DE473736C - Luftbremseinrichtung - Google Patents
LuftbremseinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Luftbremseinrichtung mit einem Steuerventil, das durch
Druckänderungen in der Zugleitung betätigt wird und die Luftzufuhr zu sowie den Luftauslaß
aus dem Bremszylinder regelt.
Für gewöhnlich enthält das Steuerventil einen Kolben, der auf der einen Seite durch
den Zugleitungsdruck und auf der anderen Seite durch den Druck in einem Hilfsbehälter
oder einem anderen Raum beeinflußt wird, der als Druckluftquelle für die Luftzufuhr
zum Bremszylinder dienen kann und für gewöhnlich. Luft mit Zuigleitungsdruck enthält.
Dieser Raum wird von der Zugleitung aus aufgeladen, wenn der Kolben die Lösestellung einnimmt. Wenn man den Zugleitungsdruck
wieder auf seinen normalen Wert erhöht, um das Lösen der Bremsen durch die Verschiebung des Steuerkolbens in die Löse-
ao Stellung zu veranlassen, dann kann es sich ereignen, daß der Behälter oder der Raum
infolge einer höheren örtlichen Druckwelle in der Zugleitung auf einen höheren als den gewünschten
Druck gebracht wird.
Dieser Fall kann insbesondere dann eintreten, wenn zwecks schnellen Lösens der
Bremsen der Zugleitungsdruck schnell auf seinen normalen Wert gebracht oder gar zeitweise über diesen Wert hinaus erhöht
"wird. Die Erfindung betrifft nun eine Einrichtung, mittels der die Erzeugung eines
höheren als des gewünschten Druckes in dem Behälter oder in dem Raum trotz des Vorhandenseins
eines örtlichen oder allgemeinen Überdruckes in der Zugleitung verhindert wird.
Gemäß der Erfindung erfolgt die Druckluftzufuhr zu der Kammer oder dem Behälter
über ein Ventil, das die Druckluftzufuhr nur dann zuläßt, wenn der Zugleitungsdruck seine
normale oder konstante Höhe hat oder aber die Luftzufuhr drosselt, bis solch ein Zustand
eingetreten ist. Vorteilhaft richtet man das Ventil so ein, daß es die Verbindung zwischen
der Zugleitung und dem Behälter oder der Kammer unterbricht oder drosselt, wenn der
Zugleitungsdruck während des Bremsens vermindert wird oder wenn zwecks Lösens der
Bremsen der Zugleitungsdruck erhöht wird, im letzteren Falle so lange, bis das Lösen
der Bremsen ganz oder nahezu vollendet ist. Durch diese Einrichtung erreicht man, daß
der Druck in dem Räume gleichbleibenden Druck entspricht, der für gewöhnlich während
der Fahrt in der Zugleitung herrscht. Der bei der Betätigung des Steuerventils als
Regelungsfaktor wirkende Druck in dem Raum wird auf diese Weise unter allen Umständen
am ganzen Zuge im wesentlichen konstant und gleichmäßig erhalten.
478736
Bei der Ausführung der Erfindung beeinflußt man zweckmäßig das erwähnte Ventil
durch den Bremszylinderdruck und durch eine diesem entgegenwirkende Kraft, z. B.
durch eine Federspannung, so daß die Verbindung mit dem Raum abgeschnitten wird,
solange der Bremszylinderdruck über die Gegenkraft überwiegt. Dieses Ventil kann mit
einem Steuerorgan verbunden oder durch ίο ein Steuerorgan gebildet werden, welches die
Geschwindigkeit der Wiederaufladung des Raumes regelt, wenn dieser Raum als Quelle
für die Druckluftzufuhr zum Bremszylinder dient. Die Geschwindigkeit des Wiederaufladens
ist dann abhängig von dem Druck, der in dem Raum herrscht, und von dem Druck, der zu irgendeiner Zeit während des
Anziehens oder des Lösens der Bremsen im Bremszylinder wirksam ist.
Auf der Zeichnung sind drei Ausführungsformen der Erfindung in den Abb. i, 2 und 3
dargestellt.
