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Vorrichtung zum Fernzeigen der Lage eines mit einem Geber verbundenen
bewegten Körpers durch die Lage eines an einem Empfänger vorhandenen Körpers Es
ist bekannt, Anzeiger, insbesondere Fernzeiger, zu verwenden, bei denen der Bewegung
eines Zeigers auf einer Kreisscheibe am Geber eine ähnliche Bewegung eines Zeigers
auf einer Kreisscheibe am Empfänger entspricht. In solchen Fällten liegt die Aufgabe
hauptsächlich in, der Übertragung irgendeines Wortes öder einer Zahl. Die Stellung
des Zeigers hat mit dem Geigenstand, um den es sich bei der Fernmeldung handelt,
nichts zu tun. Die Übertragung unter Verwendung einer Kreisscheibe am Sender und
Empfänger erfolgt dabei nur, weil bei den üblichen Übertragungsmethoden eine solche
Übertragung besonders einfach ist.
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Die Wirkung der Anzeigevorrichtang am Empfangsort ist besonders groß,
wenn nicht nur Worte und Zahlen übertragen werden (etwa die Zahl der Grade., tun
die en Schleusentor geöffnet ist, nebst den 'Urorten »Offen< und »Geschlassenc),
sondern wenn zur Erhöhung der Anschaulichkeit am Empfangsort selbst eine gegebenenfalls
verkleinerte Wiedergabe des in seiner Stellung anzuzeigenden Gegenstandes angebracht
ist. Am besten wird sogar die Umgebung, in der sich der Gegenstand, dessen Lage
anzuzeigen ist, auf der Geberseite befindet, am Empfänger skizzenhaft angedeutet.
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Man kann so beispielsweise die Stellung eines Schleusentores, das
sich durch Drehung um eine feste Achse bewegt, dadurch weitergeben, daß- man am
Empfänger den Zeiger denselben Winkel beschreiben läßt, den das Schleusentor am
Geber zurücklegt, während man dem Zeiger die Gestalt einer seitlichen Ansicht des
Schleusentores gibt und gleichzeitig mit einfachen zeichnerischen Hilfsmitteln die
Umgebung des Schleusentores einzeichnet (Schaubildübertragung).
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Schwierigkeiten entstehen bei derartiger Schaubildübertragung, wenn
die zu übertragende Bewegung nicht einfach, sondern aus mehreren Komponenten zwangsläufig
zusammengesetzt ist. Grundsätzlich kann man auch in diesem Fall die Gesamtbewegung
der Geberseite auf der Empfangsseite wieder zur Darstellung bringen, indem man,
eine Re: sultante der auf der Sendeseite ausgeführten Bewegungen überträgt und an
der Empfangsseite durch eine in umgekehrter Reihenfolge wirkende Einrichtung die
Resultante! in die resultierenden Bewegungen wieder auflöst.
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Um die. Lageeines Körpers anzuzeigen,, wird wie folgt verfahren.:
Die Bewegung des Körpers wird, wie bereits erwohnt, aus zwei zwangsläufig miteinander
verbundenen Bewegungen zusammengesetzt. Von diesen wird die eine von .einem Geber
auf einen Empfänger übertragen. Am Empfänger befindet sich ein dem Körper am Geber
entsprechendes Abbild, z. B. eine Nachbildung desselben Körpers wie am Geber. Unter
dem Eiriflüß der vom Geber übertragenen Bewegung führt nun der Körper am Empfänger
ebenfalls eine zweite Bewegung zwangsläufig aus. Der
mit dem Geber
verbundene Körper besitzt nur einen, Freiheitsgrad, d#. h. seine Lage l,äßt sich
durch eine einzige Größe, beispielsweise einen Winkel, eindeutig angeben. Übertragen
wird nicht die Bewegung des Körpers selbst, sondern diese Bewegung wird aus zwei,
zwangsläufig miteinander verbundenen Bewegungen, von denen nur eine übertragen wird,
zusammengesetzt. So stellt die Erfindung einen Fortschritt gegen;iiber dem Bekannten
dar. Die Lage des Körpers am Empfänger entspricht immer der am Geber, ohne Rücksicht
auf die Bewegung, die der Körper vorher ausgeführt hat. Im Gegensatz zu anderen
Verfahren ist bei der Erfindung der Körper am Empfänger bereits vorhanden. Die Anzeige
erfolgt selbsttätig in der Weise, daß der Apparat für eine neue Bewegung des Körpers
nicht erst neu eigestellt zu werden braucht, wie es bei früheren Verfahren der Fall
war.
