-
Girlandenartiger Christbaumschmuck Gegenstand der Erfindung ist ein
neuer girlandenartiger Christbaumschmuck, bestehend aus zwei oder mehreren miteinander
verzwirnten Girlanden von gleicher oder verschiedenartiger Ausführungsform, von
gleicher oder verschiedener Färbung und von gleichem oder verschiedenem Längsschnitt.
Dieser Christbaumschmuck ist _ viel wirksamer als der bisherige aus einzelnen Girlanden
bestehende Christbaumschmuck, weil durch die Vereinigung mehrerer bekannter Einzelgirlanden
zu einer Doppel- bzw. Mehrfachgirlande eine erhöhte Schmuckwirkung hervorgerufen
wird.
-
Das Verfahren zur Herstellung des neuen Christbaumschmucks wird zweckmäßigerweise
derart ausgeführt, daß man zwei oder mehr Wickelvorrichtungen bekannter Art hintereinanderschaltet
und die auf den einzelnen Wickelvorrichtungen hergestellten Girlanden durch einen
allen Wickelvorrichtungen gemeinsamen Drillwagen zu einer einzigen Girlande vereinigt.
-
Auf der Zeichnung ist eine derartige Vorrichtung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht.
-
Um eine in einem Lagerbock i steckende Hülse 2 dreht sich eine Scheibe
3 mit Antriebsrillen q., mit mehreren, auf losen Wellen 5 sitzenden Spulen 6 und
mit einem durch zwei verstellbare Stege 7 gehaltenen Ring B. Am hopf 9 der Hülse
2 ist festgeschraubt ein Bügel io mit zwei übereinanderliegenden Spangen i i und
mit einer zwischen die Spangen i i geklemmten Zunge i2. Zu beiden Seiten der Zunge
i2 sitzt auf einem Schwenkarm 13 je eine an ihrem Umfange gerillte Rolle i4.. Die
Schwenkarme 13 sind mittels ihrer Zapfen 15 in einem festen Bock 16 gelagert.
Die F:ollen 14 =werden durch einen Schraubenbolzen 37 mit einer übergezogenen Schraubenfeder
18 auf einen der Zungenbreite .2 entsprechenden Abstand eingestellt und durch die
Muttern i9 gehalten. Seitlich vom Bock 16 sind zwei weitere Rillenrollen 2o und
21 auf festen Zapfen 22 drehbar gelagert.
-
Zwischen den Rollen 14 greifen Tiber die Zunge i- die Schneidschenkel
23, 24 einer Schere, deren einer Schenkel 23 in einem Auge 25 fest verschraubt ist,
während der andere Schenkel 24 um einen im Schenkel 23
sitzenden Zapfen 26
schwingt und durch seinen Griff 27 mit einer Schubstange 28 gelenkig in Verbindung
steht. Das Auge 25 ist mit einem Lappen 29 auf einen Doppelhebel 3o aufgeschraubt,
der um den feststehenden Zapfen 3 r schwingt und dessen Arm 32 gelenkig mit einem
Lenker 33 gekuppelt ist. Auf dem Lenker 33 ist ein Bolzen 34 angebracht, gegen den
ein Nocken 35 einer Welle 36 anschlägt. Durch einen um die Welle 36 sich legenden,
geschlossenen Bügel 37 ist der Lenker.33 schlitzgeführt. Hinter dem Lagerbock
i im Bereich der Lagerhülsenbohrung ?-
sind eine oder mehrere Garnrollen 38
angeordnet. Zu beiden Seiten des Bockes 16 befinden sich in der Höhe der Rollen
1q. je eine
Öse 39 und hinter den Ösen 39 eine oder mehrere Garnrollen
40.
-
In angemessener Entfernung von der geschilderten Vorrichtung ist eine
nahezu gleiche Vorrichtung aufgebaut, bestehend aus der Lagerung 41, der Scheibe
42 mit den Spulen 43, der verstellbaren Ringauflage 44 und den Rollen 45, 46, 47,
48. Die Zunge 49 ist entsprechend dem herzustellenden dünneren Strang schmäler gehalten.
Der festgespannte Schenkel 5o der Schere ist ebenfalls auf einem festen Zapfen 51
beweglich gelagert, aber durch den Lenker 52 festgestellt. Der bewegliche Schenkel
53 steht wie der Schenkel 27 unter dem Einfluß einer Schubstange 54. Hinter
der Lagerhülse 41 sind ebenfalls eine oder mehrere Garnrollen 55 angeordnet. Zu
beiden Seiten des Bockes 56 befinden sich in Höhe der Rollen 45 und 46 die Ösen
57 mit den dahinterliegenden Garnrollen 58. Beide Vorrichtungen durchlaufen zwei
parallele, von Rollen 59 getragene Drähte 6o derart, daß diese genau an den Schmalkanten
der beiden Zungen 12 und 49 entlanggleiten.
-
Die Wirkungsweise der geschilderten Vorrichtung ist folgende: Von
den Spulen 38 werden mehrere Garnfäden 61 durch die Bohrung der Lagerbüchse 2 an
der Zunge 12 entlang über die Rollen 14, 2o und 21 gezogen und mit dem auf der Zeichnung
nicht veranschaulichten Drillhaken des Zwirnmaschinenwagens verknotet. In gleicher
Weise zieht man die Garnfadenbündel 62 von den Spulen 55 durch die Bohrung der Hülse
41 hindurch über die Rollen 45, 46, 47, 48, 2o, :21 und verknüpft sie ebenfalls
mit den Drillhaken des Zwirntnaschinenwagens. Weiterhin fädelt man die Garnfäden
63 der Spulen 4o durch die Ösen 39, zieht sie über die Rollen 14, 2o, 21 und verknüpft
sie mit den Drillhaken. Ebenso fädelt man die Garnfäden 64 der Spulen 58 durch die
Ösen 57 und führt sie über die Rollen 45, 46, 47, 48, 20, 2z, um sie dann mit den
Drillhaken zu verknoten. Schließlich zieht man die Plättfäden 65 der Spulen 6 über
den Ring 8 sowie die Plättfäden 66 der Spulen -.3 über den Ring 44 und wickelt diese
Plättfäden derart um die Zungen 12 und 49, daß sie sich zu beiden Seiten der Zungen
an den Drähten 6o brechen und die Drähte 6o sowie die Garnfadenbündel 61, 62 einschließen.
