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Einrichtung zum Abstellen des Dampfabsperrventils von Dampfmaschinen
Bei der im Hauptpatent beschriebenen Ausbildung einer zum Fernabstellen des Dampfventils
von Betriebsdampfmaschinen dienenden Einrichtung wird das Kupplungsorgan, welches
zur Verbindung der durch einen Elektromotor angetriebenen Stellspindel mit der Ventilspindel
dient und welches, um die-Verstellung von Hand des Absperrventils zuzulassen, von
Hand ausgerückt werden kann, durch die Hubbewegung der Ventilspindel so gesteuert,
daß die Kupplung beim Aufsetzen des Ventilkegels ausgerückt wird. Diese Einrichtung
erfordert sehr genaue und dauernd unveränderliche Einstellung der mit der Ventilspindel
sich anal bewegenden Mitnehlmervorrichtungen der Steuerung oder der mit diesen zusammenbiegenden
Teile, welche durch die wechselnde '\i'ärmedehnung der Ventilspindel sowie andere
Umstände sehr erschwert wird.
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Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, ist nach vorliegender Erfindung
die selbsttätige Ausrücksteuerung dieses Handkupplungsorgans dadurch ersetzt, daß
zwischen die Stellspindel und die von Hand abstellbare Kupplung eine Reibkupplung
eingeschaltet ist, die so ausgebildet ist, daß sie nur eine begrenzte Drehkraft
auf die ausrückbar.e Kupplung und durch diese auf die Ventilspindel zu übertragen
vermag. Diese Drehkraft ist zweckmäßig einstellbar und so bemessen, daß sie ausreicht,
den Ventilkegel mit Sicherheit auf seinen Sitz zu drücken, so daß das Ventil geschlossen
wird.
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Auf der Zeichnung ist in Abb. i die der Erfindung entsprechende Einrichtung
teils in Ansicht, teils im Schnitt dargestellt.
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Abb. a zeigt in größerem Maßstabeeinen Längsschnitt durch die mit
begrenzter Drehkraft arbeitende Reibkupplung und Abb.3 teils in Ansicht, teils im
L;ängs"-schnitt die Ausbildung der mit dieser Reibkupplung zusammen arbeitenden,
mit Hand ausrüchbaren Klauenkupplung, welche von derjenigen des Hauptpatents durch
Fortfall der Steuerungsorgane etwas abweicht.
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Die den Ventilkegel i innerhalb des Ventilgehäuses a tragende Ventilspindel
3 trägt am oberen Ende, wie bei der Einrichtung nach dem Hauptpatent, das normale
Handrad 5, an welchem mittels einer Traverse 6 eine zur Ventilspindel- konaxiale
Vierkantachse 8 befestigt ist. Diese geht passend durch ein entsprechendes Vierkantloch
der Mitnehmermuffe 9 hindurch, die mittels Querzapfen am unteren gabelförmigen Ende
des unteren Kupplungsteils io der Klauenkupplung befestigt ist. Mit der oberen Kupplungsmuffe
i i dieser Klauenkupplung, welche die beiden hebelartig um Zapfen 13 in einer senkrechten
Queraussparung dieser Muffe schwingbaren Kupplungsklinken 12 trägt, ist der untere
Kupplungsteil
io durch einen Zapfen 14 der Kupplungsmuffe i i dadurch drehbar verbunden, daß der
Zapfen in die gleichachsige Längsbohrung des unteren Kupplungsteils io hineinragt
und mit einer Ringnut 15 versehen ist, durch welche ein Querkeil i 6 hindurch. geht,
der die Längsverbindung beider Teile unbeschadet der Drehbarken sichert.
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Die Drehbewegung der Kupplungsmuffe i i wird auf den Unterteil i o
der Kupplung durch die unteren Enden der beiden Kupplungsklinken 12 vermittelt,
indem deren Enden in je einen radialen Ausschnitt einer Ringleiste 17 des unteren
Kupplungsgliedes io einspringen. Die beiden Kupplungsklinken werden durch eine gemeinsame
Schraubenfeder 18 auseinander gegen die Innenseiten der Ausrückmuffe i9 gedrückt,
die zusammen mit einem mit ihr durch Führungsstifte 2 i und Federn 22 verbundenen
Stoßring 2o auf der zylindrischen Außenfläche der Kupplungsmuffe i i mittels Handgriffen
längsverschiebbar angeordnet ist. Bei der Abwärtsvzrschiebung der Ausrückmuffe drückt
der Stoßiring 2o nach der Zusammendrückung der Federn 22 auf die Schrägfläche 23
der beiden Kupplungsklinken 12, so daß diese unter plötzlichem Abschnappen aus den
Kupplungsausschnitten in der Ringleiste 17 nach innen in ihren Lagerungsschlitz
in dem Kupplungskörper i i zurückgeschwungen und damit ausgerückt werden.
