninhalt in schädlichem Sinne zu überhitzen.
-
Es ist Gegenstand der Erfindung, diese Nachteile zu beseitigen und
den Weg zu-zeigen, wie die schädlichen Stauungen und damit gleichzeitig die Überhitzung
des Röstkammerngewölbes vermieden werden können, wobei, wie bereits erwähnt, der
Vorteil des besseren Zuges im Ofen entsteht. Erfindungsgemäß geschieht dies durch
Anordnung von Abzugskanälen innerhalb der Deckengewölbe derjenigen-Röst= kammern,
bei welchen sich die Eintrittsstellen für das Erz an der äußeren Peripherie befinden,
bei welchen also das Gewölbe in der Mitte des Ofens geschlossen ist, so daß die
heißen, hier entstehenden Röstgase gezwungen sind, entgegen ihrem natürlichen Auftriebe
an der Deckenwölbung herunterzustreichen, um zu den Durchtrittsstellen nach der
nächsthöheren Etage zu gelangen. Zweckmäßig bestehen die Abzugskanäle für die sich
an der höchsten Stelle des Röstkammerngewölbes sammelnden Röstgase in säurefesten
Eisenrohren, welche in das Deckengewölbe hinein derart verlegt werden, daß sie in
die Durchfallöffnungen für das Erz einmünden. Ein den Querschnitten dieser Abzugskanäle
entsprechender Teil der Röstluft wird dann, statt an der Röstkammerdecke zu den
Einfallöffnungen herunterzustreichen, durch diese Kanäle unmittelbar in die Durchgangsöffnungen
geleitet, w o er auf das durchfallende Erz von der Seite her auftrifft und dasselbe
gut durchlüftet. Dadurch, da.ß dieser Teil der Röstgase, seinem natürlichen Auftrieb
folgend, abgeführt wird, wirkt er in den Durchtrittsöffnungen für das Erz nach Art
eines Exhaustors zugverbessernd, so daß der übrige Teil der Röstgase, welcher nach
wie vor durch diese Öffnungen hindurchtreten muß, gewissermaßen aus der unteren
Röstkammer abgesaugt wird. Durch die raschere Abfuhr der Röstgase werden diese zum
Teil an der - Wärmeabgabe an das Röstkammerngewölbe gehindert. Die Abzugskanäle
können, wie bereits erwähnt, nicht nur in der zweiten Röstkammer derartiger Öfen,
in welchen erfahrungsgemäß die Hauptreaktion stattfindet, sondern in allen Röstkammern
angebracht werden, bei welchen die Durchtrittsöffnungen für das Röstgut sich am
äußeren Umfange befinden und die Mitte der Röstkammerdecke geschlossen ist. Statt
in der Decke Rohre einzubauen, kann es auch genügen, nach unten geöffnete, rinnenförmige
Vertiefungen an derselben anzuordnen, welche in derselben Weise wirken wie die eingelegten
säurefesten Eisenrohre.
-
Der Gegenstand der Erfindung ist auf beiliegender Zeichnung in einem
Ausführungsbeispiel veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i einen Vertikalquerschnitt
durch einen nach dem Spirletsystem gebauten Röstofen, Abb.2 einen Querschnitt nach
Linie A-B der Abb. i.
-
Wie ersichtlich, besteht der Röstofen im Ausführungsbeispiel aus vier
Röstkammern i, welche durch abwechselnd am äußeren Umfange und in der Mitte angeordnete
Durchfallöffnungen z miteinander in Verbindung stehen. Hierbei sind die Herdsohlen
3 beweglich, während die Herdsohlen q. feststehen. Die auf der Zeichnung der Deutlichkeit
wegen nicht dargestellten Rührzähne sind-in bekannter-Ait an den Deckengewölben
angebracht und transportieren das Erz unter stetem Durchwühlen desselben von der
Eintrittsstelle der Röstkammer her zu den Austrittsöffnungen derselben. Die am Abtragschacht
5 - eintretende Röstluft hat hierbei den durch eine punktierte Linie, welche mit
Pfeilen versehen ist, dargestellten Weg durch den Ofen zu nehmen, und man erkennt,
daß die Strömungsrichtung dieser Röstluft abwechselnd von innen nach außen und von
außen nach innen geht. Irrfolge: der Wölbung der Kammerngewölbe hat hierbei- die
heiße Röstluft, je nach der Strömungsrichtung, eine aufsteigende oder eine absteigende
Bewegung durchzuführen. Wenn sich die Durchfallöffnungen 2 in der-Mitte der Herdsohlen
befinden, steigt die Röstluft, ihrem natürlichen Auftrieb folgend, unbehindert nach
oben. Befinden sich jedoch die Durchtrittsstellen am äußeren Umfange, wie dies im
Ausführungsbeispiel bei der zweiten und vierten Röstkammer der Fall ist, dann muß
die heiße Röstluft entgegen ihrem natürlichen Auftrieb am Röstkammerngewölbe nach
unten streichen, wodurch die bereits geschilderten Nachteile entstehen. Erfindungsgemäß
werden daher, wie aus der Zeichnung ersichtlich, je nach Wunsch und Bedarf in die
Deckengewölbe dieser Röstkammern Luftkanäle 6 eingebaut, welche einem Teil.der unter
dem Röstkammerngewölbe sich ansammelnden Heißluft den ungehinderten Durchtritt nach
den Durchfallöffnungen gestattet. Statt der Rohre oder Kanäle 6 können auch entsprechende
Vertiefungen in der Röstkammerdecke angebracht werden.