Die Bremseinrichtung nach Abb. 1 enthält ein Steuerventil 1, mit welchem die Luftzufuhr
zu einem Hilfsluftbehälter 2 und zu einem Bremszylinder 3 sowie der Luftauslaß aus dem Bremszylinder mittels der Druckänderungen
in der Zugleitung 4 geregelt wird. Die Geschwindigkeit des Aufladens des Hilfsluftbehälter
2 und des Luftauslasses aus dem Bremszylinder 3 wird von einem Löseventil 5 in der Weise geregelt, daß die Aufladung
von der Höhe des Hilfsbehälterdruckes und des zu irgendeinem Zeitpunkt während des
Anziehens oder des Lösens der Bremsen im Bremszylinder 3 herrschenden Druckes abhängig
ist.
Das Steuerventil 1 enthält einen Kolben 6, der ständig auf einer Seite unter dem Druck
der Zugleitung 4, die an die Kammer 7 auf der rechten Seite des Kolbens über eine
Leitung 8 angeschlossen ist, und auf der anderen Seite unter dem Druck des Hilfsluftbehälters
2 steht. Durch den Kolben 6 wird ein Schieber 9 betätigt, der die Verbindung des Bremszylinders 3 über Leitungen 10 und
11 mit der Kammer 12 im Ventils regelt.
Durch den Kolben 6 wird in seiner Lösestellung auch eine Verbindung zwischen der
So Zugleitung 4 und dem Hilfsluftbehälter 2
hergestellt über die Leitungen 13 und 14, eine Kammer 15 im Ventil 5 und eine Leitung
16. Während einer Bremsung ist diese Verbindung durch den Kolben 6 unterbrochen. Das
Ventil 5 enthält vier Kammern 12, 15, 17 und
18, die durch drei Biegehäute 19, 20 und 21
voneinander getrennt sind. Die Biegehaut 19 ist dem Bremszylinderdruck in der Kammer
12 während des Lösens der Bremsen unterworfen. Die Verbindung der Kammer
12 mit der Atmosphäre wird durch ein Ventil 22, das auf einer die drei Biegehäute verbindenden
Stange 23 sitzt, geregelt. Die Biegehäute 19 und 20 stehen beide ständig
unter dem Einfluß des Hilfsluftbehälterdruckes in der Kammer 15. In der Kammer
18 oberhalb der Biegehaut 21 herrscht Atmosphärendruck.
Die Biegehäute 20 und 21 werden ferner von dem Druck in der Kammer
17 beeinflußt, die durch eine Leitung 23 mit einem Regelbehälter 24 verbunden ist,
welcher seinerseits über eine Leitung 25, ein Ventil 26 und das Steuerventil 1 mit der Zugleitung
4 verbunden ist. Im Ventil 26 ist ein Schieber 27 angeordnet, der durch einen Kolben 28 betätigt wird. Der Kolben 28
steht unter dem Druck des Bremszylinders in der Kammer 29 und unter dem einer Feder 30
in der Kammer 31 auf der anderen Kolbenseite. Die Verbindung zwischen der Zugleitung
und dem Regelbehälter 24 über die Kammer 7 und die Leitungen 13 und 25 wird
durch den Schieber 27 unterbrochen, solange im Bremszylinder 3, der über die Leitung
32 mit der Kammer 29 verbunden ist, noch ein bestimmter Druck herrscht. Die Wirkungsweise ist folgende.
Es sei angenommen, die Bremseinrichtung sei auf ihren normalen Druck aufgeladen und das Steuerventil 1 sowie die dazugehörigen
Ventile 5 und 26 nähmen ihre Lösestellung ein. Wenn nun der Zugleitungsdruck
zwecks Anlegens der Bremsen verringert wird, so verschiebt sich der Kolben 6 des Steuerventils unter dem Einfluß des
Druckes im Hilfsluftbehälter 2. Hierdurch wird die Verbindung des Bremszylinders 2
mit der Atmosphäre über das Auslaßventil 22 der Ventileinrichtung 5 sowie die \ferbindung
der Zugleitung 4 mit dem Hilfsluftbehälter 2 und dem Regelbehälter 24 unterbrochen.
Druckluft fließt dann aus dem Hilfsluftbehälter 2 über eine Leitung 33, eine Kammer 34
im Steuerventil 1 und die Leitung 10 zum Bremszylinder 3.
Um die Bremsen zu lösen, wird der Zugleitungsdruck auf seinen normalen Wert erhöht.
