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Vorrichtung zur Regelung der Bewegung des nachgiebigen Befestigungskopfes
von Ankertürmen für Luftschiffe Es ist bekannt, Luftschiffe anstatt in Hallen an
Türmen zu verankern. Es hat sich nun gezeigt, daß beim Verankern von Luftschiffen
an derartigen aus Eisengerüsten bestehenden Türmen die unvermeidlichen Bewegungen
des Luftschiffes Zug- und Drehbeanspruchungen auf den Turm übertragen, die die Standfestigkeit
des Ankerturmes stark beeinträchtigen. Um die sich hieraus ergebenden Schädigungen
des Ankerturmes möglichst zu verringern, ist bereits vorgeschlagen worden, den Kopf
-des Ankerturmes nachgiebig zu gestalten, und zwar derart, daß die eigentliche Verankerung
oder das Fesselgerät des Luftschiffes kardanisch gelagert und außerdem so ausgebildet
wurde, daß es in seiner Längsrichtung nachgeben konnte, so daß bei plötzlichen Windstößen
die Bewg gongen des Luftschiffes durch diese nachgiebige Anordnung des Fesselgerätes
in der Hauptsache ausgeglichen werden konnten. Dieser Erfolg wurde bei der bekannten
Anordnung dadurch erreicht, daß das eigentliche Fesselgerät von einem Rohr getragen
wurde, durch das auch das zum Heranholen des Schiffes dienernde Ankerseil des Turmes
hindurchgeführt wurde, durch dessen Anziehen das Fesselgerät allmählich bis an das
Ende des Rohres hereingezogen wurde. Dieses Rohr war an der Außenseite mit einem
Ringkolben versehen, der in einem Zylinder arbeitete, der seinerseits kardanisch
aufgehängt war, so daß infolge dieser kardanischen Aufhängung das Fesselgerät nach
allen Richtungen geschwenkt werden und dadurch nachgeben konnte. Zur weiteren Steigerung
der Nachgiebigkeit wurden dann unter dem mit dem Rohr verbundenen Kolben ein Druckmittel
in den Zylinder eingelassen, so daß dadurch der Kolben und mit ihm das Rohr und
das Fesselgerät angehoben wurden, so daß ohne Verlängerung oder Nachgeben des Ankerseiles
auf diese Weise dem bei einem Luftstoß auftretenden Zug des Luftschiffes nachgegeben
werden konnte, ohne das Gerüst des Ankerturmes in Mitleidenschaft zu ziehen. Damit
nun diese Vorrichtung nicht dauernd bei jedem noch so geringen Spiel
oder
Bewegung des Luftschiffes arbeitete, wurde ein Sperrbolzen vorgesehen, der durch
einen Druckzylinder und Kolben bewegt werden konnte und den nachgiebigen Ankerkopf
in seiner Normalstellung sperrte.
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Die vorliegende Erfindung stellt nun eine Vorrichtung dar, mit deren
Hilfe von einer Zentralstelle durch einen Mann die Bewegung des nachgiebigen Ankerturmkopfes
geregelt werden kann in der Weise, daß durch Bewegung eines Handrades oder eines
Hebels Ventile in der erforderlichen Reihenfolge geöffnet und geschlossen werden
können, die ein Druckmittel zum Anheben und Senken des das Fesselgerät tragenden
Armes wie auch zur Betätigung des Sperrbolzens zu-und ableiten. Mit dieser Vorrichtung
sind dann noch erfindungsgemäß Anzeigevorrichtungen vorhanden, die die jeweils eingeleitete
und im Gange befindliche Bewegung anzeigen.
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Die Erfindung ist in einer Ausführungsform auf den beiliegenden Zeichnungen
veranschaulicht.
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Abb. i ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie i-i der Abb.2 und
veranschaulicht die Ventilanordnung mit ihrer Steuerung.
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Abb. 2 ist ein Schnitt nach Linie 2-2 der Abb. i.
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A!bb.3 ist eine Ansicht rechtwinklig zur Abb. i, und zwar in der Richtung
des Pfeiles x der Abb. i gesehen.
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Die Abb. q., 5 und 6 zeigen in verkleinertem Maßstabe Ansichten der
Ventilgehäuse mit den Ein- und Auslaßstutzen.
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Die A.bb. 7, 8 und 9 veranschaulichen in verschiedenen Ansichten die
Gesamtanlage, bestehend aus den Steuerventilen mit den Anzeigevorrichtungen. a Die
eigentliche Vorrichtung zur Erzielung der vorstehend geschilderten Bewegungen der
einzelnen Teile des nachgiebigen Ankerturmkopfes ist in einem Gehäuse i untergebracht,
dessen hinteres Ende in einem Satz Kammern 2, 3, 4., 5 (Abb. i) und einen zweiten
Satz von Kammern 7, 8, 9 und io eingeteilt ist, die durch eine senkrechte Wand 6
voneinander getrennt sind.
