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Verfahren und Vorrichtung zum Verschließen von Flaschen Die Erfindung
bezieht sich auf ein Verfahren zum Verschließen von Flaschen, das besonders für
Wein, Schaumwein und Spirituosen bestimmt und geeignet ist, jedoch auch für beliebige
andere Flüssigkeiten veT-wendet werden kann.
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Der Erfinder geht von der Tatsache aus, daß besonders für wedle Weine
der bisher übliche Korkenverschlul nicht alle bierechtigten Ansprüche befriedigt.
Jedem Weintrinker ist es bekannt, daß selbst bei der sorgfältigsten Behandlung von
Flaschenwein es nicht selten vorkommt, daß eine Flasche edlen Weines nach dem Korken
schmeckt. Dies kommt daher, daß der Kork, wie er vom den Korkenfabrikanten geliefert
wird, keine homogeiLe (lasse darstellt, sondern von undichten und stark durchlässigen
Stellen durchzogen ist, die Anlaß zum Eindringen von Schimmelpatzen und ähnlichen
Schädlingen geben, durch die der Wein den bekannten unangenehmen Geschmack erhält.
Der hieraus erwachsene Schaden ist natürlich, besonders wenn es sich um teure Weinsorten
handelt, außerordentlich empfindlich. Andererseits ist der Erfinder von der Erwägung
ausgegangen, da.ß der Korkenverschluß, der sich durch Jahrhunderte in der Weinindustrie
eingeführt hat, nicht ohne erheblichen Widerstand der einschlägigen Verkehrskreise
ganz beseitigt werden kann; er hat sich also zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren
zum Verschließen hauptsächlich von Weinflaschen zu schaffen, das die sämtlichen
Übelstände des Korkenverschlusses beseitigt, jedoch dem üblichen Korkenverschluß
nach Möglichkeit angepaßt ist, so daß äußerlich sehr geringe Unterschiede an der
Flasche und an dem Korken zu bemerken sind. Die Flasche mußte daher in ihrer äußeren
Erscheinung unverändert bleiben. Es mußte auch die Möglichkeit bestehen, daß die
üblichen Kapselverschlüsse, die zur Zier und zur Kennzeichnung des Weines dienen,
in der bisher üblichen Weise angebracht werden können. Selbstverständlich ist es
auch zweckmäßig, von den günstigen Eigenschaften des - Korks als Verschlußstoff
weiter Gebrauch zu machen, so von der erheblichen Elastizität und großen Widerstandsfähigkeit
und Haltbarkeit dieses Werkstoffs.
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Schließlich war es zweckmäßig, das Verfahren so durchzuführen, daß
die bisher üblichen Einrichtungen zum Verschließen und zum öffnen der Flaschen,
also Stöpselnaschinen und Flaschenaufziehmaschinen, ferner die Einrichtungen zum
Verkapseln, zum Lagern und zum Reinigen der Flaschen weiter benutzt werden können.
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Demgemäß besteht das Verfahren zum Verschließen von Flaschen, besonders
von Weinflaschen, darin, daß in die gefüllte Flasche zunächst eine Dichtungsscheibe
o. dgl. so eingelegt wird, daß sie unterhalb des Flüssigkeitsspiegels
auf
einen im Innern des Flaschenhalses vorstehenden Randwulst dichtpassend zu liegen
kommt, worauf Bein Korkstöpsel in üblicher Weise eingetrieben, wird. Der flüssige
Inhalt der Flasche wird hierdurch vor dem eigentlichen Verkorken luft-und flüssigkeitsdicht
von dem über der Dichtungsscheibe befindlichen Teil des Flaschenhalses abgeschlossen.
Der über der Dichtungsscheibe befindliche Teil der Flüssigkeit spritzt ebenso wie
die aus 'dem Kork austretende Korkbrühe beim Eintreiben des Korken aus dem Flaschenhals
hieraus und macht dem Kork Platz, der sich fest und dicht auf die Dichtungsscheibe
legt, sich ihrer Forrn anpassend.
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Wesentlich für die zweckmäßige Durchführung. des neuen Verfahrens
ist also das weitere Merkmal, daß die Dichtungsscheibe, die aus Glas o. dgl. bestehen
kann., auf dem Randwulst im Innern des Flaschenhalses aufgeschliffen ist.
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An sich ist es besonders bei Konservengläsern .o. dgl. bekannt, Glasdeckel
zum Zweck der Erzielung ,einer vollständigen Abdichtung auf den Rand des Gefäßes
aufzuschleifen, wobei meist der nach dem Kochen des flüssigen Gefäßinhalts entstehende
Unterdruck zum Festhalten des Deckels ausgenutzt wurde. Es ist aber auch an sich
bekannt, bei Flaschen-und sonstigen Gefäßverschlüssen besondere Dichtungsscheiben
einzusetzen, die auf einem hierzu in dem Flaschenhals angebrachten Wulst auflagen
und auch häufig zum Zweck des Abdichtens darauf festgekittet wurden.