Um nun den Zugleitungsdruck auf seine normale Höhe zu bringen, kann es wünschenswert sein, zeitweise den Zugleitungsdruck
über den normalen Wert hinaus zu erhöhen. Wenn .diese Überhöhung des
Zugleitungsdruckes absichtlich oder infolge einer sich aus irgendeinem Grunde ergebenden
örtlichen Druckwelle stattfindet, dann wird der Steuerkolben 6 schnell in die gezeichnete
Lösestellung bewegt, bei welcher der Bremszylinder über die Leitungen 10 und 11
mit der Kammer 12 des Ventils 5 und von hier durch das Auslaßventil 22 mit der Atmosphäre
verbunden ist. Außerdem wird eine Verbindung zwischen der Zugleitung 4
und dem Hilfsluftbehälter 2 hergestellt über die Leitung 13 und 14, das Ladeventil 35,
die Kammer 15 und die Leitung 16. Der Regelbehälter 24 ist jedoch von der Zugleitung
4 und dem Hilfsluftbehälter 2 abgeschnitten durch den Schieber 27 des Ventils
26, dessen Kolben 28 während des anfänglichen Lösens der Bremsen unter dem in der
Kammer 29 wirksamen Druck des Bremszylinders steht. Man sieht hieraus, daß eine örtliche Überhöhung des Zugleitungsdruckes
die Erzeugung eines höheren als des gewünschten Druckes in dem Regelbehälter'24,
d. h. eines Druckes, der höher ist als der normale Zugleitungsdruck, nicht zur Folge
hat. Der Luftdruck im Regelbehälter 24 und in der Kammer 17 des Ventils 5, mit der der
Regelbehälter 24 in Verbindung steht, dient während des Lösens der Bremsen als Rege-
ao lungsfeder für das Ventil 5, indem nämlich die Drücke des Bremszylinders und des Hilfsluftbehälters
im Druck des Regelbehälters ein Widerlager finden. Das Ladeventil 35, mit welchem die Verbindung zwischen der
Zugleitung 4 und dem Hilfsluftbehälter 2 geregelt
wird, und das Auslaßventil 22, welches die Verbindung des Bremszylinders 3 mit der
Atmosphäre regelt, sind so auf der die drei Biegehäute 19, 20 und 21 des Ventils 5 verbindenden
Stange 23 angebracht, daß sie ein gewisses Spiel haben. Das Auslaßventil 22 wird von einer Feder 36 beeinflußt. Wenn
der Hilfsluftbehälterdruck sich zu schnell erhöht, z. B. infolge einer örtlichen Überhöhung
des Zugleitungsdruckes, dann wird durch den in der Kammer 15 auf der Unterseite
der Biegehaut 20 wirksamen Druck des Hilfsluftbehälters mittels des Ladeventils 35
die Verbindung zwischen der Zugleitung 4 und dem Hilfsluftbehälter 2 über die Leitungen
13, 14 und 16 unterbrochen oder gedrosselt
und das die Verbindung zwischen dem Bremszylinder 3 und der Atmosphäre regelnde Auslaßventil 22 weiter geöffnet. Wenn
andererseits der Bremszylinder 3 im Verhältnis zur Aufladung des Hilfsluftbehälters 2
zu schnell entlüftet wird, dann bewirkt das Ladeventil 35 eine größere Verbindung zwischen
der Zugleitung 4 und dem Hilfsluftbehälter
2, und das Auslaßventil 22 schließt oder drosselt die Verbindung des Bremszylinders
3 mit der Atmosphäre. Man sieht hieraus, daß die Aufladung des Hilfsluftbehälters
2 von dem in ihm herrschenden Druck, ferner von dem im Bremszylinder 3 herrschenden
Druck und schließlich von dem Druck im Regelbehälter 24 abhängig ist, welcher
innerhalb des Ventils 5 als den Drücken des Bremszylinders und des Hilfsluftbehälters
entgegenwirkende Feder dient.
In der Ausführungsform der Erfindung nach Abb. 2 wird an Stelle des als Regelfeder
für das Löseventil dienenden Druckes des Regelbehälters, der nach dem Lösen der
Bremsen aufgeladen wird, der Druck benutzt, der in der Beschleunigerkammer des Steuerventils
herrscht.
