DE480899C - Verfahren zur voruebergehenden Faerbung von aus Celluloseabkoemmlingen (insbesondere Estern und AEthern) durch Trockenspinnen erhaltenen Faeden - Google Patents
Verfahren zur voruebergehenden Faerbung von aus Celluloseabkoemmlingen (insbesondere Estern und AEthern) durch Trockenspinnen erhaltenen FaedenInfo
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Description
- Verfahren zur vorübergehenden Färbung von aus Celluloseabkömmlingen (insbesondere Estern und Äthern) durch Trockenspinnen erhaltenen Fäden In der Textilindustrie ist es häufig üblich, den Fäden eine vorübergehende Färbung zu geben, um sie von andersartigen oder von gleichartigen, aber unähnliche Eigenschaften besitzenden Fäden (Verschiedenheit in der Feinheitsnummer oder im Drehen) unterscheiden zu können; diese Färbung wird, sobald ihr Zweck erfüllt ist, - wieder aufgehoben.
- Eine solche Vorbehandlung, im nachfolgenden Merkfärbung genannt, ist heute von besonderer Wichtigkeit, wegen der immer mehr wachsenden Verwendung von Kunstseide verschiedener Natur und insbesondere infolge des Erscheinens der Acetylcelluloseseide.
- Die Fäden aus Kunstseide sind, selbst wenn sie sich nach Griff und Verwendungszwick voneinander unterscheiden, oft von sehr gleichartigem Aussehen, besonders wenn sie geleimt oder auf Spulen, Kopsen usw. aufgewickelt sind. Es können hieraus Verwechselungen entstehen, die sehr unangenehme Folgen haben können, da die Fäden aus verschiedenem Material sich in sehr verschiedener Weise anfärben und die Verwechselungen erst nach Herstellung und Färbung der Gewebe zum Vorschein kommen.
- Es ist also wichtig, daß das zum Erkennen der Fäden dienende vorübergehende Merkfärben so vorgenommen wird, daß alle Teile der betreffenden Fäden sicher und in genügender Stärke mit dem Farbstoff beladen werden. Bis jetzt sind nur die fertigen Fäden in Strängen oder auf Spulen mit Merkfärbung versehen worden; es ist aber in dieser Weise unmöglich, ein gleichmäßiges Färben herbeizuführen. Wenn man die Stränge in die Farblösung taucht, so ergeben sich Ungleichheiten zwischen der Merkfärbung der unteren und oberen Teile, wenn nicht kräftig umgezogen wird, was wiederum aus anderen Gründen zu vermeiden ist.
- Wird im Gegenteil durch Verstäuben der Farblösung gefärbt, so ist der Erfolg noch unsicherer.
- Es ist gefunden worden, daß eine genügende Merkfärbung der aus Cellulosederivaten (insbesondere Estern und Äthern) nach dem Trockenspinnverfahren erhaltenen Fäden erzielt werden kann, wenn diese Merkfärbung mit der Erzeugung der Fäden selbst verbunden wird; das Merkfärben kann demnach entweder an den aus den Spinndüsen austretenden Einzelfasern oder aber an den durch deren Vereinigung gewonnenen Fäden vor oder im Augenblick ihres Aufrollens auf Spulen usw. vorgenommen werden.
- Man vermeidet so eine besondere- Behandlung und die daraus entstehende Gefahr -für die Fäden sowie Verlust an Zeit und Arbeitskraft. Zudem ist in dieser Weise jede Unregelmäßigkeit der Merkfärbung unmöglich gemacht.
- Die Wahl- des Farbmaterials (natürlicher oder künstlicher Farbstoff, rein oder in Mischung) hängt von den Behandlungen ab, denen der Faden unterworfen werden -soll, sowie von der chemischen Natur des Fadens selbst.
- Man verwendet das Farbmaterial gelöst, aufgeschlemmt, in Emulsion mit lösenden oder anderen, gegebenenfalls flüchtigen Flüssigkeiten gemischt, in Form von Teig, Gel oder sogar in fester Form, gegebenenfalls gemischt mit Stoffen, die das Merkfärben oder auch die weitere Verarbeitung der Fäden erleichtern.
- Das Aufbringen dieser Farben auf die Fäden wird durch Rollen, Kissen, getränkte Oberflächen oder auch durch Durchgehen in Trögen. Verstäuben oder durch Reiben der Farbmasse vermittelt.