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Es ist aber nicht bekannt geworden, derartige Dichtungsscheiben auf
einem im Innern des Flaschenhalses vorstehenden Randwulst aufzuschleifen zu dem
Zweck, das oben aufgezeigte Verfahren zum Verschliefen von Weinflaschen durchzuführen.
Hierdurch wird gegenüber den bekannten Anordnungen ein Zusammenwirkung von wertvollen
Eigenschaften erreicht wie folgt: r. Vollständige Abdichtung des Flascheninnenraumes
gegenüber der Außenluft, z. Isolierung des Flascheninhalts von dem Kork und der
Korkbrühe, 3. Beseitigung des Luftpuffers zwischen Flaschenverschluß und Flascheninhalt,
¢. Erhaltung der üblichen Außengestalt von Flasche und Kork und Ermöglichung der
Anordnung der üblichen Flaschenaus)-stattung, 5. die Möglichkeit der Weiterverwendung
der üblichen Einrichtungen zum Reinigen, Füllen, Verkorken, Verkapseln, Lagern und
öffnen der Flaschen, 6. keine wesentliche Überschreitung der bisher üblichen Kosten
der Flaschen und der unter 5. erwähnten Arbeiten, 7. Möglichkeit der Verwendung
von Stöpseln aus geringwertigen Korksorgen oder auch Korkersatzmassen.
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Um nun den neuen Verschluß wie bisher den Korkenverschluß mit ein-er
einzigen Handhabung öffnen zu können, soll die Dichtungsscheibe auf ihrer Oberfläche
einen kugeligen Ansatz und der Korkstöpsel in seinem unteren Stirnende eine Ausnehmung
aufweisen, die den Ansatz umgreift und beim Herausziehen des Stöpsels das Glasplättchen
mitnimmt.
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Der kugelige Griff an der Dichtungsscheibe dient auch zum Festhalten
dieser Scheibe beim Einschleifen auf den Randwulst im Flaschenhals.
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Außer den bereits geltend gemachten Vorzügen besitzt die neue Verschlußvorrichtung
noch den wesentlichen Vorteil, daß die Flasche ohne jede Schwierigkeit wie eine
gewöhnliche Flasche gereinigt werden kann,, weil an ihr außer der kleinen Randwulst
am Hals keinerlei Abweichungen von der normalen Flaschengestalt vorhanden, auch
irgendwelche Verschlußbeile nicht befestigt oder angelenkt sind.
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Für Edelweine stellt sich die neue Verschlußweise kaum wesentlich
teurer als die übliche, weil für derartige Weine bisher die Korken sorgfältig und
durch Handarbeit ausgesucht werden mußten und somit außerordentlich teuer waren.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
dargestellt; es zeigen Abb. t den Oberteil einer Flasche gemäß der Erfindung mit
Verschluß, Abb. z den Korkstöpsel im Längsschnitt, Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
weist der Flaschenhals a -eine nach innen vorstehende Ringwulst b auf, die oben
eine waagerechte Fläche zeigt. Auf diese waagerechte Fläche ist eine kleine DichtungsG-scheibe
c aus Glas @o. dgl. aufgeschliffen. Da es sich hier um eine einfache ebene Fläche
handelt, macht das Einschlefen weniger Schwierigkeiten, als beispielsweise bei den
bekannten Glasstöpseln, die auch stets nur mit der zugehörigen Flasche geschliffen
werden. Auch sind die Dichtungsscheiben auswechselbar, so daß sie immer wieder benutzt
werden können. Das Glasplättchen besitzt auf der Mitte der .oberen Fläche einen
kugeligen Vorsprungd, mittels dessen es beim Aufschleifen auf den Randwulst @erfaßt
werden kann. Um die Scheibe flüssigkeitsdicht auf der Ringfläche zu halben, dient
der darüber in die Flasche ,eingeführte Korkstöpsel e, der an sich vollkommen normal
ausgebildet ist und jedenfalls Ja!m äußeren Umriß vollständig einem normalen Flaschenkorken
gleicht.
Dieser Kork weist in der unteren Stirnfläche eine mittlere Ausnehmung f auf, die
den Kugelknopf d der Dichtungsscheibe c umschließen soll.
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Das neue Verfahren wird in folgender Weise durchgeführt: Der in der
geschilderten Weise vorbereitete Korkstöpsel. e wird, wie üblich, eingeweicht und
mittels der bekannten Stöpselmaschinen verarbeitet. Nach dem Füllen der Flasche
wird die eingeschliffene Dichtungsscheibe c auf die Ringwulst b aufgesetzt und hierauf
der Stöpsel mittels der Maschine eingetrieben. Der aufgeweichte Korken paßt sich
so der Oberflächenform der Scheibe vollständig an, wobei der Knopf td in die Ausnehmung
f eindringt und auch von dieser elastisch aber fest umschlossen wird.
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Das Öffnen der Flasche kann mit den üblichen Entkorkungsmaschinen
erfolgen.