Die Beschleunigerkammer 37 des Steuerventils ι (Abb. 2), die während einer Bremsung
mit Druckluft aus der Zugleitung 4 aufgeladen wird, steht über eine Leitung 38 mit der Kammer 17 zwischen den Biegehäuten
20 und 21 des Ventils 5 in Verbindung. Während des Lösens der Bremsen dagegen
wird die Kammer 17 über eine Leitung 39, eine Höhlung 40 im Schieber 41 des Ventils
26, eine Leitung 42 und eine Höhlung 43 im Schieber des Steuerventils entlüftet. Bei
dieser Ausführungsform der Erfindung wird der Hilfsluftbehälter 2 von der Zugleitung 4
über das Ventil 5 einerseits und über eine Leitung 44, eine Höhlung 45 im Schieber 41
des Ventils 26 andererseits aufgeladen. Der Kolben 28 im Ventil 26 ist dem Druck der
über die Leitung 46 mit dem Bremszylinder 3 verbundenen Kammer 29 unterworfen. Die
Verbindung zwischen der Zugleitung 4 und dem Hilfsluftbehälter 2 wird von dem Schieber
41 unterbrochen, solange im Bremszylinder 3 ein bestimmter Druck herrscht. Auf
diese Weise vermeidet man die Erzeugung eines höheren als des gewünschten Druckes
im Hilfsluftbehälter trotz etwaiger örtlicher Überhöhungen des Zugleitungsdruckes. In
der Leitung 48 ist zwischen der Schieberhöhlung 45 und dem Hilfsluftbehälter 2 ein
Rückschlagventil 47 angeordnet. Durch den Schieber 41 wird auch die Verbindung der
Beschleunigerkammer 37 des Steuerventils 1 und der Kammer 17 des Ventils 5 über die
Leitungen 38, 39 und 42 mit der Atmosphäre geregelt. Diese Verbindung ist unterbrochen,
solange im Bremszylinder 3 ein bestimmter Druck herrscht. In diesem Falle steht der
Hilfsluftbehälter 2 ständig über eine Leitung 49 mit der Kammer 15 zwischen den Biegehäuten
19 und 20 des Ventils 5 in Verbindung und wird aus der Zugleitung 4 über
einen Kanal 50, das Ladeventil 35, die Kammer 15 und die Leitung 49 aufgeladen. Die
Geschwindigkeit der Aufladung wird durch das von den Biegehäuten gesteuerte Ladeventil
35 geregelt.
Die Wirkungsweise der Einrichtung nach Abb. 2 entspricht im wesentlichen der der
Einrichtung nach Abb. 1. Jedoch ist im vorliegenden Falle die Aufladung des Hilfsluftbehälters
2 nicht etwa abhängig von den Drücken in einer Regelkammer 24 (Abb. 1)
und im Bremszylinder 3, sondern sie ist abhängig von dem Druck, der in der Beschleunigerkammer
37 des Steuerventils 1 herrscht,
und von dem Druck, der zu irgendeiner Zeit während des Anziehens oder des Lösens der
Bremsen im Bremszylinder 3 herrscht.
In der Ausführungsform der Erfindung nach Abb. 2 können demnach der Hilfsluftbehälter
2 und die Kammer 17 des Ventils 5 zufolge einer Drucküberhöhung in der Zugleitung
4 während des Lösens der Bremsen nicht überladen werden, da während des ίο Lösens der Bremsen sowohl der Hilfsluftbehälter
2 als auch die Kammer 17 von der Zugleitung 4 abgeschnitten sind und da im
Falle eines zu schnellen Aufladens des Hilfsluftbehälters
2 über das Ventil 5 dieses Ventil den Luftdurchgang selbsttätig unterbricht oder drosselt, wie es mit Bezug auf Abb. 1
beschrieben wurde.
In dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 ist die Zugleitung über einen Kanal 53 an
ao eine Kammer 51 auf einer Seite des Steuerkolbens
52 angeschlossen. In der Lösestellung des Kolbens 52 steht die Zugleitung mit der Kammer 54 auf der anderen Seite des
Kolbens 52 über eine Nut 55 in Verbindung. Mit der Kammer 54 ist über eine Leitung 56,
einen Kanal 57 im Kolbenschieber 58 einer Ventileinrichtung 59 und eine Leitung 60 ein
Regelbehälter 61 verbunden, der über eine Leitung 62 und einen kalibrierten Durchgang
63 mit einer Kammer 64 auf der Innenseite eines Ventilsitzes 65 im Steuerventil in
Verbindung steht.
Die Ventileinrichtung enthält einen Kolben 66, der in der Kammer 67 dem Druck des
Bremszylinders, der unmittelbar über die Leitung 68 mit der Kammer 67 verbunden ist, unterworfen ist. Der Kolben 66 wird
ferner von einer Feder 69 beeinflußt. Mittels seiner als Schieber ausgebildeten Kolben-
no stange 58 und einer Feder 70 wirkt er auf
einen Kolben 71 ein, der mit einem Kolbenschieber 72 verbunden ist. Der letztere regelt
die Verbindung zwischen einer Kammer 73 an seiner Oberseite mit einer Leitung 74,
die mittelbar (zweckmäßig über das Steuerventil) mit dem Bremszylinder verbunden ist.
