DE476786C - Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kunstseide und anderen Gebilden aus Celluloseloesungen nach dem Trockenspinnverfahren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kunstseide und anderen Gebilden aus Celluloseloesungen nach dem TrockenspinnverfahrenInfo
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Erzeugung von Kunst-• seide und anderen künstlichen Textilerzeugnissen
aus Celluloselösungen nach dem Trockenspinnverfahren.
Der Ausdruck »CelluloselösungK umfaßt in dieser Beschreibung und den Patentansprüchen
Lösungen von Celluloseverbindungen, wie Cellulosenitrat, Celluloseacetat, Alkyl-, Aryl- und
Aralkylcellulose und andere gemischte und nichtgemischte Ester und Äther von Cellulose,
in Äther, Alkoholäther und anderen flüchtigen Lösemitteln oder Mischungen von Lösungsmitteln,
wie diese für die Erzeugung von Kunstseide und anderen künstlichen Textilerzeugnissen
verwendet werden können.
Bei der Erzeugung von Kunstseide aus Lösungen der erwähnten Art mittels des sogenannten
Trockenspinnverfahrens ließ man die Spinnlösungen meistens aus feinen Öffnungen in
einer erwärmten Atmosphäre austreten, so daß infolge der Verdampfung des flüchtigen Lösemittels
die Celluloseverbindung fest wurde. Obschon man bereits vorgeschlagen hatte, das
Spinnen aufwärts auszuführen, folgte man öfters dem umgekehrten Weg. Dieses Spinnen
nach unten geschah bisher immer in einer geschlossenen Kammer, weil man dieses für nötig
erachtete, um Luftwirbelungen zu unterdrücken und das Lösemittel zurückgewinnen zu können.
Im allgemeinen wurde die Luft in der Kammer erwärmt, z. B. indem Heizungsspiralen
in dem Unterteil der Kammer angeordnet wurden.. Dabei stieg die erwärmte Luft nach
oben und wurde im Oberteil der Kammer mit den Dämpfen des flüchtigen Lösemittels abgeführt.
Auch hat man bereits vorgeschlagen, keine Erwärmung in der Kammer zu verwenden und das Aufwickeln des Gespinstes in einer
zweiten, gesonderten Kammer auszuführen, welch zweite Kammer erwärmt wurde und zur weiteren Abführung des verdampften Lösemittels
nach einer Wiedergewinnungsvorrichtung für dieses Lösemittel diente.
Ferner ist es bekannt, in einer geschlossenen Kammer einen Gasstrom zu leiten oder umlaufen
zu lassen, bestehend aus Luft, die eine große Menge des flüchtigen Lösemittels enthält.
Man bezweckte damit den Querschnitt des Fadens gleichmäßiger zu gestalten.
Da die flüchtigen Lösemittel meistens ziemlich teuer sind, lag es auf der Hand, daß
man der Zurückgewinnung des Lösemittels große Attfmerksamkeit widmete und daß man
eine geschlossene Kammer für notwendig hielt, um so mehr, weil man damit versuchte, dem
Auftreten von Wirbeln in der erwärmten oder nichterwärmten Atmosphäre möglichst vorzubeugen,
die einen sehr ungünstigen Einfluß auf das Spinnverfahren ausüben. Auch ein glatter,
regelmäßiger Querschnitt des Fadens ist beim Verspinnen von Kunstseide eine Hauptforderung,
der man daher in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet hat.
Alle in dieser Beziehung gemachten Vorschlage enthalten jedoch gewisse Nachteile.
So verlangt das Verspinnen in einer kalten, nichterwärmten Atmosphäre eine gesonderte
zweite Kammer, wodurch die Bedienung der ganzen Vorrichtung nur schwieriger wird. Dieser
Nachteil haftet auch dem Vorschlag an, das Verspinnen in einer Dämpfe des Lösemittels
enthaltenden Atmosphäre auszuführen, während schließlich die Bedienung einer geschlossenen
Kammer, auch wenn dieselbe am Unterteil mit einem an der Innenseite polierten, trichterförmigen
Unterstück versehen, nicht bequem ist.
Diese Übelstände können nun durch vorliegende Erfindung beseitigt werden, bei der
außerdem die untenstehend näher erläuterten Vorteile erhalten werden.
Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Celluloselösungen
aus feinen Öffnungen in einem langsam auf-3a steigenden Gase, dessen Temperatur aufwärts
gleichmäßig zunimmt, nach abwärts austreten. Auch kann das Verfahren in einer unten offenen Kammer
ausgeführt werden.
Das Aufsteigen des Gases regelt man gemaß der Erfindung am besten mittels eines an
der oberen Seite der Kammer angeordneten Abzuges.
Des weiteren umfaßt die Erfindung eine Vorrichtung zum Ausführen des neuen Verfahrens,
bestehend aus einer senkrechten oder nahezu senkrechten Kammer, die gänzlich oder nahezu
gänzlich von einer Erwärmungsvorrichtung umgeben ist und die an der oberen Seite in der
Nähe der Austrittsöffnung für die Spinnlösung einen Abzug für das aufsteigende Gas enthält.
