DE47593C - Neuerung an dem durch Patent Nr. 42468 geschützten Ofen zur Darstellung von Bariumhydroxyd aus Bariumcarbonat. (2 - Google Patents

Neuerung an dem durch Patent Nr. 42468 geschützten Ofen zur Darstellung von Bariumhydroxyd aus Bariumcarbonat. (2

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DE47593C
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R. SCHNEIDER in Dresden-Altstadt, Hohestr. 4
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00—Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/02—Oxides or hydroxides
    • C01F11/04—Oxides or hydroxides by thermal decomposition
    • C01F11/06—Oxides or hydroxides by thermal decomposition of carbonates

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KXASSE 75: Soda, Potasche und Alkalien.
RICHARD SCHNEIDER in DRESDEN.
Zweiter Zusatz zum Patent No. 42468 vom 27. Februar 1887.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 17. October 1888 ab. Längste Dauer: 26. Februar 190a.
Bald nach den ersten Ausführungen des dem Patente No. 42468 zu Grunde liegenden Verfahrens stellte sich heraus, dafs einerseits die Anwendung der Mittel zur Durchführung des Verfahrens und andererseits der in No. 42468 beschriebene und patentirte Ofen in mancherlei Beziehungen Aenderungen erfahren können, welche den Bau und den Betrieb des Ofens vereinfachen und daher billiger gestalten, ohne dafs der Grundgedanke der Erfindung verlassen würde.
Zu solchen Vereinfachungen gehört zunächst, dafs der langgestreckte Vorbau P (s. Patent-Anspruch No. 42468) durch einen viel kürzeren ersetzt werden, und dafs man unter Umständen von dem Einblasen von Wasserdampf absehen kann. Es genügt in vielen Fällen, diesen Vorbau ganz kurz zu gestalten (s. Fig. 2 und 3), so dafs derselbe nur als ein überdeckter Auslauf erscheint. In anderen Fällen wieder kann man sogar von einer Ueberwölbung des Vorbaues ganz absehen und denselben mehr nur als einen Ablauf (s. Fig. 4 und 5) ausführen. Dieser Ablauf kann dann ferner entweder ganz offen bleiben oder durch eine Mauer, oder durch angebrachte Bleche seitlich begrenzt werden. Die Anwendung dieser seitlichen Begrenzungen bezw. die Ueberwölbung empfiehlt sich, um die am Ofen beschäftigten Arbeiter beim Abstich desselben gegen herumspritzende Tropfen und gegen die strahlende Wärme zu schützen.
Wie in der Haupt-Patentschrift dargestellt, wird, je nach dem chemischen Befunde einer dem Ofen entnommenen Probe, mag der Ablauf wie auch immer gestaltet sein, beim Abstiche auf die flüssige Bariumoxydmasse Wasserdampf aufgeblasen oder nicht.
Die Verwendung des Wasserdampfes hängt nun in der Hauptsache von der Führung des Ofens bezw. des sich in demselben vollziehenden Prozesses ab; es ist darum sehr wohl möglich, ohne das ganze Verfahren in Frage zu stellen, in sonst geeigneten Fällen von dem Aufblasen von Wasserdampf überhaupt ganz abzusehen.
Weiterhin kann der auf der anderen Seite des Ofens liegende Vorbau, »der mit schräger Sohle ansteigende Schacht JV«, einer Aenderung unterliegen, ohne dafs das Princip des Ofens, sowie das patentirte Verfahren selber berührt wird, und zwar insofern, dafs man entweder die Sohle dieses Vorwärmschachtes JV horizontal anordnet, wie dies Fig. 2 zeigt, oder, dafs man, wenn es örtliche Verhältnisse wünschenswerth erscheinen lassen, dem Vorwärmschachte eine von unten nach dem Ofen zu ansteigende Sohle giebt (s. Fig. 4).
Bei der in Patentschrift No. 42468 dargestellten Construction müssen die zu verarbeitenden Massen auf irgend eine Weise auf die Arbeitsbühne M hinaufbefördert werden, was, wenn nicht zufällig günstige örtliche Verhältnisse vorhanden sind, mit Kosten verknüpft