-
Nunmehr wird der Antrieb der Vorrichtung eingeschaltet. Die Scheiben
3 und 42 drehen sich mit entsprechender Geschwindigkeit um ihre Lagerhülsen 2 und
41. Die Scheren 27 und 53 klappen, bewegt durch die Schubstangen 28 und 54, auf
und zu, die Welle 36 mit dem Nocken 35 setzt sich in Drehung und die Rollen 59 bewegen
die endlosen Drähte 6o in Pfeilrichtung a an den Zungen 12 und 49 vorbei. In gleicher
Richtung bewegt sich auch der auf der Zeichnung nicht veranschaulichte Zugwagen
mit den Drillhaken, die ebenfalls rasch umlaufen.
-
Durch die Fortbewegung der Drähte 6o sowie der vom Drillwagen angezogenen
Garnfadenbündel 61, 62, 63, 64 wird die Plättwicklung der Zungen i2, 49 in die Scheren
23, 24, 50, 53 hinein- und von den Zungen heruntergeschoben. Von den Scheren wird
die Plättwicklung entzweigeschnitten, so daß einzelne Plättschnitzel entstehen,
die in Gestalt von kleinen Bügeln zu beiden Seiten der Scheren auf den Garnfadenbündeln
61, 62 und den Drähten 6o hängen. Die Garnfadenbündel 63, 64 bewegen sich neben
den Plättschnitzeln fort.
-
Beim Durchlaufen der Strecken zwischen den Rollee 14, 45, 46 einerseits
und 2o, 2z, 47, 48 _ anderseits beginnen die einzelnen Garnfäden 61, 63 und 62,
64 sich unter der Einwirkung der Drillhaken allmählich schraubenförmig umeinander
zu legen, wobei die Plättschnitzel ebenfalls eine radiale Bewegung, ausführen und
zwischen den Garnfäden eingespannt werden. Der Einfluß dieser Verdrillung reicht
bei den Garnbündeln 61, 63 bis an die Rollen 14 und bei den Garnbündeln 62, 64 bis
an die Rollen 45, 46 zurück, ist zwischen den Rollen 2o, 2z und 14 bzw.47, 48, 45
und 46 jedoch noch sehr gering. Sobald die Garnbündel die Rollen 2o, 2i bzw. 47,
48 verlassen, setzt eine äußerst intensive Verdrillung der Garnbündel ein, so daß
diese mit den Plättschnitzeln fest verbunden werden. Dabei bilden die Garnbündel
eine starke Seele, während die Plättschnitzel radial von dieser Seele abstehen,
also die bekannte Girlande entsteht, welche als Christbaumschmuck gern verwendet
wird.
-
Bei den Rollen 2o, 21 läuft die vollkommen fertige Girlande 67. und
die nur schwach verdrillte Girlande 68 zusammen, um nunmehr fest miteinander verzwirnt
zu werden. Hierbei legen sich die Garnfadenbündel 61, 63 mit ihren Plättschnitzeln
so dicht um die Girlande 67 als Seele, daß die schraubenförmige Anordnung der Plättschnitzel
verschwindet und die von den Rollen 14 herkommenden Plättschnitzel gleichsam einen
schimmernden Mantel um die Girlande 67 bilden, wenn man für die beiden Girlanden
verschiedenfarbige Plättschnitzel verwendet. Naturgemäß können für die beiden Girlanden
aber auch gleiche Farben verwendet werden. Läßt man die Schere 23, 24, gesteuert
durch den Nocken 35 und Zapfen 34, eine wagerechte Bewegung gegen die Nasenseitenkanten
hin ausführen, so schneidet die Schere einmal rechts und einmal
links
mehr Plättschnitzel weg, so daß die Girlanden 68 einmal stärker und einmal schwächer
ausfallen.
-
Da die Farben der einzelnen Girlanden voneinander getrennt, also gut
sichtbar sind, lassen sich nach vorliegendem Verfahren im Verein mit den verschiedenen
Formgebungen die reizvollsten Zusammenstellungen erzielen. Naturgemäß kann auch
die zweite Schere 50, 53 mit dem Lenker 52 verstellbar sein, und der Zulauf der
Girlanden 67 kann derart eingestellt «-erden, daß eine Verdickung der Girlanden
67 mit einer Querschnittverringerung der Girlanden 68 zusammenfällt o. dgl. Überhaupt
können Girlanden mit den verschiedensten Ouerschnitten und Längsschnitten hergestellt
werden. Statt des einfarbigen Plättfadens können auf die Spulen 6 und .13 auch Plättfäden
verschiedener Farbe aufgewickelt werden, ebenso wie an Stelle der Garnstränge 61,
62, 63, 64 auch dünne Drähte verwendbar sind. An Stelle von Plättfäden eignet sich
ebensogut Baumwolle, Chenille, Kunstseide u. dgl. Werkstoff. Die fertige Doppelgirlande
kann man unterteilen und die Teile als Zapfen verwenden, zu Kränzen biegen, zu Sternen
zusammensetzen o. dgl.; auch kann man drei und mehr Wickelvorrichtungen hintereinanderschalten.