DE478388C - Verfahren zur Herstellung eines nicht peroxydierenden AEthers - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines nicht peroxydierenden AEthers

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DE478388C
DE478388C DEN23396D DEN0023396D DE478388C DE 478388 C DE478388 C DE 478388C DE N23396 D DEN23396 D DE N23396D DE N0023396 D DEN0023396 D DE N0023396D DE 478388 C DE478388 C DE 478388C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C41/00Preparation of ethers; Preparation of compounds having groups, groups or groups
    • C07C41/01Preparation of ethers
    • C07C41/34Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines nicht peroxydierenden Äthers Die Erfindung betrifft die Reinigung von Äther zum Zwecke der Gewinnung eines peroxydfreien Äthers.
  • Nach einem älteren Verfahren zur Herstellung von chemisch reinem Äther wird der Äther in Form von Kristalläther ausgeschieden, und nach Abpressen der Kristalle wird chemisch reiner Äther durch Erwärmen derselben gewonnen.
  • Das vorliegende Verfahren beruht auf der Beobachtung, daß sich aus der Mutterlauge, welche beispielsweise bei der Herstellung der kristallätherhaltigen, nach obigem Verfahren erhaltenen Benzidinkristalle nach ihrer Destillation gewonnen wird, ein Äther erhalten läßt, in welchem sich an der Luft viel langsamer als im Rohäther Peroxyde bilden.
  • Schiff und Vanni (Lieb.Ann.Bd.258, S.368) haben die Löslichkeitsverhältnisse von Benzidin in Äther bestimmt. Sie benutzten hierzu selbstverständlich chemisch reinen Äther. Die Löslichkeit von Benzidin in Wasser- und alkoholhaltigem Äther ist viel größer als in wasserfreiem Äther. Die Absicht der genannten Forscher war natürlich nicht, Benzidin mit dem Äther reagieren zu lassen wie nach dem vorliegenden Verfahren. Auch haben sie weder den Äther durch Destillation vom Benzidin geschieden noch erwähnt, daß ihr absoluter Äther durch das Benzidin in bezug auf die Bildungsgeschwindigkeit von Peroxyden eine grundsätzliche Änderung erfahren hätte. Außerdem haben sie offenbar nicht beobachtet, daß Benzidin mit Äther auskristallisiert.
  • F. Weehuizen (Pharmaceutisch Weekbl. 56, 3oI, I909, Pharmazeutische Zentralhalle I9I9, S. 324) hat die Reinigung von Äther mittels Kaliumhydroxyd vorgenommen, um die Peroxyde, welche die Ursache einer unrichtigen Diagnostisierung aus dem Blute stammender Substanzen sind, zu zerstören, da es Äther-Sorten gibt, die an sich mit Benzidin und H202 eine Blaufärbung geben.
  • Man hat auch bereits im Äther vorhandene oxydierende Verunreinigungen durch Schütteln mit Quecksilber oder auch durch Schütteln mit einem innigen Gemisch von Eisenvitriol und Calciumoxyd zu entfernen vorgeschlagen. Weiter hat man im Äther vorhandenen Vinylalkohol durch Zusatz von Wasserstoffsuperoxyd zersetzt und entfernt. Man hat auch den Äther dadurch zu reinigen versucht, daß man ihn vor der Destillation mit Permanganat durchschüttelte oder auch mit Natriumsulfit behandelte. Dies geschah gleichfalls zur Entfernung von Peroxyden.
  • Schließlich hat man auch den Äther durch Destillation mit Phenylhydrazin gereinigt, wobei der Vinylalkohol zurückbleibt und die Peroxyde zerstört werden. Die Benzidinbehandlung des Äthers ist aber der Phenylhydrazinbehandlung bedeutend überlegen, wie weiter unten näher auseinandergesetzt werden wird.
  • Die Bildung von Peroxyden im Äther ist nicht ganz aufgeklärt, doch hängt die Geschwindigkeit, womit sich die Peroxyde im Äther bilden, vermutlich mit der im Äther vorhandenen Aldehydmenge zusammen und ist dieser Menge proportional.
  • Aber auch im vollständig aldehydfreien Äther bilden sich immer noch Peroxyde, und derselbe Übelstand tritt ein, wenn man sogar den Äther über metallischem Natrium reinigt, weil das sich bildende Diäthylperoxyd nicht vom Natrium zersetzt wird.
  • Es wurde nun gefunden, daß, wenn man Äther mit Benzidin oder seinen Substitutionsprodukten, z. B. Tolidin oder Tetramethylbenzidin, behandelt, sich keine Peroxyde mehr bilden. Die im peroxydierenden Äther vorhandenen Aldehyde oder Peroxyde werden vom Benzidin oder seinen Substitutionsprodukten in nichtflüchtige (Alkyliden-) Verbindungen umgesetzt.