Claims (2)

ist. Diese letzteren zu ersparen, ist Zweck der einen oder, der anderen der erwähnten Aenderungen. Dabei ist zweckmäfsig, falls Ersparnifs an Menschenkraft geboten erscheint, sich in einem wie in dem anderen Falle eines geeigneten mechanischen Hülfsmittels, z. B. einer Förderschnecke. oder dergleichen, zu bedienen. Demzufolge werden also, wie die Fig. 4 und 5 andeuten, die zu bearbeitenden Massen, anstatt sie mit der Hand in den Vorwärmschacht zu bringen, einfach von der Arbeitsbühne bezw. dem Fabriksfufsboden M aus bei m in eine Förderschnecke T, welche mittelst Getriebes t Antrieb empfängt, eingeworfen, darin vorwärts bezw, in die Höhe befördert, um dann, bei η sich aufbauend, zu trocknen und von dort in den eigentlichen Schmelzraum hinabzustürzen. Wie im Haupt-Patente beschrieben, werden die betreffenden Massen mit Hülfe von theilweise aus dem eigentlichen Ofenraume O durch die kleinen Schornsteine S1 und S2 abgesaugten Feuergasen getrocknet u. s. w. Die übrige Construction des Ofens erleidet dem Wesen nach keine Aenderung, mit Rücksicht auf den Umstand nur, dafs der Ofen gröfsere Abmessungen, als anfänglich in Aussicht genommen, in manchen Fällen erhalten mufs, ergeben sich für die Construction des Ofens, soweit sich dieselbe auf Veränderungen bezw. gegenseitige Lage der Regeneratoren, der Gas- und Luftfüchse, sowie deren Ausmündungen im Ofen selbst beziehen, etliche Abweichungen zweiten Grades, wie solche in den Fig. 1 bis 4 zur Darstellung gebracht sind. Die eingeschriebenen Buchstaben haben dieselbe Bedeutung wie im Haupt-Patente. Nunmehr ist noch eine Weiterentwickelung der unter No. 42468 geschützten Erfindung, soweit dieselbe sich auf das Verfahren selbst bezieht, darzustellen. Unter gewissen Umständen, theils sachlicher, theils localer Art, erweist es sich als vortheilhafter, die, wie in No. 42468 angegeben, mit zur Verarbeitung gestellten, immer mehr oder weniger verunreinigten und mit kohlenstoffhaltigen Massen gemischten Saturationsschlammmassen oder dergleichen nicht einem Schmelzprocesse, sondern, passend geformt, in einem Flammofen, Ziegelbrennofen oder dergleichen einem Glüh- bezw. Sinterungsprocesse zu unterwerfen. Sollen Rohmassen, wie in No. 44010 erwähnt, verarbeitet werden, so empfiehlt sich, je nach deren Beschaffenheit, diesen entweder gar keine oder nur sehr wenig Magnesia oder Kalk in Form von Magnesit, Kalkstein oder Dolomit beizumischen, sondern an Stelle dieser Materialien die entsprechende Menge Kohlenstoff in Form von Sägemehl, Theer, gepulverter Braun- oder Steinkohle oder dergleichen beizumischen und das erhaltene Mischgut, in passende Form gebracht, in. einem Flammofen zu behandeln, wie bereits erwähnt. Die diesem Processe entstammenden zusammengesinterten Massen können vor oder bei dem Herauskrücken aus dem Flammofen, um eine raschere und vollkommenere Auslaugung zu erzielen, mit Wasserdampf behandelt werden. Der sich im Flammofen vollziehende chemische Procefs ist in dem einen wie in dem anderen Falle derselbe, wie der im Patent No. 44010 beschriebene. Die weitere Behandlung der genannten Sintermassen, Auslaugung u. s. w. ist der in den Patenten beschriebenen ganz gleich. Patenτ-Ansprüche : Als Verbesserungen an dem unter No. 42468 geschützten Verfahren und Ofen zu dessen Ausführung:
1. Der Ersatz des in Anspruch 2. des Haupt-Patentes erwähnten Abziehherdes (P) durch einen kleinen, unter Umständen nur als Ablauf gestalteten, überwölbten oder offenen und dann mit oder ohne Seitenwänden versehenen, an den Schmelzraum (O) sich anschliefsenden Raum, in welchem Falle die Anwendung von Wasserdampf unter Umständen entbehrlich wird.
2. Der Ersatz des in Anspruch 3. des Haupt-Patentes gekennzeichneten Vorwärmschachtes (N) durch einen mit horizontaler oder nach dem Ofen zu ansteigender Sohle versehenen Vorwärmschacht N, in welchen die zu bearbeitenden Massen mit Menschenhand oder vermöge irgend eines mechanischen Hülfsmittels (T) hineingebracht und fortbewegt werden.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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