In der Kammer 73 wirkt eine Feder 75 auf den Kolbenschieber 72 ein. Die Kammer 73
steht über die Leitung 76 unmittelbar mit dem Hilfsluftbehälter in Verbindung. Zur
Verhinderung von Luftverlusten durch Undichtheiten im Ventil 59 sind Abschlußmittel
77 > 78, 79 und 80, 81, 82 vorgesehen.
In der Lösestellung nehmen die einzelnen Teile die gezeichnete Stellung ein, und die
Verbindung zwischen der Zugleitung und dem Regelbehälter 61 über die Leitung 53, die Nut
55 und die Leitung 62 ist am Ventilsitz 65 unterbrochen.
Indessen ist eine Verbindung zwischen der Zugleitung und dem Regelbehälter 61 vorhanden
über die Leitung 53, die Nut 55, die Kammer 54, die Leitung 56, den Durchgang 57 im Kolbenschieber 58 und die Leitung 60.
Hierbei wird der Kolbenschieber 58 mit dem Kolben 66 durch den in der Kammer 73 oberhalb
des Kolbenschiebers 72 wirksamen Druck des Hilfsluftbehälters in seiner unteren Stellung
gehalten. Der in der Kammer 67 wirksame Bremszylinderdruck ist etwa Atmosphärendruck.
Wenn der Zugleitungsdruck zwecks Anziehens der Bremsen vermindert wird, bewegt
sich der Steuerkolben 52 infolge des in der Kammer 54 herrschenden Druckes nach oben.
Sobald die Kolbenstange 64 sich vom Sitz 65 abhebt, wird in der Kammer 54 auch der
Druck des Regelbehälters 61 wirksam. Die Verbindung zwischen der Zugleitung und der
Kammer 54 über die Nut 55 wird in dieser Bremsstellung des Kolbens 52 unterbrochen.
Dem Bremszylinder wird dann durch das Steuerventil Druckluft zugeführt und damit
die Bremsung bewirkt. Sobald der Bremszylinderdruck eine bestimmte Höhe erreicht
(z.B. 0,5 kg/cm2), geht der Kolben 66 unter diesem in der Kammer 67 wirksamen Druck
hoch und unterbricht mittels des Kolbenschiebers 58 die Verbindung zwischen der
Kammer 54 des Steuerventils und dem Regelbehälter 61. Der Kolbenschieber 72 trennt
dann die Verbindung des Hilfsbehälters mit dem Bremszylinder über die Kammer 73 und
die Leitung 74.
Wenn nun der Zugleitungsdruck zwecks Lösens der Bremsen erhöht wird und einen
bestimmten Wert (z. B. 5 kg/cm2) erreicht, geht der Kolben 52 nach unten und trennt
die Verbindung zwischen der Zugleitung und dem Regelbehälter 61 über die Leitung 62. ioo
Da der Kolbenschieber 58 in seiner oberen Stellung bleibt, bis der Bremszylinderdruck
sich infolge des Auslasses von Druckluft über das Steuerventil ins Freie auf einen bestimmten
Wert (z. B. 0,5 kg/cm2) gesenkt hat, ist auch die Verbindung zwischen der Zugleitung
und dem Regelbehälter 61 über die Leitungen 56 und 60 unterbrochen.
Es besteht demnach nicht die Gefahr, daß der Druck im Regelbehälter 61 durch Zufluß
von Luft aus der Zugleitung über einen bestimmten Wert, z. B. die normale Höhe des
Zugleitungsdruckes, hinaus erhöht wird, selbst dann nicht, wenn man den Zugleituugsdruck
zeitweise überhöht, um die Bremsen schnell zu lösen. Denn es besteht so lange keine Verbindung zwischen der Zugleitung
und dem Regelbehälter 61 während des Lösens der Bremsen, bis der in der Kammer
67 wirksame Bremszylinderdruck sich bis auf einen bestimmten niedrigen Wert (z. B.
°)5 kg/cm2) vermindert und dem Kolbenschie-
ber 58 ermöglicht hat, unter der Wirkung der Feder 75 und des in der Kammer 73 wirksamen
Hilfsbehälterdruckes herabzugehen.