  • Die vom Erfinder ausgeführten Versuche hatten immer den gleichen Erfolg, nämlich daß der mit dem Benzidin behandelte Äther immer weniger schnell Peroxyde bildete als der nicht vorbehandelte, und weiter daß der Natriumäther sogar auch dann noch peroxydierte, wenn frisches Natrium vorhanden war, der Benzidin-Natrium-Äther dagegen nicht, was mittels der Ferrorhodanidreaktion nachgewiesen wurde.
  • Dieses ganze Tatsachenmaterial gab Veranlassung zu der vorliegenden Erfindung, welche darin besteht, daß man gewöhnlichen Äther (spez. Gew. 0,722) oder vorzugsweise gereinigten Äther, welcher aber noch Peroxyde bilden kann, mit Benzidin oder seinen Substitutionsprodukten behandelt, worauf man den auf diese Weise gereinigten Äther in bekannter Weise vom Reinigungsmittel durch Abgießen, Filtrieren usw. trennt und schließlich destilliert.
  • Unter Behandlung von Äther mit Benzidin ist das Zusammenbringen des Äthers mit dem Reinigungsmittel zu verstehen, das auf beliebige Art erfolgen kann, z. B. indem man den Äther über Benzidin stehenläßt oder damit schüttelt. Die Behandlung kann bei jeder beliebigen Temperatur ausgeführt werden. Naturgemäß ist die Behandlungsdauer sowohl abhängig von der mechanischen Einrichtung der Apparate als auch von der größeren oder geringeren Reinheit des vorgereinigten Äthers.
  • Es ist klar, daß sich dieser keine Peroxyde bildende Äther auch herstellen läßt, wenn man Benzidin oder seine Substitutionsprodukte in vorgereinigtem Äther löst und die Mutterlauge nach dem Auskristallisieren und Trennen von den kristallätherhaltigen Benzidinkristallen destilliert.
  • Das Benzidin, welches zu diesem Verfahren benutzt wird, ist Benzidin puriss., oder noch besser das Benzidin, welches als Rückstand bei der Kristallätherherstellung erhalten wird. Beim Verfahren nach der vorliegenden Erfindung erhält man aus gewöhnlichem Äther (spez. Gew. 0,722) oder aus in bekannter Weise gereinigtem Äther ein stabiles Produkt, das in verkorkten Flaschen aufbewahrt werden kann und-welches an der Luft keine Peroxyde bildet.
  • Zum Beweis dieser Tatsache kann folgender Vergleich der nach den verschiedenen Methoden gereinigten Ätherarten und des mit Benzidin gereinigten Äthers dienen. Beispiele Es wurde die Autoxydationsgeschwindigkeit von 6 Arten gereinigten Äthers miteinander verglichen, und zwar die von i. technischem Äther, 2. Äther, gereinigt nach C 1 o v e r (Journ. Amer. Chem. Soc. Bd. 44, S. IIo7 [z922]), 3. mit Phenylhydrazin gereinigtem Äther, 4. mit Natrium gereinigtem Äther, 5. Kristalläther, 6. Na-Äther, behandelt nach dem vorliegenden Verfahren, 7. technischem Äther, in gleicher Weise behandelt wie unter Nr. 6.
  • Um die Autoxydation zu verfolgen, wurde die Methode von Clover gebraucht. Je zwei mit dem betreffenden Äther bis . auf 2/3 gefüllte gläserne Stöpselflaschen wurden dem Sonnenlicht ausgesetzt. Zur Bestimmung der vorhandenen Menge von Peroxyd wurden einige Kubikzentimeter Äther in einer verdünnten Jodkaliumlösung gelöst, sodann mit Schwefelsäure angesäuert und nach 5 Minuten Stehenlassen titriert.
  • Die Ätherarten wurden vor und nach der Belichtung mit Neßlers Reagens untersucht. i. Technischer Äther (der keine Reaktion mit Jodkaliumstärkelösung zeigte) Es wurde festgestellt, daß technischer Äther nach 2 Monaten pro Ioo ccm Äther o,o24 g aktiven Sauerstoff enthielt. Nach 6 Monaten enthielt der Äther in der einen Flasche 0,o8 g, in der zweiten Flasche o,oo8 g pro Ioo ccm Äther aktiven Sauerstoff, so daß er offenbar sehr unstabil geworden war und eine Zersetzung unter Aldehydbildung stattgefunden hatte. 2. Äther nach Clover Äther nach Clover ist Äther, welcher einige Male mit 1/3 seines Volumens Wasser geschüttelt wird, den man daraufhin i Monat über 20prozentiger NaOH stehenläßt und schließlich abdestilliert.