- Das Merkfärben kann innerhalb oder außerhalb der Spinnzelle vorgenommen werden; im letzteren Falle können die aus verschiedenen Zellen stammenden Fäden auf einer einzigen Färbvorrichtung behandelt werden; sie werden, wenn erwünscht, nachträglich von neuem getrennt.
- Vor und nach dieser Behandlung können die Fäden je nach dem beabsichtigten Zweck verschiedenen Behandlungen, wie Trocknen, Befeuchten, Erwärmen usw., unterworfen werden; gewisse Farbstoffe erfordern übrigens zu ihrer Entwicklung auf der Faser eine besondere Nachbehandlung.
- Das vorliegende Verfahren gestattet noch eine besondere Art Merkfärbung; wenn man nicht über eine genügende Anzahl hierzu brauchbarer Farbstoffe verfügt, um alle verschiedenartigen Fäden zu kennzeichnen, so kann man gewisse Fäden in unregelmäßiger Weise, so z. B. in gleichmäßigen Abschnitten färben oder auch zwei verschiedene Farben auf einem Faden aufeinanderfolgen lassen. Man kann auch für eine gewisse Art von Fäden nur einen Teil der Einzelfäden färben und die übrigen farblos lassen oder aber mit einer anderen Farbe versehen.
- Man kann so mit einer beschränkten Anzahl von Farbstoffen eine große Anzahl verschiedener Effekte erzeugen.
- Beispiel i Die beim Trockenspinnen eines Celluloseesters erzeugten Fäden werden außerhalb der Spinnzelle und nach ihrerVereinigung über einein fortlaufender Weise mit einer wäßrigen iprozentigen Farbstofflösung befeuchteten Rolle geführt. Als Farbstoffe sind z. B. folgende geeignet (St. Denis) Karminblau (Schultz [zgi4] 543-Index 7i2), (B. A. S. F.) Brillantkarmin (Schultz 300-Index 357), (C. N. M. C.) Brillantsäureblau (S c hu l t z 507-Index 672), (St. D e n i s) Amidonaphtholrot (Schultz 66-Index 57), (C. N. M. C.) Brillantwalkgrün, N. B. (S ch u 1 t z 503-Index 667), (C. N. M. C.) Walkorange N., (St. Denis) Benzylviolett (Schultz 517-Index 683).
- Beispiel 2 Quer zum Verlauf der Fäden wird den Spinnzellen entlang ein dünnes Rohr geführt, das mit einer der obigen @FarbstofflösunGen beschickt ist und jeder Zelle gegenüber eine kapillare Querspalte besitzt; der in jeder Zelle aus der Vereinigung der Einzelfäden erhaltene Faden wird durch diese Spalte geleitet und nimmt hier die Farbstofflösung auf.
- Beispiel 3 Die beim Trockenspinnen eines Celluloseesters erzeugten Fäden werden innerhalb der Spinnzelle und vor ihrer Vereinigung über ein beständig mit Farbstofflösung getränktes Kissen geführt. Zum Befeuchten des Kissens benutzt man beispielsweise eine Lösung von i o/.. Karminblau in einem aus 8o Teilen Glycerin und 2o Teilen Wasser bestehenden Gemische.
- Beispiel 4 Auf die in Beispiel i erwähnten Fäden verstäubt man, z. B. auf dem Wege von der Spinnzelle zu der Wickelvorrichtung, die Lösung eines der obengenannten Farbstoffe oder aber eine Flüssigkeit, die eine unlösliche Mineralfarbe (Ultramarin, roten oder gelben Ocker usw.) aufgeschlemmt enthält.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: _. Verfahren zurvorübergehenden Färbung vonausCelluloseabkömmlingen (insbesondere Estern und Äthern) durch Trockenspinnen erhaltenen Fäden, dadurch gekennzeichnet, daß das Färben im Laufe der Erzeugung der Fäden selbst, vor oder nach ihrer Vereinigung, innerhalb oder außerhalb der Spinnzelle, vor oder während des Rufwickelns der Fäden auf Rollen, erfolgt.
- 2. Verfahren- nach Anspruch i, darin bestehend, daß man bei der Färbung absichtlich Unregelmäßigkeiten einführt, indem man entweder bestimmte Längen der Fäden ungefärbt läßt oder nur bestimmte Einzelfäden färbt und die übrigen Einzelfäden ungefärbt läßt oder aber mit anderen Farben versieht.
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