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Abb. i stellt beispielsweise einen Rollklappe:nverschlußa einer Schleuse
dar. 'Zwischen der Grundmauer G und der Oberwand O ist Eine Klappe K angebracht,
die den Raum zwischen O und G wasserdicht abschließt. Die Öffnung der Klappe geschieht
dadurch, daß diese durch .eine .im Punkt M angreifende Zugstange Z senkrecht nach
oben gezogen wird, während gleichzeitig en Zahnrad R, das M zum Mittelpunkt hat,
in eine gezahnte FührungsstangeF eingreift, so daß. bei, der Aufwärtsbewegung (beim
Öffnen der Klappe) das Rad-,R auf der Führungsstange F abrollt, die Klappe K ihre
Neigung also verändert. Es ist durchaus möglich, diese Bewegung, die im wesentlichen
durch das Abrollen eines Kreises auf einer Geraden beschrieben werden kann, dadurch
fernzuzeiben, daß man durch die Zugstange Z eine Sendescheibe S betätigt, daß man!
ferner am Empfänger eine der Einrichtung der Abb. i .ähnliche, gegebenenfalls verkleinerte
Anordnung anbringt (nicht gezeichnet, die Buchstaben seien wie in Abb. i, aber mit
einem Strich versehen), bei der die Empfangsscheibe S' durch ein beliebiges Fern-zeigeverfahren
entsprechend der Stellung von S verändert wird. Die Drehung dieser Scheibe S' bewirkt
eine Verschiebung der Zugstange Z', diese wieder durch das Abrollen des Rades R'
an der Fghilmg F' eine Drehung der Bildklappe: I(' um. den Punkt M. jeder Punkt
des Rades: R beschreibt beim Abrollen als Bahnkurve eine Zykloide, jeder andere
Punkt der Klappe l( eine Trochoide.
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Eine solche Übertragung ist konstruktiv nicht einfach; wegen der großen
Zahl der zu überwindenden Reibungswiderstände müßte die Scheibe S' mit großer Kraft
betrieben werden. Nach dem weiteren Gegenstand der Erfindung können diese Nachteile
dadurch vermieden werden, daß man das Schaubild am Empfänger in bezug auf seine
ruhende Umgebung eine andere Bewegung ausführen iäßt, als das Original am Sender,
jedoch so, daß die Relativbewegung der einzelnen Teile des Schaubildes zueinander
dieselbe bleibt wie die Relativbewegung der einzelnen Teile des Originals zueinander.
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Abb. 2 soll eine Anordnung, mit der dies geschehen kann, als Ausführungsheispiel
erläutern. Es handle sich dabei: wieder um, eine Übertragung der zusammengesetzten
Bewegungen eines Rollklappenverschlusses nach Ab.b. i. Durch die Sendescheibe S
der Abb. i werde die Empfangsscheibe E gedreht, und zwar um denselben Winkel, um
den sich infolge des Abrollens in Abb. i die Klappe I< um dein Punkt M gegenüber
der Zugstange Z dreht. iVEt der Scheibe E sei das Bild der Klappe B fest verbunden;
der Rand der Scheibe E rollt an einer Verschiebungsleiste V entlang, die mit einer
Nachbildung N N der beiden Gemäuer O Mund Q fest verbunden ist und die beispielsweise,
durch einen. Schlitten gehemmt, sich nur in der Richtung der Achse dieser Leiste
V auf- und abwärts bewegen kann. Das Stück N V N kann bequem aus einem Stück
Blech gestanzt werden.
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Die verhältnismäßige Lage des Klappenbildes B zur Gemäuernachbildung
N N ist dann genau dieselbe wie die Lage der Klappe I( zu dem Gemäuer
O C`r im Original, während in bezug auf die weitere Umgebung im Original
das Gemäuer O <'r, im Schaubild der 1\Ettelpunlzt C der Scheibe E in Ruhe ist,
so daß. jeder Punkt des Klappenbildes B als Bahnkurve einen Kreis, jeder Punkt der
Gemäuer.na.chbildang N N - eine Gerade beschreibt. Der sichtlich beträchtlichen
Vereinfachung der Empfangsanordnung nach Abb. z gegenüber einer der Abb. i genau
entsprechenden Empfangsanordnung entspricht eine bedeutende Verrninder-ung der durch
den Fernzeiger zu überwindenden Reibungsarbeit: in Abb. 2 ist, wenn die Empfangsscheibe
E gedreht wird, nur die Reibung gegenüber der Verschiebungsstange V zu überwinden;
bei einer Anlage nach Ab.b. i dagegen wären drei Reibungsstellen vorhanden: i. in
der- Berührung der Empfangs-, scheihe S' mit der Zugstange Z', 2. um den 1Vüttelp,unkt
M', 3. in der Berührung des Rades. R' mit der Führungsstange F'.
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Es sind ferner Anzeiger bekannt, bei: denen ein Vergleich der Stellung
zweier verschiedener Gegenstände bewirkt werden soll (beispielsweise Differenzanzeiger).
Auch an diesen läßt die Erfindung sich erfolgreich anwenden,
und
zwar .auch dann, wenn die Bewegung jedes einzelnen der itl ihrer Stellung fernzumeldenden
Körper :einfach ist, eine, zusammengesetzte Bewegung also erst durch die- Überlagerung
der Bilder verschiedener Originale zustande kommt.