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Der Oberteil i i der Klauenkupplung sitzt auf dem unteren Ende :einer
kurzen Zwischemspindel2-, deren oberes Ende einen Nabenkörper 25 trägt, welcher
auf der Außenfläche des unteren Endes der Reibkupplungsimuffe 26 mittels Schraube
27 befestigt ist. In die nach unten erweiterte, hohlkegelige Bohrung dieser Kupplungsmuffe
26 greift ein entsprechender Vollreibkegel28 ein, der auf dem unteren Ende der zur
Zwischenspixudel 24 konaxialen Stellspinde129 sitzt, die oben das Schneckenrad 3o
trägt, das von dem durch Schwachstromrelais einrückbaren Elektromotor 31 mittels
der Schnecke 32 ang@etrieben werden kann.
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Am oberen Ende der Reibkupplungsmu rffe 26 sind nahe ihrem Umfang
beispielsweise vier Stoßnocken 33 vorgesehen, in -deren Drehbereich sich eine entsprechende
Anzahl von Mitnehmerrollen 34 befindet, die am äußeren Umfang einer Zusatzkupplung
35 mittels radialer Zapfen angebracht sind. Die Zusatzkupplung 35 ist mit der Stehspindel
29 -durch Nut und Federkeil 36 längsverschiebbar verbunden und wird durch
die Schraubenfeder 37 mit den Mitnehmerrollen 34 in die Ausschnitte zwischen den
Stoßnocken 33 der Reibkupplung 26 gedrückt. . Der Druck der Feder kann durch die
auf dem Gewinde 38 der Stellspindel angebrachten beiden Stellmuttern 39 nach Bedarf
eingestellt werden.
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Der Reibungskegel 28 wird durch das Gewicht der Reibkupplungsmuffe
26 und der an dieser hängenden Teile der Klauenkupplung und außerdem durch die regelbare
Spannung der Schraubenfeder 37 belastet. Das durch diese Belastung hervorgebrachte
Reibungsdrehmoment, welches von der durch den Motor 31 in Drehung gesetzten Stellspinde129
auf die Zwischenspindel 24 und von dieser durch Vermittlung der Klauenkupplung zwangläu@fig
auf die Ventilspindel übertragen wird, wird zweckmäßig so bemessen, daß es den normalen
Drehwiderstand der Ventilspindel gerade überwindet. Wird dagegen beim Aufsetzen
des Kegels auf den Sitz öder bei einer sonstigen Erhöhung des Drehwiderstandes die
Grenze :der Drehkraft überschritten, welche die Reibkupplung unter der eingestellten
Belastung zu übertragen vermag, so bleibt die Zwischenspindel 24 und mit ihr die
ReibkupplungsmUffe 26 stehen, während sich die Stellspindel29 mit der Zusatzkupplung
35 weiterdreht. Hierbei laufen die Mitnehmerrollen 33 auf den ihnen entgegengewendeten
vorderen Schrägflächen 4o wechselweise hinauf und fallen jenseits derselben wieder
in den Zwischenraum hinab. Hierbei bewirken sie durch die damit verbundene Erhöhung
der Federspannung und durch die axiale Spann- und Stoßwirkung eine Vergrößerung
der Reibkraft der Kegelkupplung. Durch diese ruckweise Vergrößerung des Drehmoments
wird der Ventilkegel mit Sicherheit auf seinen Sitz niedergedrückt. Außerdem wird
dadurch auch die Überwindung von Klemmwiderständen ermöglicht, welche bei geöffnetem
Ventil eintreten können, wenn die Ventilspindel, wie dies öfter vorkommt, am oberen
Ende nicht leicht gangbar ist.