  • Dieser Äther gab keine Reaktion mit Neßlers Reagens, auch nicht mit jodkaliumstärkelösung. Rhodaneisen gab eine starke Reaktion. Er enthielt Spuren Alkohol und ziemlich viel Wasser. Flasche A Aktiver 0 6 Wochen o,0096 g 8 - 0,0I20 g I2 - 0,01529 Flasche B Aktiver 0 6 Wochen 0,oo88 g 8 - o,oI28 g I2 - o,oI6o g 3. Mit Phenylhydrazin- gereinigter Äther Vor der Belichtung zeigte dieser Äther eine schwache Alkylenreaktion, außerdem reagierte er mit Neßlers Reagens und schwach mit Ferrorhodanid. Flasche A Aktiver 0 6 Wochen o,oo8o g 8 - o,oI84 g I2 - 0,02409 Flasche B Aktiver 0 6 Wochen o,oo96 g 8 - 0,0200 g I2 - 0,0256 g Nach 12 Wochen trat mit Neßlers Reagens und Ferrorhodanid eine starke Reaktion auf: Weiter enthält der Äther eine große Menge Aldehyd. 4. Na-Äther Dieser Äther entsprach den Anforderungen der Pharmacop. Neerland. IV, nur gab er nach einigem Stehen mit Ferrorhodanid eine schwache Reaktion. Flasche A Aktiver 0 6 Wochen o,oo96 g 8 - 0,01449 I2 - o,oI68 g Flasche B Aktiver 0 6 Wochen o,oo88 g 8 - 0,0136 g I2 - 0,01529 5. Kristalläther Flasche A Aktiver 0 6 Wochen 0,000 g 8 - 0,000 g I2 - 0,000 g Spur Ferrorhodanidreaktion, nicht titrierbar. Nach 4 Monaten ganz schwache Jodkaliumstärkereaktion; nach 5 Monaten noch immer nicht titrierbar. Flasche B Aktiver 0 6 Wochen 0,000 g 8 - 0,000 g I2 - 0,000 g Nach 4 Monaten schwache Ferrorhodanidreaktion; nach 5 Monaten keine Reaktion mit Jodkaliumstärke. 6. Na-Äther, welcher mit Benzidin behandelt und dann abdestilliert worden war Vor der Belichtung gab Neßlers Reagens keine Reaktion; Spuren Alkylene. Flasche A Aktiver 0 6 Wochen 0,000 g 8 - o,oo8 g I2 - o,ooI6 g Flasche B Aktiver 0 6 Wochen 0,000 g 8 - 0,000 g I2 - 0,o08 g 7. Technischer Äther nach Beispiel 6 Flasche A Aktiver 0 6 Wochen o,oooI g 8 - o,ooo9 g I2 - 0,00I8 g Flasche B Aktiver 0 6 Wochen 0,0000 g 8 - 0,0002 g I2 - o,ooI6 g Hieraus geht hervor, daß durch die Behandlung mit Benzidin nicht nur die Peroxyde zerstört werden, sondern der Äther auch stabiler wird.
  • Merkwürdig war, daß dieser Einfluß immer stärker war, je nachdem die Vorbehandlung des Äthers eine mehr intensive war. Die größte Stabilität zeigen also der Kristalläther und Äther, welcher mit Benzidin nach dem neuen Verfahren behandelt worden ist; auch fällt es auf, daß der mit Phenylhydrazin behandelte Äther sehr instabil ist. Man fand auch, daß überhaupt Äthersorten verschiedenster Herkunft nach Behandlung mit Benzidin und Destillation nahezu vollständig stabilisiert waren und keine Neigung zur Bildung von Peroxyden zeigten. Ausführungsbeispiel Zur Herstellung des nicht peroxydierenden Äthers nach der Erfindung löst man so viel Benzidin in der zu reinigenden Äthersorte auf, bis sich eine gesättigte ätherische Lösung bildet. Es lösen sich bei 35' 23,3 g Benzidin pro Liter Äther auf, was immer nach halbstündigem Kochen am Rückflußkühler der Fall ist. Auf diese Weise löst man in 9 1 Äther bei 35' 120 g Benzidin auf, kühlt nach halbstündigem Kochen am Rückflußkühler auf Io ° ab, wobei ungefähr 75 g Benzidin auskristallisieren, gießt die bei Io ° gesättigte Benzidinlösung von den Kristallen in einen Kolben ab und destilliert, wobei man als Destillat einen reinen, nicht peroxydierenden Äther erhält.
  • Die Herstellung eines Äthers, worin sich keine Peroxyde bilden, ist von großer Bedeutung für technische, für medizinische sowie für wissenschaftliche Zwecke. Wiederholt schon traten durch die Gegenwart von Peroxyden im Äther gefährliche Explosionen auf, welche bei Verwendung des nach der Erfindung gereinigten Äthers nicht vorgekommen wären.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung eines nicht peroxydierenden Äthers, dadurch gekennzeichnet, daß man gewöhnlichen Äther (spez. Gew. o,722) oder vorzugsweise gereinigten Äther mit Benzidin oder seinen Substitutionsprodukten behandelt, woraufhin man auf diese Weise behandelten Äther in bekannter Weise vom Reinigungsmittel trennt und destilliert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man Benzidin oder seine Substitutionsprodukte aus vorgereinigtem Äther auskristallisieren läßt und die von den Kristallen getrennte Mutterlauge destilliert.
DEN23396D 1923-07-21 1924-07-19 Verfahren zur Herstellung eines nicht peroxydierenden AEthers Expired DE478388C (de)

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