Der Erfindungsgedanke läßt sich außer durch die dargestellten Ausführungsformen
noch auf zahlreichen anderen Wegen verwirklichen.
Claims (8)
1. Luftbremseinrichtung mit einem Regelventil, das durch den Luftdruck in
einem Raum beeinflußt wird, welchem von
' einer geeigneten Druckluftquelle, z. B. von der Zugleitung, Luft zugeführt werden
kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftzufuhr zu diesem Raum (24, 37, 61)
unterbrochen oder stark gedrosselt wird, bis der Druck der Druckluftquelle seinen
*o normalen oder konstanten Wert erreicht hat.
2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Raum
(24, 61) Druckluft aus der Zugleitung (4) zugeführt wird und daß, während zwecks
Lösens der Bremsen der Zugleitungsdruck erhöht wird, die Verbindung der Zugleitung
(4) mit dem Raum (24, 61) durch ein Steuerorgan (26,59) unterbrochen
oder gedrosselt wird, bis das Lösen der Bremsen ganz oder nahezu vollendet ist, so daß ein allgemeiner oder örtlicher
Überdruck in der Zugleitung während dieser Zeitspanne keinen unerwünschten Einfluß
auf die Druckverhältnisse in dem Raum hat.
3. Ausführungsform nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem
Raum (24) Druckluft aus der Zugleitung (4) zugeführt wird und daß die Verbindung
der Zugleitung (4) mit dem Räume (24) durch ein Steuerorgan (26) unterbrochen oder gedrosselt wird, wenn
während einer Bremsung der Zugleitungs-
druck vermindert wird.
4. Ausführungsform nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Druck in dem Räume (24) ein Ventil (5)
gesteuert wird, welches die Geschwindigkeit des Luftauslasses aus dem Bremszylinder
(3) und des Aufladens des als Druckluftquelle für den Bremszylinder dienenden Hilfsluftbehälters (2) regelt.
5. Ausführungsform nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der der
Regelung dienende Raum durch die Beschleunigerkammer (37) des Steuerventils (i, Abb. 2) der Luftbremseinrichtung gebildet
wird.
6. Ausführungsform nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan
(26, 59) die Verbindung zwischen Zugleitung (4, 53) und Raum (24, 61)
unterbricht oder drosselt, solange noch im Bremszylinder (3) ein bestimmter Druck
herrscht.
7. Ausführungsform nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerorgan
(5), mit dem die Wiederaufladung des Hilfsluftbehälters (2) und der Luftauslaß aus dem Bremszylinder (3) geregelt
wird, ein Ladeventil (35) und ein Auslaßventil (22) enthält und von dem im wesentlichen gleichbleibenden Druck
im Räume (24) oder in der Beschleunigerkammer (37) beeinflußt wird, der dem
Zugleitungsdruck, dem Hilfsbehälterdruck und dem Bremszylinderdruck entspricht.
8. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Raum
(61, Abb. 3) während des Bremsens über zwei Leitungen (56, 62) mit der Zugleitung
verbunden ist, bis der Bremszylinderdruck einen bestimmten Wert erreicht, worauf die Verbindung über die eine Leitung
(56) durch das Steuerorgan (59) unterbrochen wird und ebenfalls die Verbindung
über die andere Leitung (62) am Ventilsitz (65) abgeschnitten wird, wenn der Zugleitungsdruck während des Lösens 9c
der Bremsen einen bestimmten Wert erreicht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB2877927A GB310551A (en) | 1927-10-28 | 1927-10-28 | Improvements relating to fluid pressure braking apparatus |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE473736C true DE473736C (de) | 1929-03-23 |
Family
ID=10281016
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW80276D Expired DE473736C (de) | 1927-10-28 | 1928-08-31 | Luftbremseinrichtung |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE473736C (de) |
| FR (1) | FR660482A (de) |
| GB (1) | GB310551A (de) |
| NL (1) | NL42648C (de) |
-
0
- NL NL42648D patent/NL42648C/xx active
-
1927
- 1927-10-28 GB GB2877927A patent/GB310551A/en not_active Expired
-
1928
- 1928-08-31 DE DEW80276D patent/DE473736C/de not_active Expired
- 1928-09-15 FR FR660482D patent/FR660482A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR660482A (fr) | 1929-07-11 |
| GB310551A (en) | 1929-04-29 |
| NL42648C (de) |
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