Die Vorrichtung zeigt gemäß der Erfindung vorzugsweise das Kennzeichen, daß die Kammer
unten offen ist.
Durch das langsame Emporsteigen des Gases, in welchem die Spinnlösung nach abwärts austritt,
und durch die allmähliche Erhöhung der Temperatur des aufsteigenden Gases erzielt
man bei geeigneter Regelung des Abzuges des Gases, welches die Dämpfe des Lösemittels enthält,
ein völliges Vermeiden von Wirbeln, die das Spinnverfahren sehr ungünstig beeinflussen.
Außerdem erzielt man den großen Vorteil, daß das Verdampfen des Lösemittels in einer Atmosphäre
stattfindet, die eine genügende Menge des Lösemittels enthält, ein Umstand, der bekanntlich
das Erzeugnis sehr günstig beeinflußt. Nach der Erfindung erhält man diesen günstigen Erfolg ohne jene verwickelten Vorrichtungen,
die man hierfür vorgeschlagen hat.
Bei Anwendung einer unten offenen Kammer wird man bei geeigneter Regelung der Temperatur
und der Abzugsgeschwindigkeit der Gase keine Verluste an Lösemitteln haben, während die Kammer bequemer zugänglich ist.
Es ist klar, daß es in diesem Falle erwünscht ist, die Temperatur außerhalb der Kammer,
wenigstens in der Nähe ihrer offenen unteren Seite, etwas niedriger als die niedrigste Temperatur
in der Kammer zu halten.
Zur Erläuterung der Erfindung wird nachstehend eine Äusführungsform des Verfahrens
und der Vorrichtung an Hand der anliegenden schematischen Zeichnung beschrieben.
ι ist eine vertikale metallene Kammer von ungefähr 2 m Länge und einem Durchschnitt
von ungefähr 25 cm. Diese Kammer besitzt oben eine Öffnung, durch welche ein Zufuhrrohr 2
für die Spinnflüssigkeit ragt. In diesem Zufuhrrohr 2 ist eine an sich bekannte Spinnpumpe 3
angeordnet, die die Spinnlösung mit regelbarer Geschwindigkeit durch das Rohr 2 zur Spinndüse
4 führt. Die Spinnflüssigkeit tritt durch feine Öffnungen der Düse 4 aus und fällt durch
das langsam aufsteigende Gas in der Kammer 1 "nach unten, wo das Gespinst 5 mittels einer
Wickelvorrichtung 6 aufgenommen und gegebenenfalls unmittelbar gezwirnt wird. Er-
-wünschtenfalls kann das Gespinst 5 auch mit Hilfe eines Fadenführers 7 seitwärts abgeführt
werden. - ■. ■ ■
Um die Kammer 1 herum befindet sich ein Mantel 8, in welchem eine Heizflüssigkeit kreist,
die bei 9 eingeführt wird und bei 10 wieder austritt. Durch Regem der Temperatur dieses
Erwärmungsmittels in Zusammenhang mit seiner Geschwindigkeit kann man eine allmählich
abnehmende Temperatur in der Richtung von oben nach unten erhalten.
Beim Verspinnen einer Lösung von Acetylcellulose in Aceton ist eine geeignete Tem- 10g
peraturverteilung in der Kammer, z. B. oben ungefähr 50 ° und unten ungefähr 20° C
An der oberen Seite enthält die Kammer 1 eine zweite Öffnung, durch welche ein Rohr 11
mit Absaugevorrichtung 12 angeordnet ist. Das "o
Rohr 11 führt zu einer nicht gezeichneten Vorrichtung
zur Zurückgewinnung des Lösemittels. Durch die Erfindung erhält man in erster
Linie eine einfache Vorrichtung, die bequem zu bedienen und zugänglich ist. In zweiter
Linie ist man imstande, senkrecht unter der Spinndüse aufzuwickeln, wobei man sogar auf
die Verwendung eines bewegenden Fadenführers verzichten kann, was ein weiterer Vorteil der
Erfindung ist. Man erhält ferner ein ruhiges, gleichmäßiges Spinnverfahren und eine Rückgewinnung
des Lösemittels ohne Verluste,
während schließlich der Querschnitt des Fadens günstig beeinflußt wird.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Erzeugung von Kunstseide und anderen Gebilden aus Celluloselösungen nach dem Trockenspinnverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnlösungen in einer vorzugsweise nach untenίο offenen Kammer aus feinen Öffnungen in einem langsam aufsteigenden Gase nach abwärts austreten, dessen Temperatur nach aufwärts gleichmäßig zunimmt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des Aufsteigens des Gases in der Kammer mittels eines an der oberen Seite der Kammer angeordneten Abzuges geregelt wird.
- 3. Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine senkrechte oder nahezu senkrechte Kammer, die gänzlich oder nahezu gänzlich von einer Erwärmungsvorrichtung umgeben ist, an der oberen Seite in der Nähe der Austrittsöffnungen für die Spinnlösung einen regelbaren Abzug für das aufsteigende Gas enthält.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer unten offen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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