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Die Wand 6 ist auf beiden Seiten von einer Querrippe i i mit Öffnungen
versehen, .in denen Sitze für waagerecht angeordnete Ventile 12 bis i9 vorgesehen
sind, die in senkrechter Richtung voneinander genügend getrennt sind. Auf jeder
Seite der Rippe ii sind vier solcher Ventile vorgesehen. Die Ventile 12 bis 15 auf
der einen Seite der Rippe i i sind in bezug auf die Ventile 16 bis i9 auf der anderen
Seite versetzt angeordnet.
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Die Ventile 12 bis 15 bilden Einlaßventile; die Ventile 12, 13 und
rd. regeln den Einlaß der Druckflüssigkeit aus der Kammer 7 in die Kammern 2, 3
und ,., während das Ventil 15 den Einlaß der Druckflüssigkeit aus der Kammer 8 in
idie Kammer 5 steuert.
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Die Ventile 16 bis z9 sind Auslaßventile; die Ventile 16, i7 und 18
regeln den Austritt der Druckflüssigkeit aus den Kammern 2, 3, .1 in die Kammer
9, während ,das Ventil i9 den Austritt der Druckflüssigkeit aus der Kammer 5 in
die Kammer io ermöglicht.
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An der Einlaßkammer 7 ,ist ein. Zuführungsstutzen 2o vorgesehen, der
mit einer Zuleitung für das Druckmittel verbunden ist, die Kammer 9 ist mit einem
Austrittsstutzen 2i versehen, ebenso sitzt an der Kammer 8 ein Zuführungsstutzen
22, der mit einer Druckleitung verbunden ist, die einen niedrigeren Druck hat als
die an den Stutzen 2o angeschlossene Leitung, und die Kammer io ist wieder mit einem
Auslaßstutzen 23 ausgerüstet.
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Aus den Kammern 2, 3, d. und' 5 führen Stutzen 2q., 25, 26, 27 mit
entsprechenden Leitungen sowohl nach den beiden Enden des Zylinders, in welchem
der den Sperrbolzen betätigende Kolben arbeitet, wie auch nach den beiden Enden
des Zylinders, in welchem der Ringkolben sich bewegen kann, der, wie vorhin erwähnt,
mit dem das Fesselgerät tragenden Mohr verbunden ist.
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Die Ventile i z bis 19 sind bei 28 in. waagerechter Richtung in dem
Gehäuse i geführt und werden auf ihre zugehörigen Ventilsitze durch die Druckschraubenfedern
29 angedrückt.
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Zum Öffnen der Ventile ist eine senkrechte Spindel 3o drehbar in einem
Gehäuse 3 r angeordnet, das an der Vorderseite des Gehäuses i vorgesehen ist; diese
Spindel trägt entsprechend profilierte Nockenscheiben 12', 13', 14, 15', 16',
17', 18' und I 9', Lind zwar j e eine Nockenscheibe für jedes Ventil 12 bis
i9. Diese Nockenscheiben wirken auf Schwinghebe132, die ihrerseits mit Druckschrauben
33 o. dgl. auf die entsprechenden Ventilstangen drücken.
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Die Nockenspindel3o wird gedreht mit Hilfe eines Handrades 3q., das
auf einer Welle 35 sitzt; letztere trägt eine Schnecke 36, die in ein Schneckenrad
37 au'f.dem oberen Ende der Spindel 3o eingreift. Die Welle 35 und die Schneckenradnabe
38 sind in einem Qehäuse 39 gelagert, das auf dem Gehäuse 31 angeordnet ist.
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Die Anordnung der beschriebenen Teile ist nun so getroffen, daß durch
Drehung des Handrades 34. im Uhrzeigersinne die Ventile in der richtigen Reihenfolge
geöffnet und geschlossen werden, um sowohl den Sperrbolzen des beweglichen Ankerturmkopfes
wie auch den längsv erschieblichen Rohrteil mit dem Fesselgerät in der richtigen
Weise zu betätigen. Es sei bemerkt, daß die beiden
oberen Ventile
12, 16 die Ein- und Auslaßventile für die eine Seite des den Sperrbolzen betätigenden
Zylinders und Kolbens bilden; das nächste Ventilpaar 13, 17 ist mit der anderen
Seite dieses Zylinders verbunden; das nächste Ventilpaar 14, 18 regelt den Ein-
und Austritt des Druckmittels an dem oberen Ende des Zylinders, der den mit dem
längsverschieblichen Rohr verbundenen Kolben umgibt, und das unterste Ventilpaar
15, i g ist mit der Unterseite dieses Zylinders vexbund; n.
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Die Kammern 8 und io sind von den Kamniern 7 und g getrennt,
da der Druck des unter den Kolben des längsbeweglichen Rohres zugeführten Druckmittels
geringer ist als des Druckmittels, das in .der entgegengesetzten Richtung auf diesen
:teil einwirkt und ebenso auch in dem Zylinder für den Sperrbolzen wirkt.
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Die beschriebeneVentilregelüng steuert das Druckmittel derart, daß
die folgenden Arbeitsvorgänge nacheinander sich abspielen: i. Der Bolzen, der den
beweglichen Ankerturinkopfteil in seiner mittleren Stellung luilt, wird zurückgezogen.
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2. Der längsverschiebliche Teil des Ankerkopfes wird vorgeschoben.
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3. Der gleiche Teil wird zurückgezogen. .I. Der Sperrbolzen wird bewegt,
um den beweglichen Ankerkopfteil in seiner mittleren Stellung zu sperren.
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Es sei noch bemerkt, daß zwar die Ventilanlage nur für zwei verschiedene
Drucke eingerichtet ist, daß selbstverständlich aber auch eine Mehrzahl unter verschiedenem
Druck stehender Druckmittel benutzt werden kann bei entsprechender Anordnung von
Trennwänden. Die Handradwelle 35 ist nach hinten verlängert und durch irgendein
Getriebe, z. B. Kettenrad q.o (Abb. 8) und eine Kette 41, mit einer Zeigervorrichtung
4.2 verbunden, auf deren Scheibe die verschiedenen Angaben über die Sperrung bzw.
Bewegung des beweglichen Ankerturmkopfteiles angegeben sind.
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Mit 43 (Abb. 8 und g) ist ein Lichtsignal angedeutet, das in Verbindung
mit der Anzeigevorrichtung d.2 arbeitet, so daß also beispielsweise auch mit diesem
Lichtsignal die Bewegung der einzelnen Teeile in der Zwischenstellung zu verfolgen
sind.
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Wenn der Ankerturmkopf nicht in Benutzung ist, so steht dann -der
Zeiger der Anzeigevorrichtung ¢2 in der Ruhestellung. In dieser Stellung sind alle
Einlaßventile 12 bis 15 geschlossen und alle Auslaßventile 16 bis ig offen.
Der Zeiger macht für eine Drehung der Nockenspindel3o ebenfalls eine Umdrehung und
dreht sich in der Richtung des Uhrzeigers. Wenn zur Betätigung des Ankerturmkopfes
das Handrad 34 im Uhrzeigersinne gedreht wird, so wird zunächst das Druckmittel
in den Zylinder des Sperrbolzens eingeführt, so daß der Bolzen zurückgezogen wird
und den beweglichen Ankerturmkopf freigibt. Eine weitere Drehung der Nockenspindel
bewirkt dann die vorher beschriebenen Bewegungen durch abwechselndes Zulassen und
Abführen der Druckmittel nach dem den längsverschieblichen Teil des Ankerturmkopfes
bewegenden Zylinder und nach -dem Zylinder des Sperrbolzens. Am Ende dieser Reihenfolge
von Bewegungen wird das Handrad 34 dann wieder gedreht, bis der Zeiger -die Ruhestellung
anzeigt.
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Das Rückwärtsbewegen des längsbeweglichen Ankerturmkopfteiles und
das Vorschieben des Sperrbolzens ist durch einen zeitlichen Zwischenraum voneinander
getrennt, so .daß also das Auslaßventil i g für das untere Ende des Zylinders, in
dem der längsbewegliche Ankerturmkopfteil mit seinem Zylinder arbeitet, und das
Einlaßventil 12 für die eine Seite des den Sperrbolzen betätigenden Zylinders einen
deutlich erkennbaren Leerlauf haben, wenn beideVentile geschlossen werden.
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Selbstverständlich muß immer ein gewisser Leerlauf zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Bewegungen vorhanden sein, wenn sowohl das Einlaß- wie das Auslaßventil, das zu
einem jeden einzelnen Be,%"egungsvorgang gehört, geschlossen wird. Es sei noch bemerkt,
daß die Erfindung im ihrer Anwendung für jede Bauart eines nachgiebigen Ankerturmkopfes
geeignet ist.